DSC Arminia Bielefeld -

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Fr., 13.09.2013 18:30 Uhr

FC Erzgebirge Aue(0)
DSC Arminia Bielefeld (0)

GegnerinfosPK-BerichtSpielberichtStimmenDatenBerichterstattung

Die Wundertüte aus dem Erzgebirge

Die Meinung der vermeintlichen Experten vor Saisonbeginn war einhellig und deutlich. Der FC Erzgebirge Aue würde auch in der neuen Saison ein Kandidat für den Abstieg sein. Doch nach sechs Spieltagen haben die Auer dieses Vorurteil bislang nicht bestätigt.

Drei Siege und drei Niederlagen stehen bislang zu Buche, das macht neun Punkte bei 7:9 Toren. Mit dem aktuellen Tabellenplatz 7 wären am Saisonende wohl alle in Aue mehr als zufrieden. So ausgeglichen die Bilanz der Auer in dieser Saison ist, so unkonstant sind bislang die Leistungen der Mannschaft. Zwei Siegen zum Saisonstart in Ingolstadt und gegen Sandhausen folgten drei bittere Niederlagen. Erst flog man sang- und klanglos mit 0:3 beim VfL Osnabrück aus dem DFB-Pokal, dann folgten eine 0:1-Heimniederlage gegen den VfR Aalen sowie eine 1:2-Niederlage beim 1.FC Kaiserslautern. Zwar wurde eine Woche später Energie Cottbus mit 2:1 im Ost-Derby besiegt, doch zuletzt setzte es eine deutliche 1:4-Schlappe beim 1.FC Köln.

Aues bester Spieler ist zugleich die größte Schwachstelle. Torjäger Jakub Sylvestr kann mit seiner individuellen Qualität Spiele im Alleingang entscheiden. Wenn er jedoch einen schlechten Tag erwischt, hat der FC Erzgebirge keinen Spieler mit einer vergleichbaren Qualität in den eigenen Reihen. Auch Ex-Armine Zlatko Janjic hat in Aue noch nicht die Treffsicherheit gefunden, die ihn zuvor in der 3. Liga beim SV Wehen Wiesbaden auszeichnete. Im defensiven Mittelfeld zieht mit Michael Fink ein weiterer Ex-Armine die Fäden, der 31-Jährige fand sich zuletzt in Köln jedoch auch auf der Bank wieder. In der Defensive vertraut Falko Götz auf Abwehrchef und Kapitän Rene Klingbeil sowie Torwart Sascha Kirschstein, der im Sommer aus Ingolstadt nach Aue kam und den langjährigen Stammtorwart Martin Männel auf die Bank verdrängte. Kirschstein und Klingbeil verfügen beide über Bundesliga-Erfahrung aus ihrer Zeit beim Hamburger SV. Verstecken muss sich Arminia in Aue jedoch keineswegs, der zweite Auswärtssieg der Saison ist und bleibt das Ziel der Blauen.

 

“Nicht ins Bockshorn jagen lassen”

Vor dem Spiel bei Erzgebirge Aue äußerte sich Trainer Stefan Krämer auf der heutigen Pressekonferenz zu allen relevanten Themen.

Wer am morgigen Donnerstag den Mannschaftsbus in Richtung Erzgebirge besteigen wird, steht derzeit noch nicht fest. Rückkehrer Arne Feick besitzt aber gute Chancen. „Er präsentiert sich in einer guten Verfassung und ist sehr wahrhscheinlich dabei“, verriet Krämer. Auch zu Anass Achahbar äußerte sich Krämer: „Ob das Spiel in Aue der richtige Start für ihn ist, weiß ich nicht. Fakt ist, dass er am Ball ein Ausnahmetalent ist, wir an der Bewegung nach hinten aber noch arbeiten müssen. Der Junge ist aber fleißig und lernt auch schon deutsch, ich bin da zuversichtlich. Wir bauen aber keinen Druck auf.“ Definitiv nicht dabei sind die verletzten Dennis Riemer, Jan Fießer und Oliver Petersch.

Die Länderspielpause nutzte das Trainerteam zur intensiven Arbeit an zwei Schwerpunkten. In der ersten Trainingswoche stand körperliche Arbeit und Ausdauer im Vordergrund, in dieser Woche wurde und wird dagegen vor allem taktisch gearbeitet. „In dieser Woche stehen defensive Stabilität und das schnelle Umschalten im Vordergrund“, sagte Krämer. „11 Gegentore nach 6 Spielen waren nicht unser Ziel. Wir müssen hier ganz einfach Fehler minimieren. Unsere Spielweise ändern wir aber nicht, wir betonieren uns ganz sicher nicht hinten ein“, so Krämer weiter.

In Aue erwartet der 46-Jährige ein intensives Spiel. „Aue kommt sehr über die Physis, sie sind körperlich äußerst robust und sehr heimstark. Da müssen wir eine gute Ordnung haben und in den Zweikämpfen aggressiv dagegen halten. Wir dürfen uns nicht ins Bockshorn jagen lassen und sind auf ein hartes Spiel vorbereitet“, so Krämer. Den weiten Weg ins Erzgebirge werden rund 400 Arminen auf sich nehmen und am Freitag um 18:30 Uhr ihre Mannschaft im Sparkassen-Erzgebirgsstadion unterstützen.

Arminia gewinnt in Aue

Dank einer bärenstarken zweiten Halbzeit holt Arminia in Aue verdient die Punkte und gewinnt 2:0 (0:0).

Zwei Wochen nach dem 4:2-Heimsieg gegen Fortuna Düsseldorf wechselte Stefan Krämer sein Startpersonal auf drei Positionen. Neuzugang Arne Feick ersetzte Stephan Salger auf der Linksverteidigerposition, außerdem rückten Tim Jerat und Sebastian Hille für Philipp Riese und Johannes Rahn in die Anfangself.

In den ersten 30 Minuten gelang beiden Mannschaften im Sparkassen-Erzgebirgsstadion in der Offensive herzlich wenig. Auf Bielefelder Seite wurde ein Schuss von Sebastian Hille nach einer Ecke geblockt und für die Gastgeber setzte Tobias Nickenig einen Kopfball auf das Tornetz.

In der Viertelstunde vor der Halbzeit erarbeiteten sich die Gastgeber dann ein deutliches Übergewicht und kamen auch zu einigen Torchancen. In der 37. Minute verfehlte Mike Könnecke das Bielefelder Tor beim Nachsetzen ebenso wie Jakub Sylvestr in der 40. Minute bei einem Konter. Die beste Chance der Gastgeber hatte Ex-Armine Zlatko Janjic in der 43. Minute. Seinen Freistoß aus 22 Metern parierte Patrick Platins jedoch glänzend, sodass es mit dem 0:0 in die Pause ging.

Aus der Pause kamen die Arminen dann viel besser und gingen in der 47. Minute in Führung. Eine Linksflanke von der rechten Seite von Tom Schütz erreichte Christian Müller sechs Meter vor dem Tor der Gastgeber und Müller hatte keine Mühe zur Führung einzuköpfen. Der DSC hatte nun die Spielkontrolle inne, verlegte sich nicht aufs Kontern, sondern ließ den Ball gut durch die eigenen Reihen laufen. In der 61. Minute verlängerte Sebastian Hille einen langen Ball mit dem Kopf auf den starken Christian Müller, der aus spitzem Winkel jedoch an Sascha Kirschstein im Auer Tor scheiterte.

Die Gastgeber kamen erst in der 69. Minute zu ihrer ersten Torchance in der zweiten Halbzeit. Nils Miatke zog aus 30 Metern kräftig ab und verfehlte Arminias Tor nur knapp. Dennoch entwickelte Aue nicht die erwartete Wucht und Arminia stand auch in der Folgezeit sicher. Sporadisch starteten die Bielefelder auch Konter. So köpfte Tim Jerat in der 80. Minute nach Flanke von Marcel Appiah neben das Tor.

Glück hatte der DSC dann in der 88. Minute, als Guido Kocer den Ball nach einem Sololauf auf die Latte chipte, von dort sprang der Ball jedoch in das Toraus. Besser machte es Arminia dann bei einem letzten Konter in der 94. Minute. Tim Jerat schickte Philipp Riese in die Gasse und Arminias Nummer 16 behielt frei vor Kirschstein die Nerven und tunnelte den Schlussmann zum 2:0-Endstand. Unmittelbar danach pfiff Schiri Petersen ab und Arminia hatte die Punkte im Sack.

 

Stimmen zum Spiel

Mit der ersten halben Stunde gut zufrieden, da hatten wir viel Ballbesitz und gute Ballkontrolle. Das haben wir dann nach 30 Minuten hergegeben, da hat Aue viel Druck gemacht. Das 1:0 nach der Pause hat uns in die Karten gespielt, da konnten wir tiefer stehen. Wir haben in der Defensive gut agiert und Aue nur Standards gestattet. Wir haben es dann spannend gemacht, weil wir erst spät das 2:0 gemacht haben. Es macht mich extrem stolz, hier gewonnen zu haben.

Stefan Krämer

Wir sind schwer in das Spiel gekommen, haben dann aber den Rhythmus vor der Pause gefunden. Da hatten wir einige sehr sehr gute Chancen. Die haben wir leider nicht gemacht. Wenn du dann sofort das Gegentor bekommst, wird es sehr schwer. Da haben wir kaum Lücken gefunden. Aus den Standards haben wir zu wenig gemacht, da hat die Konzentration gefehlt. Im Training klappt das viel besser, aber im Spiel schaffen wir es nicht, das umzusetzen.

Falko Götz

Die Hauptsache ist immer, dass wir die Punkte holen. Dass ich schon mein zweites Tor erzielt habe, ist ein schöner Nebeneffekt. Wir wollen genau so weiter machen, denn es klappt momentan ganz gut.

Philipp Riese

Wir sind eine Mannschaft, die über den Teamgeist kommt. Bei uns gibt es keine Diven. Und genau darum gewinnen wir solche Spiele.

Thomas Hübener

FC Erzgebirge Aue:
Kirschstein – F. Müller, Klingbeil, Nickenig, Miatke – Schröder, Diring (75. König) – Könnecke, Janjic (83. Benatelli), Okoronkwo (72. Kocer) – Sylvestr.

DSC Arminia Bielefeld:
Platins – Appiah, Hübener, Hornig, Feick (90. Salger) – Schütz, Jerat – Hille, C. Müller (75. Riese), Schönfeld (75. Rahn)– Klos.

Tore:
0:1 (47.) C. Müller, 0:2 (90.+4) Riese.

Gelbe Karten:
Diring, Klingbeil, Sylvestr, Könnecke/Feick

Zuschauer:
8.350