DSC Arminia Bielefeld -

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Sa., 19.04.2014 13:00 Uhr

TSV 1860 München(1)
DSC Arminia Bielefeld (1)

GegnerinfosPK-BerichtSpielberichtStimmenDatenBerichterstattung

Im Niemandsland der Tabelle

Seit zehn Jahren wartet man bei 1860 München auf die Bundesliga-Rückkehr, doch ständig schwankende Leistungen sorgen erneut für eine Mittelfeldposition des Traditionsklubs.

Nach zuletzt zwei sechsten Plätzen in der Endabrechnung hatte man dieses Jahr nach einem starken Auftakt bereits leise Aufstiegshoffnungen formuliert. Neben sportlichen Höhen und Tiefen gab es bei den „Löwen“ aber auch personell einige Veränderungen: Cheftrainer Alexander Schmidt musste bereits nach sechs Spieltagen seinen Hut nehmen, Nachfolger Friedhelm Funkel wurde jüngst wegen „unterschiedlicher konzeptioneller Auffassungen“ freigestellt. Auch auf der Führungsebene hat sich einiges getan: Geschäftsführer Robert Schäfer trat schon zu Beginn der Saison zurück, Sportdirektor Florian Hinterberger wurde im Februar freigestellt. Mit Gerhard Poschner wurde vor kurzem ein neuer Sportdirektor gefunden, der jetzt einen Trainer für die neue Saison finden soll. Aktuell trainiert Ex-Arminen-Coach Markus von Ahlen interimsweise die Profis.

Dabei hat das Gründungsmitglied der Bundesliga eine traditionsreiche Vergangenheit zu bieten: Deutscher Meister 1966, Pokalsieger 1942 und 1964 und Finalteilnehmer im Europapokal der Pokalsieger 1965. Auch einige große Spieler standen bereits bei 1860 unter Vertrag: Timo Konietzka, Petar Radenkovic oder Thomas Häßler schnürten in München schon ihre Schuhe.

Der aktuelle Hoffnungsträger der „Sechziger“ ist Yuya Osako. Der 7-malige japanische Nationalspieler wechselte im Winter aus der J-League nach München und steuerte seitdem vier Tore und zwei Vorlagen in elf Spielen bei. Trotzdem befindet sich der Club in einer kleinen Krise: Die letzten drei Spiele wurden allesamt verloren (zuletzt 2:4 in Dresden) und in den letzten drei Heimspielen gelang nicht mal ein eigener Torerfolg. Treffsicherster Spieler bei den „Löwen“ ist Moritz Stoppelkamp mit sechs erzielten Toren. Das Hinspiel konnte 1860 in der SchücoArena mit 1:0 für sich entscheiden, den Treffer des Tages erzielte damals Dominik Stahl.

Hoffnung auf eine sportlich erfolgreichere Zukunft verspricht man sich in München durch Investor Hasan Ismaik, der 49 Prozent der Aktien an der Profiabteilung hält. Seit 2011 hat der jordanische Investor einen zweistelligen Millionenbetrag in den Verein gepumpt und ist Mitglied im Aufsichts- und Beirat des Vereins.

„Die Mannschaft glaubt an sich“

Vor dem Auswärtsspiel am Samstag bei 1860 München äußerte sich Cheftrainer Norbert Meier auf der heutigen Pressekonferenz zur kommenden Aufgabe.

Bis auf die Langzeitverletzten Dennis Riemer, Johannes Rahn, Manuel Hornig, Oliver Petersch und Philipp Heithölter stehen dem Trainer erneut alle Spieler zur Verfügung. Bereits am Freitagmorgen wird die Mannschaft nach München reisen und vor Ort das Abschlusstraining absolvieren. Ausblicke auf die Kadernominierung oder eine mögliche Startelf gab Meier indes wie gewohnt nicht.

„Die Situation wird natürlich nicht einfacher, aber wir können die Ergebnisse der Konkurrenz ja nicht beeinflussen. Wir müssen unsere Hausaufgaben machen, es gibt noch zwölf Punkte zu holen und da sollten wir alles dransetzen“, kommentierte Meier die aktuelle Tabelle. Er möchte dabei weiterhin aus einer kompakten Grundordnung agieren und betonte, dass dadurch die Offensive nicht vernachlässigt werde, sondern dass man gerade aus einer gefestigten Grundordnung ein besseres Offensivspiel kreieren kann.

Weiterhin bestätigte Meier, dass die Mannschaft in der vergangenen Woche einen guten Eindruck machte: „Wie die Mannschaft auftritt, gibt mir weiterhin den Glauben daran, dass der Knoten platzt. Wir müssen eben ein Mal den entscheidenden letzten Pass bringen und eine Führung erzielen, dann läuft das Spiel ganz anders.“ Um diesen Moment herbeizuführen, ließ er die Mannschaft erneut viele Spielformen mit Abschlüssen trainieren. „Wir müssen jetzt Selbstvertrauen tanken, uns auf unsere Tugenden berufen und dann mit Feuer an die nächste Aufgabe gehen, dann werden wir die Punkte auch holen.“ Hoffnung schöpft Meier weiterhin aus den letzten Auftritten der Mannschaft: „Ich habe noch kein schlechtes Spiel meiner Mannschaft gesehen, klar spielen wir keinen schwindelig, aber wir haben absolut die Möglichkeiten noch die entscheidenden Punkte bis zum Saisonende zu holen.“

1860 München sieht er nach zuletzt drei Niederlagen unter Zugzwang. In München werden 700 Arminen erwartet, Anstoß ist am Samstag um 13:00 Uhr.

 

Sehen Sie auch „Anlauf“ auf ArminiaClubTV mit Tom Schütz und Stephan Salger.

Wieder nicht belohnt

Arminia verliert trotz erneut guter Leistung mit 1:2 (1:1) beim TSV 1860 München.

Nach dem 0:0 im Heimspiel gegen den Karlsruher SC veränderte Trainer Norbert Meier sein Team auf zwei Positionen. Für Sebastian Hille und Patrick Schönfeld spielten Ben Sahar und Kacper Przybylko von Beginn an. Erstmals in seiner Amtszeit setzte Meier damit auf zwei Stürmer von Beginn an.

Allerdings verzeichneten die Münchener Löwen die erste Offensivaktion und gingen damit in der 4. Minute gleich in Führung. Nach einem Ballverlust von Christian Müller schaltete 1860 schnell um und Daniel Adlung zog aus halbrechter Position ab. Stephan Salger fälschte den Ball so unglücklich ab, dass er sich über Torhüter Stefan Ortega Moreno senkte und von der Latte hinter die Torlinie prallte.

Arminia zeigte sich jedoch keineswegs geschockt und war fortan die spielbestimmende Mannschaft. Kacper Przybylko (8. Minute), Christian Müller (9.) und Tom Schütz (13. Und 17.) versuchten es jeweils mit Distanzschüssen, zielten aber entweder zu ungenau oder stellten 1860-Keeper Gabor Kiraly vor keine Probleme. Auch Arne Feick versuchte es in der 29. Minute nach einem Eckball aus der zweiten Reihe, traf das Spielgerät aber nicht voll und verfehlte so das Löwen-Tor per Aufsetzer.

Für das unentwegte Anrennen wurden die Arminen dann in der 30. Spielminute belohnt. Stephan Salger setzte Ben Sahar mit einem langen Ball auf der linken Seite in Szene. Sahar verschaffte sich mit einer Körpertäuschung Raum gegen Moritz Volz und setzte den Ball mit links flach in das lange Eck zum 1:1.

Nur vier Minuten später fasste sich Arne Feick aus 30 Metern ein Herz und zog ab, der Ball rauschte jedoch ganz knapp am Winkel vorbei. In der 35. Minute verfehlte zudem Ben Sahar aus spitzem Winkel das Tor nur knapp. Von den Löwen war bis dato gar nichts mehr zu sehen gewesen, erst kurz vor der Halbzeit versuchten es Yuya Osako und Moritz Stoppelkamp mit Distanzschüssen, die beide das Tor verfehlten.

Auf der anderen Seite wurde es dagegen noch zweimal gefährlich. In der 44. Minute erzielte Kacper Przybylko nach Doppelpass mit Fabian Klos das vermeintliche 2:1 für den DSC, das Schiedsrichter Markus Wingenbach wegen Abseits jedoch nicht anerkannte. Und in der Nachspielzeit köpfte Fabian Klos eine Flanke von Marcel Appiah nur knapp über das Tor. So lautete der Pausenstand nach starker erster Arminia-Halbzeit 1:1.

Löwen-Trainer Markus von Ahlen reagierte mit einem Wechsel auf die schwache erste Halbzeit seiner Mannschaft und so entwickelte sich in der zweiten Halbzeit ein ausgeglichenes Spiel. Die erste Chance der zweiten 45 Minuten hatte dennoch der DSC, doch Fabian Klos schoss aus 18 Metern über das Tor nachdem ihm Ben Sahar den Ball mit dem Kopf vorgelegt hatte.

Die Gastgeber schossen erstmals in der 60. Minute wieder auf das Tor, allerdings parierte Stefan Ortega Moreno den Versuch von Daniel Adlung gut. Auf der Gegenseite kam Kacper Przybylko in der Folge zweimal nach Standardsituationen zum Kopfball, brachte jedoch nicht genug Druck auf das Spielgerät und köpfte so über das Tor. Völlig aus dem Nichts fiel dann das 2:1 für die Gastgeber. Nach einer Ecke drückte der aufgerückte Innenverteidiger Kai Bülow das Spielgerät mit dem Knie über die Linie.

Vier Minuten später verhinderte Stefan Ortega Moreno mit einer klasse Parade gegen Yuya Osako die Vorentscheidung zu Gunsten der Gastgeber. Dennoch hatten die Löwen nun Oberwasser und auch die Einwechslungen von Marc Lorenz, Patrick Schönfeld und Anass Achahbar verliehen den Bielefeldern keine neuen Kräfte. So blieb es letztliche beim schmeichelhaften 2:1-Sieg für den TSV 1860.

Stimmen zum Spiel

Wir haben eine Riesenmöglichkeit verpasst etwas mitzunehmen. Wir sind auf einen Gegner getroffen, der es auch teilweise mit sich selbst zu tun hatte. Wir sind früh in Rückstand geraten, dann sehr gut zurück gekommen. Über die erste Halbzeit hinweg hatten wir das Spiel im Griff. Das 2:1 war wohl ganz knapp im Abseits, obwohl der Pfiff da sehr spät kam. In der zweiten Halbzeit war das Spiel ausgeglichener. Wir sind nicht immer in der Lage es spielerisch zu lösen und müssen den Gegner auch mit Kampf in die Knie zwingen. Das 2:1 fällt nach einer Standardsituation, das darf nicht passieren. Danach wurde es sehr schwer, trotz der offensiven Wechsel. 1860 hat es dann clever gemacht und keine Chancen mehr zugelassen.

Norbert Meier

Wir sind früh in Führung gegangen, aber Bielefeld hat das angeboten, was man machen muss. Sie haben Fußball gekämpft, viel mit langen Bällen gearbeitet auf Klos und Przybylko. So hatten wir nie Ruhe in unserem Spiel und konnten unser Spiel nicht durchbringen. Sie haben das getan, was man im Abstiegskampf tun muss. Wir haben viele Fehler gemacht und mit dem 1:1 hat sich Bielefeld belohnt. Wir haben in der zweiten Halbzeit umgestellt und waren dann besser im Spiel. Wir hatten dann noch ein paar Chancen und uns den Sieg erarbeitet. Jetzt gucken wir nach vorne.

Markus von Ahlen

TSV 1860 München:
Kiraly – Volz, Bülow, Schindler, Hertner – Weigl, Stark – Ludwig (46. Wood), Adlung (88. Tomasov), Stoppelkamp – Osako (90. Stahl).

DSC Arminia Bielefeld:
Ortega Moreno – Appiah, Burmeister, Salger, Feick – Müller (80. Achahbar), Schütz, Riese (77. Schönfeld), Sahar (66. Lorenz) – Przybylko, Klos.

Tore:
1:0 (4.) Adlung, 1:1 (30.) Sahar, 2:1 (72.) Bülow.

Gelbe Karten:
Weigl, Volz, Hertner/Feick

Zuschauer:
15.100