Zahlen lügen nie
„Statistiken interessieren mich nicht“, behaupten Sportler oft. Zumeist dann, wenn ihnen mit nackten Zahlen das Ausmaß ihres Versagens vor Augen geführt werden soll.
Statistiken können aber auch etwas sehr schönes sein. Z. B. lässt sich mit ihnen ganz ausgezeichnet verdeutlichen, warum Arminia Bielefeld mit der Vorrunde der Saison 2006/07 mehr als zufrieden sein darf. Nicht, dass man diese Tatsache mit Daten über die schlichte Nennung des Tabellenplatzes hinaus untermauern müsste.
Der DSC belegt nach 17 Spieltagen Rang 8, eine Platzierung, die der Club in seinen bisherigen 14 Bundesligajahren zuvor nur einmal zur Halbzeit erreicht hat, in der Saison 1982/83. Nach der Dreipunkte-Regel hätten die Blauen damals bis zur Winterpause 22 Punkte gesammelt, also ebenso viele wie diesmal. Das Torverhältnis las sich indes ganz anders: 30 Toren auf der Habenseite standen satte 36 Gegentreffer gegenüber. Zehn davon kassierte Arminia allerdings in einer einzigen, leider unvergesslichen Halbzeit...
Ein solcher Horrornachmittag ist uns heuer erspart geblieben. Im Gegenteil präsentierte sich die Defensive gewohnt stark und weist mit 19 Gegentoren den viertbesten Wert der Liga auf. Vor der Saison hatten sich Experten ohnehin eher Sorgen um den Angriff der Ostwestfalen gemacht, die durch langfristige Ausfälle von Fatmir Vata, Sibusiso Zuma und Abdelaziz Ahanfouf noch verstärkt wurden.
Doch die Arminen überraschten die Fachwelt und vielleicht auch sich selbst, trafen zwischendurch fast wie am Fließband und zählten lange zu den torgefährlichsten Teams. Nach zuletzt nur einem Treffer aus den letzten fünf Spielen ging es in dieser Statistik zwar ein wenig bergab, dennoch sind bisher 23 Tore eine durchaus erfreuliche Bilanz. Zumal sich diese Ausbeute auf viele Schultern verteilt, elf Spieler konnten sich bereits in die Torschützenliste eintragen. Besondere Qualitäten legte die Mannschaft nach dem Seitenwechsel an den Tag: nur Werder Bremen war in der letzten halben Stunde erfolgreicher als die Blauen, die 13 ihrer Tore nach der 60. Minute erzielten.
Natürlich gab es auch wieder einen Vereinsrekord zu bestaunen: vom 6. bis zum 13. blieb der DSC in acht Partien in Folge ungeschlagen. Zuhause reichte es mit der Serie von sieben Spielen ohne Niederlagen immerhin für die zweitbeste Serie in den Clubannalen. Nach all diesen eindrucksvollen Zahlen soll noch einer behaupten, Statistiken seien uninteressant. In jedem Fall sind dies keine Daten, die man mit einem sicheren Abstiegskandidaten in Verbindung bringt.








