DSC Arminia Bielefeld -

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Fr., 06.12.2013 18:30 Uhr

DSC Arminia Bielefeld(0)
SG Dynamo Dresden (0)

GegnerinfosPK-BerichtSpielberichtStimmenDatenBerichterstattung

Mit Janßen kam die Wende

In der vergangenen Saison schaffte Dynamo erst in der Relegation gegen den Drittliga-Dritten VfL Osnabrück den Klassenerhalt. Schon vor dem entscheidenden Relegationsrückspiel sorgten Schlagzeilen über den damaligen Trainer Peter Pacult für Unruhe bei den Sachsen.

Im Falle eines Abstieges sei Pacults Entlassung beschlossene Sache hieß es. Pacult schaffte den Klassenerhalt, musste drei Monate später aber dennoch seine Sachen packen. Aus den ersten vier Spielen in der neuen Saison holte Pacult nur zwei Punkte. Sportchef Steffen Menze und die weiteren Entscheidungsträger sahen sich zum Handeln gezwungen und trennten sich am 18. August von Pacult. Menze übernahm für zwei Spiele mit mäßigem Erfolg (ein Punkt) als Interimstrainer und verpflichtete Anfang September Olaf Janßen als neuen Cheftrainer. Janßen war zuvor über vier Jahre lang als Co-Trainer von Berti Vogts bei der Nationalmannschaft Aserbaidschans tätig gewesen.

Auch Janßens Start verlief jedoch alles andere als Optimal. In Düsseldorf und im heimischen Glücksgas-Stadion gegen Paderborn reichte es jeweils nur zu einem Unentschieden. Das dritte Spiel unter Janßens Regie ging sogar mit 0:4 bei der SpVgg Greuther Fürth verloren. Doch dann fingen Janßens Maßnahmen an zu wirken. Mit Siegen gegen Aalen, Cottbus und in München verließ man die Abstiegsränge und sammelte wichtiges Selbstvertrauen im Abstiegskampf. Zudem beendete Starstürmer Mickael Pote seine einjährige Torflaute und befindet sich mittlerweile auf dem Weg zurück zu alter Stärke.

„Gewinnen ist Lebensqualität“

Auf der heutigen Pressekonferenz äußerte sich DSC-Trainer Stefan Krämer zu allen relevanten Themen vor dem Spiel gegen Dynamo Dresden.

Personell ist die Lage fast unverändert. Neben den Langzeitverletzten Philipp Heithölter, Oliver Petersch und Dennis Riemer fallen auch Tom Schütz und Jan Fießer wegen Verletzungen sowie Stephan Salger (Rotsperre) weiterhin aus. Ein Kandidat für den Kader ist hingegen wieder Sebastian Hille. „Im Training sah das schon gut aus nach seinem Infekt, aber für die Startelf reicht es auf keinen Fall“, sagte Stefan Krämer.

Nach dem Sieg in Frankfurt sei die Stimmung in der Mannschaft deutlich besser als zuvor gewesen, berichtete Krämer. „Gewinnen ist Lebensqualität. Das kannst du durch nichts ersetzen. Die Jungs konnten endlich mal wieder mit einem Sieg im Rücken zum Training kommen“, so Krämer. Den Gegner aus Dresden schätzt Krämer sehr. „Seit dem Trainerwechsel stehen sie defensiv viel besser. Nach vorne haben sie, gerade bei Kontern, eine hohe Qualität. Das haben sie zuletzt gegen Kaiserslautern gezeigt, daher werden sie mit Rückenwind nach Bielefeld kommen“, lobte Krämer die SGD.

Am Freitag gehe es darum, „die richtige Balance zu finden“. Ob Krämer Änderungen in der Startelf vornehmen wird, verriet er nicht. „Tim Jerat wäre eine Variante, wenn man die Doppelsechs offensiver gestalten möchte. Er hat mir nach seiner Einwechslung gut gefallen in Frankfurt“, sagte Krämer. Aber auch mit Philipp Riese und Felix Burmeister sei er außerordentlich zufrieden gewesen. „Sie haben noch nie zusammen auf der Position gespielt. Das hat man in den ersten 15 Minuten gemerkt, aber danach haben sie das klasse gemacht und das Zentrum dicht gehalten“, verteilte Krämer ein Sonderlob.

Nach dem ersten Sieg nach zuvor sieben Niederlagen in Folge will Arminia jetzt auch zuhause wieder dreifach punkten. „Das Ziel im letzten Spiel der Hinrunde lautet ganz klar Heimsieg. Das haben sich allein schon unsere Fans verdient, die immer hinter uns stehen“, äußerte sich Krämer zur Zielsetzung. Helfen sollen dabei rund 15.000 Fans, die der DSC erwartet.

Hier gibt es die Anlauf-Folge zum Dresden-Spiel zu sehen:

Dresden gleicht in letzter Minute aus

Das erste Aufeinandertreffen zwischen Arminia und Dynamo Dresden endet dank eines späten Treffers der Gäste mit 1:1 (0:0).

Gegen Dynamo Dresden vertraute Trainer Stefan Krämer der gleichen Anfangsformation wie schon bereits beim Auswärtserfolg am Montagabend beim FSV Frankfurt. Bei eiskalten Temperaturen in der SchücoArena begannen beide Mannschaften zunächst verhalten. Ab der 8. Spielminute nahm die Partie dann langsam Fahrt auf und der DSC hatte die erste große Torchance: Nach einem Freistoß von Marc Lorenz aus dem Halbfeld auf den zweiten Pfosten köpfte Felix Burmeister den Ball in die Mitte, wo Fabian Klos‘ Schuss im Sechzehner gerade noch von einem Dresdener Abwehrspieler geblockt werden konnte. Nur zwei Minuten später kamen aber auch die Gäste zu einer guten Möglichkeit. Idir Ouali ließ Thomas Hübener gekonnt aussteigen, scheiterte aber am schnell reagierenden Patrick Platins (10.).

Es folgte eine Drangphase des DSC, in der die Blauen den Gästen kaum Zeit zum Atmen ließen und dank enormen Pressings immer wieder Ballverluste provozierten. Angetrieben von lautstarken Sprechchören der Bielefelder Fans entwickelte Arminia mehr Zug zum Tor. In der 18. Spielminute die nächste Chance, als Klos einen scharf geschossenen Freistoß von Lorenz um Haaresbreite verpasste – ein Raunen ging durch die SchücoArena. Nachdem Arminia bis Mitte der ersten Halbzeit mutigen und aggressiven Angriffsfußball zelebrierte, folgte nach einem Eckball die wohl bis dato beste Möglichkeit der Dynamos: Nach Eckball von Tobias Kempe kam Mickael Poté zum Kopfball, den Platins gerade noch zur Ecke lenken konnte. Auch die darauffolgende Ecke sorgte für Gefahr: Dieses Mal köpfte Dresdens Innenverteidiger Adam Susac nur knapp am Tor der Arminen vorbei (29.).

Danach sollte nicht mehr viel passieren. Die Drangphase hatte den DSC viel Kraft gekostet, dennoch wurde um jeden Grashalm gekämpft. Durch den einsetzenden Schneefall verschlechterten sich auch die Platzverhältnisse. Das Spielgeschehen wurde nun zumeist durch kleinere Fouls beider Mannschaften bestimmt, sodass es mit dem torlosen Unentschieden in die Kabinen ging.

Der DSC erwischte den besseren Start in die zweite Halbzeit und setzte die Gäste wieder vermehrt unter Druck. In der 49. Spielminute die erste gute Gelegenheit im zweiten Durchgang: Nach einem Foul an Schönfeld legte sich Lorenz das Leder zurecht. Sein Freistoß aus ca. 22 Metern strich berührte das Lattenkreuz leider nur von außen. In der 60. Minute sorgte Lorenz für Arminias Führung: Nach einem Foul an Schönfeld fast an der Eckfahne zirkelte Lorenz den Ball per direktem Freistoß in den Winkel – das zweite Traumtor von Arminias Nr. 7 binnen fünf Tagen.

Kurios war auch die nächste nennenswerte Szene: Nach einem Konter des DSC über Schönfeld passte dieser auf Klos. Dessen Hereingabe wurde von Romain Bregerie direkt in die Arme von Dresdens Torhüter Benjamin Kirsten geklärt – regelwidrig und somit indirekter Freistoß für den DSC kurz vor dem Fünfmeterraum. Die große Chance zum 2:0 ließen die Blauen allerdings fahrlässig liegen: Der Gewaltschuss von Arne Feick landete in der Mauer – Dresden konnte klären, Chance vertan (70.).

Dresden drückte in der Schlussphase auf den Ausgleich, Arminia versuchte mit allen Mitteln dagegenzuhalten und lauerte auf Konter, in denen oftmals die Konzentration beim DSC fehlte. Ein Sinnbild für Arminias kämpferischen Einsatz: Christian Müller biss trotz Verletzung bis zum Abpfiff auf die Zähne – auch weil Krämer bereits dreimal gewechselt hatte. Doch dann folgte der Schock in der dritten Minute der insgesamt vierminütigen Nachspielzeit: Eine hohe Hereingabe von Tobias Kempe landete beim kurz zuvor eingewechselten Mohamed Aoudia, der aus kurzer Distanz ohne Bedrängnis zum Ausgleich traf – die Enttäuschung in den Gesichtern der bis zum Schluss aufopferungsvoll kämpfenden Arminen war nicht zu übersehen.

Am Ende war es das erste Unentschieden seit dem vierten Spieltag für die Blauen, das den vorläufigen Sprung auf den Relegationsplatz bedeutet.

Die Stimmen zum Spiel auf ArminiaClubTV:

 

Stimmen zum Spiel

Die Enttäuschung bei uns ist natürlich sehr groß. Wir haben alles in die Waagschale geworfen und uns in jeden Ball geschmissen. Am Ende nehmen wir diesen Punkt natürlich gerne mit, auch wenn wir uns den Sieg verdient gehabt hätten. Das Tor hat mich natürlich gefreut, dennoch wäre mir der Dreier heute lieber gewesen.

Marc Lorenz

Aufgrund des sehr schwer zu bespielenden Rasens war es ein sehr zweikampfbetontes Spiel, das sich letzten Endes durch diesen späten Ausgleich wie eine Niederlage anfühlt. Die Enttäuschung in der Mannschaft ist natürlich groß. Dennoch muss ich sagen, dass das Unentschieden vom Spielverlauf her ein gerechtes Ergebnis ist. Um zu gewinnen, hätten wir den einen oder anderen Konter einfach besser ausspielen müssen. Die Atmosphäre war sensationell und ich bin stolz, für einen Verein wie Arminia Bielefeld spielen zu dürfen.

Thomas Hübener

Das ärgert mich ungemein. Wenn du 90 Minuten lang führst, fühlt sich das 1:1 natürlich an wie eine Niederlage. Dresden hat am Ende wirklich alles nach vorne geworfen, wir aber auch alles dagegengesetzt. Dass es letztendlich dennoch nicht zum Sieg gereicht hat, ist unheimlich bitter für uns. Nichtsdestotrotz dürfen wir die Köpfe jetzt nicht hängen lassen und sollten den Aufwärtstrend nächste Woche fortsetzten.

Manuel Hornig

Ich habe selten so ein extrem intensives Fußballspiel mit so vielen Zweikämpfen gesehen. Die erste Halbzeit war über weite Strecken sehr ausgeglichen, wobei wir in den letzten 15 Minuten etwas zu tief standen. Das haben wir dann in der zweiten Hälfte besser gemacht und prompt das 1:0 erzielt. Nach der Führung haben wir dann durch den indirekten Freistoß die Möglichkeit zum 2:0. Wenn wir diesen Treffer erzielen, wäre das Spiel vermutlich entschieden gewesen. Leider ist uns das nicht geglückt. Danach hatten wir einige verletzungsbedingte Probleme, die uns zu Wechseln gezwungen und uns etwas zurückgeworfen haben. Das hat Dresden letztendlich ausgenutzt. Betrachtet man den gesamten Spielverlauf ist das Unentschieden sicherlich gerecht. Dennoch ist man nach einem so späten Treffer natürlich im ersten Moment enttäuscht. Alles im Allem können wir mit dieser Woche und den vier Punkten aber sehr zufrieden sein.

Stefan Krämer

Wir haben ein extrem intensives Fußballspiel mit sehr viel Leidenschaft und sehr viel Kampf erlebt. Unser Ziel war es, gegen den DSC von Anfang an gut zu stehen und hoch zu verteidigen. Das ist uns über 90 Minuten lang auch sehr gut gelungen. Trotzdem sind wir in der zweiten Halbzeit schlecht ins Spiel gekommen. In dieser Phase hat uns Arminia sehr früh gestört und ist dann, wenn auch etwas glücklich, mit 1:0 in Führung gegangen. Sehr stolz macht mich, wie meine Mannschaft in der Schlussphase unermüdlich nach vorne gespielt und mit aller Macht auf das Tor gedrängt hat. Auch wenn wir den Ausgleich erst in der 92. Spielminute erzielen, haben wir uns diesen Punkt meines Erachtens mehr als verdient.

Olaf Janßen

DSC Arminia Bielefeld:
Platins – Appiah, Hübener, Hornig, Feick – Burmeister (74. Jerat), Riese – Schönfeld, Müller, Lorenz (66. Rahn) – Klos (78. Achahbar).

SG Dynamo Dresden:
Kirsten – Menz, Brégerie, Susac (80. Aoudia), Schulz – Leistner (65. Dedic) – Koch (57. Fiel), Losilla, Kempe, Ouali – Pote.

Tore:
1:0 (60.) Lorenz, 1:1 (90.+3) Aoudia.

Gelbe Karten:
Lorenz, Burmeister/Koch, Leistner, Pote

Zuschauer:
14.587