DSC Arminia Bielefeld -

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Fr., 30.08.2013 18:30 Uhr

DSC Arminia Bielefeld(1)
Fortuna Düsseldorf (2)

GegnerinfosPK-BerichtSpielberichtStimmenDatenBerichterstattung

Der nächste Gegner: Fortuna Düsseldorf

Elf Neuzugänge und ein neuer Trainer sorgten bei der Fortuna dafür, dass das Trauma vom 18. Mai schnell vergessen wurde.

An besagtem Tag verloren die Düsseldorfer am letzten Spieltag mit 0:3 bei Hannover 96 und mussten nach nur einem Jahr den erneuten Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Dieser Rückschritt soll nach Möglichkeit schon in dieser Saison egalisiert werden. Trotz der Abgänge der stark aufspielenden Robbie Kruse (Bayer 04 Leverkusen) und Dani Schahin (1 FSV Mainz 05) kann das Ziel nur direkter Wiederaufstieg heißen, zumal die Rheinländer mit Charlison Benschop und Heinrich Schmidtgal prominenten Ersatz verpflichten konnten. Besonders der 1,91 Meter große Benschop hat sich bereits gut mit Sturmpartner Stefan Reisinger eingespielt, fällt aber nun mit einem Muskelfaserriss für das Spiel in Bielefeld aus. Dass man die Fortuna, trotz der Favoritenrolle in dieser Saison, durchaus auch schlagen kann, hat zuletzt der Regionalligist SC Wiedenbrück 2000 gezeigt. Die Büskens-Elf verlor im DFB-Pokal überraschend beim Underdog aus Ostwestfalen mit 0:1 und führte damit ihre katastrophale Auswärtsbilanz aus dem Vorjahr konsequent fort. Ligaübergreifend liegt der letzte Auswärtserfolg der Düsseldorfer damit schon elf Monate zurück (Stand 16.08.2013). Diese Bilanz würde der DSC natürlich gerne weiter ausbauen.

 

„Ziel ist der erste Heimsieg“

Vor dem Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf am Freitag sprach Trainer Stefan Krämer auf der heutigen Pressekonferenz über alle relevanten Themen.

Auch am kommenden Freitag kann sich die Mannschaft von Trainer Stefan Krämer der Unterstützung ihrer Fans sicher sein. Rund 20.000 Zuschauer werden erneut in der SchücoArena erwartet, darunter etwa 3.000 Düsseldorfer, die den ersten Auswärtssieg nach über elf Monaten feiern wollen. Genau das will der DSC jedoch mit aller Macht verhindern. Dass aber genau diese Aufgabe nicht zu den leichtesten zählt, dass weiß auch Krämer: „Bis auf ein, zwei Neuzugänge treffen wir auf die Bundesligamannschaft aus dem letzten Jahr. Klar, dass wir da einen guten Tag erwischen müssen, um das Spiel zu gewinnen.“ An der Zielsetzung will er dennoch festhalten. „Ziel ist der erste Heimsieg in der Liga.“

Bis auf Pascal Testroet, der nach einem Schlag auf den Fuß ausfallen wird, und die bereits länger verletzten Jan Fießer und Dennis Riemer kann das Trainerteam gegen Düsseldorf auf den gesamten Kader zurückgreifen. Ob Neuzugang Anass Achahbar zum 18er-Aufgebot zählt, stehe laut Krämer allerdings noch nicht fest. „Vielleicht nutzen wir auch die Länderspielpause dazu, ihn an die Mannschaft heranzuführen“, so der Trainer, der unter der Woche bei Achahbar noch einige Verbesserungsmöglichkeiten im Defensivbereich erkannte.

Doch nicht nur der 19-Jährige Niederländer kann sich in der Verteidigung verbessern, auch seine Mannschaftskameraden offenbarten gegen den FC Ingolstadt in diesem Bereich einige Schwächen. „Trotz des vielen Lobs, den mein Team zu Recht immer wieder für ihre Leistung erhält, dürfen wir vor den Fehlern, die wir in Ingolstadt gemacht haben, nicht die Augen schließen“, betonte Krämer. Besonders das Stellungsspiel vor dem letzten Gegentreffer sei dabei maßgeblich negativ hervorzuheben. „Wenn es kurz vor Schluss Unentschieden steht, müssen wir auswärts auch mal mit einem Punkt zufrieden sein und diesen halten“, riet der Trainer.

Nach der Niederlage am vergangenen Freitag soll es daher gegen Düsseldorf wieder zu etwas Zählbarem reichen. „Fünf Punkte aus fünf Spielen sind einfach zu wenig“, weiß auch Stefan Krämer, der Aufwand und Ertrag seiner Mannschaft in einem deutlichen Missverhältnis sieht.

Teufelskerl Hille ist wieder zur Stelle

Arminia dreht das Spiel gegen Fortuna Düsseldorf und siegt verdient mit 4:2 (1:2).

Mit der Zielsetzung den ersten Heimsieg der noch jungen Zweitliga-Saison zu erzielen, schickte Coach Stefan Krämer eine gegenüber dem Spiel aus Ingolstadt leicht veränderte Startelf auf den Platz. Für Linksverteidiger Jonas Strifler rückte Stephan Salger in die Anfangsformation. Zudem ersetzte Johannes Rahn Tim Jerat im Mittelfeld.

Trotz einer wieder einmal atemberaubenden Kulisse von 21.065 Zuschauern in der SchücoArena konzentrierte sich der DSC in der Anfangsphase zunächst auf seine Defensivarbeit und überließ zunächst den Gästen aus Düsseldorf die Initiative. Diese konnten ihre Spielanteile jedoch nicht in Torchancen ummünzen, sodass beide Torhüter in den ersten zehn Minuten nicht eingreifen mussten. Danach wurde es für die Mannschaft von Stefan Krämer jedoch das erste Mal gefährlich: Ein Freistoß von Levan Kenia verpasste der vorgerückte Martin Latka vor dem Gehäuse von Patrick Platins denkbar knapp (12.).

Zehn Minuten später wurde es kurios im Strafraum der Blauen. Ein Schuss von Andreas Lambertz konnte der ansonsten zuverlässige Platins nicht festhalten. Philipp Riese wollte daraufhin für seinen Keeper aus der Gefahrenzone klären und schoss Johannes Rahn an. Von Rahn sprang der Ball dann unglücklich ins eigene Tor (21.). Mitgenommen von diesem Rückschlag unterliefen den Bielefeldern daraufhin etliche Fehler im Abspiel aus denen zahlreiche Chancen für die Fortuna resultierten. Ein Abschluss von Ionnis Gianniotas landete dank Platins nur am Pfosten (25.). Den anschließenden Eckball köpfte Kapitän Lambertz nur knapp übers Tor (26.).

Foto: Tim Placke/DSC

Foto: Tim Placke/DSC

Umso überraschender fiel dann der Ausgleich für den DSC: Nach einem Eckball von Christian Müller sprang der Ball an die Hand von Tobias Levels. Schiedsrichter Daniel Siebert entschied ohne zu zögern, nach Studium der TV-Bilder jedoch glücklich, auf Strafstoß, den Thomas Hübener sicher zum 1:1 verwandelte (28.). Zum Leidwesen der Bielefelder Fans ließen sich die Düsseldorfer von diesem Gegentreffer nicht beeindrucken und setzten den DSC weiter mächtig unter Druck. Ein Freistoß von Gianniotas landete in der 31. Spielminute nur haarscharf neben dem Pfosten. Drei Minuten später hieß es dann aber 1:2 aus Sicht der Blauen: Erneut trat der quirlige Gianniotas zum Freistoß an. Seine scharfe Hereingabe fand zwar keinen Abnehmer im Strafraum, dafür aber das Tor von Patrick Platins (34.). Auch nach dem zweiten Treffer setzte die Mannschaft von Mike Büskens weiter auf Offensive und drängten auf das nächste Tor. Dieses konnte der DSC aber bis zu Pause verhindern, sodass es nach 45 Minuten beim 1:2 blieb.

Deutlich unzufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft wechselte Stefan Krämer in der Halbzeitpause zweimal aus. Riese und Rahn mussten in der Kabine bleiben und wurden durch Tim Jerat und Sebastian Hille ersetzt. Es waren keine zwei Minuten gespielt, da sollte sich dieser Wechsel auch schon auszahlen: Jerats Flanke landete punktgenau auf den Kopf von Fabian Klos, der bärenstark zum 2:2 einnickte (47.).

Im Anschluss beherrschten viele Nickligkeiten beider Teams die Partie, die immer wieder zu Spielunterbrechungen führten und den Spielfluss erheblich störten. Bis auf einen Schuss von Lambertz (57.) verzeichnete das Spiel bis zur 86. Minute keine nennenswerten Aktionen mehr. Dann sollte aber erneut Kopfballungeheuer Hille zuschlagen: Fabian Klos erkämpfte sich im Mittelfeld den Ball und leitete postwendend den Konter über Tom Schütz ein. Dieser behielt auf der rechten Seite die Übersicht und fand am zweiten Pfosten den freistehenden Hille, der mit dem Kopf den kaum für möglich gehaltenen 3:2 Führungstreffer markierte. Auch DSC-Trainer Stefan Krämer, der zwischenzeitlich auf die Tribüne verwiesen worden war, jubelte ausgelassen.

Düsseldorf warf daraufhin nochmal alles nach vorne, eröffnete dem DSC dadurch aber viele Räume zum Kontern. Diesen konnte Sebastian Hille für sich nutzten und in der Nachspielzeit nach Vorarbeit von Christian Müller das erlösende 4:2 erzielen. Was danach geschah, war Freude pur. Arminia hatte es nach einer schwachen ersten Hälfte doch noch geschafft, das anvisierte Ziel zu erreichen und feierte den ersten Heimsieg in der 2. Bundesliga.

Foto: Tim Placke/DSC

Foto: Tim Placke/DSC

Stimmen zum Spiel

In der ersten Halbzeit war uns Fortuna vor allem nach dem Gegentor in allen Belangen überlegen. Wir waren extrem verunsichert, hatten Pudding in den Beinen und Fortuna war bisher die beste Mannschaft, gegen die wir gespielt haben. In der Halbzeit bin ich laut geworden, was sonst nicht meine Art ist. Gegen eine Mannschaft wie Düsseldorf kann man verlieren, aber nicht so ohne Gegenwehr und ohne Mumm. In der zweiten Halbzeit stand dann eine ganz andere Mannschaft auf dem Platz und der schnelle Ausgleich zum 2:2 hat uns dann geholfen. Was dann für eine Atmosphäre herrschte, ist kaum in Worte zu fassen. Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie sich aus den ausweglosesten Situationen retten kann, sich aufbäumen kann. Ich bin heilfroh über die drei Punkte, heilfroh, dass wir mit einem positiven Ergebnis in die Länderspielpause gehen und heilfroh, dass ich jetzt Feierabend habe.

Stefan Krämer

Wenn ich heute ein neutraler Beobachter gewesen wäre, hätte ich von einem sehr guten Zweitligaspiel sprechen können, mit viel Leidenschaft und gutem Fußball, den wir in der ersten Halbzeit auch zeigen konnten. Dann haben wir das Spiel selber aus der Hand gegeben und wurden bitter bestraft. Es war nicht das erste Mal, dass wir für unseren Aufwand nicht belohnt worden sind aber das gehört zum Fußball dazu.

Mike Büskens

Die erste Halbzeit ist nicht unser Anspruch. Da ist viel schief gegangen und es war wohl die schlechteste seit langem.  In der Pause haben wir uns auch mal gegenseitig die Meinung gesagt und sind dann besser ins Spiel gekommen. Wir haben schon viele Spiele gedreht aber das war ein Hightlight. Jetzt sind wir im Mittelfeld der Tabelle, das ist für einen Aufsteiger gut und enorm wichtig für unser Selbstvertrauen. Für den bisherigen, enormen Aufwand sind fünf Punkte zu wenig gewesen.

Tom Schütz

In der ersten Halbzeit war es schwer für mich zuzuschauen und nicht helfen zu können. Dann sind Hille und ich gekommen, um das Spiel besser zu gestalten. Wir wollten das Spiel zusammen drehen, haben uns motiviert und alles in die Waagschale geworfen. Es war nicht unser bestes Spiel, aber wir haben dagegengehalten und die Konter sowie die Bälle in die Spitze waren erfolgreich. Mit der bisherigen Punktausbeutung können wir gut leben. Zuhause müssen wir die Punkte holen, egal wie der Gegner heißt. Dass wir das Spiel heute noch so drehen, war nicht zu erwarten.

Tim Jerat

Für mich war es etwas ganz besonderes so zurück zu kommen. Ich saß heute zu Beginn zurecht auf der Bank und habe mich deshalb nach dem Wechsel umso mehr bemüht. Wir wollten unbedingt Fortuna unter Druck setzen und umsetzen, was der Trainer uns gesagt hat. In der SchücoArena ist für mich jedes Tor etwas Besonderes und heute waren es gleich zwei. Es ist beeindruckend, dass wir nach der bitteren Niederlage gegen Ingolstadt so zurückgekommen sind, dieses Spiel war einfach Wahnsinn.

Sebastian Hille

DSC Arminia Bielefeld:
Platins – Appiah, Hübener, Hornig, Salger – Schütz (89. Burmeister), Riese (46. Jerat) – Rahn (46. Hille), Müller, Schönfeld – Klos.

Fortuna Düsseldorf:
Giefer – Levels, Latka, Bomheuer, Ramirez – Bodezk, Fink – Bolly (14. Gianniotas), Kenia (88. Bruno Soares), Lambertz – Reisinger (59. Hoffer).

Tore:
0:1 (21.) Rahn, 1:1 (29., Handelfmeter) Hübener, 1:2 (33.) Gianniotas, 2:2 (47.) Klos, 3:2 (86.) Hille, 4:2 (90.) Hille.

Gelbe Karten:
Hornig, Klos, Schütz, Salger/Bolly, Ramirez, Fink

Zuschauer:
21.065