DSC Arminia Bielefeld -

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So., 04.05.2014 15:30 Uhr

DSC Arminia Bielefeld(0)
FSV Frankfurt 1899 (0)

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Nahezu gerettet

Der FSV Frankfurt steht nach dem Sieg gegen Energie Cottbus gut da, ist aber theoretisch noch nicht gerettet.

Nach einem vierten Platz im vergangenen Jahr kämpft der FSV Frankfurt dieses Jahr wieder gegen den Abstieg. Dort schwächelte der FSV zuletzt vor allem auswärts. In Kaiserslautern, Aalen und Aue mussten die Schützlinge von Benno Möhlmann zuletzt Niederlagen hinnehmen. So rutschte die Mannschaft von einem scheinbar sicheren Mittelfeldplatz wieder in die Abstiegszone. Der souveräne 3:1-Erfolg gegen Energie Cottbus am vergangenen Wochenende verschaffte den Frankfurtern allerdings wieder mehr Luft, der Abstand auf Platz 16 beträgt nun sechs Punkte auf Platz 17, zwei Spieltage vor Schluss ein trügerischer Vorsprung im Abstiegskampf. Dort kennt sich der FSV allerdings aus: Seitdem die Frankfurter 2008 den direkten Durchmarsch aus der Oberliga in die zweite Bundesliga schafften, mussten sie jedes Jahr bis zuletzt um den Klassenerhalt bangen. Bis 2012/2013 Benno Möhlmann in seiner ersten vollständigen Saison beim FSV um den Aufstieg mitspielte, diesen als Vierter aber knapp verpasste. Im Abstiegskampf kennt sich auch der Coach bestens aus: Mit dem DSC stieg der Routinier Anfang der 2000er sowohl in die Bundesliga auf, als auch wieder ab.

Besonders auffällig präsentiert sich aktuell der australische Offensivspieler Mathew Leckie, der sich dank einer starken Saison berechtigte Hoffnungen auf einen Kaderplatz bei der WM machen darf. Auch Sturmpartner Edmond Kapllani hat bereits zweistellig getroffen. Die Problemzone des FSV ist die Abwehr: Nach Arminia kassierten die Frankfurter die meisten Gegentore aller Zweitligisten in dieser Saison. Das Hinspiel dürfte beim DSC noch in guter Erinnerung sein: An einen Montagabend konnte der DSC seine schwarze Serie von sieben Niederlagen am Stück dank Toren von Marc Lorenz und Philipp Riese mit einem 2:1-Sieg beenden. Zudem konnte der FSV Frankfurt bei zwei Pflichtspielauftritten noch nie in Bielefeld gewinnen.

„Jetzt zählt die Nervenstärke“

Vor dem Heimspiel am Sonntag gegen den FSV Frankfurt äußerte sich Cheftrainer Norbert Meier auf der heutigen Pressekonferenz zur kommenden Aufgabe.

Die intensive Partie in Bochum hat auch personell seine Spuren hinterlassen: Neben den Langzeitverletzten Dennis Riemer, Johannes Rahn, Manuel Hornig, Oliver Petersch und Philipp Heithölter stehen hinter einigen Spielern noch Fragezeichen: Die Einsätze von Tom Schütz (Knieprobleme), Christian Müller (muskuläre Probleme im Oberschenkel), Thomas Hübener (Innenbandreizung im Fußgelenk) und Fabian Klos (Blessuren an verschiedenen Stellen) sind weiterhin gefährdet. Auch Kacper Przybylkos Einsatz ist nach seinem Nasenbeinbruch in Bochum weiter offen. Meier bekräftigte jedoch, dass es bei allen „ganz gut aussieht“, aber man weiter abwarten müsse. Gerade Przybylko hob er für seinen Einsatz beim letzten Spiel heraus: „Der Junge hat trotz Nasenbeinbruch gar nicht an eine Auswechslung gedacht, das ist genau die Einstellung, die gefragt ist und die von der gesamten Mannschaft aktuell auch abgerufen wird.“

Trotz des 4:1-Erfolgs in Bochum warnte Meier vor zu großer Euphorie: „Mich freut natürlich, dass wir mal ein Ausrufezeichen setzen konnten, aber das war nur ein Endspiel, welches uns jetzt zwei weitere beschert hat. Es gehört zu unserem Beruf uns jetzt wieder auf das nächste Spiel zu fokussieren und wieder alles zu bringen. In diesen Momenten zählt im Abstiegskampf die Nervenstärke.“ Rückblickend auf das Bochum-Spiel war für Meier vor allem die Chancenverwertung ausschlaggebend: „Wir haben einfach mal die erste Chance genutzt und sind in Führung gegangen, das hat uns unheimlich gut getan.“ Hier möchte er mit der Mannschaft auch gegen Frankfurt wieder anknüpfen.

Beim FSV schätzt Meier vor allem die individuelle Qualität im Offensivbereich: „Die haben richtig gute Leute vorne drin, da müssen wir wachsam sein.“ Mit zuletzt fünf Niederlagen aus sechs Spielen ist der FSV weiterhin nicht gerettet, das weiß auch Meier: „Der FSV hat hier nichts zu verschenken, die werden alles geben.“

Für das Heimspiel am Sonntag erwartet der DSC über 20.000 Zuschauer, bis jetzt sind schon 19.000 Tickets (inkl. 100 Auswärtskarten) verkauft. Für Meier ein gutes Zeichen: „Das zeigt, dass der Glaube an die Mannschaft weiter ungebrochen ist. Die Unterstützung der Fans ist wirklich toll, die Die Mannschaft wird natürlich alles daran setzen, dass die Zuschauer auch belohnt werden.“

Die entsprechende „Anlauf“-Folge zum Spiel gegen den FSV gibt es dieses Mal vom Sommerfest der Arminis:

Torlos gegen Frankfurt – Finale in Dresden

Nach durchwachsener erster Halbzeit steigert sich Arminia in der zweiten Halbzeit gegen Frankfurt, erreicht aber dennoch nur ein 0:0.

Nach dem 4:1-Erfolg in Bochum schenkte Trainer Norbert Meier den selben elf Akteuren aus der Startelf sein Vertrauen. Dabei agierte Kacsper Przybylko erneut auf der rechten Außenposition im 4-1-4-1-System. Vor einer stimmungsvollen Kulisse von 22.191 Zuschauern tasteten sich zunächst beide Mannschaften vorsichtig in das Spiel. In der achten Spielminute fiel Fabian Klos dann nach einer Ecke der Ball vor die Füße, etwas überrascht schoss dieser jedoch über das Tor. Ansonsten passierte in der ersten halben Stunde nicht viel: Der DSC war zwar die aktivere Mannschaft, nennenswerte Chancen sprangen jedoch nicht heraus. In der 26. Minute wurden auch die Frankfurter das erste Mal gefährlich: Nach einem Freistoß von Marc Andre Kruska konnte Michael Görlitz frei aufs Tor köpfen, verzog aber knapp.

Zum Ende der ersten Hälfte nahm die Partie dann noch einmal Fahrt auf: In der 41. Minute traf Ben Sahar nach einer Ecke aus wenigen Metern den Ball nicht, nur eine Minute später versuchte Arne Feick aus 18 Metern mit seinem schwächeren rechten Fuß sein Glück und verfehlte das Gehäuse nur um Zentimeter. Ebenfalls nur eine Minute später kam auf der anderen Seite Mathew Leckie im Strafraum vollkommen frei zum Abschluss, sein Volleyschuss flog allerdings deutlich über das Gehäuse des DSC. So ging es torlos in die Halbzeit.

Im zweiten Durchgang ging es direkt schwungvoll weiter: Nach einer geschickten Körpertäuschung hatte Patrick Schönfeld aus 16 Metern freie Schussbahn, zielte aber etwas zu hoch. In der 50. Minute kam Klos nach einem langen Einwurf mit dem Hinterkopf zum Abschluss, eine dankbare Aufgabe für Gäste-Torwart Patric Klandt. Anschließend passiert wieder lange nichts, der FSV Frankfurt leistete sich defensiv kaum Fehler, während der DSC gerade in der gegnerischen Hälfte zu viele Fehlpässe spielte.

Die nächste Chance für Arminia gab es dann in der 78. Spielminute: Der eingewechselte Marcel Appiah konnte von der Grundlinie auf den ebenfalls eingewechselten Tim Jerat flanken, der köpfte aber knapp über das Tor. Diese Szene läutete die beste Phase der Arminen ein. Nur eine Minute später kam erneut Jerat nach einem Freistoß zum Abschluss, sein Schuss aus der Drehung war erneut leichte Beute für Klandt. Immer wieder kamen Bielefelder jetzt jedoch zu Chancen. Die beste Gelegenheit vergab Klos in der 82. Minute: Nachdem Przybylko noch an Klandt scheiterte, konnte der Stürmer unbedrängt aus wenigen Metern aufs Tor schießen, beförderte das Spielgerät aber deutlich über das Tor des FSV.

Das Zwischenergebnis der Dresdener auf der Anzeigetafel verwandelte die SchücoArena für die letzten Minuten in einen Hexenkessel. Trotz zahlreicher Ecken in den Schlussminuten sollte der erlösende Treffer allerdings nicht mehr fallen. So wird es in einer Woche zum Endspiel in Dresden kommen. Dort muss Arminia gewinnen, um den Relegationsplatz 16 noch zu erreichen.

Die Stimmen zum Spiel:

Stimmen zum Spiel

Vor einigen Wochen haben wir gesagt, dass wir dieses Endspiel in Dresden haben wollen und das haben wir jetzt. Natürlich wäre unsere Ausgangslage mit einem Sieg besser gewesen, aber damit müssen wir jetzt leben. Heute wäre auch mehr drin gewesen: Wir haben uns wirklich 90 Minuten lang den Arsch aufgerissen, unser Publikum war heute mal wieder Weltklasse, aber es sollte eben nicht reichen. Jetzt erwartet uns nächste Woche in Dresden ein ganz heißes Spiel, aber für sowas lebst du ja als Profi. Ich denke auch, dass wir nach den guten Spielen letzte Woche und heute auch mit einem besseren Gefühl antreten werden als Dynamo.

Patrick Schönfeld

Die Enttäuschung ist sehr groß. Gerade nach der zweiten Halbzeit, in der wir sehr viel Druck auf den Gegner aufbauen konnten. Wir müssen jetzt die Chance in Dresden nutzen und dort die drei Punkte einfahren. Ich würde mich freuen, wenn viele Fans mit uns reisen und uns dort bei dieser Aufgabe unterstützen.

Kacper Przybylko

Zufrieden können wir mit dem Ergebnis zwar nicht sein, aber dennoch sind wir zuversichtlich. Wir hätten heute mit einem Sieg enormen Druck auf Dresden aufbauen können. Das ist uns leider nicht gelungen. Trotzdem können wir auch mit dem 0:0 und der Tatsache, das Spiel nicht verloren zu haben, mit einem guten Gefühl und einer guten Stimmung nach Dresden fahren. Dort müssen wir dann an die Leistung aus den letzten Spielen anknüpfen und die Partie für uns entscheiden.

Marcel Appiah

Wir hätten das Spiel heute natürlich gerne gewonnen, sind aber auf eine taktisch sehr gute Mannschaft getroffen, gegen die wir selbst in der ersten Halbzeit einige taktische Dinge nicht gut umgesetzt haben. In der zweiten Hälfte haben wir das dann sehr viel besser gemacht und zum Schluss auch die klarste Chance im ganzen Spiel. Letztendlich haben wir nun das, was uns viele vor einigen Wochen schon gar nicht mehr zugetraut haben, nämlich ein Endspiel in Dresden. Somit ist noch alles drin für uns.

Norbert Meier

Ich bin mit der ersten Halbzeit recht zufrieden gewesen. Wir waren sehr kompakt, haben wenig zugelassen und selber gute Gegenangriffe gestartet. Diese Situationen haben wir aber zu fehlerhaft zu Ende gespielt. Mit der zweiten Halbzeit hat sich das Spiel dann geändert, sodass wir am Ende sogar viel Glück brauchten, dass wir das Spiel nicht verlieren. Dennoch glaube ich, dass es insgesamt ein gerechtes Unentschieden war. Ich wünsche Arminia für das letzte und entscheidende Spiel alles Gute.

Benno Möhlmann

DSC Arminia Bielefeld:
Ortega Moreno – Strifler (67. Appiah), Hübener, Salger, Feick – Schütz – Przybylko, Müller, Schönfeld (61. Jerat), Sahar (78. Renneke) – Klos.

FSV Frankfurt:
Klandt – Huber, Heubach, Oumari, Teixeira – Konrad – Görlitz (62. Rukavytsya/85. Epstein), Kauko, Kruska, Leckie – Wooten (62. Kapllani).

Tore:
Fehlanzeige

Gelbe Karten:
Feick, Klos/Kapllani, Teixeira

Zuschauer:
22.191