DSC Arminia Bielefeld -

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Di., 28.10.2014 19:00 Uhr

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Neue Möglichkeiten in der Hauptstadt

In den Spielzeiten 2009/2010 und 2011/2012 stieg Hertha BSC aus der ersten Bundesliga ab und drohte zu einer Fahrstuhlmannschaft zu werden. Dieser Trend scheint seit dem Wiederaufstieg 2013 vorerst gestoppt zu sein, auch dank neuer finanzieller Möglichkeiten beim Hauptstadt-Club.

Am 31. Januar 2014 stieg der Investor“Kohlberg Kravis Roberts & Co“ (KKR) bei den Berlinern mit 61,2 Millionen Euro ein. Dafür erhielt KKR 9,7 Prozent der Aktien der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA im Wert von 18 Millionen Euro, 36 Millionen Euro sind ein verzinstes Eigenmittelersatzdarlehen und 7 Millionen Euro erhielt der Verein als Bonuszahlung für die Vertragsunterschrift. Die Partnerschaft ist vorerst auf sieben Jahre ausgelegt, bei sportlichem Erfolg scheint eine Verlängerung aber wahrscheinlich.

Um diesen sportlichen Erfolg, der mittelfristig „Internationales Geschäft“ heißt, zu erreichen, verstärkte Hertha sein Team im Sommer mit namhaften Neuzugängen. Für die Abwehr wurde der Niederländer Johnny Heitinga vom FC Fulham verpflichtet. Er verfügt über die Erfahrung von 87 Länderspielen und bildet aktuell gemeinsam mit Kapitän Fabian Lustenberger die Innenverteidigung der Berliner. Im Mittelfeld hat sich nach Anlaufschwierigkeiten der Schweizer Nationalspieler Valentin Stocker festgespielt und im Sturm hat sich Salomon Kalou etabliert, seines Zeichens 67-facher Nationalspieler der Elfenbeinküste und 2012 Champions League-Gewinner mit Chelsea London. Als weiterer Neuzugang hat sich Roy Beerens einen Stammplatz auf der offensiven Außenbahn gesichert.

„Die eigene Linie durchziehen“

Vor der 2. Runde des DFB-Pokals gegen Hertha BSC informierte Norbert Meier auf der Pressekonferenz erneut über die aktuelle Situation rund um die Mannschaft.

Dem Trainer wird weiterhin Manuel Hornig (Aufbautraining) fehlen und auch der Einsatz des erneut angeschlagenen Christian Müller ist noch ungewiss. Dieser leide seit dem Spiel gegen Rot Weiß Erfurt am Freitag unter Schmerzen bei Drehbewegungen, man müsse aber noch die Untersuchung abwarten um abzuwägen inwiefern Müller morgen einsatzbereit sei. Julian Börner, der seine Rotsperre in der Liga abgesessen hat, ist auch im Pokal spielberechtigt. „Ich bin sehr froh, dass mir im Moment eine große Anzahl an Spielern zur Verfügung steht. Dennoch werden wir nichts riskieren, denn am Samstag geht es gegen Holstein Kiel in der dritten Liga. Diese Zusatzgeschichte DFB-Pokal kann natürlich sehr wichtig werden, aber die Liga ist unser täglich Brot“, erklärte Norbert Meier.

Arminias Profimannschaft ginge mit einem gewissen Selbstvertrauen in das Pokalspiel, das sie aus den letzten sechs Heimsiegen ziehen könne, so Meier weiter. „Natürlich sind wir nicht der Favorit, aber wir hoffen, dass wir einen tollen Fight und ein gutes Spiel bieten werden.“ Im Pokal sei bekanntlich alles möglich, auch wenn der Gegner in dieser Runde ein Erstligist mit international erfahrenen Spielern im Kader sei: „Hertha hat seinen Kader aufgefrischt, daran erkennt man, dass sie sich dieses Jahr hohe Ziele gesetzt haben“, erklärte Meier. Gerade Spieler wie Salomon Kalou, Valentin Stocker oder Roy Beerens seien Spieler mit hohem Format, die es auszuschalten gilt.

Die Spieler des DSC müssen deshalb hellwach sein, aber das Spiel auch mit viel Freude angehen. Hertha habe eine Mannschaft, die erfahren sei und blitzschnell umschalten könne. Doch Arminias Cheftrainer ist deshalb nicht pessimistisch gestimmt: „Natürlich ist Hertha ein schweres Los und eine Herausforderung. Die Frage ist: Haben wir den Mut und den Glauben und können wir diese Vielzahl an Zuschauern für uns nutzen und das Spiel für uns entscheiden? Aber auch wir haben Jungs, die gut spielen können und wir werden unsere eigene Linie durchziehen.“

Natürlich hoffe man auf einen Einzug in die nächste Runde, allerdings weiß Meier auch um die Stärke des Gegners: „Wir hoffen auf ein spannendes Spiel und dass wir uns im Wettkampf mit einem Erstligisten gut präsentieren können. Wir werden diese Aufgabe mit viel Freude angehen.“

In der „Anlauf“-Folge zum Spiel gegen den Hauptstadtklub äußern sich David Ulm und John Heitinga zum morgigen Pokalabend:
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Schwolow pariert und Lorenz trifft

In einem unfassbar spannendem Pokalspiel schlägt Arminia Hertha verdient mit 4:2 im Elfmeterschießen.

Im Gegensatz zum Ligaspiel gegen RW Erfurt änderte Trainer Norbert Meier seine Elf auf mehreren Positionen. Der zuletzt rotgesperrte Julian Börner rückte wieder in die Innenverteidigung und Peer Kluge agierte im zentralen Mittelfeld. David Ulm (Bank) und Christian Müller (verletzt) standen nicht in der Startelf. Arminia agierte in einem 4-1-4-1-System.

In der Anfangsphase war schnell klar, dass Hertha das Spiel dominieren würde. Die Gäste hatten viel Ballbesitz, Arminia verlegte sich aufs Kontern und machte das bärenstark! Tom Schütz kam wenige Meter vor dem Tor der Berliner zum Kopfball, doch Keeper Thomas Kraft lenkte den Ball über die Latte zur Ecke für den DSC (13. Minute). Auch die Ecke wurde gefährlich, Julian Börner kam sechs Meter vor dem Tor zum Kopfball, doch wieder war Kraft zur Stelle und hielt sein Team im Spiel.

Die erste gefährliche Aktion von Hertha ließ dagegen etwas auf sich warten: Valentin Stocker spielte sich von rechts durch, doch sein Schuss ging am Tor vorbei. In der 25. Minute erspielten sich die Herthaner ihre erste gefährliche Torchance. Nach einer Ecke köpfte Salomon Kalou auf das Tor, Alexander Schwolow und Christoph Hemlein klärten gemeinsam auf der Linie. Die nächste Chance für Arminia ergab sich in der 33. Spielminute: Dennis Mast flankte von links auf Hemlein, dieser verfehlte das Tor nur knapp, mit dem 0:0 ging es in die Kabine.

Auch in der zweiten Halbzeit wurde Arminia wieder früh gefährlich. Nach einem Foul an Mast übernahm Dick den Freistoß, schoss jedoch am gegnerischen Tor vorbei. Auf der Gegenseite kam der kurz zuvor für Stocker eingewechselte Ronny per Freistoß zum Zug, sein Schuss ging nur knapp an der linken Torseite vorbei (64. Minute). In der Folgezeit wurde Hertha aktiver und setzte Arminia mehr und mehr unter Druck, doch fehlten ihnen die nötigen Ideen. Der DSC blieb defensiv hochkonzentriert und somit ging die Partie in die Verlängerung.

In der ersten Hälfte der Verlängerung gab es keine Chancen auf beiden Seiten. Erst in der zweiten Hälfte kam der DSC wiederholt mit Mast gefährlich nah vor das Berliner Tor. David Ulm schickte Mast steil, welcher schneller war als Marcel Ndjeng und abzog, doch Kraft lenkte den Ball ab (112. Minute). Die 23.098 Zuschauer in der SchücoArena machten ohnehin mächtig Dampf und peitschten ihr Team nach vorne. Doch auch die zweite Hälfte der Verlängerung blieb torlos und so zog der DSC ins Elfmeterschießen vor der Südtribüne ein.

Der erste Schuss gehörte Fabian Klos, dieser traf eiskalt ins rechte Eck: 1:0 für den DSC. Für Hertha trat als erstes Ronny als Schütze an, er verwandelte seinen Elfmeter souverän und ließ Schwolow keine Chance (1:1). Wieder war Arminia am Zug, Salger schoss mittig, doch Kraft parierte (weiter 1:1). Hegeler trat nun an für Hertha und traf ins rechte Eck zum 1:2 für Hertha. Daraufhin trat Ulm an und gab Arminia Grund zum Aufatmen: 2:2. Für Hertha kam Schieber, dieser versuchte es mittig mit viel Kraft, doch Schwolow parierte (weiter 2:2). Daniel Brinkmann traf anschließend souverän ins Tor und brachte somit Arminia wieder in Führung (3:2). Daraufhin folgte Wagner für den Berliner Sportclub, doch Schwolow parierte erneut und sicherte somit die Führung für den DSC. Als letzter Torschütze der „Blauen“ trat Marc Lorenz an, dieser schob den Ball in die linke Ecke und machte aus dem Stadion ein Tollhaus. Arminia zog verdient in das Achtelfinale ein, die Auslosung folgt morgen!

Die Pressekonferenz mit den Cheftrainern Jos Luhukay (Hertha BSC) und Norbert Meier.

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Die Stimmen zum Sieg mit Alexander Schwolow, Felix Burmeister und Peer Kluge:
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Stimmen zum Spiel

Das war ein gutes Spiel vor einer großen Kulisse. Das Zurückkehren für mich ins Spiel war nicht einfach, vor allem unter Wettkampfsbedingungen gegen einen großen Gegner. Aber ich bin froh, dass es so gekommen ist, wir haben das gut gemacht. Wenn man gegen einen Erstligisten spielt, ist da bestimmt ein Leistungsunterschied und ein, zwei fehlende Prozent werden direkt bestraft. Vor dem Elfmeterschießen hatte ich ein gutes Gefühl, wir haben einen guten Torwart. Den Sieg genießen wir jetzt erstmal, doch am Samstag geht es bereits weiter in Kiel.

Peer Kluge

Beim Elfmeterschießen gehe ich immer mit einem Lächeln rein, denn Torhüter können nur gewinnen und ich bin immer überzeugt mindestens einen halten zu können. Am Ende hab ich gar nicht mehr mitbekommen, dass wir schon durch sind. Ich dachte wir schießen noch einmal. Ich hatte nicht wirklich mitgezählt, denn ich bin beim Elfmeterschießen immer total im Tunnel. Jetzt haben wir vor so einer Kulisse mal gesehen wie es sein kann, für die erste Liga müssen wir natürlich noch ein bisschen arbeiten. Das war heute ein Bonus, Samstag geht es weiter im Ligaalltag. Wir haben auswärts leider keine gute Bilanz, deshalb werden wir uns auf dem ersten Platz nicht ausruhen.

Alexander Schwolow

Wir haben das in der ersten Halbzeit sehr gut gemacht und immer wieder schnelle und gute Konter gefahren. Leider konnten wir uns nicht schon etwas früher für unsere Leistung belohnen, sodass wir dann doch über die volle Distanz gehen mussten. Mit den Zuschauern im Rücken, die auch heute wieder überragend waren, konnten wir uns aber auch am Ende noch einmal pushen und dieses Spiel schlussendlich für uns entscheiden.

Felix Burmeister

Das ist ein ganz besonderer Moment für alle Fans und den Verein. Ich muss auch ein Riesenkompliment an meine Mannschaft aussprechen, die taktisch sehr diszipliniert aufgetreten ist und nur wenig zugelassen hat. Wichtig war, dass wir auch immer wieder punktuell den einen oder anderen Konter setzen konnten und uns damit nicht haben hinten reindrängen lassen. Und im Elfmeterschießen war dann natürlich alles möglich, das wussten wir vorher. Dass Marc Lorenz, der wochenlang nicht im Kader stand, am Schluss den entscheidenden Strafstoß versenkt, ist natürlich unglaublich. Solche Geschichten schreibt nur der Fußball.

Norbert Meier

Riesenkompliment an Arminia. Betrachtet man das ganze Spiel inklusive der Verlängerung, dann muss man sagen, dass wir es einfach nicht geschafft haben, uns in den entscheidend Situationen durchzusetzen. Optisch hatten wir zwar etwas Übergewicht, aber dadurch, dass die Bielefelder immer gut verteidigt haben, konnten wir nicht entscheidend zum Abschluss kommen. Leider ist der Traum vom Weiterkommen damit für uns ausgeträumt. Alles zusammen müssen wir aber auch zugeben, dass diese Niederlage heute nicht unverdient war.

Jos Luhukay

DSC Arminia Bielefeld:
Schwolow – Dick, Börner, Salger, Schuppan – Burmeister (78. Ulm) – Hemlein (118. Lorenz), Schütz, Kluge (99. Brinkmann), Mast – Klos.

Hertha BSC Berlin:
Kraft – Ndjeng, Lustenberger, Brooks, Pekarik – Hosogai – Beerens (108. Wagner), Hegeler, Stocker (62. Ronny), Haraguchi – Kalou (91. Schieber).

Tore:
Keine in der regulären Spielzeit und in der Verlängerung.

Elfmeterschießen:
1:0 Klos, 1:1 Ronny, Salger scheitert an Kraft, 1:2 Hegeler, 2:2 Ulm, Schieber scheitert an Schwolow, 3:2 Brinkmann, Wagner scheitert an Schwolow, 4:2 Lorenz.

Gelbe Karten:
Schütz, Brinkmann/Hosogai, Brooks

Zuschauer:
23.098