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Der Ausbau

Am 16. März 2006 stellte der DSC Arminia Bielefeld erstmals der Öffentlichkeit die Pläne für den Ausbau der SchücoArena vor. Der 1996 begonnene Neubau der altehrwürdigen Alm wurde 2008 mit der Fertigstellung der neuen Haupttribüne (Ost) zu einer rundum geschlossenen SchücoArena vollendet. Das Fassungsvermögen stieg damit von 26.601 auf derzeit 27.300 Plätze.


Die Bilder vom Ausbau

Wo Neues entsteht, muss Altes weichen. In zahlreichen Bildergalerien begleitete die Onlineredaktion den Bau der neuen Haupttribüne: von der altehrwürdigen Stehplatztribüne bis zur neuen Schokoladenseite der SchücoArena. Eine Übersicht gibt es hier.


Eine Chronologie des Ausbaus

Juni 2007
Nach zweieinhalb Jahren Vorarbeit und vielen Gesprächen am Verhandlungstisch ist es an einem sonnigen Junimorgen endlich soweit. Es beginnt der Abriss der Osttribüne, die Platz für eine neue, multifunktional nutzbare Haupttribüne schaffen soll. Roland Kentsch freut sich auf das „Schmuckkästchen SchücoArena", mit dem der Club die Wettbewerbsfähigkeit erhöhen wird. Wirtschaftlich positiv stimmen zudem die Eigentumsverhältnisse: Das Stadion gehört zu 100% Arminia und ist als eine der wenigen Arenen in der Bundesliga ohne öffentliche Gelder finanziert. Bei aller Aufbruchsstimmung, die der Abbruch mit sich bringt, wirft der Geschäftsführer Finanzen noch einmal einen nostalgischen Blick zurück: „Natürlich tut es schon ein bisschen weh, wenn man sieht, wie diese Tribüne, auf der man jahrzehntelang Emotionen gelassen hat, einfach so vom Bagger abgerissen wird. Aber wir wissen, was dort nun entsteht - und das wird so toll, dass am Ende die Freude überwiegt."

Juli 2007
Während Kauf & Co in der Sommerpause im wohlverdienten Urlaub die Waden hochlegen, fließen bei den Bauarbeitern in der SchücoArena Schweiß und Beton in Strömen: an der Melanchthonstraße 31a wird das größte Fundament der Stadt gegossen. Begossen wird damit auch eine Zeitkapsel aus Edelstahl, die in einem symbolischen Akt während der Grundsteinlegung Ende Juni im Fundament der neuen Tribüne platziert wurde. Die Kapsel enthält eine Ausgabe des Clubmagazins HALBVIER, die jeweiligen Tagesausgaben vom „Westfalen-Blatt" und der „Neuen Westfälischen", etwas Kleingeld, ein Arminia-Trikot, eine Fananleihe, drei kleine Punkte (für sportlichen Erfolg) sowie die ersten auf der Restaurantquittung des „Milestones" verewigten Baupläne von 2004. Hans-Hermann Schwick steuert obendrein einen altägyptischen blauen Skarabäus als Glücksbringer und Schutzsymbol bei.

August 2007
Platzregen, Frühnebel und Waschküchenwetter - der Sommer zeigt sich im August von seiner unberechenbaren Seite. An der Melanchthonstraße wird dennoch Maßarbeit geleistet. Schwertransporter nehmen Ungetüme aus Beton Huckepack, schlängeln sich durch den Bielefelder Westen Richtung SchücoArena, um erste Fertigbauteile für den Unterrang abzusetzen. Am 18. August nehmen schließlich erstmals 600 Bielefelder auf den noch nackten Betonteilen Platz, polstern ihren Allerwertesten mit Arminia-Sitzkissen und sehen bei eitel Sonnenschein ein 2:2 gegen die Frankfurter Eintracht. Ein guter Auftakt.

September 2007
Der Sommer neigt sich dem Ende zu und den Besuchern der SchücoArena wird klar: Die Zeiten der alten Osttribüne mit ihrem 80er-Stahlrohr-Stecksystem sind unweigerlich vorbei, im Spätsommer 2007 wird für ein kleines bisschen Ewigkeit gebaut. Spieltag für Spieltag gibt das Bauamt mehr Plätze auf der neuen Tribüne frei, Woche für Woche wächst am Unterrang zusammen, was zusammen gehört. Am 5. Bundesligaspieltag werden erstmalig 1150 bestuhlte Plätze auf der neuen Haupttribüne angeboten. Allerdings hielt es die wenigstens auf ihren blauen Klappsitzen, gleich viermal mussten die Zuschauer aufspringen, sich nur zweimal enttäuscht zurücklehnen - Arminia gewann 4:2 gegen Rostock.

Oktober 2007
Oberrang und Unterrang sind nicht etwa Dörfer im Allgäu, sondern bilden zusammen die Haupttribüne der SchücoArena. Nach Fertigstellung des Unterrangs beginnen im Oktober die Arbeiten am Oberrang, dessen Neigungswinkel beinahe an die Eiger-Nordwand erinnert. Damit ist die Sicht auf das Spielfeld grandios, vereinen die besten Plätze der Stadt doch die beiden Qualitätsmerkmale „nah dran" und „hoch oben". Von ihrer Bruchlandung in Bremen erholen sich Arminias Profis nur zögerlich. Mit nur einem Punkt aus zwei Heimspielen ist eben kein Blumentopf zu gewinnen.

November 2007
Ein Monat zwischen den Fronten: Der Oktober, der sportlich diesmal kein goldener war, ist passé und der Dezember mit Lust auf Lebkuchen im Speziellen und Weihnachten im Allgemeinen noch in weiter Ferne. Um Schutz vor der schmuddeligen Novemberwitterung zu erhalten, zimmern sich die fleißigen Bauarbeiter schnell ein Dach über den Kopf, stellen damit den Rohbau der neuen Haupttribüne fertig und beginnen mit dem Innenausbau. Arminias sportliche Baustelle heißt Bochum: Nach einem mitreißenden 3:1 gegen Nürnberg verliert man im Ruhrgebiet sang- und klanglos mit 0:3.

Dezember 2007
Das Jahresende beschert den Blauen hohen Besuch. Zu Gast sind die Bayern (Ribéry macht den Unterschied und sorgt für eine ausverkaufte SchücoArena), der Deutsche Meister (Detlev Dammeier hilft als Coach aus und sorgt für eine zufriedene SchücoArena) sowie „Abies nordmanniana" (Die Tanne macht Lust auf Weihnachten uns sorgt für behagliche Stimmung in der SchücoArena). Der Nadelbaum steht auf der Terrasse des Business Clubs, dort, wo im Frühsommer die Inhaber der Business-Seats gemütlich an Stehtischen das Treiben auf dem Rasen verfolgen können.

Januar 2008
Winterpause in der Bundesliga. Die Profis schwitzen sich in Jerez de la Frontera/Spanien die Weihnachtsgans vom Leib und in der SchücoArena dübeln die Handwerker um die Wette, um die 6722 Sitzschalen, manche aus Hartplastik, andere gepolstert, zu montieren. Aber auch die Rückseite der Tribüne bekommt den Tatendrang der Bauarbeiter und Handwerker zu spüren. Drei Treppenhäuser, übrigens mit Fahrstühlen ausgestattet, werden errichtet und erhalten wie die gesamte Fassade eine großzügige Glasfront. Das Tagesslicht gelangt so ungehindert in das Innere des fünfstöckigen Baus und sorgt für eine helle, freundliche Atmosphäre.

Februar 2008
Apropos Tagesslicht. Sonnenstrahlen fördern nicht nur das physische Wohlbefinden (hach, schön warm hier) und kurbeln die Produktion des Glückshormons Serotonin an (Mensch, hab ich gute Laune), sondern lassen auch Arminias Finanzabteilung strahlen. Das neue Tribünendach besteht aus 800 einzelnen Solar-Modulen, die zusammengesetzt eine Fläche von 1400 Quadratmetern ergeben und so 80.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen. „Mit Hilfe der Photovoltaikanlage gestaltet sich die Ökobilanz des Clubs äußerst positiv", so Roland Kentsch, der sich als Geschäftsführer bekanntlich bestens mit Bilanzen auskennt. Mit der schon vorhandenen Anlage auf der Südtribüne deckt Arminia damit gut 20 Prozent des jährlichen Stromverbrauchs mit umweltfreundlicher Sonnenenergie. Bundesligaweit ist man damit Spitze und verweist sogar die sonnenverwöhnten Freiburger auf den zweiten Platz. Der Sommer kann kommen. Die Rückrunde eigentlich noch nicht, Arminia verliert alle vier Partien im Februar.

März 2008
Im März kann sich die strapazierte Fanseele wieder etwas entspannen. Die Blauen trotzen Hansa, Hamburg, Hannover und Bremen jeweils einen Punkt ab und der neue Fan-Shop samt Ticketcenter eröffnet Ende des Monats feierlich seine Pforten. „Das hätte ich wirklich nicht gedacht", staunt Hans-Hermann Schwick morgens um kurz nach zehn nicht schlecht angesichts der Scharen, die zur SchücoArena pilgern. Auf 300 Quadratmetern findet der Fan inmitten der neuen Tribüne nun die Objekte seiner Begierde: Tickets, Trikots, Tassen und weitere 160 schwarz-weiß-blaue Fanartikel.

April 2008
„Die letzten Sekunden der Nachspielzeit laufen, noch einmal hat Arminia den Ball, noch einmal die Anfeuerung der 19.600 Zuschauer - und noch einmal die Chance für Eigler, der schießt, Miller hält. Und da ist...der Ball ist im Tor, der Ball ist im Tor, der Ball ist im Tor (...) durch Leonidas!". Soweit die mitreißenden Worte des Dr. Ulrich Zwetz, der mit seiner bundesweit bekannten Radioreportage während des Spiels gegen den Karlsruher SC Anfang April einen verfrühten Wonnemonat einleitet. Die neue Tribüne scheint die Arminen zu beflügeln: Seit auch der Oberrang für die Zuschauer freigegeben wurde, blicken die Blauen auf eine Heimbilanz von einer Niederlage, einem Unentschieden und drei Siegen. Mittlerweile hat sich die imposante Dachkonstruktion schützend über Ober und Unterrang gelegt. Die ist aber lichtdurchlässig und sorgt so für eine behagliche Atmosphäre auf den Rängen.

3. Mai 2008
Arminias Feiertag. Der DSC wird 103 Jahre jung, die neue Haupttribüne erfährt mit der Eröffnung des Krombacher Business Clubs und der neuen Logen ihre offizielle Taufe. Arminias Profis, allen voran Geburtstagskind Jonas Kamper (25), beschenken den Verein und 23.800 Zuschauer mit zwei Toren und drei Punkten gegen Bochum. „Mit unserem nahezu fertig gestellten Stadion haben wir einen gewaltigen Schritt nach vorne getan", freut sich Präsident Hans-Herman Schwick über die Schokoladenseite der SchücoArena. Dass dieses ehrgeizige, eigenfinanzierte Projekt überhaupt realisiert werden konnte, ist nicht zuletzt denjenigen zu verdanken, die eine Fananleihe gezeichnet haben und damit den „Bau auf Blau" erfolgreich unterstützten. „Was lange währt, wird endlich gut" - mit diesem Satz eröffnete Finanzgeschäftsführer Roland Kentsch am 16. März 2006 die anberaumte Pressekonferenz zum Thema „Stadionausbau". Gut zwei Jahre später muss es heißen: „Was lange währt, ist endlich gut".


Das Projekt-Tagebuch

Den Baufortschritt im Detail verrät das Projekt-Tagebuch. Eine Übersicht gibt es hier.

 


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