DSC Arminia Bielefeld -

Sie befinden sich hier: http://www.arminia-bielefeld.de/schedule/fc-ingolstadt-arminia-bielefeld/

Fr., 23.08.2013 18:30 Uhr

FC Ingolstadt 04(1)
DSC Arminia Bielefeld (1)

GegnerinfosPK-BerichtSpielberichtStimmenDatenBerichterstattung

Der Druck wächst

Die beschauliche Stadt Ingolstadt im Freistaat Bayern ist seit 2004 nicht nur für die Automarke Audi bekannt, sondern auch für ihren professionell geführten Fußballverein, den FC Ingolstadt 04. Aktuell steht dieser allerdings nicht nur sportlich im Mittelpunkt der Geschehnisse. Erst am vergangenen Spieltag wurde Rechtsverteidiger Danny da Costa bei 1860 München Opfer rassistischer Beleidigungen einiger gegnerischer „Fans“. Nicht nur da Costa zeigte sich darüber geschockt, ganz (Fußball-)Deutschland solidarisierte sich mit dem Deutschen mit angolanischen Wurzeln und verurteilte diesen Vorfall aufs Schärfste. Auch die Tatsache, dass der Zwanzigjährige nur eine Woche zuvor für die deutsche U21-Nationalmannschaft gegen Italien spielte, verleiht diesem Ereignis einen noch bittereren Beigeschmack, der in keinster Weise zu tolerieren ist.

Trotz dieser bestürzenden Nachricht soll der Freitagabend ausschließlich im Zeichen des Fußballs stehen. Aber genau hier liegt für den FCI der Teufel im Detail: Null Punkte nach vier Spieltagen und Tabellenplatz 18 sprechen eine deutliche Sprache. Dass die Oberbayern damit ihren finanziellen wie sportlichen Möglichkeiten meilenweit hinterher hinken, zieht wie immer auch unangenehme Fragen der Presse nach sich. Längst ist Trainer Marco Kurz in die Kritik geraten und wer das schonungslose Profigeschäft des Fußballs kennt, der weiß auch, dass eine erneute Niederlage am Freitag Kurz mehr als nur unter Druck setzen wird. Angesichts des Kaders ist dies jedoch durchaus nachzuvollziehen: Ein Blick in die Datenbank zeigt, dass die FCI-Spieler gemeinsam auf 1.529 Zweitliga-Einsätze kommen. Ein Erfahrungswert, der zwar Platz zwei in der Liga bedeutet, der sich auf dem Rasen aber derzeit nirgends widerspiegelt. Routiniers wie Neuzugang Tomás Hajnal oder Kapitän und Ex-Armine Christian Eigler, können ihrer Mannschaft derzeit keinen zusätzlichen Schub verleihen. Eigler musste gegen 1860 München sogar „aus Leistungsgründen“ (Marco Kurz gegenüber dem Sportmagazin Kicker) zunächst auf der Bank Platz nehmen. All dies wird für Stefan Krämer und seine Mannschaft im Vorfeld jedoch keine große Rolle spielen. Denn nicht nur für FCI-Trainer Marco Kurz hat das Spiel am Freitag einen Endspiel-Charakter, auch der DSC will diese Mentalität wieder auf den Platz bringen. Gelingt dies, sind weitere Punkte gegen den Klassenerhalt durchaus im Bereich des Möglichen.

„Ein dickes Brett, das wir bohren müssen“

Vor dem Auswärtsspiel beim FC Ingolstadt 04 am Freitag sprach Trainer Stefan Krämer auf der heutigen Pressekonferenz über alle relevanten Themen.

Wenn es bei Arminia um das Thema verletzungsbedingte Rückschläge geht, dann ist sicherlich Dennis Riemer der erste Spieler, der einem dabei sofort in den Sinn kommt. Doch auch Jan Fießer scheint derzeit vom Pech verfolgt zu sein. Erst in dieser Woche kehrte der Mittelfeldspieler ins Mannschaftstraining zurück. Am Dienstag dann der nächste Schock. Ein Pressschlag mit Fabian Klos führte dazu, das die soeben auskurierte Verletzung am Knie erneut aufbrach. „An einen Einsatz in Ingolstadt ist nicht zu denken. Jan wird mindestens bis zur Länderspielpause ausfallen“, teilte Stefan Krämer auf der Pressekonferenz mit. Und auch hinter Sebastian Hille und Tom Schütz stehen im Moment noch zwei Fragezeichen. Beide mussten die heutige Trainingseinheit aufgrund einiger Blessuren angeschlagen ausfallen lassen. Auf Anfrage zeigte sich Krämer allerdings optimistisch, dass die beiden die Reise nach Bayern antreten können. Eine endgültige Entscheidung wolle man jedoch erst morgen nach dem Training fällen, so der Coach.

Dass die Oberbayern spielerisch weit mehr zu bieten haben, als es der Tabellenstand und das Punktekonto derzeit hergeben, weiß auch Stefan Krämer: „Ingolstadt ist ein dickes Brett, das wir bohren müssen. Vom Kader her muss der FCI eigentlich zu den Aufstiegsmannschaften zählen. Es gibt fast kein Spieler, der keine Bundesliga-Erfahrung hat. Ein Betriebsausflug wird das also nicht.“

Dennoch bleibt die Marschroute für diesen Freitag unverändert. „Wir werden wie immer versuchen ein unangenehmer Gegner zu sein und wollen natürlich auch in Ingolstadt etwas holen.“, gab Krämer bekannt. Dass der DSC dabei erneut über die Außenseiterrolle ins Rennen geht, fällt für den Trainer nur wenig ins Gewicht.

Trotz der langen Anreise, kann sich die Mannschaft auch in Ingolstadt der Unterstützung ihrer Fans sicher sein. 300 bis 400 DSC-Anhänger werden das Team vor Ort unterstützen. Einer stimmungsvollen Kulisse steht demnach nichts im Wege.

 

Unglückliches 2:3 in Ingolstadt

Arminia kassiert in Ingolstadt beim 2:3 (1:1) eine unglückliche und unverdiente Auswärts-Niederlage.

Nach dem spektakulären 3:3 im Derby gegen den SC Paderborn tauschte DSC-Trainer Stefan Krämer auf drei Positionen. Patrick Platins löste nach überstandener Verletzung wieder Stefan Ortega Moreno im Tor ab, Jonas Strifler verteidigte links für Marc Lorenz und Patrick Schönfeld spielte für Sebastian Hille in der offensiven Dreier-Reihe.

Die Krämer-Elf war in der Anfangsphase die spielbestimmende Mannschaft und gleich mit der ersten Offensiv-Aktion erfolgreich. Patrick Schönfeld erkämpfte sich in der 5. Minute mit einem Sololauf über die rechte Bahn einen Eckball. Selbigen brachte Christian Müller scharf an den Fünfmeterraum, dort stand Fabian Klos goldrichtig und köpfte unhaltbar zum 1:0 für die Blauen ein. Ingolstadt meldete sich das erste Mal nach einer Viertelstunde zu Wort, doch der Fernschuss von Almog Cohen ging neben das DSC-Tor. Auch Caiuby versuchte es in der 23. Minute mit einem Distanzschuss, doch auch dieser ging deutlich neben das Bielefelder Tor.

Erfolgreich waren die Gastgeber dann in der 28. Minute durch Philipp Hofmann. Der Torschütze hatte den Ball zuvor jedoch mit der Hand gespielt und so verweigerte Schiedsrichter Markus Wingenbach dem Treffer die Anerkennung. Arminia hatte im Gegenzug eine Chance durch Christian Müller, doch aus spitzem Winkel schoss der Mittelfeldspieler neben das Ingolstädter Tor. Dennoch hatten die Gastgeber in dieser Phase klar mehr Spielanteile und kamen in der 31. Minute zum verdienten Ausgleich. Einen Freistoß zimmerte Philip Hofmann aus 16 Metern knallhart zum 1:1 in den linken oberen Torwinkel.

Nach dem Gegentreffer wurde Arminia wieder aktiver und gewann die Spielkontrolle zurück. Fabian Klos verfehlte in der 41. Minute mit einem Kopfball das FCI-Tor. Auf der Gegenseite rutschte Andreas Buchner knapp an einer Flanke von Danilo Soares vorbei. Somit blieb es beim leistungsgerechten 1:1 zur Halbzeit.

In die zweite Halbzeit starteten beide Teams unverändert. Bis zur 58. Minute tat sich jedoch auf beiden Angriffsseiten nichts. Ingolstadt bekam in der 58 Minute einen Freistoß aus 18 Metern zugesprochen, den Tamas Hajnal jedoch in die Mauer setzte. Die Gastgeber hatten anschließend in der 66. Minute Glück, als Danny da Costa einen Kopfball von Tim Jerat mit der Hand spielte, Schiri Wingenbach jedoch nicht auf Elfmeter entschied. In der 70. Minute zog Patrick Schönfeld aus der Distanz ab, FCI-Keeper Ramazan Özcan war jedoch zur Stelle und parierte sicher.

Sechs Minuten später war jedoch auch Özcan machtlos. Nach einer schönen Kombination über Jonas Strifler und Johannes Rahn bediente Fabian Klos Philipp Riese im Strafraum, der mit einem harten und platzierten Schuss in die kurze Ecke Arminia wieder mit 2:1 in Führung schoss. Die Freude über die erneute Führung währte jedoch nur zwei Minuten. Da entschied Schiri Wingenbach völlig überraschend nach einem Zweikampf zwischen Jonas Strifler und Caiuby auf Elfmeter für die Gastgeber. Tamas Hajnal ließ sich die Chance vom Punkt nicht entgehen und erzielte das 2:2.

Und nur drei Minuten später legten die Gastgeber nach. Nach einer Ecke für den DSC fuhren die Gastgeber über die linke Seite durch Caiuby einen Konter. Caiubys Flanke landete am langen Pfosten bei Christian Eigler, dessen Schuss Patrick Platins zunächst an die Latte lenken konnte, doch beim anschließenden Kopfball-Abstauber von Eigler war Platins machtlos und so erzielten die Gastgeber das 3:2. Obwohl der DSC noch einmal alles nach vorne warf, hatte das Team an diesem Freitagabend das Glück nicht auf seiner Seite. Nach zwei Minuten Nachspielzeit pfiff Schiri Wingenbach ab und die Gastgeber hatten ihre ersten drei Punkte eingesammelt.

Stimmen zum Spiel

Das ist sehr bitter, gerade das 3:2, das wir uns selber eingebrockt haben. Das Tor zum 1:1 war meiner Meinung nach kein Freistoß. In der Summe ist die Niederlage sehr ärgerlich, wir können aber auch etwas Positives mitnehmen. Wir haben mit einer gut besetzten Mannschaft mithalten können.

Tom Schütz

In der zweiten Halbzeit waren wir meiner Meinung nach klar besser und hätten einen Sieg verdient gehabt. Es gab ein paar fragwürdige Entscheidungen, da würde ich mir gerne noch einmal die Zeitlupe ansehen. Wir hätten mindestens einen Handelfmeter bekommen müssen. Nach dem 2:2 haben wir weiter nach vorne gespielt, das ist einfach unsere Mentalität. Dass wir dann das 2:3 kassieren, ist natürlich ärgerlich.

Manuel Hornig

Wir haben unsere Linie eigentlich gut durchgezogen und Ingolstadt vor Probleme gespielt. Den einen oder anderen Angriff hätten wir besser ausspielen müssen, allerdings hatten wir auch Pech bei den Elfmeter-Entscheidungen.

Thomas Hübener

Glückwunsch an Maco und sein Team zum Sieg. Bei der Analyse muss ich zwischen Leistung und Ergebnis unterscheiden. Die Leistung war sehr gut, vor allem in der zweiten Halbzeit. In der ersten Halbzeit haben wir phasenweise zu tief gestanden. In der zweiten Halbzeit haben wir ein sehr sehr gutes Auswärtsspiel gemacht. 11:1 Ecken sprechen dafür, dass wir uns nicht versteckt haben. Der Schlüssel nach unserer verdienten Führung war der Elfmeter, den man niemals geben darf. Da kippt das Spiel etwas, aber wir dürfen uns auswärts nicht nach einer Ecke auskontern lassen. Meine Mannschaft hatte die Niederlage nicht verdient, es ist schon bitter, dass wir jezt nach einer guten Leistung ohne Punkte im Bus sitzen.

Stefan Krämer

Es war ein denkbar ungünstiger Start für uns. Den Eckball haben wir schlecht verteidigt. Die Mannschaft hatte sich vor dem Spiel vorgenommen, dass wir uns Fehler verzeihen. Wir musten uns reinkämpfen in die Partie, der Sieg war unter dem Strich schon glücklich, aber auch hart erkämpft und erzwungen. Wir hatten dann Glück zum Ausgleich zu kommen und dann war der Siegeswille zu spüren, vor allem beim 3:2-Siegtreffer.

Marco Kurz

FC Ingolstadt 04:
Özcan – da Costa, Roger, Matip, Soares – Morales (77. Lappe), Cohen – Buchner (66. Eigler), Hajnal (84. Gunesch), Caiuby – Hofmann.

Arminia Bielefeld:
Platins – Appiah, Hübener, Hornig, Strifler (84. Lorenz) – Schütz, Riese (82. Sembolo) – Müller, Jerat (68. Rahn), Schönfeld – Klos.

Tore:
0:1 (5.) Klos, 1:1 (31.) Hofmann, 1:2 (74.) Riese, 2:2 (76., Foulelfmeter) Hajnal,3:2 (79.) Eigler.

Gelbe Karten:
Korkmaz, Cohen, Caibuy, Roger, Özcan/Hübener

Zuschauer:
4.744