DSC Arminia Bielefeld -

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Sa., 21.09.2013 13:00 Uhr

DSC Arminia Bielefeld(0)
SV Sandhausen (0)

GegnerinfosPK-BerichtSpielberichtStimmenDatenBerichterstattung

Großer Umbruch im Sommer

Nach sportlichen Gesichtspunkten müsste der SV Sandhausen in der aktuellen Saison eigentlich in der 3. Liga spielen. Vergangene Saison erreicht man als Aufsteiger in der 2. Liga nur den 17. Platz, gleichbedeutend mit dem Abstieg.

Doch weil der MSV Duisburg die Lizenz für die 2. Fußball-Bundesliga nicht erhielt, erreichte der SV Sandhausen den Klassenerhalt am grünen Tisch. Aufgrund der langwierigen Verfahren von DFL und DFB hatten die Sandhäuser, wie sie offiziell genannt werden (möchten), bei der Kaderplanung nicht besonders viel Geld. Aber dennoch erwiesen sich die Verantwortlichen als tüchtig und tauschten mehr als den halben Kader aus.

Sage und schreibe 18 Abgänge wurden durch 17 Neuzugänge ersetzt. Schmerzhaft vermisst werden von den 18 Spielern, die den Club verlassen haben, jedoch nur zwei. Zum einen ist das Jan Fießer, der in der abgelaufenen Saison Sandhausens konstantester Spieler war und nun beim DSC aktiv ist. Der zweite im Bunde ist Andrew Wooten, der als Leihgabe des 1.FC Kaiserslautern immerhin 7 Treffer erzielte und damit effektivster Sandhäuser war.

Eine Stammformation hat der neue Trainer Alois Schwartz, der aus Erfurt nach Sandhausen kam, noch nicht gefunden. Auch aufgrund von Verletzungsproblemen hat er an den ersten Spieltagen viele Wechsel vorgenommen. Dennoch hat der SVS in den ersten Spielen bereits nachgewiesen, das er sich durchaus berechtige Hoffnungen auf den Klassenerhalt machen darf.

“Die richtige Balance finden”

Vor dem Heimspiel gegen den SV Sandhausen gab Trainer Stefan Krämer Auskunft über alle relevanten Themen.

Die personelle Situation ist weiterhin unverändert. Bis auf Oliver Petersch und Dennis Riemer sind alle Spieler gesund und einsatzbereit. Jan Fießer ist nach seiner Innenbanddehnung im Knie seit dieser Woche wieder im Mannschaftstraining. Für einen Einsatz am Samstag kommt er jedoch noch nicht in Frage. Anders sieht es bei Anass Achahbar aus, für den Stefan Krämer durchaus Chancen auf einen Einsatz sieht: „Anass hat super Qualitäten und kann mit seinen unberechenbaren Aktionen am Ball durchaus für den Unterschied sorgen.“ Ob es Änderungen in der Startelf geben wird, ließ der DSC-Coach offen. Trotz der zwei Siege in Folge, sei die gleiche Startformation nicht unbedingt zwangsläufig: „Von der Trainingsleistung her, hätte es jeder Spieler verdient, in der Anfangself zu stehen. Unsere Kaderbreite ermöglicht es, auf jede Spielsituation reagieren zu können. Natürlich gibt es Härtefälle, aber bis jetzt kanalisieren die Spieler das super.“

Vor der englischen Woche, die für den DSC drei Spiele in nur sieben Tagen bedeutet, stand während der Trainingswoche die körperliche Arbeit im Vordergrund. „Wir müssen nun die richtige Balance zwischen Stabilität im Defensivverbund und unseren offensiven Möglichkeiten finden“, verriet Stefan Krämer. „Mit der Trainingsintensität und -leistung bin ich super zufrieden und das stimmt mich optimistisch, dass wir ein gutes Spiel gegen Sandhausen machen werden“. Besonders der Mumm und Wille, Tore zu erzielen, soll am Samstag laut Krämer erkennbar sein.

Trotzdem wird man den SV Sandhausen nicht unterschätzen: „Wir dürfen den Namen Sandhausen auf keinen Fall mit mangelnder Stärke verwechseln, denn die Truppe kommt sehr über die mannschaftliche Geschlossenheit und hat bereits bewiesen, was für einen qualitativ hochwertigen Fußball sie spielen können. Auch im letzten Spiel gegen den TSV 1860 München habe ich eine sehr erwachsene Leistung und einen hoch verdienten Sieg gesehen“. Das lasse ihn darauf schließen, dass die Mannschaft wieder an ihr Limit gehen muss und Kleinigkeiten über den Spielverlauf entscheiden werden.

Am Samstag erwartet der DSC ca. 12.000 Zuschauer in der SchücoArena. Tickets sind weiterhin im Fan- und Ticketshop sowie in allen bekannten DSC-Vorverkaufsstellen erhältlich.

Jerats Doppelpack ebnet den Weg

Arminia besiegt Sandhausen verdient mit 2:1 (0:0) und grüßt voerst von Platz 3.

Gegen den SV Sandhausen vertraute Trainer Stefan Krämer vor 11.037 Zuschauern der gleichen Startformation, die bereits im letzten Auswärtsspiel gegen Erzgebirge Aue auf dem Platz stand und mit 2:0 gewann.

Der DSC erwischte einen schwungvollen Start in die Partie. Gleich in der ersten Minute verfehlte Fabian Klos nach starkem Zuspiel von Marcel Appiah nur knapp den Kasten von Manuel Riemann. Doch auch der SV Sandhausen versteckte sich in der Anfangsphase nicht und hatte in Person von Ranisav Jovanovic die erste Chance, dessen Flachschuss Patrick Platins jedoch zur Ecke klären konnte (4.). Kurz darauf wieder der DSC mit einer Riesenchance zur Führung, doch Sebastian Hille verfehlte das Tor nach guter Vorarbeit von Patrick Schönfeld nur um Zentimeter (7.). Arminia hatte in dieser Phase mehr vom Spiel, doch Sandhausen kam durch Standards immer wieder gefährlich vor den Bielefelder Kasten. Dennoch blieb der DSC am Drücker und hatte wenig später durch Klos erneut zwei gute Möglichkeiten in Führung zu gehen.

Sandhausen fand ab Mitte der ersten Halbzeit besser in die Partie und erarbeitete sich leichte Feldvorteile. In der 29. Minute hatte Arminia Glück, als Manuel Stiefler nach einer undurchsichtigen Situation im DSC-Strafuram nur den Pfosten traf. Nur sechs Minuten später war es wieder der SVS, der nach einem Freistoß abermals gefährlich wurde. Jovanovics Kopfball konnte Platins jedoch auf der Linie festhalten. Arminia tat sich zunehmend schwerer gegen agile Sandhäuser. Kurz vor der Halbzeitpause verpasste Hille nur knapp eine scharfe Hereingabe von Christian Müller, die ein Sandhäuser Abwehrspieler gerade noch klären konnte (45.). So ging es torlos in die Halbzeitpause.

Die Blauen erwischten auch in der zweiten Halbzeit den besseren Start. Nach einem Foul an Marcel Appiah schlug Christian Müller den Ball perfekt auf den Kopf von Tim Jerat, der ohne Mühe einnickte – 1:0 für den DSC (49.). Der Führungstreffer gab den Blauen nun mächtig Auftrieb. Immer wieder wurde es gefährlich vor dem Sandhäuser Tor. In der 60. Minute dann eine Doppelchance für den DSC. Nach scharfer Hereingabe von Arne Feick verpassten zunächst Müller und Klos die Kugel, der eingewechselte Johannes Rahn holte sich jedoch den Ball und flankte zu Klos, der nur knapp mit dem Kopf das Tor verfehlte (63.). Besser machte es nur wenige Minuten später erneut Tim Jerat, der nach Vorlage von Rahn den Ball per Brust mustergültig mitnahm und trocken aus sechzehn Metern zum 2:0 verwandelte.

Das reichte den Blauen allerdings noch nicht und sie versuchten, den Deckel draufzumachen. Tom Schütz zirkelte einen Freistoß aus 19 Metern an die Latte (70.) und Müller scheitert kurz darauf freistehend vor Riemann (73.). Es folgte der Anschlusstreffer für Sandhausen quasi aus dem Nichts: Eine Hereingabe der Sandhäuser köpfte Johannes Rahn nach einem Aufsetzer unglücklich in das eigene Tor – nur noch 2:1 (77.) für Arminia. Die Zuschauer in der SchücoArena mussten nun noch einmal zittern, doch Arminia verwaltete den Vorsprung souverän und fuhr den wichtigen Dreier ein.

Mit einem Sieg gegen Kaiserslautern im nächsten Liga-Heimspiel am 4. Oktober wäre der DSC über ein Jahr in Liga-Spielen zuhause ungeschlagen.

Stimmen zum Spiel

Ich habe mich nach dem 2:0 eigentlich auf einen ruhigeren Nachmittag eingestellt. Schade, dass es dann durch das Eigentor noch einmal spannend wurde und ich des Öfteren eingreifen musste. Aber wenn wir die Chancen vorne nicht rein machen, dann muss man am Ende halt noch zittern.

Manuel Hornig

Jeder, der die Spiele von Sandhausen gegen 1860 München und dem 1. FC Kaiserslautern gesehen hat, wusste, wie schwer die Partie heute werden würde. Trotzdem wollten wir heute so reinkommen wie gegen Aue. Das ist uns in den ersten 20 Minuten auch gut gelungen. Kurz vor der Halbzeit haben wir dann aber ein bisschen den Faden verloren. Der frühe Treffer nach dem Wechsel ist uns dann natürlich entgegen gekommen. Mit dem 2:0 und den vielen Chancen im Anschluss fühlt sich der 2:1-Erfolg dann auch wie ein zu Null-Sieg an. Nichtsdestotrotz macht der Gegentreffer das Spiel am Ende nochmal knifflig.

Arne Feick

Es passiert nicht alle Tage, dass ich zwei Tore in einem Spiel erziele. Für mich ist aber wichtiger, dass wir die drei Punkte heute zuhause behalten haben. Die erste Halbzeit war meines Erachtens sehr ausgeglichen. Nach der Pause konnten wir dann eine Schippe drauflegen und uns viele Chancen erarbeiten. Am Ende haben wir so auch verdient gewonnen.

Tim Jerat

Wir sind gut in die Partie reingekommen. Speziell die Anfangsviertelstunde hat mir gut gefallen, in der wir auch ein bis zwei gute Möglichkeiten hatten. Ab der 35. Minute wurde Sandhausen besser. Beim Foul gegen Müller in der ersten Halbzeit hätten wir einen Elfmeter kriegen können. Wichtig war es, die Balance vor dieser Kulisse zwischen Offensive und Defensive zu finden, was uns auch größtenteils gut gelungen ist. Der Standard zum 1:0 war so etwas wie der Dosenöffner für uns. Dadurch wurden wir schneller, ballsicherer und zielstrebiger gerade im Spiel nach vorne. Ein 3:0 in dieser Phase wäre für die Nerven sicherlich weniger anstrengend gewesen, doch das ist eben Arminia. So wurde das Spiel durch das 2:1 noch einmal spannend. Wenn uns vorher einer gesagt hätte, dass wir vierzehn Punkte nach acht Spielen haben würden, dann hätte ich ihm zum Doktor geschickt – und zwar nicht zu einem allgemeinen, sondern zu einem Spezialisten.

Stefan Krämer

Natürlich bin ich enttäuscht über das Ergebnis, aber nicht über die Art und Weise, wie wir heute aufgetreten sind. Wir haben eine gute erste Halbzeit gespielt, in der wir mit zunehmender Dauer immer stärker geworden sind und drei richtig gute Möglichkeiten hatten. Beim Gegentor passen wir nicht gut auf. Danach war Arminia die klar bessere Mannschaft und hätte noch deutlicher führen können. Wir bekommen dann den Anschlusstreffer mehr oder weniger geschenkt und konnten dadurch das Spiel noch einmal spannend gestalten. Ein Punktgewinn wäre nach 90 Minuten auch verdient gewesen.

Alois Schwartz

DSC Arminia Bielefeld:
Platins – Appiah, Hübener, Hornig, Feick – Schütz, Jerat – Hille (52. Rahn), Müller (84. Riese), Schönfeld (78. Lorenz) – Klos.

SV Sandhausen:
Riemann – Schauerte, Olajengbesi, Hübner, Achenbach – Linsmayer, Tüting (62. Löning) – Stiefler, Ulm (79. Adler), Thiede (79. Blum) – Jovanovic.

Tore:
1:0 (49.) Jerat, 2:0 (68.) Jerat, 2:1 (77., Eigentor) Rahn.

Gelbe Karten:
Schütz, Klos, Appiah, Jerat/Tüting, Linsmayer, Hübner, Jovanovic

Zuschauer:
11.037