DSC Arminia Bielefeld -

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Sa., 16.05.2015 13:30 Uhr

DSC Arminia Bielefeld(1)
SSV Jahn Regensburg (0)

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Neustart in der Regionalliga Bayern

Der SSV Jahn Regensburg steht bereits als Absteiger fest. Im kommenden Jahr soll in der Regionalliga Bayern neu angegriffen werden.

Hauptgrund für die schlechte Saison des Jahn ist eine miserable erste Saisonhälfte. In den 22 Drittliga-Spielen von Juli bis Dezember holte das Team gerade einmal zwölf Punkte. Bereits zum Jahreswechsel betrug der Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz satte elf Punkte. Mit dieser Hypothek versuchte der Verein im Winter noch einmal alles und tauschte beinahe die halbe Mannschaft aus. Acht Spieler verließen den Verein, acht neue Akteure wurden dafür verpflichtet. Zwar präsentiert sich das Team mittlerweile deutlich verbessert gegenüber der Hinrunde, die Abstiegsränge verlassen konnte man aber nicht mehr. Denn die Konkurrenz im Keller punktete einigermaßen konstant.

Von den Winter-Neuzugängen stehen fünf Spieler regelmäßig in der Startelf des SSV Jahn. Vor allem Torwart Richard Strebinger wusste bislang zu überzeugen. Der 22-jährige Österreicher wurde von Werder Bremen ausgeliehen und rettete dem Jahn bereits mehrere Punkte. Auch Marcel Hofrath (Abwehr), Kolja Pusch, Marvin Knoll (beide Mittelfeld) und Marco Königs (Sturm) konnten sich in der Stammelf integrieren. Bester Torschütze des Jahn ist mit Aias Aosman ein ehemaliger Jugendspieler des DSC. Die Planungen in Regensburg liefen derweil schon lange zweigleisig. Kapitän Markus Palionis setzte Mitte April ein erstes Zeichen und verlängerte seinen Vertrag auch für die Regionalliga bis 2018. Dennoch wird es wohl einen großen personellen Umbruch geben. Offen ist zudem der Verbleib von Sportchef Christian Keller und Trainer Christian Brand.

„Wir bekommen nichts geschenkt“

Auf der heutigen Pressekonferenz informierte Cheftrainer Norbert Meier die anwesenden Journalisten über die sportliche Situation der Mannschaft. Auch Felix Burmeister beantwortete die Fragen der Presse.

Im Ligaspiel gegen den SSV Jahn Regensburg fehlen Norbert Meier die Langzeitverletzten Peer Kluge und Jonas Strifler. Auch Tom Schütz und Julian Börner werden aufgrund ihrer Gelbsperre Gelben Karte fehlen.

„Natürlich wäre ich bereits liebend gerne im Tal der Träume angekommen“, sagte Norbert Meier bezugnehmend auf die vergangene Punkteteilung in Wiesbaden und dem nicht geglückten vorzeitigen Aufstieg. Er weiß aber auch: „Dieser Punkt kann noch große Wichtigkeit haben.“ Ebenso wichtig sei es, sich nun vor heimischer Kulisse belohnen zu wollen. „Darauf wird es ankommen“, sagt Meier, dessen Mannschaft „über einen langen Zeitraum in Wiesbaden sehr gut gespielt“ habe. Er selbst sei vor der Partie „völlig relaxed und so müssen es auch die Spieler angehen“, auch wenn ein gewisses „Vorstart-Fieber vor diesem besonderen Spiel“ in der Mannschaft und bei den Fans umhergehe.

Die Fans hätten sich natürlich einen Erfolg seines Teams „mehr als verdient“, so Meier. Dieser liegt für ihn aber selbst noch in weiter Ferne: „Ich kann nur das in die Hand nehmen, was ich auch greifen kann.“ Damit der Griff glückt, möchte der DSC am Samstag die Zügel selbst in die Hand nehmen. „Wir können durch unser Spiel die Weichen stellen“, sagte Meier, dem aber auch bewusst ist: „Geschenkt bekommen wir nichts.“ Deshalb müsse sein Team „alles in die Waagschale werfen.“ Der Schlüssel für ein erfolgreiches Spiel liege dann im „Zweikämpfe annehmen, Zweikämpfe gewinnen“, so Meier, der die Regensburger in der Partie zudem „nicht durchatmen lassen“ möchte. Was die Mannschaft schlussendlich davon umsetze, könne das Spiel entscheiden und dabei komme es ihm auch nicht auf die Art und Weise an. „Es geht nicht mehr darum, Glanz und Gloria abzuliefern, sondern darum, die Spiele zu gewinnen“, erklärte Meier.

Auch Defensivspieler Felix Burmeister geht es allein um den Erfolg. „Wir wollen den Sack zu machen“, sagte der Innverteidiger, der gemeinsam mit seiner Mannschaft für diesen Erfolg die ganze Saison gearbeitet habe. Um auch das Spiel für sich entscheiden zu können, sei das Team „erfahren und gut genug.“ Zudem könne die heimische Kulisse zu einem entscheidenden Faktor werden: „Es ist ein positiver Druck zu wissen, dass die Fans hinter einem stehen.“ Verglichen mit dem Aufstieg 2013 sei die Situation in diesem Jahr „eine ganz andere“, empfindet Burmeister. „Vielleicht verspüren wir diesmal mehr Druck, weil viele den Aufstieg von Beginn an erwartet haben“, sagt Arminias Nummer 19, der aber auch einen Vorteil sieht: „Diesmal gehen wir vorne weg.“

Auch Mittelfeldspieler Manuel Junglas äußerte sich in „Anlauf“ auf ArminiaClubTV zum Spiel gegen Regensburg:

Berichterstattung DSC – Regensburg

Wo kann ich Arminia unterwegs live verfolgen? Wann und wo sehe ich die Highlights des Spiels? Hier gibt es einen Überblick zur Berichterstattung gegen den SSV Jahn Regensburg.

37 Regensburg heimWer keine Chance hat, sich ein Ticket zu kaufen, um am Samstag um 13:30 Uhr das Spiel gegen den SSV Jahn Regensburg live in der SchücoArena zu verfolgen, dem seien folgende Alternativen empfohlen:

  • Auf unserem Twitter-Kanal halten wir Euch immer auf dem Laufenden!
  • Per ASC-Audio-Livestream werden alle Heim und Auswärts-Pflichtspiele übertragen.
  • Radio Bielefeld berichtet ebenfalls von der Begegnung. Reporter Ulrich Zwetz ist 90 Minuten vor Ort und meldet sich mehrmals live aus der SchücoArena.
  • Der NW-Live-Ticker informiert über alle wichtigen Ereignisse des Spiels.
  • Im WDR-Fernsehen wird das Spiel live in einer Konferenz übertragen.
  • Im Sportschau-Livestream wird die Partie in voller Länge gezeigt.

Ihr wart beim entscheidenden Tor noch in der Schlange vor der Bratwurstbude oder ihr habt die Rudelbildung samt roter Karte dank eurer drückenden Blase verpasst? Hier findet ihr nach Schlusspfiff Bewegtbilder von der Partie:

  • ARD, „Sportschau“, 18:00 bis 18:30 Uhr, Zusammenfassung des Spiels
  • BR, „Blickpunkt Sport“, 17:00 bis 18:00 Uhr, Zusammenfassung des Spiels

Testroet macht den Wahnsinn perfekt

Der DSC steigt durch ein 2:2 (1:0) gegen Jahn Regensburg in die 2. Liga auf.

Im Vergleich zum vergangenen Auswärtsspiel bei Wehen Wiesbaden veränderte Cheftrainer Norbert Meier seine Anfangself auf drei Positionen. In der Innenverteidigung begann Manuel Hornig für den gelb-gesperrten Julian Börner. Der ebenfalls gelb-gesperrte Tom Schütz wurde von Felix Burmeister vertreten. Auf der Zehnerposition rotierte Christian Müller für David Ulm in die Anfangself.

Mit dem Beginn der Partie legte der DSC den Vorwärtsgang ein. Eine Ecke in der zweiten Minute getreten von Florian Dick fand in der Mitte Manuel Junglas, dessen Kopfball nur knapp am rechten Pfosten vorbei ging. Von einem Offensivfeuerwerk der Blauen konnte man in der Anfangsphase allerdings nicht sprechen, zu selten spielte sich der DSC klare Chancen heraus. Auf der Gegenseite war der Jahn bedacht hinten kompakt zu stehen und nach vorne Nadelstiche zu setzen. Einen dieser Stiche setzten die Regensburger das erste Mal in der 24. Minute. Nach einem Eckball kam der Jahn per Kopf an den Ball, doch Christoph Hemlein klärte auf der Linie. Im direkten Gegenzug versuchte es Christian Müller nach einem Freistoß von Dick aus dem Halbfeld mit einem Kopfball aus neun Metern. Dieser kam jedoch zu unplatziert Richtung Regensburger Kasten.

In der 28. Minute machte es Müller besser. Von der linken Seite aus drang Arminias Nummer 37  in den Strafraum ein und schoss Richtung lange Eck. SSV-Torhüter Dominic Bergdorf war schnell unten und konnte den ersten Torschuss des DSC klären. Allerdings legte er damit auch dem heranrauschenden Fabian Klos auf, der das Leder am zweiten Pfosten aus kurzer Distanz über die Linie brachte – 1:0. In der 34. Minute konnten die Bielefelder Fans beinahe den zweiten Treffer ihres Stürmers bejubeln. Abermals nach einem ruhenden Ball verpasste Klos an der Fünfmeterraumgrenze nur knapp das Leder vor Bergdorf, der den Ball sicher aus der Luft pflückte.

Kurz vor der Halbzeit sorgte wieder Müller für Gefahr im Regensburger Strafraum. Nachdem er sich den Ball von Rechtsverteidiger Oliver Hein an der linken Strafraumgrenze erspitzelte, legte Müller sich den Ball auf seinen rechten Fuß und zirkelte das Leder Richtung oberes Kreuzeck des Regensburger Tores. Sein Schlenzer verpasste das Gehäuse jedoch um Zentimeter, so dass es beim 1:0-Halbzeitstand blieb.

Für den zweiten Durchgang kam David Ulm für Dennis Mast in die Partie. Dadurch zog es Müller auf die linke Außenbahn und Ulm übernahm die Zehnerposition hinter Klos. In der 52. Minute entschärfte Alexander Schwolow eine scharfe Hereingabe von Marvin Knoll. Auf der Gegenseite stürmten die Bielefelder nach vorne. Ein Zuspiel von Ulm 18 Meter vor dem Regensburger Kasten auf Klos pfiff Schiedsrichter Harm Osmers allerdings ab, da der Stürmer des DSC sich beim Pass im Abseits befand. Doch der DSC blieb am Drücker und lief in der 59. Minute erneut das Gästetor an. Einen Querpass von Hemlein im gegnerischen Strafraum zwischen Jahn Abwehr und ihrem Torwart konnte Müller nicht mehr auf das Tor bringen.

Dem SSV gelang zu dieser Zeit kein Entlastungsangriff, so dass das Spiel zunehmend in der Hälfte des Jahn stattfand.  Nach 67 Spielminuten sorgte wieder Müller für Aufregung im Jahn­-Strafraum. Eine Hereingabe aus dem rechten Halbfeld leitete er kurz hinter der Strafraumgrenze mit dem Kopf auf Sebastian Schuppan weiter, dessen abgefälschte Direktabnahme das linke Toreck verfehlte.

Die eigenen Chancen nicht nutzend, kamen die Regensburger Gäste in der 77. Minute  aus dem Nichts zurück in die Partie. Thomas Kurz steckte auf Marco Königs durch, der sich im Laufduell gegen Manuel Hornig durchsetzte und den Ball aus zwölf Metern ins linke untere Eck spitzelte. Dann kam es noch bitterer für den DSC. Einen Eckball der Gäste konnten die Arminen zunächst klären. Anschließend zog aber Andreas Güntner aus 20 Meter ab. Der Ball wurde von Florian Dick abgefälscht und landete für Schwolow unhaltbar im Tor. Das Spiel war zugunsten der Regensburger gedreht.

Nur drei Minuten später entschied Harm Osmers, nach einem vermeintlichen Handspiel eines Regensburgers im eigenen Strafraum, auf Elfmeter, doch er nahm kurzerhand die Entscheidung nach Rücksprache mit dem Linienrichter wieder zurück und ordente das Handspiel einem Bielefelder zu. In der 81. Minute sah Regensburgs Kurz die gelb-rote Karte wegen wiederholten Foulspiels.

Mit der Überzahl im Rücken warf der DSC in der Schlussphase alles nach vorne. Die Bielefelder wollten und brauchten einen Punkt, um direkt aufzusteigen, da zu dieser Zeit der MSV Duisburg 3:1 gegen Holstein Kiel führte. In der 87. Minute war schließlich der Moment der Blauen gekommen. Erneut versuchte es der DSC per Eckball, den Dick in den Strafraum brachte und den in der Mitte vollkommen frei positionierten Pascal Testroet bediente. Der fünf Minuten zuvor eingewechselte Testroet stieg am höchsten und köpfte aus vier Metern zum 2:2-Endstand ein. 25.008 Zuschauer feierten nach dem Schlusspfiff auf dem Rasen und der Tribüne zusammen mit der Mannschaft den Aufstieg in die zweite Bundesliga.

Stimmen zum Spiel

Ich kann es gar nicht richtig glauben und habe es erst mit dem Abpfiff gecheckt. Es ist unbeschreiblich schön. Es war eine geile Saison und es war unglaublich was die Fans abgeliefert haben. Die Feier am Rathaus klingt nach Spaß. Dort werden wir einiges abfeiern.

Alexander Schwolow

Nach dem 1:2 habe ich gehofft, dass der Trainer mich noch bringt. Ich wollte den Fans und dem gesamten Verein unbedingt noch etwas vor meinem Abschied zurückgeben, da sie mich die gesamte Zeit über wirklich immer klasse unterstützt haben. Dann kam die Ecke von Flo und ich stand plötzlich völlig frei am zweiten Pfosten. Zu diesem Zeitpunkt wurde ich schon etwas nervös und dachte mir nur ‚Oh Gott, jetzt einfach nur den Ball treffen.‘ Ich bin unglaublich froh, dass mir das gelungen ist und ich das Tor machen durfte und wir uns endlich für diese tolle Saison belohnt haben.

Pascal Testroet

Das Spiel hat heute wieder einiges an Nerven gekostet, aber ohne Drama geht hier wirklich nichts. Als das 1:2 gefallen ist und ich den Schuss zuvor auch noch abgefälscht habe, war das natürlich ein Schock. Umso wichtiger, dass wir noch einmal zurückgekommen sind und den Aufstieg nach zwei vergebenen Matchbällen klar machen konnten. Natürlich hatten wir von Beginn der Saison eine richtig gute Mannschaft und sind als Favorit ins Rennen gegangen, aber genau das ist auch nicht immer einfach. Umso glücklicher bin ich, dass wir endlich am Ziel angekommen sind und ich jetzt meine ganze Erfahrung in Sachen Aufstiege feiern einbringen kann.

Florian Dick

Die Mannschaft hat wirklich großartiges geleistet in diesem Jahr und ist sowas von verdient aufgestiegen. Das wir am Ende einer solchen Saison etwas auf Reserve laufen ist völlig normal und in meinen Augen auch absolut verständlich. Aber die Mannschaft hat auch nach dem Rückstand noch einmal den Hebel umlegen können und den so wichtigen Ausgleich erzielt. Wir freuen uns natürlich jetzt riesig. Im letzten Jahr sind wir etwa zum gleichen Zeitpunkt abgestiegen und jetzt steigen wir wieder auf. Ein ganz großer Anteil daran gebührt natürlich auch unseren Fans, die die gesamte Zeit über wie eine Eins hinter uns gestanden sind und das hier mit ermöglicht haben.

Norbert Meier

Wir haben es Arminia heute wirklich nicht leicht gemacht. Meine Mannschaft hat von Beginn an gezeigt, was für einen tollen Charakter sie hat und nochmal alles in die Waagschale geworfen. Am Ende hätten wir das Spiel dadurch sogar fast noch gewinnen können. Dass es schlussendlich nicht ganz dazu gereicht hat, ist natürlich etwas schade. Nichtsdestotrotz möchte ich Arminia ganz herzlich zum völlig verdienten Aufstieg gratulieren. Sie haben ein grandioses Jahr in der Liga und im Pokal gespielt und gehören mindestens in die zweite Liga.

Christian Brand

DSC Arminia Bielefeld:
Schwolow – Dick, Hornig, Salger, Schuppan – Junglas, Burmeister (70. Brinkmann/82. Testroet) – Hemlein, Müller, Mast (46. Ulm) – Klos.

SSV Jahn Regensburg:
Bergdorf – Hein, Windmüller (50. Pusch), Nachreiner, Lorenzi, Hofrath – Knoll (59. Güntner), Palionis, Kurz, Hesse (71. Lachheb) – Königs.

Tore:
1:0 (28.) Klos, 1:1 (77.) Königs, 1:2 (80.) Güntner, 2:2 (87.) Testroet.

Gelbe Karten:
Müller, Testroet/Lorenzi, Nachreiner

Gelb-Rote Karte:
Kurz (81.)

Zuschauer:
25.008