DSC Arminia Bielefeld -

Sie befinden sich hier: http://www.arminia-bielefeld.de/schedule/dynamo-arminia-bielefeld/

So., 11.05.2014 15:30 Uhr

SG Dynamo Dresden(0)
DSC Arminia Bielefeld (1)

GegnerinfosPK-BerichtSpielberichtStimmenDatenBerichterstattung

Geschwächt ins Endspiel

Dynamo Dresden setzt nach dem desolatem Auftritt in Kaiserslautern auf die eigene Heimstärke.

Nur drei Niederlagen kassierte Dynamo Dresden in 16 Heimspielen diese Saison. Das Problem des mitgliederstärksten Ostvereins ist die andauernde Punkteteilung: Bereits 17 Mal teilten sich die Dresdener mit ihren Gegnern die Punkte: Das würde am Sonntag allerdings für Relegationsplatz 16 reichen. Dort – in der Relegation – kennt sich die SGD bereits bestens aus: Schon 2011 (als Drittligist) und im vergangenen Jahr (als Zweitligist) ging es gegen den VfL Osnabrück in die Endspiele um die 2. Bundesliga – beide Male hieß der Sieger Dynamo Dresden.

Hoffnung auf einen Arminia-Sieg im Glücksgasstadion machen vor allem die letzten Auftritte des achtmaligen DDR-Meisters. In Kaiserslautern setzte es vergangene Woche ein deutliches 0:4, bei dem zu allem Überfluss mit Vizenco Grifo auch noch ein Offensivspieler die rote Karte sah und damit ebenso wie die wichtigen Thorsten Schulz (Rotsperre) und Idir Ouali (verletzt) ausfallen wird. Das Duell des DSC mit Dynamo Dresden gab es bisher nur im Hinspiel, dort traf der mit sechs Saisontreffern bisher beste Stürmer Dresdens, Mohamed Aoudia, in der Nachspielzeit zum schmeichelhaften 1:1 Endstand. Auch Aoudia wird aufgrund eines Kreuzbandrisses fehlen.

„Du brauchst Disziplin und Mut“

Vor dem Spiel bei Dynamo Dresden am 34. Spieltag äußerte sich Cheftrainer Norbert Meier auf der heutigen Pressekonferenz zum „Endspiel“.

Neben den Langzeitverletzten Dennis Riemer, Johannes Rahn, Manuel Hornig, Oliver Petersch und Philipp Heithölter wird auch Vujadin Savic definitiv ausfallen. Zudem ist Thomas Hübener angeschlagen. Rückblickend auf das torlose Unentschieden gegen den FSV Frankfurt setze Meier bereits beim Dresden-Spiel an: „Wir haben jetzt ein Endspiel in Dresden und das hätten wir auch mit einem Sieg gegen Frankfurt gehabt. Natürlich wären wir gerne mit einer besseren Ausgangslage in dieses Spiel gegangen, aber auf ein Unentschieden kann man ohnehin kein Spiel ausrichten, das weiß ich aus eigener Erfahrung.“ Auch von einem vermeintlichen Heimvorteil der Dresdener wollte Meier nichts wissen. Die Kulisse in Dresden sei zwar stimmungsvoll, aber auch nicht außergewöhnlicher als in Bielefeld: „Die stehen auch gehörig unter Druck vor ihrem Publikum und wir haben zuletzt auswärts ordentliche Auftritte gezeigt. Daher denkt ich, dass das nicht der entscheidende Faktor sein wird.“

Was den entscheidenden Unterschied ausmachen kann verriet Meier ebenfalls: „Du brauchst sehr viel Disziplin und vor allem auch mal Mut.“ Von Erfolgen in solchen Spielen könne man seinen Enkelkindern noch erzählen, führte Meier weiterhin aus. Angesprochen auf einen möglichen Abstieg entgegnete der Trainer, dass er sich „mit sowas gar nicht beschäftige“. Man beschäftige sich im kompletten Team mit der anstehenden Aufgabe und plane nicht weiter: „Und zu diesen Aufgaben zählen auch noch die Trainingseinheiten vor dem Spiel, wir müssen bis zuletzt alle Konzentration aufbringen für Arminia. Dann gehe ich davon aus, dass wir weiter im Rennen bleiben.“

Auf die Frage nach der Anspannung des Trainers verwies Meier auf seine jahrzehntelange Erfahrung: „Natürlich ist das eine besondere Situation, aber das ist jetzt in meiner Karriere nicht das erste Mal, ich kenne solche Situationen. Ich bin sowas von entspannt!“ Diese Erfahrung möchte Meier auch seinen Spielern weitergeben:“Wir werden Dynamo am Sonntag nicht überrennen. Es ist wichtig einen klaren und kühlen Kopf zu bewahren und auf jede Situation im Spiel die richtige Antwort zu finden.“

Auch der sportliche Leiter Samir Arabi äußerte sich gegenüber der Presse zum Spiel in Dresden: „Grundsätzlich spürt man im ganzen Umfeld natürlich schon die Anspannung, es geht ja auch um sehr viel. Unser Auftritt in Bochum, auch unser Spiel gegen Frankfurt, stimmen mich aber schon positiv für kommenden Sonntag. Wir sind in der Lage, auswärts gut zu spielen.“ Zu den besonderen Rahmenbedingungen vor dem „Showdown in Dresden“ (Norbert Meier) war Arabi positiv gestimmt: „Die Sicherheitsvorkehrungen sind gut, wir haben volles Vertrauen in die verantwortlichen Personen und werden uns ganz normal auf den sportlichen Vergleich vorbereiten.“

 

In der „Anlauf“-Folge auf ArminiaClubTV zum 34. Spieltag äußert sich der verletzte Arminia-Kapitän Manuel Hornig zu seinem Reha-Verlauf und der Ausgangsposition vor dem Spiel in Dresden.

Arminia erreicht die Relegation

In einem kuriosen und packenden Fußballspiel gewinnt der DSC mit 3:2 (1:0) bei Dynamo Dresden und erreicht somit die Relegation.

Nach dem 0:0 gegen den FSV Frankfurt änderte DSC-Cheftrainer Norbert Meier sein Team auf einer Position. Philipp Riese ersetzte Patrick Schönfeld (Bank) im zentralen Mittelfeld. Im ausverkauften glücksgas Stadion begannen beide Mannschaften offensiv. Robert Koch eröffnete das Spiel mit einem Volleyschuss aus 20 Metern in der fünften Minute, allerdings hatte Stefan Ortega Moreno im DSC-Tor keine Probleme den Ball zu halten.

Danach hatte Arminia eine gute Phase, doch Tom Schütz per Kopf nach Eckball (7.) und per Volleyschuss aus 22 Metern (11.) zielte jeweils zu ungenau. Pech hatte der DSC in der 14. Minute als Fabian Klos der Ball im Strafraum eher zufällig vor die Füße fiel und Arminias Nummer 9 das Spielgerät wuchtig an das Lattenkreuz nagelte. Die Dresdener ihrerseits verzeichneten die erste richtig gefährliche Gelegenheit in der 19. Minute. Sebastian Schuppan kam nach einem Eckball im Strafraum zum Kopfball und setzte den Ball nur knapp neben den Pfosten.

Danach passierte lange Zeit in beiden Strafräumen nichts mehr. Ab der 37. Minute musste Arminia jedoch in Unterzahl agieren. Thomas Hübener sah nach einem taktischen Foul im Mittelfeld die gelb-rote Karte und musste das Spielfeld verlassen. Norbert Meier reagierte umgehend und wechselte mit Felix Burmeister einen neuen Innenverteidiger ein.

Dynamo hatte in der 41. Minute die nächste Chance des Spiels, als Cheick Gueye aus kurzer Distanz per Linksschuss am gut reagierenden Ortega Moreno scheiterte. Im direkten Gegenzug entwickelte sich der Führungstreffer für den DSC. Einen langen Ball verlängerte Kacper Przybylko zu Fabian Klos, der im Strafraum per Linksschuss das 1:0 für Arminia erzielte. Dresden antwortete jedoch wütend und hatte wiederum im direkten Gegenzug die Ausgleichschance durch Anthony Losilla, der aus 16 Metern nur knapp daneben zielte.

Wenige Sekunden vor dem Pausenpfiff hätte der DSC beinahe sogar auf 2:0 erhöht. Nach einem Eckball köpfte Fabian Klos den Ball jedoch nur an den Innenpfosten, sodass die Gastgeber in höchster Not klären konnten. So blieb es beim 1:0 für Arminia zur Pause.

Dynamo-Trainer Olaf Janßen wechselte in der Halbzeit mit Zlatko Dedic einen zweiten Stürmer ein und setzte nun auf volle Offensive. Allerdings hatte der DSC wenige Sekunden nach Wiederanpfiff die Riesenchance zum 2:0. Fabian Klos schickte Kacper Przybylko auf die Reise und Arminias Rechtsaußen hatte freie Bahn Richtung Dresdener Tor. Doch Przybylko setzte den Ball flach knapp links neben das Tor.

In der 54. Minute wurde es dann erstmals in der zweiten Halbzeit gefährlich im Bielefelder Strafraum. Mickael Pote kam 13 Meter halbrechts vor dem Tor an den Ball und versuchte es mit einem Schlenzer, der nur wenige Zentimeter neben das DSC-Tor ging. In der 63. Minute dann das verdiente 2:0 für die Arminen. Kacper Przybylko enteilte auf der rechten Seite Sebastian Schuppan und legte quer auf den mitgelaufenen Fabian Klos, der in das leere Tor zum 2:0 einschob. Wenige Minuten später sah auch der Dresdener Cheick Gueye nach wiederholtem Foulspiel die gelb-rote Karte, so war wieder Gleichzahl auf dem Spielfeld hergestellt. Kurz darauf hatte der DSC durch Christian Müller sogar die Chance zum 3:0, wurde aber frei vor Benjamin Kirsten zu stark abgedrängt.

Anschließend sorgten viele Böller und Rauchbomben, die aus dem Dynamo-Block auf das Spielfeld flogen, für eine Spielunterbrechung von 15 Minuten. Unmittelbar nach Wiederanpfiff erzielten die Gastgeber dann den 1:2-Anschlusstreffer. Mickael Pote besorgte den Treffer mit einem Linkschuss aus zehn Metern. Nur zwei Minuten später traf Sebastian Schuppan dann mit einem direkten Freistoß aus 22 Metern nur die Latte. In der 75. Minute war es dann aber soweit: Dynamo erzielte nach einer schönen Kombination durch Robert Koch den 2:2-Ausgleich.

Doch der DSC zeigte die richtige Reaktion und schlug postwenden zurück. Nach einer Hereingabe von Arne Feick auf dem linken Flügel drückte Kacper Przybylko den Ball zum 3:2 aus kurzer Distanz über die Linie. Dresden versuchte nun seinerseits wieder offensiv zu arbeiten, doch Romain Bregerie (82.) und Mickael Pote (86.) scheiterten jeweils am aufmerksamen Ortega Moreno.

In den Schlussminuten kam der DSC dann zu vielen guten Kontergelegenheiten. Die besten davon vergaben Tom Schütz (90.) und Christian Müller (90.+3) freistehend, indem sie jeweils an Benjamin Kirsten scheiterten. Doch auch fünf Minuten Nachspielzeit verhalfen den Dresdenern zu keiner Torchance mehr und so blieb es beim 3:2 für die Blauen, die damit nun zwei Relegationsspiele um den Klassenerhalt bestreiten dürfen.

Stimmen zum Spiel

Ich bin froh, dass wir die Relegation erreicht haben. Allerdings hätte ich mir dafür schönere Orte als Dresden, wo ich selber mal gearbeitet habe, vorstellen können. Insgesamt ist der Sieg meiner Meinung nach verdient. Wir haben auch zu zehnt große Moral gezeigt und sind sogar 2:0 in Führung gegangen. Nach der Unterbrechung waren dann schläfrig und Dresden hat sehr schnell ausgeglichen. Aber wie wir dann zurückgekommen sind, spricht für den Charakter der Mannschaft. Davor kann man nur den Hut ziehen.

Norbert Meier

Zum Spiel möchte ich eigentlich wenig sagen. Die 90 Minuten spiegeln unsere ganze Saison wider. Wir lagen klar hinten, kommen dann super zurück und kassieren postwendend das 2:3. Wir haben zuviele Möglichkeiten ausgelassen und sind dafür bestraft worden.

Olaf Janßen

SG Dynamo Dresden:
Kirsten – Gueye, Leistner, Bregerie, Schuppan (86. Hartmann) – Losilla, Fiel (60. Müller) – Kempe (46. Dedic), Koch, Ouali – Pote.

DSC Arminia Bielefeld:
Ortega Moreno – Strifler, Hübener, Salger, Feick – Schütz – Przybylko, Müller, Riese (39. Burmeister), Sahar (57. Appiah) – Klos (86. Schönfeld).

Tore:
0:1 (42.) Klos, 0:2 (63.) Klos, 1:2 (66.) Pote, 2:2 (75.) Koch, 2:3 (77.) Przybylko.

Gelbe Karten:
Pote, Losilla/Klos, Ortega Moreno

Gelb-Rote Karten:
Thomas Hübener (37.), Cheick Gueye (59.)

Zuschauer:
29.608