DSC Arminia Bielefeld -

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Fr., 24.10.2014 19:00 Uhr

DSC Arminia Bielefeld(2)
FC Rot-Weiß Erfurt (0)

GegnerinfosPK-BerichtSpielberichtStimmenDatenBerichterstattung

Junge Mannschaft mit Eigengewächsen

Spätestens 2016 möchte RW Erfurt die Rückkehr in die 2. Bundesliga, aus der sie 2005 abgestiegen sind, realisieren. Gegen einen früheren Aufstieg hätte in Thüringen jedoch niemand etwas einzuwenden.

Nach gut einem Drittel der Saison hat sich RWE jedenfalls in der insgesamt äußerst engen und umkämpften oberen Tabellenhälfte festgespielt. Die Erfurter Verantwortlichen um Sportchef Alfred Hörtnagl und Cheftrainer Walter Kogler, beide sind Österreicher, setzen dabei auf eine sehr junge Mannschaft. Nur der derzeit verletzte Abwehrchef und Kapitän Andre Laurito (30 Jahre) und Ersatztorwart Jean-Francois Kornetzky (32) sind älter als 30 Jahre. Rot-Weiß profitiert dabei von der guten eigenen Nachwuchsarbeit. Mit Torwart Philipp Klewin und dem zentralen Mittelfeldspieler Kevin Möhlwald haben sich in der vergangenen Saison zwei Eigengewächse einen Stammplatz auf entscheidenden Positionen gesichert.

Vor allem offensiv sind die Erfurter gut besetzt und verfügen über einige gute Wechseloptionen. Die Stürmer Simon Brandstetter und Carsten Kammlott sind immer für ein Tor gut. Auf den Flügeln wirbeln derzeit Andreas Wiegel und Okan Aydin. Der 20-jährige Deutsch-Türke Aydin befand sich im Sommer auch im Probetraining beim DSC, eine Zusammenarbeit kam jedoch nicht zustande. Im zentralen Mittelfeld spielt Sebastian Tyrala neben Möhwald. Dem 26-jährigen Deutsch-Polen Tyrala wurde bei Borussia Dortmund einst eine große Bundesligakarriere prognostiziert. Drei Kreuzbandrisse und ein Knorpelschaden verhinderten das jedoch. Nun ist er seit Sommer schmerzfrei und greift in Erfurt neu an

„Über 90 Minuten Leidenschaft zeigen“

Auf der heutigen Pressekonferenz informierte Cheftrainer Norbert Meier vor dem Heimspiel gegen RW Erfurt über die sportliche Situation seiner Mannschaft.

Für Manuel Hornig, der sich inzwischen im Aufbautraining befindet und teilweise wieder am Mannschaftstraining teilnimmt, kommt die Begegnung noch deutlich zu früh. Die zuletzt ausgefallenen Felix Burmeister (Grippe) und Christian Müller (Bänderdehnung) befinden sich wieder voll im Training und stehen Meier bei der Planung des Kaders zur Verfügung. Julian Börner wird letztmals wegen seiner Rotsperre aus dem Spiel in Cottbus ausfallen. Meier hofft außerdem, dass U23-Spieler Marco Hober bald für einen Kaderplatz in Frage kommt. „Er macht sich wirklich gut und ist eine Bereicherung in unserem Training“, so Meier.

Im Rückblick auf die Derby-Niederlage in Münster fand Norbert Meier klare und abschließende Worte: „Wir haben einfach zu wenig gemacht nach dem Elfmeter und waren nicht aktiv genug. Man verliert Derbys natürlich nie gerne, vor allem nicht nach einer Halbzeitführung, aber auch wenn in Münster was drin gewesen ist, ist das Spiel nun Vergangenheit und wir bekommen die Punkte nicht wieder.“

Mit Rot-Weiß Erfurt trifft Arminia zuhause auf den derzeitigen Tabellenzweiten. „Erfurt ist das beste Zeichen dafür, wie schnell man in der Spitzengruppe dabei sein kann, wenn man gewisse Serien spielt. Sie haben von den letzten fünf Spielen keines verloren“, erklärte Meier. Erneut machte der Trainer deutlich, dass man in der dritten Liga keine Mannschaft zu leicht nehmen dürfe: „Die Liga ist sehr eng, es gibt bisher keine Mannschaft, die sich wirklich absetzen konnte. Erfurt ist eine Mannschaft, die defensiv sehr kompakt steht und schnell umschalten kann.“

Mit weiteren drei Punkten könnte Arminia mindestens für eine Nacht an die Tabellenspitze der Liga rücken. „Die Liga ist wahnsinnig gefährlich, aber mit einem Sieg am Freitag können wir sozusagen wieder in schwindelerregende Höhen kommen. Und Berge erklimmen, ist immer schön“, so Meier. Um einen besseren Spielausgang als in Münster zu erzielen, müsse die Mannschaft insgesamt konstanter werden, so der Cheftrainer: „Wir müssen uns diesen Sieg erarbeiten und vor allem müssen wir über 90 Minuten Leidenschaft zeigen und initiativ bleiben.“

Die „Anlauf“-Folge zum Spiel in Erfurt beginnt heute mit dem neuen Intro von ArminiaClubTV und ist auf YouTube einzusehen. Als Gast: David Ulm.

Blitzstart sichert 3:0-Sieg gegen Erfurt

Der DSC führt bereits nach zehn Minuten mit 2:0 gegen Erfurt und siegt nach 90 Minuten mit 3:0 (2:0).

Im Vergleich zum Auswärtsspiel in Münster änderte Norbert Meier seine Elf auf zwei Positionen: Christian Müller, der sich kurz vor dem Spiel in Münster beim Warmmachen verletzt hatte, spielte nun wieder im Mittelfeld für Daniel Brinkmann und der wegen Grippe ausgefallene Felix Burmeister spielte wieder in der Innenverteidigung für Jerome Propheter. Arminia aigerte im 4-1-4-1-System und lief den Gegner sehr früh an. Das wurde bereits nach vier Minuten mit einem Eckball belohnt. Diesen schoss Florian Dick auf den zweiten Pfosten zu Fabian Klos, der den Ball auf Christian Müller weiterköpfte. Müller netzte aus vier Metern locker zum 1:0 per Kopf ein.

Erfurt zeigte sich davon unbeeindruckt und startete sofort Gegenangriffe Richtung DSC-Strafraum. Dort bekamen die Thüringer einen Freistoß zugesprochen, den Tyrala übernahm. Brandstetter köpfte Richtung Tor, doch Alexander Schwolow parierte stark zur Ecke. Im direkten Gegenzug kam Müller aus 20 Metern zum Schuss, der jedoch über das Tor ging. In einer ereignisreichen Anfangsphase konnte der DSC bereits in der 10. Minute auf 2:0 erhöhen. Wieder war es Dick, der maßgenau einen Freistoß aus dem Halbfeld vorbei an Freund und Feind auf Christoph Hemlein flankte. Dieser schob den Ball zum 2:0 ein.

Anschließend entwickelte sich ein verteiltes Spiel mit vielen strittigen Szenen für Schiri Gerach. Richtig gefährlich wurde es nur noch einmal, als Müller aus 22 Metern per Volleyschuss abzog, Torwart Klewin jedoch stark zur Ecke parierte. Mit dem 2:0 für den DSC ging es dann in die Kabinen.

Auch die zweite Halbzeit begann im Sinne der Schwarz-Weiß-Blauen. Arminia dominierte die Erfurter, drang immer wieder Richtung Strafraum vor. Nach einem schnellen Abwurf Schwolows in der 56. Minute zündete Arminia erneut einen Konter: Auf der linken Seite legte Dennis Mast quer zu David Ulm, der vergab jedoch die Möglichkeit zum 3:0, Luka Odak klärte für Erfurt.

Nach und nach bekamen die Erfutert mehr Spielanteile, Arminia zog sich mit Christian Müller als zweitem Sechser neben Tom Schütz mehr zurück. Nach einem abgewehrten Distanzschuss traf der Erfurter Carsten Kammlott zum vermeintlichen Anschlussstreffer, doch während der Schiedsrichter schon auf den Mittelpunkt zeigte, erkannte sein Assistent auf Abseitsposition. Gerach nahm das Tor wieder zurück (66. Minute).

Die Erfurter hatten jetzt zwar deutlich mehr Ballbesitz, jedoch kaum Torchancen. Stattdessen konterte Arminia noch einmal in der 87. Minute. Pascal Testroet lief nach einem Querschläger in den Erfurter Strafraum, spielte ab auf Mast, der das 3:0 für den DSC erzielte. Pünktlich zur 90. Minute pfeift der Schiedsrichter die Partie ab. Alles in allem ein hochverdienter Heimsieg für Arminia Bielefeld. Am Dienstag wartet nun das Pokalspiel gegen Hertha BSC auf die Arminen.

Die Stimmen zum Spiel mit Torschütze Hemlein und Alexander Schwolow:

 

Die Pressekonferenz mit beiden Cheftrainern auf ArminiaClubTV:

 

Stimmen zum Spiel

Wir gehen früh in Führung, das war sehr wichtig für uns. Erfurt hatten wir bis zur Halbzeit gut im Griff, in der zweiten Hälfte haben wir sie dann etwas kommen lassen. Das 2:1 war meiner Meinung nach definitiv aus einer Abseitsposition heraus. So habe ich das gesehen und der Schiedsrichter auch. Es ist ganz angenehm sonntags und dann direkt freitags wieder ein Spiel zu haben. Wir konnten und mussten dann das Spiel gegen Münster schnell verarbeiten und uns auf das heutige Spiel fokussieren. Dienstag gegen Hertha vor voller Hütte mit den Fans zuhause im Rücken, das macht immer sehr viel Spaß.

Stephan Salger

Wir sind gut ins Spiel gekommen, hatten zwar in der ersten Halbzeit ein paar Querschläger, wo es schwierig wurde, aber wir haben zu Null gespielt, das ist erstmal das Wichtigste. Mit den Fans im Rücken so erfolgreich zu sein, ist ein tolles Gefühl.

Tom Schütz

Wir wollten nach der Niederlage in Münster als Mannschaft eine Reaktion zeigen und genau das ist uns mit dem Sieg heute sehr gut gelungen. Die zwei Tore zu Beginn dieser Partie haben uns dabei natürlich sehr geholfen. Leider ist es uns im Anschluss nicht geglückt, etwas früher das 3:0 zu erzielen und damit das Spiel vorzeitig zu beruhigen. Dennoch denke ich, dass wir letztendlich souverän die Partie gewinnen konnten. Das wir jetzt vorläufig auf Platz eins der Tabelle stehen, ist schön, aber nichts weiter als eine Momentaufnahme.

Florian Dick

Wir haben sehr gut in die Partie gefunden und konnten früh zwei Treffer erzielen. Leider haben wir dann im Anschluss den Gegner etwas zu leicht durch viele kleine Fehler wieder zurück ins Spiel kommen lassen. In der zweiten Halbzeit standen wir deutlich kompakter und wir haben schlussendlich nur noch sehr wenige Chancen zugelassen. Nun freuen wir uns, dass wir gegen eine sehr gute Erfurter Mannschaft, die nicht zu Unrecht dort oben in dieser Tabelle steht, einen Sieg einfahren konnten.

Norbert Meier

Ich denke, wir haben vom Tempo und von der Qualität her ein sehr gutes Spiel gesehen, in dem wir leider schon früh durch zwei Standardsituationen in Rückstand geraten sind. Meine Mannschaft hat diesen Schock aber sehr gut weggesteckt und ist danach gut zurückgekommen. Ein Anschlusstreffer hätte uns in der Folge noch viele Möglichkeiten gegeben, aber leider wurde uns dieser verwehrt.

Walter Kogler

DSC Arminia Bielefeld:
Schwolow – Dick, Burmeister, Salger, Schuppan – Schütz – Hemlein (89. Renneke), Müller (88. Kluge), Ulm, Mast – Klos (78. Testroet).

RW Erfurt:
Klewin – Odak, Kleineheismann, Gohouri, Czichos – Wiegel (76. Kadric), Möhwald, Tyrala, Aydin – Kammlott (69. Falk), Brandstetter (76. Baumgarten).

Tore:
1:0 (4.) Müller, 2:0 (10.) Hemlein, 3:0 (87.) Mast.

Gelbe Karten:
Burmeister, Ulm, Müller/Baumgarten

Zuschauer:
11.710