DSC Arminia Bielefeld -

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So., 23.03.2014 13:30 Uhr

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FC Energie Cottbus (1)

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Zwei Ex-Arminen arbeiten am Wunder

Das Gefühl eines Sieges hatten sie in Cottbus in dieser Saison schon fast vergessen. Nach dem 4:2-Sieg gegen den DSC in der Hinrunde legten die Lausitzer eine beispiellose Negativserie hin und haben mittlerweile zum zweiten Mal in dieser Saison den Trainer gewechselt. Nun sollen es zwei Ex-Arminen auf der Trainerbank richten.

Beim Sieg gegen Arminia am 27. September 2013 hieß der Cottbusser Trainer noch Rudi Bommer. Der spielte anschließend zweimal Unentschieden und verlor zwei Spiele und schon war Bommer in Cottbus Geschichte. Der FC Energie verpflichtete anschließend mit Stephan Schmidt einen jungen Trainer mit Visionen und einem klaren Konzept, wie es auf Fußballdeutsch so schön heißt. Doch gleich zum Einstand gab es eine deutliche und verdiente 0:3-Niederlage beim in dieser Saison eigentlich nicht sehr heimstarken FC St. Pauli. Unter Schmidt folgten sieben weitere Niederlagen sowie ein einziges Unentschieden und so entschied man sich am 24. Februar 2014 erneut den Trainer zu wechseln.

Neuer Cheftrainer ist seitdem Ex-Armine Jörg Böhme, ihm assistiert Ex-Armine Rene Rydlewicz. Und die beiden schafften gleich im ersten Spiel das, was ihren Vorgängern in den letzten fünf Monaten zuvor nicht vergönnt gewesen war: Einen Sieg! Und das auch noch gegen den Aufstiegskandidaten 1.FC Kaiserslautern. Sven Michel brachte Energie Cottbus früh mit einem Sonntagsschuss in Führung, die Abwehr stand und schon waren drei Punkte unter Dach und Fach. Da man in Cottbus nun weiß, das man das Siegen nicht verlernt hat, hofft man weiter irgendwie auf ein Fußballwunder namens Klassenerhalt.

„Das Team kämpft für den Kapitän“

Vor dem Spiel gegen den FC Energie Cottbus bezog Cheftrainer Norbert Meier Stellung zu allen wichtigen Themen.

Personell bereitet dem Coach vor allem die Innenverteidigung derzeit noch Sorgen. Manuel Hornig fällt mit seinem Kreuzbandriss monatelang aus, zudem kann Vujadin Savic aktuell wegen einer Fußverletzung nicht trainieren, sein Einsatz ist fraglich. „Vujadin hat zuletzt immer stabiler gespielt und kaum Fehler gemacht und Manuel ist von der Mentalität her natürlich exorbitant gut, der wird uns fehlen. Aber Jammern nützt uns gar nichs, jetzt werden andere Spieler in die Bresche springen und alle gemeinsam werden für den Kapitän kämpfen“, sagte Meier. Neben Hornig fallen auch die anderen Langzeitverletzten Dennis Riemer, Oliver Petersch und Philipp Heithölter weiterhin aus.

Nun steht für die Arminen ein wichtiges Heimspiel gegen Cottbus auf dem Programm. „Das Spiel ist natürlich sehr wichtig, wie alle kommenden Begegnungen. Cottbus ist spielerisch vielleicht nicht elegant, aber die haben zuletzt in Köln viel Tempo gemacht und auch zuhause gegen Karlsruhe gewonnen. Wir möchten unsere Dinge durchziehen und natürlich versuchen dieses Spiel zu gewinnen“, sagte Meier zum kommenden Gegner. Über negative Auswirkungen der Sandhausen-Niederlage macht sich Meier keine Gedanken. „Die Mannschaft ist mental weiter gut drauf. Auch Agressivität, Wille und Einstellung haben in Sandhausen gestimmt. Dass wir nicht pausenlos Chancen kreieren, war uns vorher bewusst“, so der 55-Jährige.

Auch die Zuschauer spielen eine wichtige Rolle am Sonntag. „Das ist ja klar, dass wir zuhause auch auf unsere Fans setzen. Aber der Funke muss vom Spielfeld auf die Tribüne überspringen. Die Fans haben schon eins sehr feines Gespür dafür, ob man alles gibt, auch wenn man Fehler macht“, sagte Meier. „Das wird ein enges Spiel, wir müssen wachsam sein und vor allem bei den Cottbuser Standards hochkonzentriert sein“, gab Meier zum Abschluss die Marschroute bekannt.

Anlauf zum Spiel gegen Energie Cottbus auf ArminiaClubTV:

Cottbus feiert in Bielefeld

Gut gespielt, aber wieder nicht gepunktet. Arminia verliert 1:3 (0:1) gegen Energie Cottbus.

DSC-Cheftrainer Norbert Meier musste nach dem 0:1 gegen den SV Sandhausen verletzungsbedingt einige Änderungen an seiner Startelf vornehmen. Für den verletzten Kapitän Manuel Hornig rückte Felix Burmeister in die Anfangsformation, der an diesem so wichtigen Spieltag mit Stephan Salger die Innenverteidigung bildete. Zudem ersetzte Tom Schütz Philipp Riese im defensiven Mittelfeld und Sebastian Hille den auf der rechten Außenbahn agierenden Ben Sahar. Neuer Linksverteidiger an diesem Sonntag war Arne Feick.

Trotz der prekären Tabellensituation beider Kontrahenten – der DSC rutschte nach dem Unentschieden der Dresdener am Freitag auf den vorletzten Platz; Cottbus ist seit dem 14. Spieltag Letzter der 2. Bundesliga – begangen beide Teams sehr engagiert und mit einem mutigem Offensivspiel. Einzig klare Torchancen waren bis zur 12. Spielminute nicht zu verzeichnen, ehe Marc Lorenz mit einem Flachschuss das erste Mal Energie-Keeper René Renno prüfte. Kurze Zeit später hätte es dann aber auch 0:1 aus Sicht der heute in rot spielenden Bielefelder stehen können: Stiven Rivics scharfe Freistoßhereingabe wurde im Strafraum gefährlich abgefälscht und landete am Pfosten des DSC.

Dann übernahmen die Hausherren aber zunehmend das Spielgeschehen und zwangen die Lausitzer mehr und mehr in die Defensive. Klos erkämpfte sich an der Grundlinie den Ball gegen Uwe Möhrle und legte mit viel Übersicht auf den heranstürmenden Jan Fießer ab. Dessen Torschuss ging aber knapp rechts am Kasten der Cottbuser vorbei (22.). Nur eine Minute später war es dann Jurica Buljat, der in höchster Not vor dem einschussbereiten Marc Lorenz klären musste. Umso überraschender war dann auch der Führungstreffer für die Gäste: Nach einem Freistoß von Marco Stiepermann nutzte Boubacar Sanogo die fehlende Zuordnung in der Bielefelder Defensive und markierte per Kopf das 1:0 für den FC Energie Cottbus (33. Minute).

Sichtlich von diesem Gegentreffer irritiert zeigte der DSC daraufhin einige Abspielfehler im Aufbauspiel und Unkonzentriertheiten im Torabschluss. So traf zunächst Lorenz aus guter Position das Spielgerät nicht richtig und verpasste den Ausgleich (40.), vier Minuten später war es dann Fabian Klos, dem nach gutem Zuspiel von Marcel Appiah derselbe Fehler unterlief und der ebenfalls das Tor verfehlte. Damit ging es mit einem knappen Ein-Tore-Rückstand in die Pause.

Mit dem unbedingten Willen das Spiel noch zu drehen, kam die Mannschaft von Trainer Norbert Meier aus der Kabine und spielte mutig nach vorne, musste dann jedoch früh einen erneuten Rückschlag hinnehmen. Defensivakteur Jan Fießer sah nach einem Foulspiel an Sanogo die zweite – zu harte – gelbe Karte und musste den Platz verlassen (57.). Mit einem Mann in Unterzahl hatten die Bielefelder es dann schwer gegen eine geordnete Abwehrreihe der Lausitzer und kamen nur noch selten zu guten Gelegenheiten. Ein Schuss des eingewechselten Tim Jerat von der Strafraumkante (65.) war bis zur Schlussphase die einzige nennenswerte Szene der Gastgeber.

Das Trainergespann reagierte daraufhin und brachte mit Ben Sahar und Kacper Przybylko zwei weitere Offensivkräfte, die das Spiel noch einmal beleben sollten. Mit Erfolg, wie sich kurze Zeit später herausstellen sollte: Nach tollem Zuspiel von Patrick Schönfeld auf Przybylko behielt dieser frei vor FCE-Schlussmann Renno die Nerven und erzielte den so wichtigen Ausgleichstreffer für den DSC in der 80. Minute. Danach waren auch die 15.474 Zuschauer in der SchücoArena wieder voll da und peitschten ihre Mannschaft nach vorne. Mitten in der Druckphase der Bielefelder fiel dann jedoch die Entscheidung auf der Gegenseite. Nach einem Schuss von Stiepermann prallte der Ball über Stefan Ortega Moreno von Stephan Salger unglücklich ins eigene Netz zur erneuten Führung für Cottbus (90.). Den Schlusspunkt setzte dann Sanogo in der Nachspielzeit – 1:3.

Die Stimmen zum Spiel:

Stimmen zum Spiel

Die Stimmung ist gerade nicht toll in der Kabine. Wir haben so viel investiert und wieder nichts geholt. Wir stehen mit leeren Händen da, das ist bitter. Beim 1:0 war ich nicht eng genug an Sanogo dran, dann mussten wir hinterher rennen und hatten eigentlich genug Chancen, die wir aber nicht machen. Auch mit einem Mann weniger waren wir besser, waren dann aber zu naiv und wollten zu viel. So hatten wir ein Riesenloch in der Mitte vor dem 2:1 und wie das dann am Ende fällt ist sympomatisch für unsere Situation. Jetzt geht es zum Flutlichtspiel auf den Betzenberg, da müssen wir Charakter zeigen.

Fabian Klos

Das ist brutal, wir waren 90 Minuten besser und hatten es auch in Unterzahl im Griff. Das Ergebnis ist einfach brutal unfair. Wir haben alles gegeben, können uns nichts vorwerfen außer der Chancenverwertung, das ist einfach schlimm. Wir hätten schon zur Pause 3:1 führen müssen. Cottbus hat einen Lauf, da ging heute alles rein. Vielleicht ist es ganz gut, dass wir Mittwoch schon wieder spielen, da können wir gar nicht lange über dieses Spiel nachdenken. Wenn wir so arbeiten, kommt das Glück zu uns zurück.

Stephan Salger

Der Spielverlauf hat nichts mit dem Ergebnis zu tun. Wir haben in Unterzahl einen Riesenfight geliefert und waren nach dem Ausgleich dran am Sieg. So ein Tor wie beim 1:2 kassierst du auch nur, wenn du so einen Negativlauf hast wie wir. Es dins jetzt noch acht Spiele und wir haben alle Möglichkeiten, aber es wird natürlich nicht einfacher.

Patrick Schönfeld

Für unsere Situation war das ein ordentliches Spiel. Wir haben auswärts lange nicht gewonnen und jetzt endlich mal wieder. Arminia hat seine Chancen Gott sei Dank nicht genutzt, war optisch überlegen, aber das ist mir egal. Auch in Unterzahl war der Gegner gut organisiert, aber ich finde wir haben verdient gewonnen, auch wenn das 2:1 natürlich etwas glücklich fällt. Ich bin froh und glücklich über den Sieg und wünsche Arminia alles Gute.

Jörg Böhme

Ich habe das Spiel etwas anders gesehen als Jörg Böhme. Ich fand uns insgesamt klar besser, spielerisch war die 1. Halbzeit die beste, seitdem ich hier Trainer bin. Da haben wir klare Chancen durch Lorenz und Klos, die du einfach reinmachen musst. Standards gehören dann zum Fußball dazu, das 0:1 kann man aber verteidigen. Wir haben auch in der zweiten Halbzeit weiter Fußball gespielt. Nach der gelb-roten Karte war es dann schwer, da hat der Gegner den Ball etwas besser laufen lassen. Dennoch machen wir den verdienten Ausgleich und das 1:2 passt dann leider zu unserer Situation. Das ist schade, weil wir uns für ein gutes Spiel nicht belohnt haben. Damit müssen wir jetzt umgehen und die Jungs wieder aufrichten. Insgesamt kann ich den Jungs aber überhaupt keinen Vorwurf machen.

Norbert Meier

DSC Arminia Bielefeld:
Ortega Moreno – Appiah, Burmeister, Salger, Feick – Schütz (78. Przybylko), Fießer – Hille (72. Sahar), Schönfeld, Lorenz (61. Jerat) – Klos.

FC Energie Cottbus:
Renno – Buljat (62. Bittroff), Möhrle, Madouni, Fomitschow – Rivic (79. Bickel), Banovic, Stiepermann, Michel – Sanogo, Jendrisek (55. Takyi).

Tore:
0:1 (33.) Sanogo, 1:1 (80.) Przybylko, 1:2 (90., Eigentor) Salger, 1:3 (90.+2) Sanogo.

Gelbe Karten:
-/Buljat, Jendrisek, Madouni, Banovic, Stiepermann, Michel

Gelb-Rote Karte:
Fießer (57.)

Zuschauer:
15.474