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Von Rittern und Fußballfans

Mit wehenden Fahnen eroberte eine Gruppe Arminis die Bielefelder Sparrenburg. Die 6- bis 12-jährigen Fußballfans wagten sich hinab ins dunkle Gewölbe.

Anlässlich des 800-jährigen Stadtjubiläums besuchen die Arminis die spannendsten Orte Bielefelds und da durfte ein Ausflug zum Wahrzeichen natürlich nicht fehlen. Hoch oben auf dem Sparrenberg trafen sich die Kinder mit Burgwartin Ditta Sokolowsky, die viel Interessantes zur Festung erzählen konnte. Die ursprüngliche Sparrenburg war recht klein, etwa so groß wie ein Fußballfeld. Ihre Erbauung im 13. Jahrhundert dauerte zehn Jahre, denn das wichtigste auf einer Burganlage, der Brunnen, musste ganze 42 Meter tief gegraben werden. Hier wurde Wasser im 50-Liter-Eimer mit einer Tretmühle nach oben transportiert. Viele Arminis wussten auch was eine Tretmühle ist, eine Art Hamsterrad, in denen die Diebe und Verbrecher schuften mussten, um die Burg mit Wasser zu versorgen.

Auch die Kasematten im Inneren des Festungsbaus haben die kleinen DSC-Fans besichtigt. Hier sind die Mauern zwischen sechs und neun Metern dick, um die Bewohner vor einem möglichen Angriff zu schützen. In den insgesamt vier Rondellen unterhalb der Ecktürme lebten zu Kriegszeiten je 50 Ritter gemeinsam in einem großen Raum. Im Schusterrondell konnten die Arminis noch den Ruß der drei großen Feuerstellen sehen, die als Heizung dienten. Viele Schächte brachten nicht nur Fischluft, sondern auch etwas Tageslicht ins dunkle Gewölbe. Ein Armini machte sich Gedanken, dass es durch die Schächte reinregnen konnte, aber die Burgwartin konnte ihn beruhigen, durch die Feuer verdampften die Regentropfen schon im Schacht.

Nebenan war die Backstube der Burg, in deren riesigem Backofen 100 Brote gleichzeitig gebacken werden konnten. Es war die Aufgabe von Kindern, in den heißen Ofen zu krabbeln und die Brote herauszuholen. Heute klettern Kinder nur noch zum Spaß in den Ofen. So auch die Arminis, 28 von ihnen passen auf einmal hinein, aber das Feuer wurde diesmal natürlich nicht entzündet! Das Brot für die Ritter wurde damals extra eine zeitlang liegen gelassen, bevor es ihnen ausgeteilt wurde, denn altes Brot muss man länger kauen und dann wird man schneller satt. In kargen Zeiten, wie z.B. bei einer Belagerung, war das sehr wichtig, damit die Burgbewohner nicht so schnell ausgehungert werden konnten und so zu einer Ergebung der Burg gezwungen werden konnten.

Ungläubig erfuhren die Kinder auch noch, dass die Ritter nur acht Mal im Jahr badeten. Nur zu den großen Feiertagen, denn im Mittelalter dachten die Menschen Baden lässt die Haut dünner werden und damit durchlässiger für Krankheiten. Das war jedoch eine Fehlannahme. Die ansteigende Verbreitung von Krankheiten nach einem Bad hatte damit zu tun, dass immer zehn Mann gleichzeitig in der Wanne eng beieinander saßen und sich so schnell gegenseitig ansteckten. Und dann wurde das Badewasser tatsächlich noch für die nächsten zehn Ritter wiederverwendet! Die Arminis rümpften die Nase, Fußballfans baden heute offensichtlich etwas häufiger.