Hochverdientes 1:1 in Berlin
Arminia punktet weiter im Abstiegskampf. Fast hätte es in Berlin sogar für einen Sieg gereicht.
Vorspiel
Wieder hatte der DSC die Möglichkeit, eine Mannschaft mit in die Abstiegszone zu ziehen. Denn die Tabelle vor dem 28. Spieltag trog: Hertha war zwar Achter, hatte aber lediglich fünf Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsrang, den die Blauen bekleideten. Seit sieben Spielen hatten die Berliner nicht mehr gewonnen, zuletzt machten sowohl Trainer Falko Götz als auch Manager Dieter Hoeneß deutlich, dass sie mit der Einstellung einiger Spieler nicht einverstanden sind.
Allen voran wurde die Leistung von Stürmer Marko Pantelic kritisiert. Dieser musste zu allem Überfluss auch noch wegen einer Magenverstimmung zwei Tage pausieren. Nach dem Wiederaufstieg der Berliner gab es im Olympiastadion fünf Duelle gegen den DSC. Drei Siegen der Hausherren stehen zwei Unentschieden gegenüber. Im letzten Jahr gewannen die Herthaner durch ein Tor von Marko Pantelic mit 1:0.
Personal
Die Startformation der Blauen blieb gegenüber dem letzten Spiel gegen den BVB unverändert. Robert Tesche kam gegen Berlin dementsprechend zu seinem zweiten Einsatz in Arminias Startelf. Auf der Bank nahm A-Junior Maik Rodenberg erstmals Platz, nachdem er sich in der Trainingswoche durch gute Leistungen für einen Kaderplatz empfohlen hatte.
Bei der Hertha fehlten Ex-Armine Arne Friedrich, dessen Patellasehnenentzündung noch nicht ausgeheilt ist und Jerome Boateng, der an einem Muskelfaserriss laboriert. Hoffnungen setzte Götz auf Spielmacher Yildiray Bastürk, der nach seiner Verletzungspause zuletzt ansteigende Form bewies, heute aber mit Arbeitsbiene Rüdiger Kauf einen harten Widersacher entgegengestellt bekam. Auch Pantelic stand in der Anfangself.
Spielverlauf 1. HZ
Sonniges Wetter begleitete das Duell des Tabellensechzehnten gegen den Achten. Nach exakt vier Minuten hatte Arminia die erste große Chance des Spiels: Artur Wichniarek spielte auf dem linken Flügel Jörg Böhme frei, der schön vor den Berliner Kasten flankte, wo Sibusiso Zuma lauerte und Gilberto schlief. Doch der Südafrikaner kam eine Fußspitze zu spät.
Eine womöglich erste gute Chance hätten die Berliner in der 7. Spielminute gehabt, doch Pantelic stand deutlich im Abseits. Fortan sollten die Blauen die Partie optisch überlegen gestalten, denn es war vielmehr die Heimmannschaft, die abwartend agierte und ihr Heil in Tempogegenstößen suchte. Nach einem Konter war es Pantelic, der Mathias Hain in der 17. Minute mit einem Rechtsschuss aus 18 Metern zum ersten Mal prüfte.
Verheißungsvolles kündigte sich in der 19. Minute an, als ein Bielefelder Angriff über Wichniarek und Zuma zur Ecke geklärt wurde. Diese führte David Kobylik kurz auf den ersten Pfosten aus, Radim Kucera schüttelte seinen Gegenspieler Dick van Burik ab und drückte den Ball über die Torlinie. 1:0 für den DSC, verdient dazu. Auch im weiteren Spielverlauf setzte Bielefeld die Akzente, spielte mutig nach vorne und hatte die nächste große Chance durch einen direkt auf das Tor geschossenen Freistoß von Böhme, doch Christian Fiedler konnte gerade noch rechtzeitig seine Fäuste hochreißen.
Auch die gut 1000 mitgereisten Arminen rissen noch mehrmals in Erwartung eines Treffers die Arme hoch, insbesondere in der 36. Minute: Youngster Robert Tesche drang über rechts in den Berliner Strafraum ein und versuchte uneigennützig Kobylik bzw. Zuma zu bedienen, die sich jedoch gegenseitig beim Torabschluss behinderten. In der 43. Minute besaß Wichniarek eine weitere gute Möglichkeit, doch sein Linksschuss aus gut zwanzig Metern strich nur knapp über das Berliner Tor. Glück hatten die Blauen hingegen beim Gegenzug der Herthaner, als Bastürk von Schiedsrichter Brych zurückgepfiffen wurde, denn der türkische Spielmacher stand nicht im Abseits.
Spielverlauf 2. HZ
Nach der Pause versuchte die Hertha, ihr Spiel druckvoller zu gestalten, doch der DSC blieb in der Innenverteidigung hellwach. So war es auch eine Ecke, die den Berlinern in der 50. Minute ihre bis zu diesem Zeitpunkt größte Chance ermöglichte, doch Hain konnte den Kopfball von Kevin Boateng aus dem Winkel fausten. Auch im weiteren Verlauf bemühten sich die Hauptstädter um ihr Spiel nach vorne, trafen dabei jedoch stets auf eng am Mann stehende Bielefelder.
In der 58. Minute wechselte Götz auf zwei Positionen: Ede und Dejagah kamen für Pantelic und Boateng, doch es war Christian Gimenez, der in der 60. Minute in aussichtsreicher Position im letzten Moment von Heiko Westermann entscheidend gestört werden konnte. Nicht nur in dieser Szene stellte Westermann unter Beweis, wieder zu alter Sicherheit und Souveränität gefunden zu haben.
Die war auch nötig, denn in dieser Phase des Spiels wurden die Sprechchöre des unzufriedenen Berliner Publikums erhört und die Hertha konnte sich in der Bielefelder Hälfte festsetzen – ohne dass dabei klare Chancen zu verzeichnen waren. Bis zur 71. Minute. Eine lang gezogene Flanke von Chinedu Ede fand im bis dahin blassen Patrick Ebert einen Abnehmer, der aus acht Metern unbedrängt einköpfen konnte.
Keine Minute später Aufregung anderer Art: Der gerade für Tesche eingewechselte Thorben Marx wurde vom bereits verwarnten Josip Simunic gefoult, der daraufhin mit seiner zweiten gelben Karte vom Platz gestellt wurde. In der Folge besaß Arminia wieder zwei nennenswerte Chancen: Zunächst prüfte Kamper Fiedler mit einem strammen Schuss, kurz darauf tat Markus Schuler es ihm gleich (76. und 77. Minute).
Um die Defensive zu stärken, brachte Falko Götz Malik Fathi für Gimenez. Ein erster Entlastungsangriff der Hertha endete in der 80. Minute mit einer beherzten Parade von Mathias Hain, der in dieser Szene allerdings auch die Bekanntschaft mit der Schuhspitze von Dejagah machte und am Jochbein behandelt werden musste. Bei der letzten Chance der Partie sorgte Wichniarek noch einmal für Gefahr, entschied sich jedoch für einen Torschuss, statt den mitgelaufenen Böhme zu bedienen.
Nachspiel
Schade! Da war mehr drin, wie nach dem Spiel auch Ernst Middendorp meinte. Der sah in der zweiten Halbzeit eine etwas zu passive Arminia, die den Gegner dadurch unnötig stark machte. Trotzdem: Ein Punkt, der am Ende noch ganz wichtig werden könnte.








