DSC Arminia Bielefeld -

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Fr., 22.11.2013 18:30 Uhr

DSC Arminia Bielefeld(0)
VfL Bochum 1848 (1)

GegnerinfosPK-BerichtSpielberichtStimmenDatenBerichterstattung

Zurück in der Erfolgsspur

Eigentlich begann die Saison für den VfL äußerst vielversprechend. Man bezwang den 1.FC Union Berlin (2:1), den SC Paderborn 07 (4:2) sowie die SpVgg Greuther Fürth (2:0) und holte gegen den FC St. Pauli immerhin ein Remis (2:2).

Doch mit der Niederlage im eigenen Stadion gegen den VfR Aalen (1:2) geriet die Mannschaft von Peter Neururer in eine Negativspirale. Es setzte weitere Niederlagen gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte: Man verlor auch in Sandhausen (0:1), gegen Ingolstadt (0:1) und bei Erzgebirge Aue (1:2) und rutschte dadurch in den Tabellenkeller. Dabei hatte Bochums Kulttrainer Neururer seine Mannschaft zuvor noch auf Augenhöhe mit dem 1. FC Köln vermutet. Mittlerweile ist man beim Revierklub wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen und blickt skeptisch auf das aktuelle Geschehen. Dennoch: Der VfL hat in dieser Saison bereits bewiesen, zu was die Mannschaft im Stande sein kann und verfügt über zahlreiche qualitativ hochwertige Spieler, die es für Arminia nicht zu unterschätzen gilt. So schaffte man jüngst auch wieder die Wende zum Positiven mit zwei 1:0-Siegen in Cottbus und gegen Köln.

Mit dem Japaner Yusuke Tasaka, dem dänischen Neuzugang Ken Ilsö und dem bulligen Stürmer Richard Sukuta-Pasu verfügt man über ausreichend Qualität, um im oberen Mittelfeld der Liga mitzuspielen. So gelang dem VfL Bochum mit einem torlosen Remis zuhause gegen Kaiserslautern immerhin schon ein Achtungserfolg gegen einen Aufstiegsfavoriten. Dennoch wiegen die Abgänge immer noch schwer: Mit Eigengewächs Leon Goretzka (jetzt Schalke 04) und Ex-Armine Marc Rzatkowski (jetzt FC St. Pauli) verlor der VfL seine wichtigsten Mittelfeldakteure, die nur schwer zu ersetzen sind.

 

Marschieren wie die Wahnsinnigen

Auf der heutigen Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen den VfL Bochum am Freitagabend äußerte sich Stefan Krämer zur aktuellen Situation der Blauen.

Zu Beginn der Pressekonferenz gab DSC-Geschäftsführer Marcus Uhlig zudem bekannt, dass Arminia den Vertrag mit „getgoods“ kündigen wird und bereits am Freitag ohne Trikotsponsor spielen wird.

Für das anstehende Westfalenderby gegen Bochum drohen dem DSC mehrere Ausfälle: Bei Tom Schütz (muskuläre Probleme), Jan Fießer (Rücken), Marcel Appiah (Adduktorenzerrung) und Manuel Hornig (Schlag auf Sprunggelenk) sei laut Krämer noch nicht absehbar, ob sie bis Freitag rechtzeitig fit werden. Besser schaut es bei Thomas Hübener aus, der seit Anfang der Woche wieder in das Mannschaftstraining eingestiegen ist und im besten Fall wieder eine Option für den Kader sein wird. Weiterhin ausfallen werden Dennis Riemer, Oliver Petersch und Fabian Klos.

Rückblickend auf das vergangene Heimspiel gegen 1860 München äußerte sich Krämer wie folgt: „Gegen 1860 hatte ich zum ersten Mal den Eindruck, dass in der Mannschaft die letzte Überzeugung, der Mut gefehlt hat. Meine Aufgabe ist es nun, ihnen wieder die Angst vor Fehlern zu nehmen. Fakt ist: Unsere Durchschlagskraft im Offensivspiel war mir zu wenig und das hat größtenteils mit dem fehlenden Mut zu tun.“

Für das Spiel gegen den VfL habe die Mannschaft laut Krämer deshalb insbesondere das Offensivspiel und das Zweikampfverhalten trainiert: „Wenn wir eine Chance haben wollen, müssen wir bissig sein, rennen bis zum Umfallen und mutig nach vorne spielen.Wir müssen marschieren wie die Wahnsinnigen. Daran haben wir in den letzten zehn Tagen hart gearbeitet.“ Die Bochumer sieht Krämer aufgrund der vergangenen Resultate in einer deutlich komfortableren Situation als den DSC: „Bochum hat momentan einen Lauf, den es für uns gilt, zu stoppen. Das ist unsere verdammte Pflicht – wir brauchen Ergebnisse. Auch deshalb werden wir am Freitag eine Mannschaft auf dem Platz haben, die sich wehren kann.“

Für das Spiel gegen den VfL Bochum wurden bereits über 14.000 Karten verkauft, mehr als 16.000 Zuschauer werden am Freitagabend erwartet. Anstoß in der SchücoArena ist um 18:30 Uhr, die Stadiontore öffnen um 17:00 Uhr.

Siebte Niederlage in Folge

Arminia wirft kämpferisch erneut alles in die Waagschale, doch auch das Comeback von Fabian Klos verhindert die 0:2-Niederlage gegen Bochum nicht.

Gegenüber der 0:1-Heimniederlage gegen 1860 München änderte Trainer Stefan Krämer seine Startaufstellung auf vier Positionen: Für Marcel Appiah begann Jonas Strifler, anstelle von Jan Fießer spielte Thomas Hübener, Tom Schütz ersetzte Philipp Riese und Patrick Schönfeld rückte für Anass Achahbar in die Startelf. Überraschend agierte Manuel Hornig als Mittelstürmer. Eine Überraschung gab es auch auf der Auswechselbank der Blauen zu bestaunen: Fabian Klos stand erstmals wieder nach seiner schweren Verletzung im Aufgebot.

Arminia begann direkt nach Anpfiff druckvoll und störte den VfL früh im Spielaufbau. Der DSC verzeichnete auch die erste Chance im Spiel: Nach zu kurzer Kopfballabwehr der Bochumer kam der Ball zu Tim Jerat, der auf Höhe des Sechzehners direkt abzog – dennoch eine leichte Beute für den Gästekeeper Andreas Luthe. Doch nur kurze Zeit später der Schock für die Blauen: Nach Balleroberung maschierte Florian Jungwirth ungehindert die Seitenlinie entlang und sah den in der Mitte postierten Ken Ilsö, der mit einer Flugeinlage zur überraschenden Gästeführung einköpfte – 0:1 (12.).

Obgleich der zu dem Zeitpunkt unverdienten Gästeführung versuchten die Arminen weiterhin, ihren Mut in der Offensive zu suchen. Doch die Spielweise bot den Gästen immer wieder die Möglichkeit, Nadelstiche zu setzen. Nach Ballverlust des DSC schaltete der VfL schnell um: Bochums Angreifer Richard Sukuta-Pasu ließ gleich zwei Arminen stehen und traf den Pfosten (20.) – Glück für den DSC. Nach der Aktion herrschte zunächst Leerlauf, ab der 28. Minute gelang es den Blauen jedoch, den VfL ein wenig in der eigenen Hälfte einzuschnüren. Trotz guter kämpferischer Leistung und ersichtlicher Bemühungen mangelte es dem DSC an klaren Torchancen. Auch bis zum Halbzeitpfiff von Schiedsrichter Martin Petersen blieben diese Fehlanzeige, sodass es mit dem knappen Rückstand in die Pause ging.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit war es dann soweit: Arminias Torjäger Fabian Klos wurde unter tosendem Beifall der Arminen-Fans für Tom Schütz eingewechselt. Manuel Hornig wich auf seine angestammte Position in die Innenverteidigung zurück, Stephan Salger rückte in das defensive Mittelfeld vor. Es folgte ein Spiegelbild der ersten Halbzeit: Arminia war die agilere Mannschaft und lief gegen den Rückstand an. Doch es folgte die schnelle Ernüchterung: Nach einer Flanke eines Bochumers brachte Christian Tiffert die etwas zu weite Flanke in den Sechzehner zurück, wo der Japaner Yusuke Tasaka heranrauschte und den Ball zum 0:2 einschob (54.).

In der 61. Spielminute die bis dahin beste Möglichkeit für den DSC: Ein scharf geschossener Freistoß von Salger fand Hornig, dessen strammer Kopfball jedoch in den Armen von Luthe landete. Der DSC steckte nicht auf und drückte auf den Anschlusstreffer. In der Zwischenzeit hatte Stefan Krämer einen Doppelwechsel vollzogen: Für Sebastian Hille und Tim Jerat kamen Johannes Rahn und Anass Achahbar in die Partie (69.). In der 74. Minute hatte Patrick Schönfeld die beste Gelegenheit zum Anschlusstreffer. Sein strammer Schuss aus halbrechter Position strich nur wenige Zentimeter am Bochumer Kasten vorbei.

Als ob der Spielverlauf nicht schon bitter genug wäre, folgte in der 78. Spielminute der nächste Rückschlag für den DSC: Nach einem Foul von Stephan Salger an einem Gegenspieler sah der Armine die glatt rote Karte – eine zu harte Entscheidung von Schiedsrichter Petersen. Trotz Unterzahl steckten die Blauen nicht auf und kamen in Form von Eckbällen zu guten Gelegenheiten: Die beste hatte Johannes Rahn in der 87. Minute, als er aus dem Gewühl heraus schoss und sein Ball auf der Linie abgewehrt wurde. Direkt im Gegenzug vergab Paul Freier die entgültige Entscheidung zugunsten der Gäste, er verzog freistehend vor Patrick Platins. So blieb es am Ende beim 0:2 – eine Niederlage, die wohl bitterer nicht hätte ausfallen können.

Die Stimmen der Arminen zur Niederlage gibt es auf ArminiaClubTV:

 

Stimmen zum Spiel

Täglich grüßt das Murmeltier: Die Bochumer hatten nicht viele Chancen und machen zwei Tore. Wo ich aufgestellt werde, entscheidet der Trainer. Ich sollte vorne die Bälle behaupten und verlängern, was auch ganz gut geklappt hat. Deswegen haben wir heute nicht verloren. Die Zuschauer haben nach Abpfiff auch applaudiert – ganz so schlecht können wir also nicht gespielt haben. Wir sind froh, dass Fabi wieder auf dem Platz stand, denn seine Präsenz auf dem Platz ist in jedem Fall wichtig für die Truppe. Wir müssen den Kopf nun oben behalten und das Glück erzwingen. In Frankfurt werden wir es wieder von vorne versuchen.

Manuel Hornig

Es ist schwer zu sagen, woran es letzten Endes gescheitert ist. Wir haben ein ordentliches Spiel abgeliefert und gut gekämpft. Vielleicht sind wir in der einen oder anderen Situation zu leichtsinnig. Dennoch haben wir auch nach dem 0:2 und trotz Unterzahl nicht zurückgesteckt und versucht, uns gegen die Niederlage zu stemmen. Wir sind eine Mannschaft, wir gewinnen und verlieren zusammen. Wir müssen nun Eier zeigen, wie Oliver Kahn einst sagte. Insgesamt betrachtet, trifft uns die Niederlage schon hart, doch wir haben noch ganz viele Spiele, in denen wir viele Optionen haben werden, aus denen es gilt das Beste zu machen.

Thomas Hübener

Natürlich ist es ein tolles Gefühl wieder spielen und der Mannschaft wieder helfen zu können. Ich befinde mich noch nicht in meiner alten Form, aber die werde ich schnell zurückerlangen. Es ist unfassbar, wie viel wir heute wieder investiert haben und dann bekommst du zwei dumme Gegentore. Aber die Art und Weise, wie wir hier heute aufgetreten sind und gearbeitet haben, stimmt mich optimistisch, dass wir diesen Negativlauf stoppen werden. Es gibt nichts, das ich sicherer weiß: Wir steigen nicht ab.

Fabian Klos

Wir kommen mal wieder mit der ersten Aktion des Gegners in Rückstand, obwohl wir eigentlich gut im Spiel waren. Das hat die Mannschaft aber ganz gut weggesteckt, nichtsdestotrotz fehlt uns momentan bei allem Engagement, Ballbesitz und den ganzen Standards, die wir haben, die nötige Durchschlagskraft. Im Rahmen unsere Möglichkeiten haben wir dennoch wieder alles probiert. Wenn der Ball einfach nicht rein will und du dann noch Gegentore bekommst, die du auf die Art und Weise nicht bekommen darfst, verlierst du das Spiel. Wir müssen jetzt schleunigst sehen, dass wir schnell wieder Ergebnisse liefern, denn nur mit Engagement, Rennen und Machen hältst du nicht die Klasse. Die Situation ist nicht schön, aber einfach kann jeder.

Stefan Krämer

Natürlich sind wir sehr froh über den Ausgang dieses Spiels und über die Art und Weise, wie dieser Sieg zustande gekommen ist. In der ersten Halbzeit haben wir so gespielt, wie wir uns das vorgenommen hatten. Wir hatten dann natürlich das Glück, dass wir aus den wenigen Möglichkeiten gleich auch das Tor machen und mit diesem Vorsprung in die Pause gehen. Das 2:0 im zweiten Durchgang hat der Mannschaft leider nicht die nötige Ruhe gegeben, um das Spiel letzten Endes zu dominieren. Hut ab an dieser Stelle vor dem Engagement der Arminen, die uns in unserer Defensivarbeit wirklich alles abgerungen haben. Trotzdem müssen wir die Partie nach dem zweiten Treffer klarer nach Hause fahren und dem Gegner eigentlich keine Möglichkeit mehr lassen. Dennoch bin ich im Großen und Ganzen zufrieden mit dem, was wir abgerufen haben.

Peter Neururer

DSC Arminia Bielefeld:
Platins – Strifler, Hübener, Salger, Feick – Schütz (46. Klos), Jerat (69. Achahbar) – Hille (69. Rahn), Müller, Schönfeld – Hornig.

VfL Bochum:
Luthe – Freier, Maltritz, Fabian, Aquistapace – Tiffert (79. Eyjolfsson), Jungwirth – Tasaka (58. Latza), Ilsö (67. Aydin), Bastians – Sukuta-Pasu.

Tore:
0:1 (12.) Ilsö, 0:2 (54.) Tasaka.

Gelbe Karten:
Hornig, Müller/Tiffert, Tasaka

Rote Karte:
Salger (80.)

Zuschauer:
16.731