DSC Arminia Bielefeld -

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Sa., 21.10.2017 13:00 Uhr

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Störche im Höhenflug

Der Aufsteiger Holstein Kiel ist momentan die Überraschungsmannschaft der Zweiten Liga. Nach knapp einem Drittel der Saison steht der nördlichste Klub der Liga vollkommen zu Recht auf dem zweiten Tabellenplatz. Die Störche begeistern dabei vor allen Dingen durch angriffslustigen Fußball – nicht umsonst hat Kiel mit 26 Toren die gefährlichste Offensive der Liga. Einen erheblichen Anteil daran haben die Offensivkräfte Marvin Ducksch und Dominick Drexler, die zusammen bereits 14 Treffer erzielt haben. Zum Vergleich: Der DSC hat in der gesamten Saison nur einen Treffer mehr erzielt.

Nach 36-jähriger Abstinenz kehrte Holstein Kiel im vergangenen Sommer wieder in die Zweite Liga zurück. Der deutsche Meister von 1912, der in einer dramatischen Relegation 2015 noch knapp dem TSV 1860 München unterlegen war, krönte eine starke Saison mit dem zweiten Tabellenplatz und stieg hinter Drittliga-Meister MSV Duisburg direkt auf. „Heute ist Holstein-Tag. Jetzt wackeln die Wände“, sagte Kiels Sportchef Ralf Becker voller Stolz nach dem geschafften Aufstieg, mit dem man in der Landeshauptstadt von Schleswig-Holstein nicht unbedingt gerechnet hatte.  Ein Garant des Aufstiegs war dabei sicher auch Cheftrainer Markus Anfang, der die Kieler im August 2016 übernahm. Damals stand der Verein von der Förde weit unten in der 3. Liga und lief seinen eigenen Ansprüchen hinterher. Die waren spätestens mit der Saison 2014/2015 gestiegen, in der die Kieler in der Relegation äußerst unglücklich bei den „Münchner Löwen“ scheiterten. Also reagierte Holstein vergangene Saison nach acht mauen Spieltagen und ersetzte Karsten Neitzel durch besagten Markus Anfang, den man von Bayer Leverkusens A-Jugend loseisen konnte.

Es scheint, als hätten die Kieler Verantwortlichen mit Markus Anfang einen Glücksgriff gelandet, denn seitdem der gebürtige Kölner das Ruder der Kieler „Störche“ übernommen hat, weht an der Holstenstadt ein frischer und offensiver Wind – 22 Siege, 13 Unentschieden und lediglich sieben Niederlagen sprechen eine eindeutige Sprache: Die Kieler stehen nach zehn  Spieltagen vollkommen berechtigt auf dem zweiten Tabellenplatz. Dies schätzt auch Kapitän und Abwehrchef Raphael Czichos so ein, der den geglückten Start seiner Mannschaft als „keine Überraschung“, sondern vielmehr als „Produkt einer kontinuierlichen Entwicklung über Jahre“ bezeichnet. Da die Kieler Aufstiegsmannschaft im Sommer quasi komplett gehalten und zudem durch einige Neuverpflichtungen sinnvoll ergänzt werden konnte, kann sich Arminia auf eine homogene und formstarke Kieler Mannschaft einstellen.

Aus dieser heraus stechen neben Torhüter Kenneth Kronholm und Kapitän Czichos vor allen Dingen die Offensivspieler Dominick Drexler und Marvin Ducksch, die nach mehreren Versuchen bei anderen Vereinen in Kiel wohl ihren finalen Durchbruch geschafft haben. Stürmer Ducksch, der seine Stiefel auch schon für den SC Paderborn schnürte, konnte am vergangenen Wochenende mit einem Dreierpack beim 5:3-Auswärtssieg in Heidenheim auf sich aufmerksam machen – er steht mit acht Treffern nach zehn Spieltagen an der Spitze der Torjägerliste. Das letzte Duell zwischen Holstein und dem DSC endete im Mai 2015 am 35. Spieltag der Drittligasaison nach packenden 90 Minuten 2:2 – der Kieler Ausgleich in der SchücoArena fiel in der 90. Minute. Dennoch schaffte Arminia am Ende den Aufstieg, während die Kieler den Gang in die Relegation antreten mussten, die sie nach großem Kampf gegen den TSV 1860 München verloren. Nun treffen sich Holstein Kiel und der DSC zum ersten Mal nach 37 Jahren wieder zu einem Spiel in der Zweiten Liga. Arminia möchte seine äußerst positive Auswärtsbilanz unter Cheftrainer Jeff Saibene auch in Kiel gerne fortsetzen, die Trauben an der Förde hängen allerdings hoch – schließlich erleben die Störche gerade einen ungeahnten Höhenflug.

 

 

„Der Teamgeist steht an erster Stelle“

Zwei Tage vor dem schweren Auswärtsspiel bei Holstein Kiel trafen sich Cheftrainer Jeff Saibene und Kapitän Julian Börner mit den Medienvertretern. Themen im Gespräch mit der Presse waren u.a. die Niederlage gegen Fortuna Düsseldorf am vergangenen Wochenende, die Einschätzung des kommenden Gegners aus Kiel und die Leistungsdichte in der Zweiten Liga.

Arminia gastiert am Samstag beim aktuellen Tabellenzweiten Holstein Kiel. Der DSC rechnet mit bis zu 2.000 Anhängern, die den langen Weg an die Förde antreten werden. Cheftrainer Jeff Saibene kann beim Spiel gegen den Aufsteiger fast auf den gesamten Kader zurückgreifen – lediglich Christopher Nöthe und Torhüter Baboucarr Gaye (beide Aufbautraining) fallen aus.

Die 0:2-Heimniederlage gegen Fortuna Düsseldorf habe man „unter der Woche aufgearbeitet“, so Jeff Saibene, der zugab, dass unmittelbar nach dem Spiel eine „gewisse Frustration bei allen“ zu spüren war: „Wir haben gegen Düsseldorf ein paar individuelle Fehler gemacht, die bestraft wurden. Die müssen wir abstellen.“ Auch Kapitän Julian Börner hat die Pleite gegen den Tabellenführer abgehakt und weiß, an welchen Stellschrauben für die kommenden Aufgaben gedreht werden muss: „Wir haben gegen Düsseldorf sicherlich nicht schlecht gespielt, aber eben auch nicht das Maximum herausgeholt. Wir haben die Fehler analysiert und wissen, woran wir arbeiten müssen. Das Trainerteam hat das mit der Mannschaft besprochen und gewisse Inhalte mit in die Trainingsarbeit einfließen lassen.“  Gerade die Präsenz im letzten Drittel habe im Düsseldorf-Spiel gefehlt: „Wir haben in dieser Woche Trainingsformen gemacht, in denen wir die Bälle hinter die Abwehr gespielt haben. Die Offensive muss versuchen, sich mehr hinter der gegnerischen Abwehrreihe zu bewegen“, so Saibene, dem wichtig ist, dass sich alle Mannschaftsteile an gewisse Prinzipien halten: „Es ist für unser Spiel von großer Bedeutung, dass wir Prinzipien haben, an die sich gehalten wird. Jeder weiß, was er zu tun hat. Wenn wir da Fehler machen oder vom Plan abweichen, entstehen Chancen für den Gegner. Immer, wenn wir uns an die Abläufe gehalten haben, haben wir ein gutes Spiel gemacht“, so der Luxemburger weiter, der sich bezüglich der Aufstellung für das Spiel bei Holstein nicht in die Karten schauen ließ: „Das bleibt mein Geheimnis – grundsätzlich gilt: Es ist alles möglich.“

Dass Arminia in den vergangenen Auswärtsspielen gute Leistungen ablieferte, macht Saibene auch für das Spiel in Kiel optimistisch: „Auswärtsspiele scheinen uns zu liegen. Wenn man bedenkt, welche Gegner wir auswärts hatten, sind wir da bisher punktemäßig richtig gut gefahren. Vielleicht verspüren die Jungs etwas weniger Druck, weil sie nicht als Favorit ins Spiel gehen.“ Kapitän Börner unterstützte die These seines Trainers und fügte hinzu: „Wir wollen genauso auftreten wie in den letzten Auswärtsspielen. Es ist wichtig, dass wir hinten kompakt stehen, bei Ballgewinn schnell umschalten und vor dem Tor effektiv sind.“ Dann sei ihm und der Mannschaft auch vor dem Aufsteiger nicht bange, der nach zehn Spieltagen die beste Offensive der Liga stellt: „Mit Holstein kommt sicherlich etwas auf uns zu. Kiel ist eine gute Truppe und hat mit Marvin Ducksch einen eiskalten Torjäger. Allerdings bin ich mir sicher, dass wir die individuelle Qualität haben, ihn und die Kieler Offensive zu verteidigen.“ Den Kieler Spielstil beschrieb Börner als „spektakulär.“ Es gäbe für ihn „wenige Mannschaften in den ersten drei Ligen, die auf diese Art und Weise Fußball spielen. Ihre Struktur ist nicht alltäglich, aber wir stellen uns darauf ein und wissen, was uns erwartet. Wir freuen uns auf das Spiel und fahren mit einem guten Gefühl nach Kiel.“

Abschließend wurde der Kapitän noch auf die Ausgeglichenheit und Qualitätsdichte der Zweiten Liga angesprochen: „Die Liga ist dieses Jahr sehr verrückt, weil sie so unfassbar ausgeglichen ist. Ich denke, dass es so etwas in dieser Form lange nicht mehr gab. Du musst Woche für Woche auf den Punkt genau da sein. Kiel macht das als Aufsteiger momentan sehr gut, aber wir machen es nicht viel schlechter. Dieses Jahr kannst du in der Liga nichts voraussagen – keine Absteiger und keine Aufsteiger.“ Eben weil die Leistungsdichte in der Liga so hoch sei und Kleinigkeiten in den Spielen über Punkte entscheiden, ist Börner „stolz, bereits 17 Punkte gesammelt zu haben.“ Gleichzeitig erwähnte er die Würzburger Kickers als „mahnendes Beispiel“, die in der abgelaufenen Saison nach einer grandiosen Hinrunde noch abstiegen: „Für uns sind es noch 23 Punkte bis zur magischen 40er-Grenze. Ich mache mir aber keine großen Sorgen, weil wir eine super Truppe sind, bei der der Teamgeist an erster Stelle steht. Hinter unserem Fußball steckt eine Idee – das spricht sich in Bielefeld und Umgebung um. Die Leute kommen gerne ins Stadion und es macht uns stolz, wenn wir wie gegen Düsseldorf mehr als 20.000 Menschen in die SchücoArena locken können“, so der Kapitän.

Weitere Aussagen von Saibene und Börner gibt es auch im Arminia-Podcast von Radio Bielefeld.

Auf ArminiaClubTV äußert sich auch Tom Schütz zum kommenden Spiel:

Berichterstattung Kiel – DSC

Wo kann ich Arminia unterwegs live verfolgen? Wann und wo sehe ich die Highlights des Spiels? Hier gibt es einen Überblick zur Berichterstattung gegen Holstein Kiel.

Wer keine Chance hat, sich ein Ticket zu kaufen, um am Samstag um 13:00 Uhr das Spiel bei Holstein Kiel live im Holstein-Stadion zu verfolgen, dem seien folgende Alternativen empfohlen:

  • In unserer Arminia-App bieten wir euch einen ausführlichen Liveticker inkl. interessanter Statistiken an!
  • Auf unserem Twitter-Kanal halten wir euch immer auf dem Laufenden.
  • Per ASC-Audio-Livestream werden alle Heim und Auswärts-Pflichtspiele übertragen.
  • Radio Bielefeld berichtet ebenfalls von der Begegnung. Reporter Ulrich Zwetz ist 90 Minuten vor Ort und meldet sich mehrmals live aus dem Holstein-Stadion in Kiel.
  • Sky zeigt das Spiel live und in der Konferenz.

Ihr wart beim entscheidenden Tor noch in der Schlange vor der Bratwurstbude oder ihr habt die Rudelbildung samt roter Karte dank eurer drückenden Blase verpasst? Hier findet ihr nach Schlusspfiff Bewegtbilder von der Partie:

  • Sky, „Alle Spiele, alle Tore“, nach Spielende (Samstag)
  • ARD, „Sportschau“, 18:30 Uhr bis 19:57 Uhr (Samstag)
  • RTL Nitro, „100 % Bundesliga“, 22:10 bis 00:15 Uhr (Montag)

Gute Leistung nicht belohnt

Arminia verliert gegen Holstein Kiel mit 1:2 und kann einen couragierten und mutigen Auftritt nicht in Punkte ummünzen.

Cheftrainer Jeff Saibene nahm im Gegensatz zur Heimpleite gegen Fortuna Düsseldorf drei Änderungen in der Startelf vor. Konstantin Kerschbaumer rückte für Tom Schütz (Bank) in die Startelf, Nils Teixeira nahm die Position von Florian Dick (Bank)ein und Keanu Staude ersetzte Andraz Sporar, der nicht im Kader stand.

Vor ausverkauftem Haus und über 2000 mitgereisten DSC-Fans pfiff Schiedsrichter Tobias Reichel die Partie gegen den starken Aufsteiger pünktlich an. Der Tabellenzweite Holstein Kiel konnte sich bereits nach 15 Sekunden die erste Ecke erspielen, die allerdings nichts einbrachte. Die Anfangsphase blieb intensiv – weniger als fünf Minuten waren gespielt, da sah Kiels Dominik Peitz nach hartem Foul an Fabian Klos die erste gelbe Karte des Spiels. Arminia kam in der 12. Minute erstmalig vor das Kieler Gehäuse. Nach einem Freistoß Konstantin Kerschbaumers kam Andreas Voglsammer an den Ball und flankte ihn in den Strafraum, wo ein Kieler Abwehrspieler zur Ecke klären konnte. Der anschließende Eckball stellte keine Gefahr für Holstein dar. In der 16. Minute wäre der DSC fast in Führung gegangen. Nach einer Flanke Voglsammers verpasste Patrick Weihrauch in der Mitte den Ball nur knapp – der Ball trudelte haarscharf am zweiten Pfosten vorbei.

Arminia blieb das etwas bessere Team, da sie die Kieler im Aufbauspiel immer wieder geschickt störten und den „Störchen“ so keine Möglichkeiten boten, ihre gefährliche Offensive einzusetzen. Es blieb ein Spiel der wenigen Torszenen, da sich das Geschehen hauptsächlich im Mittelfeld abspielte und viele kleinere Unterbrechungen und Fouls immer wieder den Spielfluss störten. In der 32. Minute konnte der DSC eine weitere Chance für sich verzeichnen, doch Kerschbaumers Schuss aus knapp 20 Metern ging knapp über das Tor. Nach 34 Minuten kamen die Hausherren erstmalig gefährlich vor das Arminia-Tor. Nach einer Flanke von der linken Seite landete der Ball bei Holsteins Torjäger Marvin Ducksch, der nicht lange zögerte und den Abschluss suchte. Sein Versuch ging jedoch über das Tor.

Aus dem Nichts wäre Kiel dann kurz vor der Pause beinahe in Führung gegangen. Eine Flanke des ehemaligen Arminen Sebastian Heidinger landete bei Dominick Drexler, der nicht lange fackelte und den Ball volley auf das Tor schoss. Der bis dahin ungeprüfte Stefan Ortega Moreno reagierte blitzschnell und konnte das Leder mit einer tollen Parade zur Ecke entschärfen (42.). Die letzte Chance des ersten Abschnitts besaß der DSC in Person von Weihrauch, der mit seinem leicht abgefälschten Schuss aus etwas spitzem Winkel an Kiels Keeper Kronholm scheiterte (45.). Kurz danach pfiff Schiedsrichter Reichel die höchstintensive, wenn auch chancenarme Partie ab und bat die Teams zur Halbzeit.

Beide Teams starteten die zweite Hälfte personell unverändert. Arminia kam gut in den zweiten Abschnitt und hatte durch Kerschbaumer die erste Chance. Sein Versuch aus gut 20 Metern landete allerdings in den Händen von Kronholm (46.). In der 50. Minute konnte sich der DSC bei Kapitän Julian Börner bedanken, der eine mögliche Führung der Kieler verhinderte. Nach einer misslungenen Abseitsfalle, die bis dahin ausgezeichnet funktionierte, musste Börner eine 1:3-Situation verteidigen. Die Hereingabe Drexlers von der rechten Seite auf die in der Mitte völlig freien und einschussbereiten Ducksch und Weilandt konnte der Kapitän mit einer tollen Grätsche gerade noch zur Ecke klären. Die anschließende Siegerfaust des sehr präsenten Börners verdeutlichte den Stellenwert seiner Rettungstat. In der 58. Minute kombinierte sich Staude stark durch das Mittelfeld und passte vor dem Strafraum auf Voglsammer, dessen Schuss von einem Kieler Bein geblockt werden konnte (58.).

Arminia blieb am Drücker – nach einem Freistoß aus dem Halbfeld von Nils Teixeira kam Julian Börner aus guter Position zum Kopfball. Diesen setzte er unter Bedrängnis denkbar knapp neben das Kieler Gehäuse (61.). In der 63. Minute hatte Arminia dann zwei große Möglichkeiten zur Führung – Voglsammer kam nach Flanke von Teixeira im Strafraum völlig frei zum Schuss, scheiterte aber am stark reagierenden Kronholm. Der Abpraller landete bei Fabian Klos, der den Ball neben das Tor setzte. Kurze Zeit später stellte Kiel den bisherigen Spielverlauf dann etwas auf den Kopf. Nach schnellem Umschaltspiel über den eingewechselten Steven Lewerenz landete der Ball bei Marvin Ducksch, der sich vor dem Strafraum ein Herz fasste und den Ball aus 20 Metern unhaltbar ins linke Eck schoss – keine Abwehrchance für Ortega Moreno, 0:1 (65.).

Der nächste Rückschlag folgte zwei Minuten später. Nach einem langen Ball auf Marvin Ducksch legte dieser den Ball vor dem Tor klug auf Lewerenz, der die Nerven behielt und das 2:0 machte (67.). DSC-Trainer Jeff Saibene reagierte umgehend und brachte Christoph Hemlein für Weihrauch. Arminia brauchte eine Weile, um den Doppelschlag zu verkraften, versuchte aber weiter durch Ballbesitz und frühes Pressing die Spielkontrolle zu behalten. Die Kieler standen fortan ein wenig tiefer und lauerten auf Konter über ihre schnelle Offensive. Der DSC nahm zwei weitere Wechsel vor, Quaschner und Brandy kamen in das Spiel.

Kurze Zeit später konnte Arminia sich dann endlich belohnen. Nach einer Flanke von Florian Hartherz köpfte der eingewechselte Brandy den Ball auf das Kieler Tor. Der Ball wurde vom Holsteiner Kapitän Rafael Czichos unhaltbar abgefälscht – neue Hoffnung für die Blauen, 1:2 (85.). In der 90. Minute hatte Ducksch die Entscheidung für seine Mannschaft auf dem Fuß, doch die Hereingabe von Lewerenz setze er deutlich über das Tor. In der sehr knapp bemessenen zweiminütigen Nachspielzeit lief der Kieler David Kinsombi frei auf Ortega Moreno zu und hätte auf 3:1 erhöhen können, doch der Arminia-Torwart machte sich groß und konnte den Ball entschärfen. Kurze Zeit später pfiff Schiedsrichter Reichel die intensive Partie ab und der DSC musste in eine unglückliche 1:2-Niederlage gegen clevere und effiziente Kieler einwilligen. Arminia hätte mindestens einen Punkt verdient gehabt. Weiter geht’s für den DSC am kommenden Freitag – dann ist der Bundesligaabsteiger FC Ingolstadt zu Gast in der SchücoArena.

Stimmen zum Spiel

Das Ergebnis tut sehr weh. Wir haben eine gute Leistung gezeigt und hatten das Spiel jederzeit im Griff. Wir hatten zwei, drei Möglichkeiten, das 1:0 zu schießen. Kiel hat aktuell einfach einen Lauf und macht dann in so einer Situation das Tor. Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen, außer, dass wir nicht in Führung gegangen sind.

Jeff Saibene

Es war das erwartet schwere Spiel. Arminia ist uns hoch angelaufen, wir konnten unser Spiel nicht so aufziehen, wie wir es gewohnt sind. Wir haben über lange Bälle und Kampf in das Spiel gefunden. Durch das Eigentor bringen wir uns am Ende selbst noch in Bedrängnis, aber das Tor hatte Bielefeld sich auch verdient. Ich möchte meine Mannschaft mal loben: Das ist nicht normal, was die Jungs aktuell abliefern.

Markus Anfang

Wir sind sehr enttäuscht, weil wir spielerisch die bessere Mannschaft waren. Wir haben viel investiert und gute Lösungen gefunden, das hat mir sehr gefallen. Wir haben durch Vogi die Riesenchance auf das 1:0 und im Gegenzug kassieren wir den Rückstand, das ist extrem bitter.

Konstantin Kerschbaumer

Wir haben gut und aggressiv verteidigt und waren bis zum 0:1 die bessere Mannschaft. Dann sieht man aber auch, dass Kiel einfach einen Lauf hat. Ducksch macht ein starkes Führungstor. Gegen Düsseldorf konnte man die Niederlage akzeptieren, heute fällt es sehr schwer, sie zu verdauen. Da war definitiv mehr drin.

Stephan Salger

Heute hat nicht die bessere Mannschaft gewonnen, das tut sehr weh. Man sieht bei Kiel, dass die Dinger einfach reingehen, wenn es läuft. Wir können uns nicht viel vorwerfen, wir haben gut gespielt und verteidigt. Wir müssen uns aber ankreiden, dass wir uns für die Leistung nicht belohnt haben.

Julian Börner

Holstein Kiel:
Kronholm – Heidinger, Schmidt, Czichos, van den Bergh – Peitz – Schindler (87. Condé), Drexler (74. Kinsombi), Mühling, Weilandt (64. Lewerenz) – Ducksch.

DSC Arminia Bielefeld:
Ortega Moreno – Teixeira, Börner, Salger, Hartherz – Weihrauch (68. Hemlein), Prietl, Kerschbaumer, Staude (82. Brandy) – Voglsammer, Klos (77. Quaschner).

Tore:
1:0 (65.) Ducksch, 2:0 (67.) Lewerenz, 2:1 (85./Eigentor) Czichos.

Gelbe Karten:
Peitz, Weilandt, Drexler, Lewerenz/Klos, Teixeira, Börner

Zuschauer:
11.224