DSC Arminia Bielefeld -

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So., 09.02.2014 13:30 Uhr

DSC Arminia Bielefeld(0)
FC St. Pauli (1)

GegnerinfosPK-BerichtSpielberichtStimmenDatenBerichterstattung

Bedeckt beim Thema Aufstieg

Obwohl der Klub vom Kiez nach einer abwechslungsreichen Hinrunde punktgleich mit dem Tabellendritten mitten drin im Kampf um die Aufstiegsplätze ist, hält man sich beim Thema Aufstieg am Millerntor bedeckt.

Zu inkonstant waren die sportlichen Ergebnisse in der Hinrunde. Wegen der durchwachsenen Ergebnisse und vor allem unterschiedlicher Vorstellungen in den Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung wurde Trainer Michael Frontzeck, von 2008 bis 2009 auch in Bielefeld auf der Trainerbank aktiv, nach der 1:4-Niederlage beim 1.FC Kaiserslautern am 13. Spieltag entlassen. Sein bisheriger Assistent Roland Vrabec übernahm als Interimstrainer kurzfristig das Ruder an der Elbe– mit Erfolg. Zur Belohnung wurde sein Vertrag in einen Cheftrainervertag bis 2015 umgewandelt.

Auffällig: St. Paulis bisherige Heimbilanz ist in dieser Saison ungewohnt durchwachsen. Bereits vier Spiele verlor der FC vor heimischem Publikum, zuletzt gab es zum Jahresabschluss gegen Arminias Mitaufsteiger Karlsruher SC ein 0:2 – das bedeutet nur Platz 11 in der Heimtabelle. Stattdessen verbuchten die Kiezkicker die Vielzahl ihrer Punkte in fremden Stadien. Nur zwei Mal mussten sie die Rückreise mit leeren Händen antreten, 17 Zähler fuhren sie ein – Platz 2 in der Auswärtstabelle. Die Kiezkicker dürften mit dem DSC noch eine Rechnung offen haben. Schließlich setzte es im Hinspiel eine 0:1-Heimniederlage gegen Arminia. Genügend Motivation also, die gute Auswärtsbilanz in Bielefeld auszubauen.

„Zwei bis drei offene Positionen“

Auf der heutigen Pressekonferenz im Presseraum der SchücoArena äußerte sich Arminias Cheftrainer Stefan Krämer zu allen relevanten Themen vor dem Pflichtspielauftakt im neuen Jahr gegen den FC St. Pauli.

Für die kommende Begegnung wird Krämer neben den Langzeitverletzten Dennis Riemer, Philipp Heithölter und Oliver Petersch auch auf Jan Fießer (Rückenprobleme), Christian Müller (Aufbautraining) und Arne Feick (Gelbsperre) verzichten müssen. Trotz der nicht wenigen Ausfälle ist die Konkurrenz im Kampf um eine Kadernominierung weiterhin groß: „Die Spieler freuen sich auf das Spiel. Wir haben nun die sehr schwierige Aufgabe, von den 23 fitten Spielern fünf Spieler aus dem 18er-Kader streichen zu müssen.“

Die Planungen für die Startaufstellung seien laut Krämer dennoch weit fortgeschritten: „Zwei bis drei Positionen werden davon abhängig sein, in welcher Grundformation wir am Sonntag antreten werden. Um das ausfindig machen zu können, trainieren wir heute unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Da sich St. Pauli bereits in Bielefeld aufhält, ist das die logische Konsequenz und wahrt uns gleichzeitig die Möglichkeit, das ein oder andere noch auszuprobieren.“

Im Rückblick auf die bislang absolvierte Vorbereitung zog Arminias Trainer ein positives Fazit: „Wir sind körperlich in einem Top-Zustand und werden auch am Sonntag wieder über 90 Minuten marschieren.“ Die neu verpflichteten Kacper Przybylko (1. FC Köln), Ben Sahar (Hertha BSC Berlin) und Vujadin Savic (Girondins Bordeaux) werden laut Krämer die Qualität des Kaders verbessern und seien bereits gut im Team integriert. Für die Begegnung gegen den Kiezklub könnte bereits einer der Neuzugänge in die Startformation rutschen. Auch eine Systemumstellung auf ein 4-4-2 sei laut Krämer immer eine Option: „Ansonsten hätte die Verpflichtung von Kacper Przybylko keinen Sinn gemacht.“

Dem Kiezklub zollte Krämer im Vorfeld eine Menge Respekt: „St. Pauli hat eine gute Mischung aus erfahrenen Defensivspielern sowie quirligen und schnellen Offensivspielern. Ihre größte Stärke ist ihr extrem variables Offensivspiel, das schwer zu verteidigen ist.“ Um auch der Hamburger Offensivkraft besser standhalten zu können, habe man in der Vorbereitung intensiv an der Defensivarbeit trainiert: „Die Anzahl der Gegentore ist immer ein Ergebnis der Arbeit aller Feldspieler. Wir haben in unserer Rückwärtsbewegung große Fortschritte gemacht, schließen schneller die zuvor vernachlässigten Passwege und arbeiten noch aggressiver gegen den Ball. Das hat in der Vorbereitung bereits gut ausgesehen. Jetzt geht es darum, das auf dem Platz umzusetzen.“

Für den Rückrundenauftakt hat Arminia Bielefeld bisher 22.500 verkauft, 24.000 Zuschauer werden erwartet. Trotz des hohen Zuschaueraufkommens am Sonntag appellierte Arminias Coach an das Bielefelder Publikum, auch in den kommenden Heimspielen des DSC so zahlreich zu erscheinen: „Wir wollen mit unserem Fußball die Leute davon begeistern, auch gegen weniger attraktive Gegner zahlreich den Weg in die SchücoArena zu finden. Die Zuschauer sollen kommen, um Arminia zu sehen.“

Arminia hat das letzte Wort

Arminia erreicht zum Rückrundenauftakt trotz 0:2-Rückstand ein 2:2 (0:1)-Unentschieden gegen den FC St. Pauli.

Im ersten Pflichtspiel des Jahres schickte Stefan Krämer die erwartete Startformation auf den Rasen. In der Startelf stand mit Ben Sahar somit ein Neuzugang. Bereits vor Anpfiff glänzte die Bielefelder Südtribüne mit einer überragenden Choreografie zum 800-jährigen Stadtjubiläum. Gänsehaut!

Den Zuschauern wurde eine ereignisreiche Anfangsphase geboten, in der die Blauen bereits in der ersten Spielminute die erste gute Tormöglichkeit besaßen. Nach einer Flanke von Marcel Appiah köpfte Patrick Schönfeld den Ball auf den im Sechzehner postierten Fabian Klos. Sein Schuss aus der Drehung verfehlte das Tor nur knapp. Nach sieben Minuten sorgte ein Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Peter Gagelmann für Jubel in der SchücoArena: Philipp Riese chippte den Ball auf den in die Mitte gerückten Ben Sahar, dessen mustergültige Weiterleitung per Hacke Schönfeld fand, der regelwidrig im Sechzehner von den Beinen geholt wurde. Thomas Hübener trat an, traf anders als noch im Hinspiel dieses Mal nur die Latte. Paulis Torhüter Philipp Tschauner war bereits in der falschen Ecke.

Nur zwei Minuten später hatten auch die Hamburger ihre erste gute Gelegenheit. Nach einem Freistoß vom Ex-Arminen Marc Rzatkowski kam Sebastian Schachten zum Kopfball, den Patrick Platins glänzend auf der Linie klären konnte (9.). Auch in der Folgezeit blieb es ein munteres Zweitligaspiel, in dem beide Mannschaften ihre Chance in der Offensive suchten. Die nächste gute Möglichkeit für den DSC hatte Sahar, der von Schönfeld auf der rechten Seite geschickt wurde und in den Sechzehner eindrang. Der Abschluss war jedoch nicht platziert genug, um St. Pauli-Torhüter Philipp Tschauner ernsthaft in Verlegenheit zu bringen (19.).

Danach verflachte das Spiel ein wenig, auch wenn Arminia offensiv in Ansätzen weiterhin zu gefallen wusste. Die Gäste aus Hamburg sorgten nach Eckbällen immer wieder für Gefahr im Bielefelder Sechzehner. In der 30. Spielminute dann der Führungstreffer für den Kiezklub: Tom Trybull verzögerte das Spiel, behielt die Übersicht und chippte den Ball in den Sechzehner. Lennart Thy nutzte einen Ausrutscher von Appiah eiskalt und netzte den Ball mit einem Flachschuss ins rechte untere Ecke an Platins vorbei – 0:1 aus Sicht der Blauen.

Das Führungstor gab den Gästen zwar Sicherheit, Chancen aus dem Spiel erspielte sich der Tabellensechste gegen die meist gut gestaffelte Hintermannschaft des DSC kaum. Zahlreiche Ecken der Gäste sorgten allerdings immer wieder für brenzlige Situationen. Arminia musste dem hohen Tempo allmählich Tribut zollen und konnte sich keine nennenswerte Chance mehr erspielen. Mit dem 0:1 ging es nach Ablauf der zwei Minuten Nachspielzeit in die Kabinen.

Mit der Führung im Rücken erwischten die Gäste den besseren Start in die zweite Hälfte und überzeugten mit hoher Ballsicherheit und kontrolliertem Aufbauspiel. Die erste dicke Möglichkeit im zweiten Durchgang besaß dennoch der DSC. Nach einem Eckball von Marc Lorenz schraubte sich Fabian Klos in die Höhe und köpfte an den linken Pfosten. Pech für den DSC, Tschauner wäre chancenlos gewesen.

Nachdem Arminia die Schlagzahl gerade wieder erhöht hatte und besser ins Spiel kam, folgte der nächste Rückschlag. Der DSC verlor in der Vorwärtsbewegung den Ball, St. Pauli schaltete blitzschnell um: Christopher Buchtmann brachte den Ball flach vor den Bielefelder Kasten, wo Christopher Nöte ungehindert zum 0:2 einschob (61. Minute). Stefan Krämer reagierte sofort und wechselte Kacper Przybylko für Ben Sahar ein. Und Przybylko sollte schon bald von sich reden machen!

In der 69. Spielminute fiel der verdiente Anschlusstreffer für die Blauen: Nachdem Kacper Pryzbylko die erste Hereingabe von Patrick Schönfeld in den Sechzehner noch knapp verpasste, konnte er die zweite Flanke von Appiah zum 1:2 einköpfen – wieder alles drin für den DSC. Die 23.828 Zuschauer in der gut gefüllten SchücoArena schöpften neue Hoffnung und pushten die Mannschaft nach vorne, während die Blauen am Drücker blieben und St. Pauli gehörig unter Druck setzten. In der 82. Minute verfehlte Appiah mit einem artistischen Fallrückzieher nach Eckball von Lorenz nur knapp das Tor. Die Gäste zogen sich nun weit in die eigene Hälfte zurück und lauerten auf Konter, während der DSC zur Schlussoffensive ansetzte.

Es lief bereits die 92. Spielminute der dreiminütigen Nachspielzeit, als Patrick Schönfeld Marcel Appiah auf dem rechten Flügel einsetzte, dessen Flanke erneut Kacper Przybylko per Kopf zum 2:2 versenkte. Die SchücoArena stand Kopf, Arminia hatte sich zurückgefightet und sich selbst für eine bärenstarke zweite Halbzeit belohnt. Kurz darauf pfiff Schiedsrichter Gagelmann ab.

Die Stimmen zum Spiel auf ArminiaClubTV:

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Stimmen zum Spiel

Mit dem Ergebnis können wir als Mannschaft zufrieden sein. St. Pauli ist keine Laufkundschaft und wenn man so spät den Ausgleich erzielt, ist man natürlich glücklich. Die Stimmung war einfach überragend und es ist ebenso bemerkenswert, wie sehr die Fans über das gesamte Spiel hinter uns gestanden haben.

Marcel Appiah

Das Spiel war auf wirklich hohem Zweitliga-Niveau mit viel Tempo, viel Intensität und einen guten Fußball. Insgesamt sind wir gut in das Spiel reingekommen. Dass der Elfmeter durch Hübener nicht rein geht, das passiert halt mal. Leider schießen wir uns das 0:1 im Anschluss dann selber. In der zweiten Halbzeit wollten wir das Spiel noch drehen, laufen aber postwendend in einen Konter, den St. Pauli super ausspielt. Danach brauchst du natürlich eine richtige Mentalität, um den Rückstand nochmal zu biegen. Aber die hat meine Mannschaft. Natürlich gehört zu einem so späten Treffer auch ein bisschen Glück dazu, aber wenn ich das Spiel in seiner Gesamtheit betrachte, ist der Ausgleich absolut verdient gewesen.

Stefan Krämer

Saugeil, ich freue mich riesig! Wir haben am Ende wirklich alles herausgeholt was drin war und ein, wie ich finde, verdientes Unentschieden erreicht. Kacper gönne ich es auch total, dass er hier heute zwei Tore macht. Er hat in der Vorbereitung alles gegeben und sich nun einfach selbst dafür belohnt. Insgesamt denke ich, dass die Zuschauer heute ein außergewöhnliches Zweitligaspiel gesehen haben. Um ehrlich zu sein, kann ich mich nicht daran erinnern, wann wir zuletzt eine so temporeiche Partie gehabt haben. Mit dem Auftritt haben wir jetzt aber nochmal ordentlich Selbstvertrauen getankt und wollen natürlich auch in Paderborn punkten.

Manuel Hornig

Wir hatten zunächst etwas Glück, dass wir mit dem Elfmeter nicht in Rückstand geraten. Danach haben wir uns aber gefangen und das Spiel auch über weite Strecken kontrolliert. Nach dem 2:0 haben wir jedoch viele Umschaltsituationen liegen gelassen und den Gegner damit am Leben gehalten. Das wir am Ende noch zwei Gegentreffer kassieren, darf uns einfach nicht passieren. So fühlt sich dieses Unentschieden natürlich in erster Linie wie eine Niederlage an.

Roland Vrabec

Das ist natürlich ein super Einstand für mich. Ich bin froh, dass der Trainer mir heute das Vertrauen geschenkt hat und ich die Chance bekommen habe, der Mannschaft in der Schlussphase zu helfen. Ein großes Lob gilt dem gesamten Team, das über 90 Minuten super gekämpft hat. Am Ende war das Unentschieden damit auch verdient.

Kacper Przybylko

DSC Arminia Bielefeld:
Platins – Appiah, Hübener, Hornig, Salger – Schütz (86. Rahn), Riese (90.+3 Savic) – Sahar (65. Przybylko), Schönfeld, Lorenz – Klos.

FC St. Pauli:
Tschauner – Schachten, Thorandt, Gonther, Halstenberg – Buchtmann – Rzatkowski (77. Kalla), Trybull – Bartels – Nöthe (63. Verhoek), Thy (86. Nehrig).

Tore:
0:1 (30.) Thy, 0:2 (61.) Nöthe, 1:2 (69.) Przybylko, 2:2 (90.+2) Przybylko.

Gelbe Karten:
-/Rzatkowski, Buchtmann, Halstenberg

Zuschauer:
23.828

Besonderes Vorkommnis:
Hübener schießt Foulelfmeter an die Latte (7.)