DSC Arminia Bielefeld -

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Sa., 09.11.2013 13:00 Uhr

DSC Arminia Bielefeld(0)
TSV 1860 München (0)

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Funkel soll die Wende bringen

Nach der 0:2-Niederlage am 6. Spieltag gegen den SV Sandhausen in der Allianz-Arena sahen die Löwen-Verantwortlichen keinen anderen Ausweg, als den damaligen Trainer Alexander Schmidt zu entlassen. Arminias ehemaliger Cheftrainer Markus von Ahlen übernahm als Co-Trainer vorübergehend das Geschehen, ehe mit Friedhelm Funkel eine Woche darauf ein neuer Löwen-Dompteur feststand.

Kein Trainer feierte mit einer Mannschaft bislang häufiger den Aufstieg in die 1. Bundesliga als der 59-jährige Funkel. Mit Uerdingen (1992 & 1994), Duisburg (1996), Köln (2003) und Frankfurt (2005) gelangen ihm insgesamt fünf Aufstiege –Rekord! Auch sein neuer Verein aus der bayrischen Landeshauptstadt hat die Rückkehr in das Fußballoberhaus nach vielen Jahren in der Zweitklassigkeit (seit 2004) sowie der Beinahe-Insolvenz fest im Blick und mit Investor Hasan Ismaik einen finanzstarken Partner an seiner Seite, der jedoch nicht einfach handzuhaben ist.

Der aktuelle Kader der Löwen kann sich eigentlich sehen lassen: Mit Ex-Nationalspieler Benjamin Lauth, Moritz Stoppelkamp, dem spanischen Abwehrspieler und Kapitän Guillermo Vallori sowie den Neuzugängen Daniel Adlung und Yannick Stark besitzen die Löwen eine Menge spielerisches Potenzial. Derzeit hinken die Löwen ihren Aufstiegsträumen jedoch noch hinterher: Mehr als ein Platz im oberen Mittelfeld war in dieser Saison noch nicht drin für die Sechziger. Zuletzt musste man sich bei Arminias Mitaufsteiger Karlsruher SC unglücklich mit 1:2 geschlagen geben und verlor auch zuhause gegen Dynamo Dresden 1:3 und wartet weiter sehnsüchtig darauf, ein Wort im Aufstiegskampf mitreden zu dürfen.

„Die Wut positiv kanalisieren“

Auf der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen 1860 München am Samstag äußerte sich Stefan Krämer zur aktuellen Situation.

Die personelle Situation beim DSC hat sich im Laufe der Woche entspannt: Christian Müller, Johannes Rahn und Arne Feick, die sich laut Krämer in der vergangenen Woche mit Kleinigkeiten rumschlugen konnten das volle Trainingspensum ohne Komplikationen absolvieren. Verzichten müssen die Arminen auf den gesperrten Tom Schütz (5. gelbe Karte), für den Manuel Hornig nach seiner Gelbsperre in das 18er-Aufgebot rücken wird. Bis auf die Langzeitverletzten Fabian Klos, Thomas Hübener, Dennis Riemer und Oliver Petersch stehen Krämer alle Spieler zur Verfügung.

Klos absolviert seit Anfang der Woche einzelne Übungen bereits wieder mit der Mannschaft. „Bei der Thematik Klos möchte ich nicht zu viel Druck aufbauen. Bei allem Wunsch, ihn wieder auf dem Platz zu haben und bei allem Ehrgeiz, den Klos hat, gilt es ihn erst einmal gesund zu bekommen. Ich möchte mich nicht auf ein Datum festlegen, sondern beobachte seine Entwicklung Woche für Woche”, sagte Stefan Krämer.

Dem Duell gegen die Löwen schaut Krämer positiv entgegen: „Wir haben wie bereits in den vergangenen Wochen sehr gut trainiert. Wenn wir morgen noch ein gutes Abschlussspiel absolvieren, gehe ich mit einem guten Gefühl in das Spiel. Denn dann bin ich mir sicher, dass wir alles dafür getan haben, um gegen 1860 München wieder eine gute Leistung abzurufen.“ Auch mit den zuletzt gezeigten Leistungen seiner Mannschaft zeigte sich Arminias Trainer zufrieden: „Wir haben für unsere Verhältnisse in den letzten beiden Spielen sehr vernünftigen Fußball gespielt. Da gilt es, weiterzumachen.“

Der mehr als unglückliche Spielverlauf beim Karlsruher SC sorgt nicht nur im Umfeld für eine „Jetzt erst recht“- Stimmung, sondern sorgte laut Krämer auch bei den Spielern für Wut: „Wir müssen sehen, dass wir unsere Wut positiv kanalisieren und auf den Platz bringen. Die Ostwestfalen sind ein Menschenschlag, mit denen du viel machen kannst – nur nicht benachteiligen. Und du darfst ihnen nichts wegnehmen, was eigentlich ihnen gehört.“ Das ist auch der Grund, warum für Krämer das Bielefelder Publikum in eine erneut wichtige Rolle schlüpfen wird: „Trotz Niederlagen werden die Leistungen der Spieler nach Abpfiff der Begegnung großartig honoriert, weil die Leute ein ganz gutes Gespür besitzen, ob du eine lustlose Sölndertruppe bist, die alles herschenkt oder ob du alles für den Sieg machst und einfach in einer schwierigen Phase steckst.“

Das Spiel gegen 1860 München ist für Arminias Trainer deshalb eine Charakterfrage: „Beide Mannschaften sind mit ihrer derzeitigen Situation unzufrieden. Darum ist es entscheidend, wer mit der Situation besser umgehen kann. Wir sind in dieser Konstellation aufgestiegen, weil wir in ganz vielen Phasen der Saison die Nerven behalten haben. Deshalb bin ich zuversichtlich, dass wir auch diese Situation erfolgreich meistern werden.“

Für das Spiel gegen die Löwen wurden bisher über 11.000 Karten verkauft, 15.000 Zuschauer werden erwartet. Anstoß in der SchücoArena ist um 13:00 Uhr.

0:1-Niederlage gegen die Löwen

Trotz äußerst defensiv ausgerichteter Gäste verliert Arminia beim 0:1 (0:0) gegen 1860 München das sechste Spiel in Serie.

Für das Heimspiel gegen die Löwen änderte Trainer Stefan Krämer seine Startelf auf drei Positionen: Kapitän Manuel Hornig ersetzte nach seiner Gelbsperre Felix Burmeister in der Innenverteidigung, für den gelb-gesperrten Tom Schütz begann Christian Müller und anstelle von Patrick Schönfeld spielte Sebastian Hille von Beginn an.

Die Gäste aus München setzten auf ein äußerst defensiv ausgelegts 4-1-4-1-System und überließen Arminia das Spiel. Die erste Chance der Partie besaßen allerdings trotzdem die Löwen nach vier Minuten: Moritz Stoppelkamp konnte nach Balleroberung ungestört durch das Mittelfeld marschieren und schickte Benjamin Lauth, dessen Abschluss Stephan Salger zur Ecke klären konnte. Auch in der Folge besaß Arminia mehr Ballbesitz, konnte aus diesem gegen die dicht gestaffelten Löwen aber lange Zeit keinen Vorteil für sich ziehen.

In der 19. Minute die erste gefährliche Aktion auf Seiten der Blauen: Nach schnellem Kombinationsspiel von Anass Achahbar und Philipp Riese stand Christian Müller frei am gegnerischen Sechzehner, sein Schuss konnte jedoch von einem Münchener Abwehrspieler geblockt werden. Wenige Minuten später die erste richtige Torchance für Arminia: Müller schickte den aufgerückten Arne Feick, dessen flache Hereingabe spitzelte Sebastian Hille Richtung Tor, doch kurz vor selbigem klärte ein Löwe zur Ecke (26.).

In einem umkämpften Spiel, das in der ersten Halbzeit von vielen kleinen Fouls und Unterbrechungen geprägt war, erhöhte der DSC zum Ende des ersten Durchgangs noch einmal die Schlagzahl. Nach zu kurzer Kopfballabwehr von Münchens Innenverteidiger Kai Bülow kam Tim Jerat in der 39. Minute frei zum Schuss, schoss jedoch weit über das Tor von Gästekeeper Gabor Kiraly. Kurz darauf in der 44. Minute die nächste gut herausgespielte Torchance für den DSC: Nach guter Balleroberung im Mittelfeld durch Manuel Hornig leitete Anass Achahbar den Ball auf Müller weiter, der mit seinem öffnenden Pass Hille auf die Reise schickte. Die flache Hereingabe fand Achahbar, dessen Schuss gerade noch von einem Abwehrspieler geblockt werden konnte. In der Nachspielzeit hatte Christian Müller noch einmal eine Schusschance, doch auch diesen Versuch blockten die Löwen zum Eckball. Mit dem torlosen 0:0 ging es in die Halbzeitpause.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb der DSC am Drücker und hatte in Person von Philipp Riese die erste gute Möglichkeit. Sein Distanzschuss nach guter Vorarbeit von Achahbar strich links am Tor vorbei. Aber auch die Gäste taten nun mehr für ihr Spiel und gingen in der 57. Spielminute dennoch überraschend in Führung: Nach einem Eckball von Münchens Rechtsverteidiger Grzegorz Wojtkowiak köpfte Feick den Ball unglücklich in die Mitte, wo Dominik Stahl goldrichtig stand und per Drehschuss Patrick Platins zur Gästeführung überwand – 0:1.

Stefan Krämer reagierte auf den Rückstand und brachte anstelle von Jan Fießer Patrick Schönfeld in die Partie. (65.) Arminias Nummer 21 holte auch den nächsten Eckball heraus, der für Gefahr sorgte: Nach Kopfballverlängerung von Schönfeld köpfte Achahbar auf Höhe des zweiten Pfosten neben das Tor (66.). Zwei Minuten später gab es die größte Chance zum Ausgleich. Nach einem Diagonalball von Appiah kam Schönfeld im Strafraum an das Leder, spitzelte es vorbei an Torwart Kiraly zu Müller, der freie Bahn hatte. Sein Schuss wurde jedoch noch von der Linie gekratzt.

Der DSC versuchte gegen die weiterhin tief stehenden Gäste auf den Ausgleich zu drücken, agierte in vielen Situationen jedoch glücklos und konnte sich auch in der Schlussviertelstunde keinerlei Tormöglichkeiten gegen das Abwehrbollwerk der Löwen erspielen. So blieb es am Ende bei einer mehr als ärgerlichen 0:1-Heimniederlage gegen 1860 München, die an diesem Nachmittag das nötige Quäntchen Glück auf ihrer Seite hatten.

 

Stimmen zum Spiel

Unsere Leistung war heute absolut in Ordnung. Natürlich war es kein Super-Spiel, dennoch haben wir uns ein klares Chancenplus gegen einen ambitionierten Gegner erarbeitet, der sich insbesondere in der ersten Halbzeit in der eigenen Hälfte verbarrikadiert hat und gefühlt keinen einzigen Torschuss im gesamten Spiel hatte. Wir müssen einfach so weitermachen und gegen Bochum den lang ersehnten Dreier holen.

Manuel Hornig

Ganz nüchtern betrachtet hat uns einfach ein Tor gefehlt. Wir haben gut angefangen und viel Druck ausgeübt, den wir über 90 Minuten allerdings nicht durchhalten konnten. Momentan fehlt uns gerade im Torabschluss das nötige Glück. Zurzeit schaffen wir es einfach nicht, in so einem Spiel wie heute, den einen Punkt mitzunehmen und kassieren stattdessen ein ärgerliches Gegentor. Dennoch haben wir versucht, Kontrolle über das Spiel zu erlangen und sind die fußballerisch bessere Mannschaft gewesen. Wir sind in dieser Liga auf keinen Fall chancenlos und ich bin optimistisch, dass wir aus dieser Krise herauskommen werden.

Tim Jerat

Wir waren heute von zwei verunsicherten Mannschaften die bessere und hatten über das ganze Spiel mehr Ballbesitz und vier klare Torchancen. Wir haben in dem Rahmen Fußball gespielt, der in unseren Möglichkeiten liegt. Auch heute haben wir deshalb ganz viel richtig gemacht. Dass die nötige Durchschlagskraft gefehlt hat, liegt daran, dass wir unsere Ausfälle nicht 1:1 kompensieren können. Es ist traurig und bitter zugleich, dass sich die Mannschaft in unserer Situation für ihre Leistung derzeit nicht selbst belohnt. Ich würde mir wünschen, dass wir bereits nächste Woche wieder spielen würden, denn mit so einem Negativerlebnis in die Länderspielpause zu gehen, ist nicht schön. Trotzdem werden wir uns nicht in die Ecke stellen und heulen, sondern krempeln die Ärmel hoch und kämpfen weiter gegen diese Krise an.

Stefan Krämer

Für uns ging es heute darum, unsere nicht so gute Defensivleistung aus dem letzten Spiel zu verbessern, was meiner Mannschaft gut gelungen ist. Wir haben tief gestanden, um uns die nötige Sicherheit zu verschaffen und hatten auch die eine oder andere Gelegenheit. Unsere Spielweise mag vielleicht nicht gut ausgesehen haben, sondern sollte hauptsächlich effektiv sein. Es ging heute einzig und allein darum, einen Arbeitssieg zu erringen, der uns am Ende auch gelungen ist.

Friedhelm Funkel

DSC Arminia Bielefeld:
Platins – Appiah, Hornig, Salger, Feick – Hille (75. Lorenz), Fießer (66. Schönfeld), Jerat, Riese – Müller – Achahbar (79. Sembolo).

TSV 1860 München:
Kiraly – Wojtkowiak, Vallori, Schindler, Hertner – Bülow – Volz (90. Hain), Adlung, Stahl, Stoppelkamp – Lauth (72. Wood).

Tor:
0:1 (56.) Stahl.

Gelbe Karten:
Fießer, Jerat, Feick – Stahl, Wood

Zuschauer:
14.309