DSC Arminia Bielefeld -

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Fr., 04.10.2013 18:30 Uhr

DSC Arminia Bielefeld(0)
1. FC Kaiserslautern (2)

GegnerinfosPK-BerichtSpielberichtStimmenDatenBerichterstattung

Frischer Wind mit Runjaic

Der FCK hat in der noch jungen Saison bereits seinen Trainer gewechselt. Nach fünf Spielen musste Franco Foda seinen Posten räumen, Oliver Schäfer übernahm den Job interimsweise für zwei Spiele, ehe man mit Kosta Runjaic den neuen starken Mann am Betzenberg präsentierte.

Foda hatte die Lauterer in der vergangenen Saison noch auf den dritten Tabellenplatz geführt, war in der Relegation aber deutlich und verdient an der wiedererstarkten TSG 1899 Hoffenheim gescheitert. Nachdem der Saisonstart missglückte entschied sich der FCK zu handeln und setzt seine Hoffnungen nun in Kosta Runjaic, genannt „Coach Kosta“. Der führte in der vergangenen Saison den MSV Duisburg zum sportlichen Klassenerhalt. Nach dem Lizenzentzug für den MSV entschied sich Runjaic gegen einen Verbleib und war seitdem bei einigen Zweitligisten im Gespräch. Aus Duisburg brachte er auch Co-Trainer Ilia Gruev mit zum FCK.

Beim FCK findet er einen großen und prominent besetzten Kader vor. Kapitän Albert Bunjaku fehlt zwar bereits die gesamte Hinserie wegen einer Knie-OP, aber mit Aufstiegs-Experte Mo Idrissou, Olivier Occéan und Simon Zoller stehen drei weitere starke Stürmer in den Reihen der Lauterer. In der Defensive verfügen Torwart Tobias Sippel und Rechtsverteidiger Florian Dick über reichlich Bundesliga-Erfahrung. Im zentralen Mittelfeld geben Markus Karl und Alexander Ring den Ton an. Mit vier Punkten aus zwei Spielen und dem Sieg im DFB-Pokal gegen Hertha BSC Berlin ist der Start unter Runjaic erst einmal geglückt.

„Einen irren Fight abliefern“

Vor dem nächsten Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern am Freitagabend in der SchücoArena gab Trainer Stefan Krämer Auskunft über den Stand der Dinge.

Ob Tim Jerat aufgrund seiner Wadenverhärtung am Freitag im Aufgebot des DSC stehen wird, ist noch nicht klar. Stefan Krämer ist allerdings optimistisch, dass der Doppeltorschütze vom Sandhausen-Spiel rechtzeitig fit sein wird. Falls Jerat tatsächlich ausfallen sollte, ist für Krämer Arminias Neuzugang Jan Fießer, der lange an seiner Innenbanddehnung im Knie laborierte, ein potenzieller Ersatz. „Er befindet sich derzeit eine Woche vor Plan und zeigt gute Leistungen im Training.“ Anders schaut es dagegen im Fall Sebastian Hille aus. Für ihn kommt das Spiel gegen die Roten Teufel zu früh, da er laut Krämer „noch Druck im Gelenk“ verspüre. Alle anderen Spieler sind „gesund und munter und freuen sich auf das Spiel.“ Die Aufarbeitung der 2:4-Niederlage in Cottbus verlief schnell: „Wir haben 60 bis 70 Minuten ein gutes Auswärtsspiel abgeliefert und Cottbus überwiegend im Griff gehabt. Ich bin mit der bisherigen Punkteausbeute sehr zufrieden. Allerdings bitte ich nochmals darum, die Realität im Blick zu behalten und nicht auf hohen Erwartungen zu beharren. Unser oberstes Ziel lautet weiterhin Klassenerhalt.“

Kaiserslautern zählt für den DSC-Trainer mit zu den „am besten besetzten Mannschaften in der Liga“. Krämer weiter: „Sie sind zuletzt gut ins Rollen gekommen und haben in den letzten Spielen sehr gute Leistungen abgerufen – nicht zuletzt, als sie 1860 München mit 3:0 vom Betzenberg gefegt haben. Wir werden am Freitag einen irren Fight abliefern müssen, wissen dennoch, dass wir für jeden Gegner unangenehm sein können.“

Den Spielern attestiert der Coach allesamt gute Trainingsleistungen: „Von den Trainingsleistungen her müssten eigentlich alle spielen. Da dies bekanntlich nicht geht, ist es unsere Aufgabe, in den nächsten 50 Stunden zu entscheiden, mit welchen elf Leuten wir am Freitag die größtmögliche Chance haben zu gewinnen.“
Zusatzinformationen von Manuel Hornig und Stefan Krämer bietet wieder Arminias Youtube-Format „Anlauf“:

FCK eine Klasse zu stark

Arminia verliert gegen den starken Aufstiegskandidaten aus Kaiserslautern mit 0:3 (0:2).

In der Startaufstellung der Blauen gab es im Vergleich zum letzten Ligaspiel in Cottbus eine Änderung: Für Johannes Rahn durfte Marc Lorenz auf der rechten Außenbahn von Beginn an spielen.

Die Blauen begannen stürmisch und hatten in den ersten Minuten bereits gute Ansätze im Spiel nach vorne. So dauerte es lediglich bis zur 4. Minute, ehe sich der DSC seine erste Torchance erspielen konnte. Nach einem weiten Einwurf von Marc Lorenz über die Abwehr erlief sich Fabian Klos den Ball, sein Schuss aus der Drehung konnte Lauterns Schlussmann Tobias Sippel allerdings parieren. Nur fünf Minuten später die plötzliche Führung der Gäste: Nach einem Eckball stieg Mohamadou Idrissou am höchsten und köpfte zunächst an den Pfosten, Olivier Occean stand jedoch goldrichtig im Fünfmeterraum und brauchte den Abpraller nur noch einköpfen – 0:1 aus Sicht der Blauen.

Mit dem Führungstreffer erarbeiten sich die Gäste auch leichte Feldvorteile und blieben stets gefährlich. Nach einer Flanke von Idrissou stand Karim Matmour plötzlich völlig freistehend im Bielefelder Strafraum, sein Kopfball verfehlte das Tor von Patrick Platins nur knapp (20.) Immer wieder sorgten kleinere Fouls auf beiden Seiten für eine hitzige Atmosphäre in der Bielefelder SchücoArena. In der 22. Minute dann eine gute Möglichkeit der Blauen: Wieder war ein weiter Einwurf von Lorenz der Ausgangspunkt. Die Lauterer Hintermannschaft wehrte den Ball zunächst aus dem Strafraum ab, Philipp Riese erkannte die Situation und traf per Direktabnahme allerdings nur das Außennetz.

Der DSC bemühte sich defensiv sicher zu stehen und auf Fehler der Lauterer zu lauern. In der 30. Minute fasste sich Philipp Riese ein Herz und versuchte es mit einem Distanzschuss aus guter Position, doch der Ball ging über das Tor. Nur sechs Minuten später die nächste gute Möglichkeit der Blauen, doch Klos’ Kopfball ging Zentimeter am Tor vorbei. Eine Aktion mit Folgen: Beim Kopfball prallte Klos mit einem Lauterer Abwehrspieler zusammen. Arminias Stürmer wurde minutenlang am Kopf behandelt und dann auf einer Trage aus dem Stadion getragen. Für ihn kam Francky Sembolo in die Partie (39.)

Mit dem Pausenpfiff der nächste Rückschlag für die Blauen: Occéan schickte per Hacke Marcel Gaus Richtung Grundlinie, dessen flache Hereingabe Idrissou zum 2:0 für Lautern einschieben konnte. Eine unglückliche erste Halbzeit für den DSC, die mit der Verletzung von Klos einen noch bitteren Beigeschmack hatte.

Der DSC kam unverändert aus der Halbzeitpause und war bemüht, wieder ins Spiel zurückzufinden. In der 49. Minute dann der erste Annäherungsversuch: Tom Schütz spielte den Ball in die Tiefe auf Sembolo, dessen Schuss aus der Drehung von Sippel jedoch zur Ecke geklärt werden konnte. Kaiserslautern beherrschte dennoch das Spielgeschehen – auch weil sich immer wieder Fehlpässe in das Spiel der Blauen einschlichen und die Gäste Fehler provozierten. In der 77. Minute dann mal wieder eine Halbchance für den DSC: Nach einem Freistoß konnte Francky Sembolo den Ball im gegnerischen Sechzehner behaupten, sein Schuss wurde im letzten Moment noch von einem Abwehrspieler abgeblockt. In der 79. Minute dann die Entscheidung zu Gunsten der Gäste. Patrick Platins holte im Strafraum Marc Torrejón an der Torauslinie von den Beinen, Schiedsrichter Frank Willenborg zeigte umgehend auf den Punkt. Idrissou lies sich die Gelegenheit nicht nehmen und erzielte das 0:3 (80.).

Der Wille des DSC war nun gebrochen und die Lauterer spielten die letzten Minuten im Stile einer Spitzenmannschaft herunter. So blieb es für die Mannschaft von Stefan Krämer ein bitterer Abend, deren Moral dennoch von den Fans nach Spielende mit Sprechchören honoriert wurde.

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Stimmen zum Spiel

Wenn du gegen so einen guten Gegner gewinnen willst – und das wollten wir heute – muss einfach alles passen und hätten wir gleich zu Beginn unsere erste Chance genutzt, wer weiß, wie das Spiel dann gelaufen wäre. So macht Lautern dann früh das Tor und es wird ganz schwer für uns. Nach der Verletzung von Fabian Klos und dem 0:2 vor der Pause war die Partie dann schon nahezu gelaufen. Auch wenn wir jetzt dreimal hintereinander verloren haben, werde ich dadurch kein bisschen nervös. Ich bin immer noch fest davon überzeugt, dass wir die Klasse halten – darauf würde ich sogar wetten. Klar verliere ich nicht gerne 0:3, aber die Punkte müssen wir eben woanders holen.

Stefan Krämer

Man konnte von der ersten Minute an erkennen, warum Bielefeld in den letzten Monaten daheim kein Spiel mehr verloren hat. Es war ein sehr intensives und kampfbetontes Spiel, das uns alles abverlangt hat. Wir haben diesen Kampf aber von Beginn an angenommen und die Probleme, vor die uns die Bielefelder gestellt haben, gut gelöst. Auf der Gegenseite haben wir unsere Chancen eiskalt genutzt und daraufhin das Spiel in der zweiten Halbzeit auch clever heruntergespielt. Über den Sieg bin ich sehr sehr glücklich, weil ich wusste, dass es heute sehr schwer werden würde.

Kosta Runjaic

Wir haben gut ins Spiel gefunden und müssen eigentlich auch sofort das 1:0 machen. Stattdessen kassieren wir kurz darauf das 0:1 und laufen dann einem Rückstand hinterher. Nichtsdestotrotz haben wir uns nicht aufgegeben, auch wenn es nicht immer so ausgesehen haben mag. Wir lassen uns von dem Ergebnis nicht unterkriegen.

Thomas Hübener

Wir sind super in die Partie reingekommen und hatten durch Fabian Klos zu Beginn eine sehr gute Möglichkeit, bekommen aber durch den ersten Ball dann das 0:1. Trotzdem konnten wir das Spiel danach noch ausgeglichen gestalten, umso ärgerlicher, dass wir kurz vor der Pause das 0:2 kassieren. Am Ende müssen wir anerkennen, dass Kaiserslautern einfach die bessere Mannschaft war und verdient gewonnen hat.

Tom Schütz

DSC Arminia Bielefeld:
Platins – Appiah, Hübener, Hornig, Feick – Schütz, Riese – Lorenz (78. Achahbar), Schönfeld (68. Hille), Müller – Klos (39. Sembolo).

1.FC Kaiserslautern:
Sippel – Dick, Simunek, Torrejon, Löwe – Matmour, Ring (46. Orban), Karl, Gaus (82. Fortounis) – Idrissou, Occean (64. Zoller).

Tore:
0:1 (9.) Occean, 0:2 (45.) Idrissou, 0:3 (79., Foulelfmeter) Idrissou.

Gelbe Karten:
Lorenz, Schütz, Riese/Sippel, Ring

Zuschauer:
18.274