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Erste Hilfe rettet Leben!

Betroffen von den tragischen Ereignissen während des Heimspiels gegen Fortuna Düsseldorf arbeiten Verantwortliche und Mitarbeiter des DSC die Vorfälle gemeinsam mit den Rettungs- und Ordnungsdiensten auf.

Am vergangenen Samstag ist es nahezu zeitgleich bei vier Stadionbesuchern zu schwerwiegenden Zusammenbrüchen mit teils lebensbedrohlichen Ausmaßen gekommen. Zwei der vier Patienten konnten nach ärztlicher Weiterbehandlung mittlerweile wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden. Die anderen beiden Stadionbesucher mussten in der Folge des Zusammenbruchs über einen längeren Zeitraum reanimiert und nach dem Transport ins Krankenhaus auch operiert werden. Zumindest ein Patient ist nach erfolgreicher Operation auf dem Weg der Besserung, im anderen Fall liegt der Patient mit noch unverändertem Zustand weiterhin auf der Intensivstation. Arminias kaufmännischer Geschäftsführer Markus Rejek: „Wir wünschen den Betroffenen eine weiterhin bestmögliche Genesung. Unsere Gedanken sind insbesondere bei dem Patienten, der sich noch auf der Intensivstation befindet.“

„Wir hatten es mit einer außergewöhnlich hohen Anzahl an akuten Notfällen zu tun, die durch die außergewöhnliche Leistung der Einsatzkräfte bewältigt werden konnte. Den Ersthelfern und Ordnern ist es zu verdanken, dass wir mit unserer Arbeit erfolgreich sein konnten“, so Jens Kornblum, Einsatzleiter des Bielefelder Sanitätswachdienstes.

Bereits beim Heimspiel gegen den VfL Bochum am 21. August diesen Jahres ist ein langjähriger Dauerkarteninhaber in Folge eines Zusammenbruchs verstorben. Anlass genug für den DSC, sich dieses Themas aus verschiedenen Blickwinkeln anzunehmen, um sich als Veranstalter der Heimspiele in der SchücoArena bestmöglich auf vergleichbare Szenarien einzustellen. Das Zusammenwirken von Ordnungs- und Rettungsdiensten hat nach ersten Analysen des Samstags sehr gut funktioniert. Dennoch sollen Planspiele und weitere gemeinsame Schulungen die Zusammenarbeit verbessern und gemeinsame Schnittstellen optimieren. „Dabei hat es sich bewährt, dass eine Vielzahl an Ordnungsdienstkräften in der Ersten Hilfe ausgebildet wurde. Gemeinsam mit einem Zuschauer übernahm etwa eine Ordnerin bis zum Eintreffen der Sanitäter minutenlange Wiederbelebungsversuche eines Patienten vom Samstag. Nur so und durch die schnellstmögliche Übernahme des Notarztes konnte der Patient gerettet werden“, macht Arminias Sicherheitsbeauftragter André Windmann deutlich. Auch die Reanimation des Patienten auf der Südtribüne wurde durch einen Arzt, der sich als Stadionbesucher in der Nähe aufhielt, und eine herbeigeleitete Ordnerin eingeleitet.

DSC-Mannschaftsarzt Dr. Andreas Elsner

Die jüngsten Ereignisse werfen auch Fragen nach den Ursachen auf. Allein auf den Zufall will man sich bei Arminia nicht berufen. Dazu DSC-Teamarzt Dr. Andreas Elsner: „Die Wahrscheinlichkeit von Herz-Kreislauf-Zusammenbrüchen im Stadion ist laut Studien nicht signifikant größer. Es besteht also kein unmittelbarer Zusammenhang mit dem Spielverlauf oder Ereignissen auf dem Platz.“ Allerdings erhöhe sich das Risiko in Ansammlungen von Menschen. So können sich Stresssituationen im Gedränge (wie etwa auf Rock-Konzerten), auf dem Weg zum Stadion oder in Warteschlangen bereits negativ auswirken, insbesondere bei kardial vorbelasteten Patienten. „Sicher spielt auch die älter werdende Gesellschaft eine Rolle. Menschen im höheren Alter sind oder fühlen sich deutlich fitter, muten sich mehr zu und sind dadurch gefährdeter für Herz-Kreislauf-Überlastungen“, ergänzt Dr. Elsner.

Die Erkenntnisse der vergangenen Tage bestätigten, dass sich die Zuschauer pietätvoll, umsichtig und vorbildlich verhalten haben. Dominik Hoffmeyer, Fanbetreuer von Fortuna, richtet für die Düsseldorfer ein offizielles Dankeschön aus: „Wir bedanken uns ausdrücklich für die Hilfe der Arminia-Fans. Ein Fortuna-Fan ist kurz nach Einlass auf der Heimseite zusammengebrochen, seine Begleitung stand unter Schock. Umgehend sind Arminen eingesprungen, haben reanimiert und den Notarzt gerufen. Dem Fortunen geht es mittlerweile deutlich besser, er wird diese Woche aus dem Krankenhaus entlassen und ist sehr dankbar für die Hilfe.“

Mit der entsprechenden Sorgsamkeit und Vorbereitung kann man sich für Notfälle dieser Art wappnen, wie Mannschaftsarzt Dr. Elsner betont: „Entscheidend ist der First Responder, die Erste Hilfe! Dabei geht es um den Fan daneben, die erste Person, die einem Patienten zur Hilfe eilen kann. Es lohnt sich für jeden, sich in der Ersten Hilfe ausbilden zu lassen und Ahnung von Herz-Lungen-Wiederbelebung zu haben. So können Menschenleben gerettet werden!“

Wichtige Hinweise zur Ersten Hilfe in Notfallsituationen finden Sie hier!