DSC Arminia Bielefeld -

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So., 28.09.2014 14:00 Uhr

FC Energie Cottbus(0)
DSC Arminia Bielefeld (0)

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Der Umbruch ist gelungen

Nach 17 Jahren Profifußball ist Energie Cottbus in dieser Saison erstmals wieder drittklassig. Dabei musste der Club im Sommer einen kompletten Neuanfang bewältigen: Ganze 25 Spieler verließen den Verein, 19 Neue sind gekommen.

Auch auf der Trainerbank gibt es einen Neuen: Ex-Armine Stefan Krämer soll es richten. Schon beim 3:1-Sieg im Eröffnungsspiel beim VfL Osnabrück zeigten die Lausitzer, dass in diesem Jahr trotzdem mit ihnen zu rechnen ist. Nach elf Spieltagen liegt Energie mit 19 Punkten im oberen Tabellendrittel.

Das Fundament in der neu zusammengestellten Energie-Mannschaft bilden die Innenverteidiger Uwe Möhrle und Cedric Mimbala, die vor Schlussmann Kevin Müller kräftig aufräumen. Mit nur sieben kassierten Gegentreffern ist Energie in dieser Statistik hinter Chemnitz Spitzenreiter. Umso ärgerlicher für die Brandenburger, dass Cedric Mimbala nach seiner gelb-roten Karte in Chemnitz für das Spiel am Sonntag gesperrt sein wird. Vorne sollen es neben dem erfahrenen Zbynek Pospech die jungen Tim Kleindienst und Sven Michel richten. Das Offensivtrio kommt bislang auf neun Saisontreffer, die ganze Mannschaft auf zwölf – eindeutig zu wenig, um ernsthaft die Aufstiegsplätze anzugreifen.

Sollte sich die Mannschaft allerdings weiter finden, könnten diese durchaus noch erreicht werden. Bei ihren Siegen gegen die Spitzenteams Wehen-Wiesbaden (2:0) und zuletzt in Chemnitz (1:0) zeigte die Mannschaft bereits ganz starke Leistungen. Der jungen Mannschaft – insgesamt acht eingesetzte Spieler sind 23 Jahre oder jünger – fehlte zuletzt aber auch immer wieder die Konstanz.

„Die Leistung bestätigen“

Trainer Norbert Meier informierte auf der heutigen Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel bei Energie Cottbus am Sonntag über die sportliche Situation der Mannschaft.

Für das Auswärtsspiel werden weiterhin die Langzeitverletzten Manuel Hornig und Jonas Strifler ausfallen. Beide konnten zuletzt aber wieder individuelles Aufbautraining an der Friedrich-Hagemann-Straße absolvieren. Auch Peer Kluge wird dem DSC am Sonntag nicht zur Verfügung stehen. Ihn plagen weiter Rückenprobleme, die zuletzt auch einen Einsatz gegen den VfB Stuttgart II unmöglich machten.

Im Rückblick auf den Sieg gegen Stuttgart II lobte Meier vor allem die spielerische Konstanz über 90 Minuten: „Wir haben gut Druck gemacht, sehr wenig zugelassen und absolut verdient gewonnen. Es freut mich, dass wir jetzt wieder einen Schritt nach oben gemacht haben, aber die Leistung müssen wir natürlich Woche für Woche weiter bestätigen.“ Das Duell in Cottbus wird bereits das sechste Spiel in 19 Tagen für die Profis des DSC sein. Von Ermüdungserscheinungen wollte Meier allerdings nichts wissen: „Wir haben uns gut auf diese Wochen vorbereitet – die Körner müssen wir haben! Natürlich sind die Spiele kräftezehrend, aber wir müssen jetzt alles bündeln und weiter Gas geben, das ist jetzt auch eine Willensfrage.“ Außerdem bekräftigte Meier, dass viele englische Wochen seinen Spielern auch Spaß machen.

Mit Energie Cottbus trifft der DSC auf die zweitbeste Verteidigung der Liga. Davon wollte sich der Trainer aber nicht beunruhigen lassen und verwies auf die eigene Offensivstärke: „Für uns wird es wichtig sein, die Null zu halten. Wir wissen, dass wir vorne immer ein Tor machen können. Grundvoraussetzung ist natürlich, dass wir konzentriert auftreten und von Anfang an gedanklich auf dem Platz sind.“ Vor allem den effektiven Angriff der Lausitzer schätzte der Trainer: „Mit Pospech und Michel haben sie zwei Stürmer, die nur wenig Chancen für ihre Tore brauchen. Außerdem spielt mit Mattuschka ein sehr erfahrener Spielgestalter wieder in Cottbus.“

Um drei Punkte aus Brandenburg zu entführen, sei vor allem die Einstellung der Mannschaft entscheidend: „Cottbus ist auch gut in die Saison gestartet, das wird ein richtiges Topspiel. Wir müssen jetzt alles in die Waagschale werfen und wollen uns dann natürlich im oberen Tabellenfeld festsetzen. Als Trainer und Spieler freut man sich auch auf solche Duelle, dafür spielen wir schließlich Fußball.“

Einen Punkt in Unterzahl erkämpft

Arminia erreicht im Spitzenspiel beim FC Energie Cottbus ein verdientes 1:1 (0:0)-Unentschieden in Unterzahl.

DSC-Cheftrainer setzte in Cottbus auf die Startelf aus dem Spiel gegen den VfB Stuttgart II, das der DSC am Mittwoch mit 3:0 gewonnen hatte. In der Lausitz erwischte Arminia den besseren Start und kam in der Anfangsviertelstunde mehrfach zu Standardsituationen in aussichtsreichen Positionen. Die Kopfbälle von Felix Burmeister (2. und 13. Minute) sowie Christian Müller (7.) gingen jedoch allesamt über das Tor.

Nach einer Viertelstunde hatten sich dann auch die Cottbuser in die Partie und den Bielefelder Strafraum gekämpft. In der 21. Minute köpfte Zbynek Pospech nach einem Eckball freistehend auf das Bielefelder Tor, DSC-Keeper Alexander Schwolow reagierte glänzend, den Abpraller setzte Pospech erneut per Kopf über das Gehäuse. In der 27. Minute zog Linksverteidiger Robin Szarka nach einer schönen Kombination aus 16 Metern ab, sein Flachschuss rauschte einen Meter neben dem Tor her.

Gegen Ende der ersten Halbzeit wurde das Spiel zerfahrener, viele Fouls auf beiden Seiten bestimmten das Bild. Für Energie versuchte es Pospech in der 34. Minute per Fallrückzieher, der Ball ging jedoch deutlich über das Tor. Für Arminia zog Christoph Hemlein in der 40. Minute aus 30 Metern ab, ebenfalls deutlich daneben. Anschließend ging es in die Halbzeitpause.

Auch nach dem Pausentee begegneten sich beide Mannschaften auf Augenhöhe. Die erste Chance im zweiten Durchgang hatten die Gastgeber. Einen Flachschuss von Sven Michel von der Strafraumkante wehrte Schwolow per Glanzparade zur Ecke ab. Beim folgenden Eckball kam Tim Kleindienst zum Kopfball, erneut war Schwolow zur Stelle. Auf der Gegenseite erzielte Arminia in der 61. Minute den Führungstreffer. Nach einem eigentlich schon abgewehrten Eckball kam das Spielgerät zurück zu Florian Dick, dessen Flanke Julian Börner am langen Pfosten zum 1:0 für Arminia über die Linie drückte.

Nur drei Minuten später musste der Torschütze dann das Spielfeld verlassen. Nach einem Foul im Mittelfeld zückte Schiedsrichter Patrick Ittrich die rote Karte, eine vollkommen überzogene Entscheidung. In Überzahl war Energie fortan die spielbestimmende Mannschaft und drängte den DSC in die eigene Hälfte zurück. Manuel Zeitz in der 72. Minute und Sven Michel in der 75. Minute scheiterten jedoch mit Distanzschüssen am glänzend aufgelegten Alexander Schwolow.

In der 77. Minute war es dann jedoch soweit: Der Ausgleich. Zbynek Pospechs Hereingabe vom rechten Flügel drückte Sven Michel am langen Pfosten in die Maschen. Anschließend verteidigte Arminia jedoch sehr gut, Cottbus hatte viel Ballbesitz aber keine Torchancen. Selbst kam der DSC sogar zu einigen vielversprechenden Kontersituationen, bei denen Energie zweimal erst in letzter Sekunde einen Fuß dazwischen bekam. So blieb es beim verdienten 1:1 nach 90 Minuten.

Ein Mitschnitt Pressekonferenz mit beiden Cheftrainern nach dem 1:1 in Cottbus:

Stimmen zum Spiel

Es war ein sehr intensives Spiel, beide Mannschaften haben enormen Aufwand betrieben. In der ersten Halbzeit gab es wenig Torchancen. Dann gehen wir in Führung und kassieren das 1:1 bei einem Konter. Das darf uns auswärts nicht passieren, vor allem nicht in Unterzahl, das müssen wir uns alle ankreiden. Als der Schiri abgepfiffen hat, waren wir schon alle froh.

Tom Schütz

Das war ein sehr intensives Spiel zum Abschluss der englischen Wochen. Man hat den Abnutzungskampf auf beiden Seiten gesehen. Insgesamt geht das Unentschieden nach 90 Minuten in Ordnung, auch wenn Energie mehr Torchancen hatte. Da hat Alexander Schwolow ein paar Mal fantastisch gehalten. Nach dem 1:0 waren wir auf einem sehr guten Weg, dann kassieren wir leider die rote Karte. Wahrscheinlich muss man sie nicht geben, aber Julian Börner muss da im Mittelfeld so weit weg von unserem Tor auch nicht runtergehen. Bei Gleichzahl hätte das Spiel einen anderen Verlauf genommen. Der Konter zum 1:1 darf uns nicht passieren, da müssen wir noch cleverer werden. Anschließend haben wir gut verteidigt.

Norbert Meier

Ich sehe es ähnlich wie Norbert Meier. Wir sind nicht gut reingekommen, waren am Anfang zu hektisch, da war Arminia besser drin. Nach 15 Minuten haben wir es dann besser gemacht und hatten in der zweiten Halbzeit mehr Chancen, daher wäre ein Sieg schon ok gewesen. Aber gegen so einen starken Gegner muss man auch erst einmal einen Rückstand aufholen. Trotz der hohen Belastung haben wir eine gute Laufleistung gezeigt. Mit dem Punkt müssen und können wir leben.

Stefan Krämer

FC Energie Cottbus:
Müller – Perdedaj, Elsner, Möhrle, Szarka – Zeitz, Ledgerwood (73. Makarenko) – Kleindienst (73. Kaufmann), Mattuschka, Michel – Pospech.

DSC Arminia Bielefeld:
Schwolow – Dick, Börner, Salger, Schuppan – Schütz, Burmeister – Hemlein, Müller (73. Ulm), Mast (66. Brinkmann) – Klos (90.+2 Testroet).

Tore:
0:1 (61.) Börner, 1:1 (77.) Michel.

Gelbe Karten:
Szarka, Zeitz/Klos, Hemlein, Schwolow

Rote Karte:
Börner wegen groben Foulspiels (64.)

Zuschauer:
8.051