DSC Arminia Bielefeld -

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Fr., 16.08.2013 18:30 Uhr

DSC Arminia Bielefeld(0)
SC Paderborn 07 (1)

GegnerinfosPK-BerichtSpielberichtStimmenDatenBerichterstattung

Paderborner Kopfschmerzen

Allein der Gedanke an die SchücoArena dürfte den Paderbornern im Vorfeld große Kopfschmerzen bereiten.

Grund dafür ist die bisherige Bilanz des ostwestfälischen Nachbars bei Arminia. In insgesamt zehn Duellen setzte es ganze neun Niederlagen. Nur einmal konnte der SC Paderborn einen Punkt aus Bielefeld entführen. Das jüngste Aufeinandertreffen der beiden Lokalrivalen fand übrigens vor genau einem Jahr statt. Am 18.08.2012 unterlagen die blau-schwarzen in der ersten Runde des DFB-Pokals dem DSC mit 1:3. Der damalige Torschütze auf Seiten der Paderborner, Alban Meha, wird im Derby gegen den DSC aufgrund eines Meniskusrisses fehlen. Für ihn sollen nun andere in die Bresche springen und die derzeit noch torlose Mannschaft (Stand 09.08.2013) von Neu-Trainer André Breitenreiter erlösen. Dass die Spieler des SC Paderborn das Tore schießen über die Zeit nicht verlernt haben, zeigten sie im Pokalspiel gegen den Drittligisten MSV Duisburg. Neben den Routiniers Daniel Brückner und Jens Wemmer sorgte der holländische Neuzugang Rick ten Voorde für das erste Erfolgserlebnis in der noch jungen Spielzeit.

Bei der aktuell zur Festung gewordenen SchücoArena – die letzte Mannschaft, die hier gewinnen konnte war Bayer 04 Leverkusen Ende Oktober letzten Jahres – hoffen viele DSC-Fans auf einen erneuten Heimsieg. Wir freuen uns auf ein packendes Duell!

„Wir wollen und können gewinnen“

Vor dem Derby gegen den SC Paderborn 07 am Freitag sprach Trainer Stefan Krämer auf der heutigen Pressekonferenz über alle relevanten Themen.

Der Ticket-Vorverkauf für das Spiel läuft weiter hervorragend, 21.000 Tickets wurden bereits verkauft. Damit dürften um die 23.000 Zuschauer den Weg in die SchücoArena finden, aus Paderborn werden 1.500 Fans erwartet.

Personell hat das Team um Stefan Krämer nur den Ausfall von Jan Fießer zu verkraften, der bis Sonntag wegen einer eitrigen Angina krankgeschrieben ist. Patrick Schönfeld hat Probleme an der Muskulatur, mit etwas Fantasie kann man aber hoffen, dass es bis Freitag klappt. Patrick Platins ist auch wieder im Mannschaftstraining dabei. Einen Besuch, der für Freude sorgte, gab es heute vom Langzeitverletzten (Kreuzbandriss) Dennis Riemer, was den Coach sichtlich freute: „Wir hoffen für Dennis, dass der Junge bei seinen Verletzungen endlich mal Glück hat.“

Die Trainingswoche an der Friedrich-Hagemann-Straße verlief bisher gut. Am Montag und am Dienstag wurden zwei Gruppen gebildet. Eine bestand aus den Spielern, die im Kader waren und auf der anderen Seite diejenigen, die zuletzt nicht zum Einsatz gekommen sind. Heute trainierte die Gruppe dann wieder geschlossen. „Das heutige elf gegen elf Training fiel kurz aus, um die Intensität nicht zu hoch zu halten. Die Jungs haben nach dem Sonntagsspiel keine Verschnaufpause, weil es am Freitag schon weiter geht“, erklärte Krämer.

Die morgige Einheit wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. „Wir haben die Spiele von Paderborn gesehen und analysiert. Wir wollen Standards einstudieren, die uns im Spiel helfen könnten, deswegen werden wird das Training nicht öffentlich sein“, erklärte Krämer und fügte zwinkernd hinzu: „Wer mich kennt weiß, dass ich etwas abergläubisch bin und vor dem Spiel gegen Osnabrück haben wir auch unter Ausschluss der Öffentlichkeit trainiert.“ Das ganze sei laut Krämer weniger dem Derbycharakter als vielmehr dem Gegner geschuldet.

Die Paderborner sieht Krämer als eine gestandene Zweitligamannschaft: „Wenn man die Zweitligaspiele zählt, sind wir gegen Paderborn deutlich im Hintertreffen, was jedoch nicht heißt, dass wir nicht gewinnen können und wollen. Mit der Leistung der letzten Wochen ist das durchaus möglich.“

 

Schönfeld setzt den Schlusspunkt

In einem zum Schluss packenden und torreichen Nachbarschaftsduell gegen den SC Paderborn kommt Arminia stark zurück und erkämpft sich ein 3:3 (0:1).

Nicht nur ganz Ostwestfalen, sondern auch Petrus freute sich anscheinend auf das lang ersehnte Nachbarschaftsduell mit dem SC Paderborn und bescherte Zuschauern und Spielern prompt ein optimales Fußballwetter. Bei strahlendem Sonnenschein und rund 26 Grad veränderte DSC-Trainer Stefan Krämer seine Startelf gegenüber den letzten drei Partien lediglich auf einer Position: Christian Müller rückte für Patrick Schönfeld, der mit Problemen an den Adduktoren geschwächt war, in die Startformation. Damit blieb auch die in der Presse zuvor heiß diskutierte Torhüterposition unverändert und Stefan Ortega Moreno kam zu seinem vierten Zweitliga-Spiel.

Der größeren Bedeutung des Spiels beigemessen, tasteten sich beide Mannschaften in der Anfangsphase ab und brachten offensiv nur wenig Verwertbares zustande. Bis auf einen Kopfball des Paderborners Chrisian Strohdiek (5.), dem ein Freistoß von Daniel Brückner vorherging, ereigneten sich in den ersten 14 Minuten keine nennenswerten Torchancen. Dementsprechend überrascht waren die Zuschauer, als es plötzlich 0:1 aus Sicht des DSC stand. Ein erneuter Freistoß von Brückner wurde im Strafraum entscheidend abgelenkt und fand so den Weg zum freistehenden Mahir Saglik, der die Führung erzielte (15.).

Wer danach auf eine Trotzreaktion der Arminen hoffte, wurde zunächst enttäuscht. Es dauerte ganze 25 Minuten, bis die Mannschaft von Stefan Krämer ihren ersten sehenswerten Angriff kreierte. Nach schöner Kombination über Fabian Klos und Tim Jerat, landet das Leder bei Müller, der aus 12 Metern jedoch nicht genügend Druck hinter den Ball bekam und an Lukas Kruse scheiterte. Im Anschluss an diese Aktion verfielen beide Mannschaften wieder in ihren alten Trott, der von vielerlei Abspielfehlern geprägt war. Bis auf einige äußerst umstrittene Entscheidungen des Schiedsrichters gegen den DSC ereignete sich bis zur Pause in der Folge nichts mehr.

Kurz nach dem Seitenwechsel dann ein erneuter Dämpfer für die Bielefelder. Jens Wemmer nutzte einen Abstimmungsfehler zwischen Manuel Hornig und Marc Lorenz geschickt aus und setzte Mitspieler Elias Kachunga gekonnt in Szene. Frei vor Ortega Moreno nutzte der Stürmer die Chance eiskalt und erhöhte auf 2:0 (47.).

Doch wer die Bielefelder zuletzt spielen gesehen hat, der wusste, dass sie auch nach diesem zwei-Tore-Rückstand durchaus in der Lage sind, noch zurückzukommen. Und so war es auch: Mit viel Selbstvertrauen schloss Tim Jerat einen Angriff der Blauen aus 20 Metern ab und besorgte den so wichtigen 1:2-Anschlusstreffer (52.). Sein Schuss wurde zuvor entscheidend abgelenkt, sodass Torhüter Lukas Kruse keine Abwehrchance hatte.

Danach waren auch die 24.106 Zuschauer in der fast vollen SchücoArena wieder lautstark dabei und sahen eine Bielefelder Truppe, die sich noch lange nicht aufgab. Der Lohn für diese kämpferische Leistung folgte in der 76. Spielminute: Tom Schütz legte sich gut 18 Metern vor dem Tor den Ball für einen Freistoß zurecht, den er gefühlvoll zum 2:2-Ausgleich verwandelte. Doch auch der SC Paderborn steckte nicht auf und spielte nach vorne. Einen dieser Angriffe beendete Marc Lorenz, zum Leidwesen der Fans, regelwidrig im eigenen Strafraum. Schiedsrichter Stegemann zögerte nicht lange und entschied auf Strafstoß für den SCP. Diesen verwandelte der eingewechselte Rick ten Voorde sicher zur erneuten Führung für seine Mannschaft (80.).

Foto: Tim Placke/DSC

Foto: Tim Placke/DSC

Spiel entschieden? Denkste! Es lief schon die Nachspielzeit, da landete der Ball nach langer langer Flanke irgendwie bei Marcel Appiah. Dieser zog aus 25 Metern ab, Christian Strohdiek wehrte den Ball direkt vor die Füße von Patrick Schönfeld ab. Schönfeld zog volley ab und versenkte das Spielgerät unter tosendem Jubel zum 3:3-Schlusspunkt in den Maschen. Letztlich ging das Unentschieden in Ordnung, keine der beiden Mannschaften hatte sich einen Sieg verdient.

Stimmen zum Spiel

Wir haben heute zwei verschiedene Halbzeiten meiner Mannschaft gesehen. Im ersten Durchgang waren wir schlichtweg zu passiv und nicht mutig genug. Zudem haben wir die Gegenpressing-Situationen einfach nicht gut gelöst und sind folgerichtig verdient in Rückstand geraten. Nach dem Schock zum 0:2 haben sicherlich viele im Stadion die Mannschaft abgeschrieben, ich jedoch nicht. Selbst nicht, als wir kurz vor Schluss noch das 2:3 kassiert haben. Neun von zehn Mannschaften würden nach diesem Gegentor endgültig wegbrechen, doch auch da sind wir nochmal zurückgekommen. Trotz der sehr guten kämpferischen Leistung, bleibt bei mir aber auch der Eindruck einer schwachen ersten Halbzeit.

Stefan Krämer

Ich denke, wir haben heute ein typisches Derby bzw. Nachbarschaftsduell gesehen, das am Ende auch von den Emotionen gepackt war. Fußballerisch haben wir aber nicht das beste Spiel gesehen. Nach dem 3:2 müssen wir einfach dafür sorgen, dass wir das Ergebnis über die Bühne bringen. Den Glauben, den Arminia heute hatte, hatten wir heute nicht und daran müssen wir arbeiten. Für die Zukunft wünsche ich Arminia viel Glück und Erfolg.

Andre Breitenreiter

Eigentlich hatten wir uns mehr vorgenommen als nur einen Punkt zu holen. Aufgrund der Rückstände können und müssen wir mit dem Unentschieden aber zufrieden sein. Entscheidend war, dass wir besonders im Mittelfeld einfach nicht ballsicher genug waren und so viele Bälle verschenkt haben.

Tom Schütz

Wir sind heute nicht gut in das Spiel gekommen und waren nicht so griffig und wach wie in den letzten Spielen. Aber auch so etwas kommt mal vor. Was die Mannschaft aber auszeichnet und was sie auch heute wieder gezeigt hat, ist, dass sie nach den Rückständen nicht aufgibt und sich eindrucksvoll zurückkämpfen kann. Deshalb ist das Unentschieden am Ende auch verdient.

Patrick Schönfeld

Wir haben das heute einfach nicht clever gemacht. Aufgrund der Rückstände denke ich, dass man mit dem Endergebnis auch zufrieden sein kann, auch wenn wir uns im Vorfeld mehr vorgenommen hatten. Dass ich heute wieder getroffen habe, ist schön, aber mehr auch nicht. Ehrlich gesagt habe ich mich auch weniger über meinen Treffer, sondern viel mehr über das 3:3 von Patsche gefreut.

Tim Jerat

Arminia Bielefeld:
Ortega Moreno – Appiah, Hübener, Hornig, Lorenz – Schütz, Riese (64. Sembolo) – Hille (64. Schönfeld), Jerat, Müller (80. Rahn) – Klos.

SC Paderborn 07:
Kruse – Heinloth, Strohdiek, Hünemeier, Bertels – Wemmer, Krösche (78. Vrancic), Demme, Brückner (85. Sane) – Kachunga, Saglik (68. ten Voorde).

Tore:
0:1 (15.) Saglik, 0:2 (49.) Kachunga, 1:2 (52.) Jerat, 2:2 (76.) Schütz, 2:3 (80., Foulelfmeter) ten Voorde, 3:3 (90.+1) Schönfeld.

Gelbe Karten:
Lorenz, Klos – Krösche, Strohdiek, ten Voorde, Brückner

Zuschauer:
24.106