DSC Arminia Bielefeld -

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Fr., 21.02.2014 18:30 Uhr

DSC Arminia Bielefeld(0)
FC Ingolstadt 04 (0)

GegnerinfosPK-BerichtSpielberichtStimmenDatenBerichterstattung

Die Wende kam mit Hasenhüttl

Neun Spieltage waren gespielt, sieben Spiele verloren – Da zog das zu diesem Zeitpunkt abgeschlagene Tabellenschlusslicht aus Ingolstadt die Reißleine.

Marco Kurz, zu Saisonbeginn mit einem Vertrag bis 2016 ausgestattet, wurde nach nur 91 Arbeitstagen bei den Schanzern entlassen. Es war der bereits vierte Trainerwechsel in der laufenden Saison, der sich in den kommenden Spielen jedoch rentieren sollte. Mit Ralph Hasenhüttl gelang dem FC Ingolstadt in der noch jungen Saison nach Achtungserfolgen über Fürth und Köln (jeweils 1:0) der Befreiungsschlag aus der tabellarischen Bedeutungslosigkeit, sodass man nach 19 Spieltagen auf dem 14. Tabellenplatz überwinterte. Obgleich es in den vergangenen Monaten sportlich aufwärts ging, befindet sich der FCI, ebenso wie der DSC, aufgrund der engen Tabellenkonstellation mitten im Abstiegskampf.

Vielen DSC-Fans wird der ein oder andere Spieler im Kader des FCI wohl noch ein Begriff sein: Mit Christian Eigler (2006 – 2008), Andre Mijatovic (2007 – 2010) sowie Collin Quaner (2010 – 2011) haben die Schanzer drei Ex-Arminen in ihren Reihen. Da sich Leistungsträger Eigler im Dezember einer Knie-OP unterzog und ein Comeback noch nicht absehbar ist, wurde im Winter mit Stefan Lex von der SpVgg Greuther Fürth ein neuer Stürmer verpflichtet. Während Dauerbrenner Marvin Matip und Torwart Ramazan Özcan der Defensive den nötigen Rückhalt geben, sollen Moritz Hartmann (4 Tore) und Caiuby (3 Tore, 4 Torvorlagen) für die nötige Gefahr im gegnerischen Strafraum sorgen.

„Die Mannschaft kommt zurück“

Auf der heutigen Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen den FC Ingolstadt 04 informierte DSC-Trainer Stefan Krämer über alle wichtigen Themen.

Die Personalsituation bei den Blauen ist angespannt: Neben den Langzeitverletzten Philipp Heithölter, Dennis Riemer, Oliver Petersch und Jan Fießer sind Philipp Riese, Marc Lorenz, Fabian Klos und Patrick Schönfeld allesamt gesperrt. Tim Jerat und Christian Müller werden wieder in das Kaderaufgebot zurückkehren, ein Startelfeinsatz käme für die beiden laut Krämer dennoch zu früh. Auch Anass Achahbar trainierte nach überstandenen Leistenprobleme heute erstmals in dieser Woche wieder mit der Mannschaft und könnte auch wieder in das Aufgebot zurückkehren.

Für das wichtige Heimspiel gegen die Schanzer hat Arminias Cheftrainer die Zügel im Training unter der Woche angezogen und erhöhte den Trainingsumfang um drei Einheiten: „Wir haben unsere Trainingsintensität gesteigert und in unterschiedlichen Gruppen trainiert. Es zählen jetzt Ergebnisse, auf der Couch holst du keine Punkte“, sagte Krämer. Auch die Nerven seiner Mannschaft seien nun entscheidend: „In Paderborn hat man gesehen, dass wir unsere Nerven nicht im Griff hatten. Aufgrund der prekären Tabellenkonstellation ist es jedoch von immenser Wichtigkeit, gerade jetzt die Nerven zu bewahren.“

Die Derbyschlappe beim SC Paderborn sorgte auch bei Krämer für Unzufriedenheit und deutliche Worte: „Seit langem bin ich mit dem Gesamtauftritt meiner Mannschaft nicht mehr zufrieden gewesen. Und klar ist: Sollten wir öfter so spielen, werden wir die Klasse nicht halten können.“ Die Mannschaft stehe nun in der Pflicht: „Wir müssen nun in Vorleistung gehen und einen Auftritt abliefern, mit dem sich die Zuschauer wieder identifizieren können.“ Die Zuversicht sei aber groß, dass die Mannschaft zu alter Stärke zurückfinden und dem Druck standhalten werde: „Die Mannschaft kommt zurück. Wir haben in der letzten Saison mit 0:4 in Münster verloren und kamen zurück. Am Sonntag haben wir 0:4 in Paderborn verloren, am Freitag kommen wir wieder zurück!“

Mit welcher Startaufstellung der DSC am Freitag beginnen wird, steht noch nicht fest: „Wir haben im elf gegen elf ein paar Dinge ausprobiert und trotz der Sperren noch genügend Möglichkeiten in der taktischen Ausrichtung. Wichtig wird sein, hinten auch mal kein Gegentor zu bekommen.“ Damit das auch klappt, könnte mit einer defensiveren Variante zu rechnen sein, in der laut Krämer „ein bis zwei defensiv orientierte Spieler“ den Vorzug bekommen, „die ihre Rolle anders interpretieren.“ Auch Neuzugang Vujadin Savic würde Krämer gerne auf dem Platz sehen: „Er hilft uns mit seiner ruhigen Art. So kann es sein, dass zum ersten Mal alle drei Neuzugänge in der Startformation stehen werden.“ Den kommenden Gegner des DSC habe man intensiv beobachtet: „Wir haben uns das Derby zwischen den Ingolstädtern und 1860 München angeschaut. Sie spielen sehr geordnet und versuchen, immer wieder Nadelstiche zu setzen. Darauf müssen wir gut vorbereitet sein.“

Für das Spiel wurden bisher 9.500 Karten verkauft, der DSC Arminia rechnet mit 12.000 Zuschauern. Anstoß in der SchücoArena ist um 18:30 Uhr.

Passend dazu: „Anlauf… FC Ingolstadt #22“ auf ArminiaClubTV.

Ingolstadt jubelt in Bielefeld

Arminia kann auch das dritte Spiel im Jahr 2014 nicht gewinnen und verliert 0:2 (0:0) gegen den FC Ingolstadt.

Für das Heimspiel gegen den FC Ingolstadt veränderte DSC-Trainer Stefan Krämer seine Startformation auf vier Positionen: Arne Feick rotierte für den gelb gesperrten Marc Lorenz auf die linke Außenbahn, Stephan Salger rückte als linker Verteidiger neu in die Viererkette. Neuzugang Vujadin Savic gab sein Startelfdebüt in der Innenverteidigung, Thomas Hübener rückte für den ebenfalls gesperrten Philipp Riese in das defensive Mittelfeld vor. Johannes Rahn übernahm die rechte Außenbahn, dafür rückte Ben Sahar auf die Zehner-Position von Patrick Schönfeld. Im Angriff ersetzte Kacper Przybylko den gesperrten Fabian Klos. Somit standen zum ersten Mal alle drei Winterneuzugänge in der Anfangself.

Die Anfangsphase war von der guten Defensivarbeit beider Mannschaften geprägt, Tormöglichkeiten waren Fehlanzeige. So sorgte ein früher Wechsel auf Seiten der Blauen erstmals für Aufsehen: Kapitän Manuel Hornig musste verletzungsbedingt vom Platz, ihn ersetzte Felix Burmeister in der Innenverteidigung (10. Minute).

Nach 20 Minuten Leerlauf erspielte sich der DSC die bis dahin erste gute Möglichkeit der Partie. Eine abgewehrte Flanke von Arne Feick fand im Zentrum Thomas Hübener, der sein Glück volley aus der Distanz probierte – Lattentreffer. Auch die Gäste aus Ingolstadt hatten in der 29. Spielminute ihre erste gute Aktion, doch der stramme Fernschuss von Karl-Heinz Lappe rauschte über den Kasten von Patrick Platins. Torchancen blieben dennoch in der Folge Mangelware, immer wieder sorgten Foulspiele auf beiden Seiten für Unterbrechungen, die einen Spielfluss kaum zuließen. Torlos ging es in die Halbzeitpause.

Die erste gute Möglichkeit nach Wiederbeginn (52. Minute) nutzte Ingolstadt gleich zur Führung: Philipp Hofmann wurde im Mittelfeld nicht energisch genug angegriffen, sodass er ungehindert aus 16 Metern zum Abschluss kam – 0:1. Arminia wusste nach dem Rückstand auch weiterhin spielerisch nicht zu überzeugen und zeigte sich im Spiel nach vorne häufig ideenlos. Stefan Krämer versuchte mit den Einwechslungen von Christian Müller (55.) und Anass Achahbar (73.) neue Impulse in der Offensive zu setzen, Tormöglichkeiten gegen die nun sehr kompakt agierenden Gäste sprangen jedoch nicht heraus.

Aus der Ratlosigkeit der Blauen resultierte das zweite Gegentor: Der DSC verlor in der Vorwärtsbewegung leichtfertig den Ball, Ingolstadt konterte über den Ex-Arminen Collin Quaner, der seinen mitgelaufenen Mannschaftskollegen Lappe mustergültig bediente. Ingolstadts Angreifer ließ sich die Gelegenheit nicht nehmen und lupfte den Ball über Platins hinweg ins Tor – 0:2 (83.). Arminias Schlussmann war derjenige, der nur kurze Zeit später schlimmeres verhinderte: Pascal Groß wurde im Sechzehner frei gespielt, scheiterte jedoch im Duell mit Platins (89.). Es war die letzte nennenswerte Aktion des Spiels, der DSC verlor das so wichtige Heimspiel gegen die Konkurrenz aus Ingolstadt verdient mit 0:2 und befindet sich nun tief im Abstiegskampf.

Stimmen zum Spiel

Wenn man das Endergebnis betrachtet, kann man schon von einer unterirdischen Leistung reden. Wir haben uns im Spiel nach vorne zu viele Ballverluste geleistet, was auch in der zweiten Halbzeit nicht besser wurde. Auch haben wir von vornherein gesagt, dass wir einen breiten Kader haben, weshalb die vielen Ausfälle nicht als Ausrede für die heutige Leistung gelten sollten. Bei den Gegentoren sahen wir mal wieder nicht gut aus. Mit der heute gezeigten Leistung haben wir keine Berechtigung, zukünftig in dieser Liga zu spielen.

Tom Schütz

Über das Ergebnis sind wir natürlich sehr enttäuscht, dennoch habe ich uns nicht so schlecht gesehen. Wir standen in der ersten Halbzeit kompakt in der Defensive und haben kaum Chancen zugelassen. In der Offensive ist der letzte Pass nicht angekommen, womit wir uns nach dem Rückstand noch schwerer getan haben. Wenn das nötige Selbstvertrauen fehlt und man im Abstiegskampf steckt, passieren solche Fehler. Uns war von Anfang an klar, dass es bis zum Ende eng werden würde. Deshalb appelliere ich an die Fans, auch in dieser Phase hinter uns zu stehen und nicht zu pfeifen. Man kann der Mannschaft heute keinen Vorwurf machen, nicht alles versucht zu haben. Wir kommen da nur gemeinsam unten raus, der Wille ist der Mannschaft nicht abzusprechen. Sie kratzt, beißt und kämpft und ich bin der Überzeugung, dass wir da unten gemeinsam wieder rauskommen werden.

Thomas Hübener

Mit der ersten Halbzeit kann ich eigentlich noch einigermaßen leben. Da haben sich beide Mannschaften nahezu neutralisiert und wir hatten mit dem Lattenschuss von Thomas Hübener auch die bis dato beste Möglichkeit im Spiel. Nach dem 0:1 ist meine Mannschaft aber vom Selbstvertrauen her komplett weggekippt. Da konnte man deutlich spüren, dass dort Spieler auf dem Platz waren, die einfach Angst hatten. Letzten Endes haben wir daher auch die Partie verdient verloren. Unser Ziel muss es jetzt sein, das gesamte Team wieder aufzurichten und die gesperrten Spieler zu integrieren, sodass wir schnellstmöglich die Kurve kriegen.

Stefan Krämer

Wir haben heute gegen eine Mannschaft, die aktuell mit dem Rücken zur Wand steht, viele Zweikämpfe gewonnen und nach vorne sehr effektiv gespielt. Uns ist es letztlich gelungen, trotz zweier Ausfälle, ein gutes Spiel abzuliefern, das wir meines Erachtens am Ende auch verdient gewonnen haben. Für uns waren das drei ganz wichtige Punkte gegen den Abstieg.

Ralph Hasenhüttl

DSC Arminia Bielefeld:
Platins – Appiah, Savic, Hornig (10. Burmeister), Salger – Schütz, Hübener – Rahn, Sahar (73. Achahbar), Feick (55. Müller) – Przybylko.

FC Ingolstadt 04:
Özcan – Engel, Gunesch, Matip, Soares – Morales, Cohen, Groß, Quaner – Lappe, Hofmann.

Tore:
0:1 (51.) Hofmann, 0:2 (83.) Lappe.

Gelbe Karten:
Sahar/-

Zuschauer:
12.200