DSC Arminia Bielefeld -

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Sa., 09.08.2014 14:00 Uhr

DSC Arminia Bielefeld(1)
VfL Osnabrück (2)

GegnerinfosPK-BerichtSpielberichtStimmenDatenBerichterstattung

Probleme im Angriff

Der VfL Osnabrück könnte die Wundertüte der neuen Drittliga-Saison werden. Den Niedersachsen ist von einem Aufstiegsplatz bis hin zu einem hinteren Mittelfeldplatz alles zuzutrauen. Auch die sogenannten Experten waren sich vor der Saison uneins, wo die Reise des VfL denn nun hin geht.

Die vergangene Saison beendete die Elf von Trainer Maik Walpurgis, in Bielefeld bekanntermaßen kein Unbekannter, auf dem fünften Tabellenplatz. Um den Aufstieg spielte der VfL jedoch nicht mit, zu früh und zu weit hatten sich die drei Erstplatzierten vom Rest der Liga entfernt. Trotz des guten Abschneidens haben die Osnabrücker im Sommer einen relativ großen Umbruch vollzogen. 13 Spieler verließen den Verein, zwölf Neuzugänge kamen hinzu. Schmerzlich vermissen werden die Osnabrücker vor allem die Stammspieler Pascal Testroet (zurück zum DSC), Erik Zenga (Preußen Münster), Sebastian Neumann (VfR Aalen) und Adriano Grimaldi (1.FC Heidenheim).

Fraglich ist vor allem ob die Stürmer Testroet und Grimaldi adäquat ersetzt werden können, immerhin schossen die beiden in der abgelaufenen Saison zusammen 22 Tore. Positionstechnisch wurden die beiden durch Addy-Waku Menga und Kevin Freiberger ersetzt. Mit Stephan Thee, Milad Salem und Marcos Alvarez wurden zudem drei offensive Flügelspieler verpflichtet, die allesamt schon über Drittliga-Erfahrung verfügen. Für die beiden Außenverteidiger-Positionen verstärkte man sich mit Kim Falkenberg (rechts, Saarbrücken) und Marcel Kandziora (links, FSV Frankfurt), die beide schon in der zweiten Bundeliga aktiv waren.

„Arbeiten und marschieren“

In der heutigen Pressekonferenz vor dem Nachbarschaftsduell gegen den VfL Osnabrück in der SchücoArena informierte Trainer Norbert Meier über die aktuelle Situation rund um die Mannschaft.

Dem Trainer werden weiterhin Manuel Hornig, Tom Schütz (beide Reha) und Felix Burmeister (muskuläre Probleme im Oberschenkel)  fehlen. Außerdem ist Peer Kluge nach seiner gelb-roten Karte aus dem Chemnitz-Spiel gesperrt. Ob Christian Müller nach der starken Prellung im Kieferbereich gegen Osnabrück einsatzbereit sein wird, steht noch nicht fest.

Mit dem torlosen Unentschieden in Chemnitz konnte der Trainer gut leben: „Wir haben im Vergleich zum Halle-Spiel auf jeden Fall eine Reaktion gezeigt und nach der gelb-roten Karte, die ich für eine zu harte Entscheidung halte, gut gearbeitet und kämpferisch dagegengehalten. Die Einstellung hat mir gefallen.“ Meier stellte dennoch klar, dass die Mannschaft natürlich mehr Potential besitze und es das Ziel des gesamten Trainerteams bleibe, dieses auch auszureizen.

Aufgrund der dünnen Personaldecke wollte Meier einen Systemwechsel nicht ausschließen: „Wir müssen natürlich gucken, wie wir die Mannschaft jetzt aufstellen werden. Es sind noch immer nicht alle Spieler auf ihrem höchsten Leistungsstand angelangt, das spielt auch eine Rolle. Aber egal wer auf dem Platz steht, alle müssen läuferisch und kämpferisch das Maximum abrufen.“ Wer für den gesperrten Peer Kluge in die Mannschaft rücken wird, ließ Meier offen. Nur in der Viererkette werde es definitiv keine Veränderungen geben, verriet der Trainer.

Vom kommenden Gegner erwartet der Trainer einen engagierten und leidenschaftlichen Auftritt: „Wir alle haben das Spiel gegen Dresden gesehen. Da hat Osnabrück bewiesen, dass sie bereit sind, sich Punkte zu erkämpfen. Der VfL steht ja nicht umsonst seit Jahren im oberen Tabellendrittel der Liga, das ist eine ganz starke Mannschaft. Wenn wir das Spiel gewinnen wollen, müssen wir arbeiten und marschieren – aber eben auch guten Fußball spielen. Wir müssen den Funken vom Rasen auf die Tribüne übertragen.“

Turbulente Niederlage gegen Osnabrück

Arminia verliert auch das zweite Heimspiel der Saison mit 1:2 (1:2) gegen den VfL Osnabrück.

Im Vergleich zum Chemnitzspiel änderte Meier seine Mannschaft auf zwei Positionen: Für den gesperrten Peer Kluge rückte Daniel Brinkmann in die Startelf, für Christian Müller durfte Pascal Testroet als hängende Spitze beginnen. Die Partie begann direkt schwungvoll: DSC-Torwart Alexander Schwolow war bereits in der sechsten Minute bei einem Freistoß von Milad Salem gefordert. In der neunten Minute tauchte dann Michael Hohnstedt nach Zuspiel von Davide Grassi alleine vor Schwolow auf, doch auch hier blieb der Rückhalt des DSC mit einer starken Reaktion Sieger. Der DSC spielte ebenfalls gut mit, kam jedoch zu keinem gefährlichen Torabschluss.

Das änderte sich in der 19. Minute: Sebastian Schuppan zirkelte einen Freistoß direkt aufs Tor, aber Gästetorwart Frank Lehmann konnte zur Ecke klären. Im Anschluss an diese Ecke probierte Dennis Mast sein Glück aus 20 Metern, David Pisot konnte sich gerade noch dazwischen werfen. In der 23. Minute dann das erste Tor der Partie: Nach einem hohen Ball über die Abwehr von Hohnstedt überwand VfL-Stürmer Stanislav Iljutcenko Schwolow mit einem sehenswerten Heber, die Führung für die Gäste. Der DSC versuchte postwendend zu antworten: Florian Dick zirkelte in der 26. Minute einen Freistoß knapp neben das Tor.

In der 33. Minute konnte der VfL dann nachlegen: Nach einem langen Einwurf konnte Iljutcenko den Ball zentral im Strafraum sehenswert mit rechts annehmen und sofort mit links abschließen, mit Hilfe des Innenpfostens landet der Ball zum 2:0 im Netz der Bielefelder. Schon im direkten Gegenzug hatte der DSC die Gelegenheit zum Anschluss, doch die Stürmer Fabian Klos und Pascal Testroet behinderten sich im Fünfmeterraum gegenseitig. Schiri Sippel pfiff nachträglich zudem Abseits. Im Anschluss an die Aktion nahm Trainer Meier bereits den ersten Wechsel vor: Für Daniel Brinkmann kam Christian Müller ins Spiel. Und der nun offensiver agierende DSC belohnte sich kurz vor der Pause: Nach einer Ecke von Florian Dick verpasste Torwart Lehmann den Ball und Testroet konnte zum 1:2 abstauben. Anschließend war Pause.

Die zweite Hälfte begann etwas ruhiger als die erste Halbzeit. Erst in der 58. Minute gab es die nächste Chance zu verzeichnen: Christian Müller wurde im Sechszehner angespielt, schoss aus spitzem Winkel allerdings über das Tor. In der 61. Minute kam auch der VfL wieder gefährlich vor das Bielefelder Tor, Iljutcenko verpasste aber eine Flanke von Hohnstedt knapp. In der 63. Minute hatten viele den Torschrei dann schon auf den Lippen: Schuppan konnte eine scharfe Hereingabe an Torwart Lehmann vorbei bringen, Fabian Klos grätschte aus einem Meter Tordistanz in den Ball, traf aber das Tor nicht. Der DSC hatte jetzt immer mehr Torgelegenheiten: Sebastian Hille konnte in der 73. Minute im Anschluss an eine Ecke aus 13 Metern abschließen, Kandziora warf sich gerade noch dazwischen. In dieser Situation verletzte sich Torwart Lehmann offensichtlich schwerer und musste ausgewechselt werden.

Pascal Testroet leitete in der 80. Minute mit seinem Heber im Sechszehner die Schlussphase ein. Der Ball flog nach schöner Finte allerdings über das Tor. Die Spieler in blau waren nun im permanenten Vorwärtsgang, nur die Ideen gegen kompakt verteidigende Osnabrücker fehlten. So blieb es auch nach fünf Minuten Nachspielzeit beim 1:2 für den VfL Osnabrück, der erstmals in Bielefeld gewinnen konnte. Nach einer Rudelbildung in der Nachspielzeit verlor der DSC außerdem noch Christian Müller, der wegen einer Unsportlichkeit mit der roten Karte des Feldes verwiesen wurde. Auch der Osnabrücker Milad Salem musste nach seiner zweiten gelben Karte in der Schlussphase vorzeitig das Feld verlassen.

Stimmen zum Spiel

Ich kann gut verstehen, dass viele Zuschauer enttäuscht sind, das bin ich als Spieler ja selbst auch. Wir haben uns das auch ganz anders vorgestellt. Aber wir müssen jetzt auch die positiven Dinge sehen und hart für den Erfolg arbeiten. Wir haben noch 34 Spiele vor uns, da ist immer noch alles möglich, wir müssen ruhig bleiben und konzentriert weiter arbeiten.

Christoph Hemlein

Wir haben uns in der ersten Halbzeit ganz klar den Schneid abkaufen lassen. Das darf uns so einfach nicht passieren. In der zweiten Halbzeit haben wir es dann von der Sache her besser gemacht, aber Fußball gespielt haben wir trotzdem nicht. Da ist im Moment sehr viel Zufall mit dabei im Spiel nach vorne. Gerade wir erfahrenen Spieler müssen in solchen Situationen noch mehr Verantwortung übernehmen. Das Spiel hat uns wieder einmal gezeigt, dass wir weiter viel an uns arbeiten müssen. DieAutomatismen sind einfach noch nicht da. Aber da kann der Trainer wirklich nichts dafür, das müssen alleine wir Spieler uns ankreiden.

Sebastian Schuppan

Aufgrund der ersten Halbzeit ist der Sieg von Osnabrück völlig verdient. In der zweiten Hälfte haben wir dann zwar mehr Spielanteile gehabt, aber wenn man sieht, mit welcher Leidenschaft Osnabrück dieses Spiel angegangen ist und im Gegensatz dazu unser Spiel betrachtet, kann ich gut verstehen, dass unsere Zuschauer sauer sind. Wenn wir ein solches Spiel so körperlos angehen, kann ich damit natürlich nicht zufrieden sein. In der zweiten Halbzeit war das Bemühen dann zwar da, aber wenn man das Spiel schon in der ersten Hälfte so abgibt, bringt das natürlich wenig.

Norbert Meier

Wir sind sehr froh, dass wir hier gewinnen konnten. Wir hatten schwierige Wochen hinter uns mit einigen bitteren Niederlagen. Umso wichtiger war dann natürlich dieser Sieg. Aufgrund der ersten Halbzeit geht dieser Sieg meiner Meinung nach auch völlig in Ordnung. Da haben wir einen sehr hohen Aufwand betrieben und ein sehr gutes Pressing gespielt. Die zweite Halbzeit hat mir nicht so gut gefallen. Da haben wir sehr viele einfache Fehler gemacht, weshalb es am Ende nochmal etwas enger wurde.

Maik Walpurgis

DSC Arminia Bielefeld:
Schwolow – Dick, Börner, Salger, Schuppan – Strifler, Brinkmann (35. Müller) – Hemlein, Testroet, Mast (66. Hille) – Klos.

VfL Osnabrück:
Lehmann (74. Heuer Fernandes) – Thee (67. Kandziora), Pisot, Grassi, Dercho – Salem, Groß, Feldhahn, Hohnstedt – Menga (66. Freiberger), Iljutcenko.

Tore:
0:1 (23.) Iljutcenko, 0:2 (33.) Iljutcenko, 1:2 (43.) Testroet.

Gelbe Karten:
Brinkmann/Iljutcenko, Thee, Feldhahn, Groß

Gelb-Rote Karte:
Salem (90.+5) wegen unsportlichen Verhaltens

Rote Karten:
Müller (90.+3) wegen unsportlichen Verhaltens

Zuschauer:
16.542