DSC Arminia Bielefeld -

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So., 15.12.2013 13:30 Uhr

DSC Arminia Bielefeld(1)
SpVgg Greuther Fürth (1)

GegnerinfosPK-BerichtSpielberichtStimmenDatenBerichterstattung

Umbruch gut bewältigt

Schon relativ früh stand in der vergangenen Saison der Abstieg der SpVgg Greuther Fürth aus der 1. Bundesliga fest. Die Verantwortlichen um Präsident Helmut Hack nutzten die Zeit, um eine schlagkräftige neue Mannschaft zusammen zu stellen.

Schon während der ersten Erstliga-Saison des Vereins überhaupt hatte man mit Frank Kramer als Nachfolger für Mike Büskens einen Trainer verpflichtet, der bereit war mit der SpVgg auch den Weg zurück in die Zweitklassigkeit zu gehen. Hack, Kramer und der neue Sportchef Rouven Schröder leiteten in diesem Sommer dann einen großen Umbruch ein. Nicht weniger als 18 Spieler mussten den Verein verlassen, 13 neue wurden verpflichtet. Der Kader wurde straffer gestaltet, vor allem junge deutsche Spieler wurden unter Vertrag genommen. 66 Prozent der Spieler im Fürther Kader besitzen einen deutschen Pass und haben den Großteil ihrer Karriere noch vor sich.

Sieben der 13 neuen Spieler erkämpften sich auf Anhieb einen Stammplatz unter Kramer, der auf einen gesunden Mix von erfahrenen Führungsspielern und jungen, hungrigen Talenten setzt. Vor allem auf den zentralen Positionen setzt Kramer auf Routine. Kapitän und Torwart Wolfgang Hesl, die Innenverteidiger Zsolt Korcsmar (Nationalspieler Ungarn) und Mergim Mavraj (Nationalspieler Albanien) sowie die Sechser Goran Sukalo und Tim Sparv (Nationalspieler Finnland) bilden das Gerüst des Teams. Auf den Flügeln sorgen dagegen die jungen Daniel Brosinski, Abdul Rahman Baba, Niko Gießelmann und Zsoltan Stieber für viel Betrieb. Im Sturm stehen aktuell mit Niclas Füllkrug, Ilir Azemi und Ognjen Mudrinski drei Spieler für zwei Positionen zur Verfügung.

„Bissig und unangenehm sein“

Auf der heutigen Pressekonferenz äußerte sich DSC-Trainer Stefan Krämer zu allen relevanten Themen vor dem ersten Rückrundenspiel gegen Greuther Fürth und zog nach der ersten gespielten Saisonhälfte eine Zwischen-Bilanz.

Die personelle Situation bereitet derzeit mehr Kummer als Freude: Die Langzeitverletzten Dennis Riemer, Philipp Heithölter und Oliver Petersch fallen ohnehin aus. Für Jan Fießer ist das Fußballjahr 2013 ebenfalls gelaufen, er leidet nach wie vor unter starken Rückenproblemen. Christian Müller erlitt im letzten Spiel einen Muskelfaserriss und fällt ebenfalls aus. Auch der Einsatz von Abwehrspieler Thomas Hübener ist fraglich. Der 31-Jährige erlitt bereits vor dem Spiel gegen seinen Ex-Club Dynamo Dresden einen Schlag auf den Spann, der laut Krämer mittlerweile blau unterlaufen und entzündet ist. „Hübener ist ein Krieger und hat mit den gleichen Schmerzen bereits gegen Dresden gespielt. Wir müssen dennoch schauen, ob es am Ende für ihn reichen wird“, so Krämer. Dafür haben Tom Schütz und Sebastian Hille ihre Verletzungen überstanden und stehen ebenso wie Stephan Salger nach abgesessener Rotsperre wieder im Aufgebot.

Rückblickend auf die Trainingswoche vor der schweren Heimaufgabe gegen die Kleeblätter habe man laut Krämer großen Wert auf intensives Zweikampfverhalten gelegt: „Wir dürfen Fürth keine Räume lassen, müssen bissig im Zweikampfverhalten und unangenehm zu bespielen sein.“ Auch wenn die Rollenverteilung vor dem Spiel klar sein dürfte, habe man mit den Zuschauern im Rücken immer die Möglichkeit, in solchen Spielen dreifach punkten zu können.

Zu Beginn der Rückrunde zog Arminias Cheftrainer auch ein kleines Hinrundenfazit für die Blauen: „Natürlich hätten wir ein paar mehr Punkte zum jetzigen Zeitpunkt brauchen können, nichtsdestotrotz sind wir seit Einführung der eingleisigen 2. Bundesliga von den Punkten her der immerhin beste Zweitletzte – ein Indiz dafür, wie eng die Liga in dieser Saison ist und bis zum Ende auch noch sein wird.“ Auch in der Entwicklung seiner Mannschaft sieht sich Krämer bestätigt: „Wir wurden in keinem einzigen Spiel – vielleicht mit Abstrichen im Spiel gegen Kaiserslautern – vorgeführt und ich habe in vielen Spielen viele gute Sachen gesehen. Unterm Strich muss man trotzdem sagen, dass wir drei bis vier Punkte in der Rückrunde mehr holen müssen, was in keinem Fall utopisch ist. Sieben Niederlagen in Folge werden uns definitiv nicht mehr passieren.“ Auch ein Lob verteilte Krämer. „Die Gewinner sind unsere Fans und der Verein. Wie die Fans zur Mannschaft und der Verein zu uns gehalten hat, ist besonders erwähnenswert.“ Anstoß in der SchücoArena ist um 13:30 Uhr, der DSC rechnet am Sonntag mit knapp 12.000 Zuschauern.

 

Die „Anlauf“-Folge zum Spiel von ArminiaClubTV auf YouTube:

Lorenz und Appiah servieren perfekt

Arminia legt gegen Greuther Fürth eine furiose zweite Halbzeit auf den Rasen und gewinnt mit 4:1 (1:1).

Für das letzte Heimspiel in diesem Jahr veränderte Trainer Stefan Krämer seine Anfangsaufstellung auf zwei Positionen: Für den verletzten Christian Müller begann Tim Jerat, anstelle des ebenfalls verletzten Thomas Hübener rückte Stephan Salger nach seiner Rotsperre in die Innenverteidigung.

Zu Beginn der Partie waren beide Mannschaften um die Kontrolle ihres Spiels bemüht, sodass bis auf ein Distanzschuss von Felix Burmeister aus der 3. Spielminute in der Anfangsphase wenig passierte. Der DSC hatte Mühe defensiv die Ordnung zu halten, während das Spiel nach vorne oftmals bereits im Ansatz erstickte. In der 24. Minute dann aus dem Nichts der Führungstreffer für die Blauen: Marc Lorenz‘ Freistoß aus dem Halbfeld fand Patrick Schönfeld, dessen Kopfball platziert ins lange Eck ging – 1:0 für den DSC.

Doch die Freude über die plötzliche Führung währte nicht einmal zwei Minuten: Nach undurchsichtlichem Getümmel im Strafraum konnte der DSC den Ball nicht klären, sodass Stephan Fürstner für die Kleeblätter aus kurzer Distanz zum Ausgleich traf – 1:1 (26.). Kurz darauf die nächste gute Möglichkeit für die in orange spielenden Kleeblätter: Linksverteidiger Niko Gießelmann konnte ungehindert durch das Mittelfeld marschieren und versuchte sein Glück aus der Distanz. Patrick Platins war jedoch zur Stelle und konnte den flatternden Ball parieren (30.).

Obgleich der höhepunktreichen fünf Minuten mangelte es dem Spiel der Blauen an Abstimmung und Genauigkeit. Aber auch der Tabellenzweite wusste nur selten spielerisch zu überzeugen und strahlte ebenso wie der DSC wenig Torgefahr aus. Mit dem 1:1 ging es somit in die Pause.

Arminia kam unverändert aus der Halbzeitpause und ging nur kurze Zeit nach Wiederanpfiff mit dem besten Spielzug der Partie erneut in Führung: Nach starker Balleroberung von Philipp Riese schickte Klos den über rechts mitgelaufenen Marcel Appiah, seine Flanke fand am zweiten Pfosten Lorenz, dessen gekonnte Direktabnahme in den Maschen landete – 2:1 für den DSC (51.). Die Partie nahm nun zunehmend an Fahrt auf. Nur kurze Zeit später hatten die Blauen Glück im Unglück: Fürths aufgerückter Innenverteidiger Mergim Mavraj konnte ungestört Fahrt aufnehmen und suchte den Abschluss. Den Schuss vom Albaner ließ Platins unglücklich vor die Füße von Florian Trinks abprallen, machte seinen Fehler aber direkt wieder gut und parierte Trinks‘ Schuss mit einem schnellen Reflex gekonnt (53.).

Die Führung gab den Hausherren nun wesentlich mehr Selbstvertrauen, die fortan aggressiver die Zweikämpfe bestritten und auch im Offensivspiel zielstrebiger und sicherer als noch in der ersten Halbzeit agierten. Aber auch die Fürther erhöhten ab der 70. Spielminute die Schlagzahl und drängten die Blauen bis tief in die eigene Hälfte.

Erst in der Schlussviertelstunde konnte Arminia sich wieder befreien, dann folgte prompt die Entscheidung in der 76. Minute: Eine abermals perfekt getimte Flanke von Appiah fand den im Sechzehner postierten Tim Jerat, der aus kurzer Distanz zum 3:1 für den DSC einköpfte. Nur zwei Zeigerumdrehungen später war der Bann dann komplet gebrochen: Einer schönen Einzelaktion vom bärenstarken Lorenz am Sechzehner folgte ein ebenso schöner Flachpass, den der kurz zuvor eingewechselte Johannes Rahn mühelos über die Linie drückte – 4:1 für den DSC, Partystimmung unter den 11.131 Zuschauern in der SchücoArena.

Nur kurze danach gab Nachwuchsspieler Patrick Mainka in der 79. Minute sein Debüt für die Profis, das wohl nicht hätte besser ausfallen können. Am Ende blieb es beim absolut und auch aufgrund der zweiten Halbzeit in der Höhe verdienten 4:1-Heimsieg für den DSC, dem so eine mehr als gelungene Revanche für die Auftaktniederlage am 1. Spieltag gelungen ist.

Die Stimmen zum Spiel auf ArminiaClubTV:

Stimmen zum Spiel

Wir wollten den Zuschauern heute mit aller Macht die drei Punkte schenken. Spielerisch haben wir vor allem in der zweiten Halbzeit ein tolles Spiel gezeigt. Was mich aber im Moment besonders stolz macht, ist, dass wir diesen Sieg nicht glücklich errungen, sondern uns redlich verdient haben. Für den Kopf ist es natürlich sehr wichtig, dass wir mit den drei Punkten nun auch noch über den Strich stehen. Es wäre gut, wenn wir diese Bilanz auch über die Winterpause halten können. Alles im allem hat der heutige Tag einfach riesig Spaß gemacht.

Stefan Krämer

So eine junge Truppe wie wir sie haben muss den heutigen Tag einfach als Lehrstunde betrachten. Es liegt nun an uns daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen, damit wir einen solchen Verlauf beim nächsten Mal verhindern können. Glückwunsch an Arminia für den Sieg.

Frank Kramer

Wir sind heute schlecht ins Spiel gekommen und hatten am Anfang überhaupt keinen Zugriff. Mitte der ersten Halbzeit waren wir dann deutlich aggressiver in den Zweikämpfen und enger bei den Leuten, sodass wir auch mehr und mehr spielerisch überzeugen konnten. Leidenschaft, Vollgas und der Wille, uns die Punkte nicht klauen lassen zu wollen, waren letztlich entscheidend dafür, dass wir heute gewonnen haben. Berlin wird jetzt nochmal ein richtiges Highlight, auf das wir uns alle riesig freuen.

Johannes Rahn

Wir haben in den ersten zwanzig Minuten schlecht gespielt und keinen Zugriff auf die Fürther gehabt. Trotzdem war ich auch zu dem Zeitpunkt davon überzeugt, dass wir hier heute etwas holen können. Dass es am Ende ein so deutlicher Sieg sein würde, hätte allerdings auch ich nicht gedacht und ist umso schöner. Es war der richtige Weg, die Ruhe zu bewahren, um die schwierige Situation nach sieben Niederlagen gemeinsam zu meistern. Nun wollen wir in Berlin nachlegen.

Manuel Hornig

In der Anfangsphase sind wir nicht gut ins Spiel gekommen, sodass die Führung durch eine Standardsituation wie gerufen kam. Trotz des schnellen Ausgleichs haben wir weiter versucht, unser Spiel zu machen und hatten in der zweiten Halbzeit extrem viele Ballgewinne, dank denen wir gute Konter fahren konnten. Dass es gegen Fürth so gut geklappt hat, ist natürlich besonders schön. Wenn man mit 2:1 in Führung liegt und mit diesen Zuschauern im Rücken aufspielen kann, ist das ein befreiendes Gefühl. Ich bin froh, dass ich meinen Anteil im Abstiegskampf beitragen kann und es momentan so gut bei mir läuft.

Marc Lorenz

DSC Arminia Bielefeld:
Platins – Appiah, Hornig, Salger, Feick – Burmeister, Riese – Schönfeld, Jerat (77. Rahn), Lorenz (81. Mainka) – Klos (84. Hille).

SpVgg Greuther Fürth:
Hesl – Brosinski, Kleine, Mavraj, Gießelmann (66. Baba) – Fürstner, Sparv – Stieber (83. Drexler), Trinks, Zillner (69. Mudrinski) – Füllkrug.

Tore:
1:0 (24.) Schönfeld, 1:1 (26.) Fürstner, 2:1 (51.) Lorenz, 3:1 (76.) Jerat, 4:1 (78.) Rahn.

Gelbe Karten:
Klos/Stieber

Zuschauer:
11.313