DSC Arminia Bielefeld -

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Fr., 03.02.2017 18:30 Uhr

DSC Arminia Bielefeld(2)
TSV 1860 München (1)

GegnerinfosPK-BerichtBerichterstattungSpielberichtStimmenDaten

Neuer Coach, neues Glück?

Im ersten Heimspiel der Rückrunde erwartet den DSC gleich ein richtungsweisendes Duell. Der direkte Konkurrent TSV 1860 München ist zu Gast in der SchücoArena. In der Winterpause nahmen die Löwen einige (Personal)-Korrekturen vor.

Mit einem neuen Trainer startet 1860 München in die Zweitliga-Rückrunde: Vitor Pereira ist der Nachfolger von Kosta Runjaic, der bereits nach dem 1:1-Unentschieden gegen den 1. FC Kaiserslautern am 13. Spieltag gehen musste. Anschließend übernahm Ur-Löwe Daniel Bierofka die Trainerposition, wegen der fehlenden Fußballlehrerlizenz war ein längeres Engagement jedoch von vorneherein ausgeschlossen. Die letzte Station des neuen Münchener Cheftrainers Pereira war der türkische Spitzenclub Fenerbahce Istanbul, bei 1860 unterschrieb er jetzt einen Vertrag bis Juni 2018. Seine Ambitionen sind sehr hoch, wie er gegenüber dem „Kicker“ bereits durchblicken ließ: „Ich wurde geholt, weil man mit der aktuellen Situation nicht zufrieden ist. Aber ich bin nicht in die zweite Liga gekommen, um sie zu halten. Wir wollen nach oben“, erklärte der Portugiese, der seine Mannschaft im Januar für ein 17-tägiges Trainingslager mit in sein Heimatland nahm. Das Rezept für sein Vorhaben beschreibt er folgendermaßen: „Wir arbeiten daran, dass die Mannschaft auf dem Platz in den unterschiedlichsten Situationen die richtigen Entscheidungen trifft, sich damit wohlfühlt“, so Pereira. „Ich bevorzuge intelligenten Fußball. Das Team muss als Einheit denken und fühlen. So wollen wir gemeinsam Schritt für Schritt unsere Ziele erreichen.“

Angesichts der Tatsache, dass die Löwen vor Beginn der Rückrunde mit 16 Punkten auf dem 14. Tabellenplatz standen und nur einen Punkt Vorsprung auf den Relegationsplatz sowie zwei Punkte auf die direkten Abstiegsplätze hatten, steht für Pereira angesichts der hohen Ziele viel Arbeit an. Das ist auch ihm durchaus bewusst: „Natürlich ist das eine große Herausforderung. Aber ich liebe Herausforderungen, deshalb bin ich zu Sechzig gekommen“, so seine klare Ansage. Die Hinrundenbilanz seines Teams liegt bei vier Siegen, vier Unentschieden und neun Niederlagen. Erfolgreichster Torschütze der Hinrunde war Michael Liendl mit sechs Treffern, dicht gefolgt von Leihspieler Levent Aycicek mit vier Treffern. Beim 3:0-Testspielsieg gegen den Drittligisten Real Sport Clube aus der Region Lissabon erzielte Liendl ebenfalls ein Tor, die weiteren Testspiele gegen Vitoria Setubal (0:0), Sporting Lissabon B (3:0) und CD Cova da Piedade (1:0) beendeten die Löwen ebenfalls ohne einen Gegentreffer. Danach schlugen die Löwen dennoch viermal auf dem Transfermarkt zu: Vom FC Porto kam Innenverteidiger Abdoulaye Ba, vom SC Portimonense kamen Lumor (Linksverteidiger) und Amilton (Rechtsaußen) und von Rosenborg Trondheim wechselte Stürmer Christian Gytkjaer nach München.

„Mehr Mentalität in den wichtigen Szenen“

Vor dem Spiel gegen den TSV 1860 München stellten sich heute Arminias Cheftrainer Jürgen Kramny und Tom Schütz den Fragen der Journalisten.

kramny-pk-2017Jürgen Kramny erklärte den Pressevertretern zunächst, wie seine Mannschaft personell beim Spiel gegen 1860 München aufgestellt sein wird: „David Ulm hat sich in einem Zweikampf am Augenlid einen Cut zugezogen, der mit drei Stichen genäht werden musste“, so der Chefcoach zu seinem Mittelfeldmann, der aufgrund seiner Verletzung am Freitag nicht einsatzfähig sein wird. Auch die Langzeitverletzten Manuel Prietl und Steffen Lang stehen nicht zur Verfügung. Wieder topfit und jeweils Kandidaten für die Startelf sind hingegen Sören Brandy und Andreas Voglsammer. Beide waren beim Spiel in Karlsruhe aus Vorsichtsgründen nur als Einwechselspieler zum Zug gekommen. Bei beiden sei ein Startelf-Einsatz „nicht unwahrscheinlich“, so Kramny, „fünf bis sechs Änderungen wird es aber mit Sicherheit nicht geben.“

Auf die Frage, wie seine Mannschaft die Niederlage in Karlsruhe verkraftet habe, antwortete Kramny: „Wir haben das am Montag ausreichend besprochen und mit Videoszenen belegt. Es waren ein paar Schlüsselszenen im Spiel, in denen wir mehr Verteidigungsmentalität an den Tag legen müssen“, so der Cheftrainer. Er schloss an: „Danach gab es einen freien Tag, der wichtig war, um sich im Kopf zu regenerieren und die Spieler haben beim Training auch einen frischen Eindruck gemacht.“ Dennoch stellt er klare Forderungen an sein Team: „Die Mannschaft muss im Heimspiel eine Reaktion auf Karlsruhe zeigen. Wir sind alle heiß darauf, mal wieder drei Punkte zu holen und das muss die Spieler auch antreiben.“ Dafür ist es laut Kramnys Aussage wichtig, dass sein Team in den Zweikämpfen mehr Konsequenz an den Tag legt und gegen 1860 die Chance auf einen Sieg gemeinsam mit dem Publikum annimmt. „Wir müssen von der ersten Minute an da sein, aggressiv sein, dann stehen die Zuschauer hinter uns und wir können gemeinsam etwas erreichen. In Bezug auf die vielen Neuzugänge des Gegners sagte Kramny: „Die Neuen müssen sich bei den Löwen auch erst einmal eingewöhnen. Wir werden sehen, ob sie die Qualität sofort erhöhen können.“

schuetz-pk-2017Auch Tom Schütz ließ nicht verborgen, dass die KSC-Niederlage die Mannschaft beschäftigt hat: „Es hat tatsächlich ein bisschen gedauert, weil wir uns vom Ergebnis etwas ganz anderes vorgenommen hatten. Wir haben eine Videoanalyse gemacht und das ist der Punkt, an dem wir das Spiel abhaken müssen“, gab er Einblick. Seine deutliche Analyse lautete: „Es war total unnötig, das Spiel zu verlieren.“ Eine Pauschallösung, derartige Niederlagen in Zukunft zu verhindern, gebe es nicht: „Aber die Fehler, die wir in dem Moment gemacht haben, haben wir angesprochen. Da waren wir in den entscheidenden Zweikämpfen nicht konsequent genug und haben uns nicht mit allem gewehrt, um die Führung zu verteidigen“, so Schütz. Dennoch schaut Arminias Sechser nach vorne: „Es geht jetzt darum, diese Dinge besser zu machen und uns nur auf uns selbst konzentrieren.“ Mit den Worten „Wir werden das am Freitag alle zusammen angehen, damit wir das Spiel gewinnen“, schloss er die Pressekonferenz ab.

Weitere Aussagen von Kramny und Schütz gibt es auch im Arminia-Podcast von Radio Bielefeld.

In Anlauf auf ArminiaClubTV äußert sich auch Stephan Salger zum kommenden Spiel:

Berichterstattung DSC – 1860

Wo kann ich Arminia unterwegs live verfolgen? Wann und wo sehe ich die Highlights des Spiels? Hier gibt es einen Überblick zur Berichterstattung gegen den TSV 1860 München.

Wer keine Chance hat, sich ein Ticket zu kaufen, um am Freitag um 18:30 Uhr das Spiel gegen den TSV 1860 München live in der SchücoArena zu verfolgen, dem seien folgende Alternativen empfohlen:

  • In unserer Arminia-App bieten wir euch einen ausführlichen Liveticker inkl. interessanter Statistiken an!
  • Auf unserem Twitter-Kanal halten wir Euch immer auf dem Laufenden.
  • Per ASC-Audio-Livestream werden alle Heim und Auswärts-Pflichtspiele übertragen.
  • Radio Bielefeld berichtet ebenfalls von der Begegnung. Reporter Ulrich Zwetz ist 90 Minuten vor Ort und meldet sich mehrmals live aus der SchücoArena.
  • Sky zeigt das Spiel live und in der Konferenz.

Ihr wart beim entscheidenden Tor noch in der Schlange vor der Bratwurstbude oder ihr habt die Rudelbildung samt roter Karte dank eurer drückenden Blase verpasst? Hier findet ihr nach Schlusspfiff Bewegtbilder von der Partie:

  • Sky, „Alle Spiele, alle Tore“, nach Spielende
  • Sport1, „Hattrick“, 22:15 Uhr bis 23:30 Uhr

Mit Mentalität zum Sieg

Im ersten Heimspiel der Rückrunde empfing der DSC den TSV 1860 München. In der ersten Halbzeit spielte Arminia stark und führte verdient mit 2:1, in der zweiten Halbzeit wurde der Sieg dann mit Mentalitätsleistung über die Zeit gebracht.

Im Vergleich zur ersten Hinrundenpartie in Karlsruhe veränderte DSC-Cheftrainer Jürgen Kramny seine Startelf auf drei Positionen: Für Stephan Salger, Manuel Junglas und Christoph Hemlein standen Malcolm Cacutalua, Sören Brandy und Andreas Voglsammer in der Startelf. Dadurch rückte Reinhold Yabo zurück auf die Sechserposition, während Brandy offensiv hinter Fabian Klos agierte.

dsc-1860-2017-aktuell-2Von Beginn an machten die Gastgeber Druck und beanspruchten auch den ersten gefährlichen Angriff in der 7. Minute für sich: Brandy legte den Ball passgenau nach Rechtsaußen auf Voglsammer, der von dort aus Fabian Klos im Strafraum mit einer Flanke bediente. Dessen Kopfball landete allerdings abgefälscht nur am Außennetz. Einen Standard nutzte der Stürmer dann aber doch für die frühe Führung: Einen weiten Ball von Tom Schütz konnte Ohis Uduokhai zunächst nur schwach mit dem Kopf abwehren und beförderte dadurch die Kugel genau vor die Füße von Arminias Stürmer, der sich nicht zweimal bitten ließ und mit einem Linksschuss von der Strafraumgrenze zur 1:0-Führung traf (11.).

Postwendend gab es jedoch von 1860 mit ihrem ersten Angriff die – aus ihrer Sicht – passende Antwort: Amilton nahm von der Mittelfeldlinie aus Anlauf und bediente im richtigen Moment Löwen-Neuzugang Christian Gytkjaer, der die Gelegenheit nutzte und seinen ersten Treffer für den neuen Arbeitgeber zum 1:1 markierte (13.). Über einen Konter ergab sich dann die zweite Chance für den Gast aus München, als sich erneut Amilton Richtung Strafraum vorarbeitete, sein Flachschuss aber nur in den Armen von Wolfgang Hesl landete (27.).

dsc-1860-2017-aktuell-1Die nächsten Minuten waren eher hektisch, keines der beiden Teams fand den entscheidenden Zug zum gegnerischen Gehäuse. Doch in der 39. Minute zeigte sich der DSC erneut durch einen Standard erfolgreich: Schütz brachte den Ball aus ca. 30 Metern in den Strafraum der Löwen, wo er zunächst wie im Flipperautomat mehrere Male abgefälscht wurde. Schlussendlich landete das Spielgerät vor den Füßen von Fabian Klos, der trocken zum 2:1 für Arminia einschob.

In der zweiten Hälfte dauerte es bis zur 55. Minute, ehe Arminia sich die erste Torchance erspielte. Schütz brachte aus halblinker Position einen Freistoß in den Sechzehner, der jedoch von einem Münchener abgewehrt werden konnte. Auch der Nachschuss von Brandy, der die richtige Flugkurve andeutete, konnte von einem Löwen abgewehrt werden. Eine gute Chance zum Führungsausbau ergab sich in der 69. Minute für Tom Schütz, der im Mittelkreis Tempo aufnahm und Richtung Strafraum zog – sein anschließender Flachschuss aus der Distanz rutschte nur knapp am Pfosten vorbei.

Die Begegnung gestaltete sich in den Minuten danach etwas unruhig, es gab viele Unterbrechungen und nur wenige Torchancen. In einer Reihe von Standards war es mehrfach Wolfgang Hesl, der im richtigen Moment mit der Faust oder den Fingerspitzen dazwischen ging und somit die Arminen vor gefährlichen Situationen schützte – so zum Beispiel bei einem Freistoß von Münchens Toptorjäger Liendl, der diesen von rechts aufs DSC-Tor brachte (82.). Für die Entstehung sah Julian Börner zuvor die fünfte Gelbe Karte und fehlt somit im kommenden Spiel gegen Union Berlin. 1860 kam in der 90. Minute mit einem Kopfball von Ribamar zu noch einer Chance, die allerdings deutlich über den Kasten des DSC segelte. So ging Arminia am Ende als verdienter Sieger vom Platz und fuhr wichtige drei Punkte im Kampf um den Klassenerhalt ein.

Die Stimmen zum Spiel auf ArminiaClubTV:

Die Presskonferenz nach dem Spiel auf ArminiaClubTV:

Stimmen zum Spiel

In allen Mannschaftsteilen haben wir eine Schippe draufgelegt – bis auf das Gegentor, da waren wir wieder ein bisschen zu halbherzig und inkonsequent im Mittelfeld. Ansonsten haben wir deutlich besser verteidigt als in Karlsruhe, haben trotzdem hinten raus auch in ein, zwei Situationen ein bisschen Glück benötigt. Aber das gehört dazu im Abstiegskampf und vorne haben wir die Dinger gut gemacht, also geht der Sieg auch so in Ordnung. Der Wille war bei jedem Einzelnen zu spüren. Nicht nur bei den elf Jungs, die angefangen haben, sondern auch die, die reingekommen sind und die draußen saßen, haben gebrannt. Und nur so geht es! Wir müssen als Gemeinschaft immer weiter zusammenhalten und uns darüber im Klaren sein, dass wir das, was wir heute abgeliefert haben, jetzt jedes Wochenende machen müssen.

Fabian Klos

Die Erleichterung ist groß, dass wir das Spiel gewinnen konnten. Wir sind mit dem Willen ins Spiel gegangen, heute drei Punkte zu holen. Das hat man von Anfang an gesehen, dass die Mannschaft gefightet und sich in der letzten Viertelstunde nochmal in alles reingeschmissen hat. Von den Rängen kam eine überragende Unterstützung und nur zusammen geht es! Letzte Woche haben wir uns in ein paar Situationen nicht so gut angestellt, das haben wir in der Woche angesprochen. Heute waren wir da und es ist einfach schön jetzt, dass sich die Mannschaft belohnt hat.

Tom Schütz

Wir haben gewusst, dass wir zusammenhalten müssen und wir haben bewiesen, dass wir es können. Mit dem Sieg haben wir ein Zeichen gesetzt. Wir waren das eingeschworenere Team. Außerdem standen die Fans heute wie ein 12. Mann hinter uns. Das haben wir schon beim Aufwärmen gemerkt. Nach der ersten Führung müssen wir natürlich cleverer agieren. Anschließend sind wir aber gut zurückgekommen und haben die Führung zum Schluss ganz gut verteidigt. Jetzt kommt der Pokal. Das ist eine Riesenchance für uns.

Michael Görlitz

Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen. Die erste Führung fiel in einer Phase, in der wir den Gegner zu Fehlern gezwungen haben. Der Ausgleich hat uns danach kurz beschäftigt. In der zweiten Hälfte hat 1860 lange den Ball gehalten und viel Druck gemacht. Um den Strafraum herum waren wir allerdings stabil. Wichtig war, dass wir die letzte halbe Stunde schadlos überstanden haben. Wir haben mit dem absoluten Willen verteidigt. Den Sieg haben wir über unsere Leidenschaft und über unseren Teamgeist geholt. Wir haben heute nicht unverdient gewonnen.

Jürgen Kramny

Das war eine schwierige erste Hälfte. Arminia hat körperlich gut dagegengehalten und hat die zweiten Bälle zur Führung genutzt. Die zweite Hälfte war komplett anders. Ich habe gesehen, dass meine Mannschaft das Spiel gewinnen wollte. Zwar hat es am Ende nicht gereicht, aber das hat mir gefallen.

Vitor Pereira

DSC Arminia Bielefeld:
Hesl – Görlitz, Börner, Cacutalua, Schuppan – Yabo (89. Behrendt), Schütz – Voglsammer, Brandy (62. Junglas), Nöthe (83. Hartherz) – Klos.

TSV1860 München:
Ortega Moreno – Boenisch, Ba, Uduokhai – Wittek, Lacazette (77. Ribamar), Adlung (57. Liendl), Lumor – Amilton, Gytkjaer, Olic (65. Claasen).

Gelbe Karten:
Voglsammer, Schuppan, Börner/Olic, Ba, Amilton

Tore:
1:0 (11.) Klos, 1:1 (13.) Gytkjaer, 2:1 (39.) Klos.

Zuschauer:
16.247