DSC Arminia Bielefeld -

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Fr., 26.07.2013 18:30 Uhr

DSC Arminia Bielefeld(0)
1. FC Union Berlin (1)

GegnerinfosPK-BerichtSpielberichtStimmenDatenBerichterstattung

Den Aufstieg im Visier

Dass Arminia mit Greuther Fürth, Union Berlin und Eintracht Braunschweig keine leichten Gegner zu Beginn der zweiten Bundesliga hat, sollte mittlerweile jedem bekannt sein. Zum Heimauftakt schaut gleich ein potenzieller Aufstiegskandidat in der SchücoArena vorbei.

Die „Eisernen“ sind in der zweiten Liga als Top-Team einzuordnen und werden immer wieder als Aufstiegskandidat genannt. Seit der Saison 2009/10 haben sie sich in der zweithöchsten deutschen Spielklasse festgesetzt und schielen nun in Richtung Liga eins. Doch auch in der letzten Spielrunde hatten sie dieses Ziel vorsichtig ins Visier genommen und mussten sich am Ende mit einem siebten Tabellenplatz und 49 Punkten zufrieden geben. Trainer Uwe Neuhaus, der bereits seit 2007 das Amt des Cheftrainers bei Union besetzt und damit der dienstälteste Trainer der zweiten Bundesliga ist, zog deshalb das Fazit, eine „enttäuschende Saison“ gespielt zu haben.

Rechtfertigen kann man diese Schlussfolgerung mit diversen Gründen. Der schwache Start in der Hinrunde ließ kein Fanherz höher schlagen. In den ersten fünf Spielen gelang den Eisernen kein Sieg, aus den ersten 17 Partien holten sie nur 24 Punkte und ließen wichtige Zähler gegen Absteiger wie den SSV Jahn Regensburg liegen. Auch in der Rückrunde platzte der Knoten nicht. Für einen Verein, der ursprünglich den Aufstieg im Visier hatte, ist das durchaus enttäuschend.

Für frischen Wind sollen deshalb nun die zehn Neuzugänge (Eigengewächse inbegriffen) sorgen, mit denen sich die Berliner für diese Saison verstärkt haben. Ein Top-Transfer ist Damir Kreilach. Mit dem Kroaten, der aus Rijeka nach Berlin kam und im zentralen Mittelfeld für Ordnung und Stabilität sorgen soll, sind hohe Erwartungen verbunden. Der 24-Jährige Sechser soll zudem das Offensivspiel ankurbeln. Trainer Uwe Neuhaus sieht den Kroaten bereits als festen Bestandteil der Stamm-Elf. Ebenfalls eine wichtige Stütze soll Mario Eggimann sein. Der Innenverteidiger wechselte von Hannover 96 zu Union. Zu den Neuzugängen zählen auch fünf Spieler, die den Sprung von der A-Jugend zu den Profis geschafft haben.

In der Vorbereitung konnten sich die Berliner sehr gut präsentieren. In sechs Testspielen blieb die Neuhaus-Elf ungeschlagen, fertigte zuletzt sogar den amtierenden schottischen Meister und Pokalsieger Celtic Glasgow mit 3:0 ab. Mit etwas Kontinuität im Spiel sollte einem guten Zweitliga-Start folglich auch nichts im Wege stehen.

Statistisch gesehen sprechen die Fakten für Union. Von insgesamt acht Begegnungen konnten die Berliner vier für sich entscheiden, zweimal trennten sich die beiden Teams Unentschieden und zweimal konnte Arminia den Sieg einfahren. Das letzte Aufeinandertreffen fand in der Spielzeit 2010/11 statt. Am 22.03.2011 gingen beiden Mannschaften nach einem 2:2 mit jeweils einem Punkt nach Hause.

„Die SchücoArena zur Festung machen“

Vor dem ersten Heimspiel gegen Union Berlin sprach Trainer Stefan Krämer auf der heutigen Pressekonferenz über alle relevanten Themen.

Die heutige Pressekonferenz fand bei Arminias langjährigem Sponsor Bürenkemper statt, Filialleiter Thomas Hanneforth und seine Mitarbeiterinnen hatten vorab für das leibliche Wohl aller Anwesenden gesorgt. Personell hat Arminia neben den bisherigen Ausfällen Dennis Riemer, Johannes Rahn, Pascal Testroet und Jan Fießer zusätzlich noch das Fehlen von Christian Müller zu verkraften. Er leidet an einem entzündeten Nerv im Oberschenkel. Eine Woche später im DFB-Pokal gegen Braunschweig ist er aufgrund der gelb-roten Karte vom letzten Jahr gegen Bayer Leverkusen ohnehin gesperrt. „Zum Spiel gegen St. Pauli wird er hoffentlich wieder fit sein, da er in den letzten Wochen ein sehr leistungsstabiler Spieler war“, sagte Stefan Krämer.

Aus der Hitzeschlacht in Fürth sind ansonsten alle Spieler fit rausgekommen und Stefan Krämer war mit der Trainingswoche durchaus zufrieden. Heute Morgen gab es nach dem reinen Taktiktraining eine lange Videoanalyse, wobei vor allem die Szenen in der Anfangsphase genauer untersucht wurden. „Von der ersten bis zur 20. Minute hat das Team geschlafen, hatte keinen Zugriff und kein Selbstvertrauen, um gegen den Erstligaabsteiger zu bestehen. Danach haben sie sich aber gefangen und höchstes Niveau im Umschaltverhalten gezeigt“, so Krämer.

Jetzt gilt es das Verhalten nach einem Ballgewinn zu konservieren, aggressiv in den Zweikampf zu gehen und keine schlechte Phase zu haben, die bitter bestraft wird. Das letzte Spiel hat gezeigt, dass Fehler schneller bestraft werden als in der dritten Liga. „Ich glaube, dass die Basis, um in der zweiten Liga zu bestehen, für uns die Heimspiele sind. Wir können uns auf die Zuschauer verlassen, sie mitnehmen und Ihnen zeigen, dass es sich lohnt uns zu unterstützen. Wir wollen das gesteigerte Interesse an Arminia festigen und die SchücoArena zur Festung machen“, stellte Krämer klar heraus.

Den Gegner sieht der Coach von Arminia als absoluten Aufstiegskandidaten, der letztes Jahr nicht aufgestiegen sei, weil auswärts zu viele Punkte liegen gelassen wurden. Trotzdem wollen die Arminen am Freitagabend mit drei Punkten ins Wochenende gehen: „Mit der Wut im Bauch wollen wir jetzt Reaktion zeigen und haben mit den fantastischen Zuschauern das Ziel vor Augen, zu gewinnen. Wir wollen uns reinkämpfen, reinbeißen, reingraben in die zweite Liga.“

 

Arminias Leidenschaft wird belohnt

Arminia erreicht im ersten Heimspiel gegen den Aufstiegskandidaten Union Berlin ein mehr als verdientes 1:1 (0:1)-Unentschieden.

15.488 Fans verschlug es am Freitagabend zum ersten Heimspiel des DSC Arminia Bielefeld in die SchücoArena, um ihre Mannschaft anzuheizen. Arminen-Coach Stefan Krämer veränderte im Gegensatz zum Spiel gegen die SpVgg Greuther Fürth die Startelf auf zwei Positionen. Für Jonas Strifler besetzte Marcel Appiah die Position des Rechtsverteidigers und für den verletzten Christian Müller rückte Philipp Riese in die Anfangsformation.

Anders als in Fürth begannen die Arminen die Partie gegen die Eisernen mit deutlich mehr Selbstvertrauen. Die kampfbereite und sichere Einstellung verhalf ihnen in den ersten 15 Minuten zu vielen Aktionen vor dem Tor von Daniel Haas. Nach einer Ecke köpfte Fabian Klos knapp am Unioner Tor vorbei (12. Minute), bevor in der 16. Minute Patrick Schönfeld mit einem satten Schuss aus 20 Metern an Keeper Daniel Haas scheiterte. Auf der anderen Seite sorgte Simon Terodde für Unruhe im Bielefelder Strafraum, Stefan Ortega Moreno klärte jedoch sicher mit der Faust.

Die erste gute Aktion der Gäste wurde den Arminen dann in der 25. Minute zum Verhängnis. Michael Parensen flankte gefährlich in den Strafraum, wo Adam Nemec zuerst am Ball war und die Unioner in Führung köpfte. Von da an gestaltete sich die Partie ausgeglichener, die Berliner Gäste spielten nun auch mit mehr Zug zum Tor, wobei klare Torchancen auf beiden Seiten ausblieben.

Auch nach der Pause nahm keines der beiden Teams das Tempo aus dem Spiel. Nach einer Möglichkeit von Nemec waren es jedoch die Blauen, die den verdienten Ausgleich erzielen konnten. Im Unioner Strafraum spielte Tim Jerat Patrick Schönfeld an, dieser legte auf Klos ab, der zum 1:1 einnetzte (54.). Beflügelt vom Ausgleich suchten die Arminen weiterhin den Weg zum Tor und verpassten bei Chancen durch Marcel Appiah (58.) und Fabian Klos (59.) nur knapp die Führung.

Nach einer ruhigen, eher von Fouls geprägten Phase, war es erneut Appiah der nach einer Ecke von Marc Lorenz, das gegnerische Tor mit dem Kopf nur knapp verfehlte (77.). Im Gegenzug setzte sich Sören Brandy vorm Bielefelder Tor gegen Hornig durch, Ortega Moreno hielt aber sicher.

In der Schlussphase kamen beide Teams nicht mehr zu gefährlichen Chancen. Arminia hatte sich den einen Punkt jedoch mehr als genug verdient.

Stimmen zum Spiel

Ich bin mit dem Spiel und der Leistung meiner Mannschaft extrem zufrieden, mit dem Ergebnis aber nur bedingt. Wir hatten das ganze Spiel über 7:0 Ecken und besonders nach dem Ausgleich zahlreiche Chancen, sodass wir die drei Punkte auch durchaus verdient gehabt hätten. Wie schon in Fürth sind wir heute wieder marschiert wie die Geisteskranken und sind jedem Ball hinterhergejagt. Genau mit dieser Spielweise sind wir für jeden Gegner unangenehm. Nichtsdestotrotz ist Fußball leider nunmal ein Ergebnissport und da ist – für den Aufwand, den wir heute und in Fürth betrieben haben – ein Punkt aus zwei Spielen zu wenig.

Stefan Krämer

Zu der Partie gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. Wir wollten das Spiel von Beginn an anders gestalten und Bielefeld früh unter Druck setzen. Das haben wir heute nicht geschafft, sodass wir insgesamt nicht zufrieden sein können.

Uwe Neuhaus

Ich denke wir haben heute ein gutes Spiel gemacht, in das wir vor allem viel griffiger reingekommen sind als in Fürth. Mit etwas Glück hätten wir nach dem Ausgleich dann auch noch das 2:1 machen können, sodass wir auch heute wieder gezeigt haben, dass durchaus mehr drin ist. Nimmt man beide Spiele zusammen, so kann man in erster Linie festhalten, dass wir gut mithalten können. Das macht Hoffnung auf mehr.

Marcel Appiah

Wir haben in einer guten ersten Halbzeit Union an die Wand gespielt und sind mit den Fans im Rücken gegen den Aufstiegskandidaten angerannt. Vom Kampf und der Motivation her waren wir Union überlegen und der Ausgleich war hoch verdient. Mit dieser Truppe und den Fans im Rücken können wir definitiv in der zweiten Liga mithalten. Wichtig war, dass wir nicht aufgegeben haben, und mit den Zuschauern hinter uns Leidenschaft gezeigt haben.

Marc Lorenz

Wir sind das ganze Spiel über gut gestanden, hatten eine gute Taktik und waren von Anfang bis Ende die dominierende Mannschaft. Wir wollten auf gar keinen Fall so eine Anfangsphase wie in Fürth haben und waren uns in der Halbzeit nach dem Rückstand sicher, dass wir das Spiel noch drehen können. Die Zuschauer haben uns über 90 Minuten hinweg angetrieben. Wir wissen, dass wir in der Liga mithalten können. Ich bin stolz auf die Truppe, wir haben einen Aufstiegskandidaten dominiert.

Manuel Hornig

Ich bin mit dem Spiel zufrieden, mit dem Ergebnis allerdings nicht. Wir haben so viel investiert und ein Sieg wäre schöner gewesen. Wir müssen nicht darüber diskutieren, ob wir mithalten können. Bei der Art und Weise wie wir aufgetreten sind, ist es umso ärgerlicher, dass es jetzt nur ein Punkt ist. Mit etwas Glück wäre der Sieg noch drin gewesen, aber wir haben letztes Jahr schon gesehen, dass das Glück irgendwann wieder kommt. Nach dem 1:1 haben wir es geschafft noch mehr Druck zu entwickeln, wir müssen uns keine Sorgen machen, hier nicht mithalten zu können.

Fabian Klos

Arminia Bielefeld: Ortega Moreno – Appiah, Hübener, Hornig, Lorenz – Riese – Schütz, Jerat – Schönfeld (67. Petersch) – Hille, Klos (89. Sembolo).

Union Berlin: Haas – Pfertzel, Eggimann (70. Stuff), Schönheim, Parensen – Kreilach (66. Kohlmann) – Özbek, Dausch (46. Brandy) – Mattuschka – Terodde, Nemec.

Tore: 0:1 (25.) Nemec, 1:1 (54.) Klos.

Gelbe Karten: -/Kreilach, Eggimann, Mattuschka, Özbek, Terodde

Zuschauer: 15.488