DSC Arminia Bielefeld -

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Sa., 22.11.2014 14:00 Uhr

SSV Jahn Regensburg(0)
DSC Arminia Bielefeld (1)

GegnerinfosPK-BerichtSpielberichtStimmenDatenBerichterstattung

Brand beerbt Schmidt

Der SSV Jahn Regensburg absolviert nach dem Abstieg Ende April 2013 aus der 2. Bundesliga dieses Jahr seine zweite Saison in Folge in der 3. Liga.

Zur vergangenen Drittligasaison 2013/2014 wurde Ex-Armine Thomas Stratos als Trainer verpflichtet. Der Jahn beendete die Saison im Mittelfeld der Tabelle auf Platz 11, dennoch musste Stratos den Verein überraschend verlassen. Im Mai 2014 wurde Alexander Schmidt als Nachfolger vorgestellt. Der SSV ist derzeit mit zwölf Punkten Tabellenletzter und konnte aus den letzten elf Spielen nur einen Sieg erringen. Nach dem missglückten Start in die neue Saison wurde Alexander Schmidt bereits am 9. November 2014 wieder von seinen Aufgaben entbunden.

Am 18. November 2014 wurde Christian Brand als neuer Trainer des SSV vorgestellt. Er erhielt einen Vertrag bis Saisonende, der sich im Falle des Klassenerhalts automatisch um ein Jahr verlängert. Die Regensburger haben derzeit fünf Punkte Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz. Vom neuen Trainer erhofft sich der Verein „einen neuen Impuls, um das elementare Ziel Klassenerhalt weiterhin energisch zu verfolgen“. Der 42-Jährige trainierte zuletzt die U21 des FC Luzern und hat bereits viel Bundesliga-Erfahrung gesammelt. Als Aktiver spielte er von 1996 bis 2002 für Werder Bremen, VfL Wolfsburg und Hansa Rostock. Über den FC Luzern beendete er seine Karriere beim SC Kriens und widmete sich der Trainerausbildung. Im Juni 2012 erlangte Brand das höchste europäische Trainerdiplom, die UEFA Pro-Lizenz.

Auf den schlechten Saisonstart hat der SSV Jahn Regensburg im Herbst zudem mit vier Neuverpflichtungen reagiert. Um die Abwehr zu unterstützen, holte der Verein Lukas Sinkiewicz, der 76 Spiele Bundesligaerfahrung mitbringt und drei Länderspiele für Deutschland absolvierte, sowie Markus Palionis und Gregory Lorenzi. Als neuer Flügelspieler wurde Uwe Hesse verpflichtet, der zuletzt fünf Jahre beim SV Darmstadt spielte. Der wichtigste Offensivspieler ist der 21-jährige Aias Aosmann, der in der Jugend auch beim DSC aktiv war. Er ist mit sechs geschossenen Toren Top-Torschütze der bayrischen Mannschaft.

„Richtig beißen“ für eine gute Position

Auf der heutigen Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel am Samstag beim SSV Jahn Regensburg informierte Cheftrainer Norbert Meier über die sportliche Situation  seiner Mannschaft.

„Normalerweise nutzt man die Länderspielpause, damit sich angeschlagene Spieler auskurieren können. Das war bei uns leider nicht möglich“, erklärte Norbert Meier zu Beginn der Pressekonferenz. Doch obwohl viele Spieler aufgrund von Verletzungen oder Sperren am Samstag ausfallen und dem Cheftrainer lediglich zwölf Feldspieler aus dem Profikader zur Verfügung stehen werden, ist er nicht pessimistisch gestimmt: „Wir fahren natürlich dahin, um zu gewinnen. Die Ausfälle sind bitter, und es trifft uns geballt aber wir haben einen Kader, der Veränderungen möglich macht.“

Die Verletztenliste ist lang: Christian Müller, Jerome Propheter, Bashkim Renneke, Peer Kluge sowie Manuel Hornig (Aufbautraining) und Jarno Peters. Für Peters wird entweder Christopher Balkenhoff oder Kennet Kostmann (beide U23) als zweiter Torwart ins Aufgebot rücken. Innenverteidier Julian Börner plagen muskuläre Beschwerden. Noch bestünde laut Meier eine minimale Hoffnung auf einen Einsatz in Regensburg. Ein Ausfall ist allerdings sehr wahrscheinlich: „Ich möchte kein Risiko eingehen“, sagte der Cheftrainer deutlich.

Stürmer Fabian Klos und Außenverteidiger Sebastian Schuppan sind beide wegen der fünften gelben und Felix Burmeister aufgrund seiner roten Karte aus dem Verbandspokal für das Spiel gesperrt. Dafür wird Marco Hober, der sich laut Meier durch seine Trainingsleistungen in den letzten Wochen seine Nominierung ohnehin verdient habe, im Kader sein. Auch die U23-Spieler Cihan Bolat und Stefan Langemann haben die Woche über mittrainiert und werden die Profimannschaft im Spiel gegen Regensburg unterstützen.

Meiers Mannschaft will nun die letzten fünf Wochen des Jahres nutzen und „richtig beißen“, um in der Tabelle in guter Position zu bleiben. Am Samstag möchte der DSC direkt den ersten Dreier nach der Länderspielpause einfahren, doch Meier warnt: „Regensburg hat noch mal richtig aufgerüstet mit Spielern wie Gregory Lorenzi, Lukas Sinkiewicz oder Markus Palionis. Wir dürfen sie auf keinen Fall am Tabellenplatz messen.“ Der ostbayrische Verein habe einen breiten Kader mit vielen großgewachsenen Spielern. Nun sei die Frage, wie der DSC dagegen halte. Es gelte zudem, Standardsituationen vor dem eigenen Tor möglichst zu vermeiden. Besonders gefährlich mache den Gegner den absoluten Willen die Liga zu halten: „Worst Case für Jahn Regensburg wäre es, mit einem neugebauten Stadion in der nächsten Saison in der Regionalliga zu spielen. Sie werden sich mit aller Macht wehren“, so der Fußballlehrer der Arminen weiter. Gerade nach dem Trainerwechsel sei es schwer, die Mannschaft einzuschätzen.

Arminia gewinnt in Regensburg

Christoph Hemlein schießt den Treffer beim wichtigen 1:0 (1:0)-Auswärtssieg.

Im Vergleich zum letzten Ligaspiel gegen den SV Wehen Wiesbaden (1:1) musste DSC-Cheftrainer Norbert Meier einige Wechsel vornehmen, da insgesamt zehn Spieler wegen Verletzungen oder Sperren ausfielen. Auf der Bank saßen nur fünf Reservespieler, darunter mit Sebastian Hille nur ein Profi. Im Vergleich zum Wiesbaden-Spiel standen Marc Lorenz, Jonas Strifler, Daniel Brinkmann und Pascal Testroet für Sebastian Schuppan, Julian Börner, Felix Burmeister und Fabian Klos in der Startformation.

Auch der neue Regensburger Trainer Christian Brand nahm in seinem ersten Spiel einige Umstellungen vor und so entwickelte sich in der Anfangsphase ein ausgeglichenes Spiel im Jahnstadion. Die erste Chance hatte die Gastgeber durch Aias Aosman, der nach Voarbeit von Andreas Geipl knapp neben das DSC-Tor zielte (8. Minute). Nur drei Minuten später meldete sich Arminia erstmals zu Wort. Nach einem Freistoß von Marc Lorenz kam Pascal Testroet per Kopf an den Ball, sein Versuch landete jedoch ebenfalls neben dem Tor.

Mit zunehmender Spieldauer bekam Arminia das Geschehen immer besser in den Griff. In der 31. Minute versuchte es David Ulm per Volleyschuss aus der zweiten Reihe, traf das Spielgerät jedoch nicht richtig und so ging der Ball daneben. Doch in der 38. Minute war der DSC dann zur Stelle. Über Pascal Testroet gelangte der Ball zu David Ulm, der in den Strafraum zu Christoph Hemlein durchsteckte. Hemlein kam im Fallen noch vor Torwart Stephan Loboue an das runde Leder und erzielte so das 1:0 für die Blauen.

Nur zwei Minuten später erhöhte der DSC sogar beinahe auf 2:0. Nach einem Freistoß von Florian Dick war Stephan Salger im Strafraum plötzlich frei, kam auch mit dem Fuß in der Luft noch an den Ball, zielte jedoch knapp über das Tor. Für den SSV Jahn gab es in der 42. Minute noch einmal eine Torchance. Der Schussversuch von Lukas Sinkiewicz nach Eckball von Andreas Geipl war jedoch harmlos, sodass es mit der 1:0-Führung für Arminia in die Kabinen ging.

Ohne personelle Wechsel ging es nach der Pause weiter. Allerdings erarbeiteten sich die Gastgeber jetzt ein Übergewicht im Mittelfeld und hatten deutlich mehr Ballbesitz. Aosman versuchte es in der 51. Minute aus der Distanz, verfehlte den Winkel jedoch um zwei Meter. Knapper war es in der 61. Minute als Markus Palionis einen Lupfer versuchte. DSC-Torwart Alexander Schwolow war jedoch zur Stelle und lenkte das Leder über die Latte.

Arminia blieb jedoch bei Kontern stets gefährlich. Vor allem Dennis Mast sorgte auf der linken Seite für viel Betrieb und erspielte einige Eckbälle, die in diesem Spiel ungefährlich blieben bis zur 80. Minute. Da kam Pascal Testroet nach Eckball von Florian Dick per Kopf an den Ball und scheiterte an Torwart Loboue. Und nur eine Minute später vergab der DSC die Riesenchance zur Entscheidung. Nach Vorarbeit von David Ulm lief Christoph Hemlein allein auf das Tor zu, schoss allerdings flach links vorbei.

In der 86. Minute hatte die Gastgeber dann die Riesenchance zum Ausgleich. Ein Pass von Lukas Sinkiewicz ging durch die Schnittstelle der Abwehr zum eingewechselten Benedikt Schmid, der jedoch abgedrängt wurde und den Ball letztendlich nicht im Tor unterbrachte, obwohl er Schwolow bereits umkurvt hatte. Mehr passierte dann nicht mehr und so durfte Arminia einen wichtigen Auswärtssieg feiern.

 

Stimmen zum Spiel

Heute freue ich mich ganz besonders für meine Mannschaft. Wir hatten viele Probleme mit Sperren und Verletzungen. So ein Sieg ist ganz wichtig für das Mannschaftsgefüge insgesamt. Wir haben ein enges Spiel für uns entschieden, das natürlich kein Leckerbissen war. Beide Teams mussten sich erst einmal finden, das 1:0 haben wir dann gut rausgespielt. Zehn Minuten vor dem Ende verpassen wir durch Hemlein dann das 2:0 und können uns glücklich schätzen, dass Regensburg die eine große Chance nicht genutzt hat. Wir haben taktisch sehr clever agiert und kämpferisch alles gegeben, das freut mich sehr.

Norbert Meier

Ich teile Norberts Einschätzung. Das war kein hochklassiges Spiel, wir mussten erst einmal unsere Ordnung finden. Wir befinden uns auf einer langen Reise, auf der viele kleine Schritte von Nöten sein werden. Trotz der Niederlage haben wir einen Schritt nach vorne gemacht, ich habe auch Dinge gesehen, die mir gefallen haben. Bielefeld ist eine Spitzenmannschaft, die unseren Fehler eiskalt ausgenutzt hat und dann nur sehr wenig zugelassen hat. Uns hat am Ende auch etwas das Selbstbewusstsein gefehlt.

Christian Brand

SSV Jahn Regensburg:
Loboue – Hein, Palionis, Lorenzi, Trettenbach – Sinkiewicz – Erwig-Drüppel (66. Schmid), Güntner, Geipl (75. Muhovic), Hesse (73. Steininger) – Aosman.

DSC Arminia Bielefeld:
Schwolow – Dick, Schütz, Salger, Lorenz – Strifler, Brinkmann – Hemlein (87. Hille), Ulm (90. Bolat), Mast – Testroet.

Tor:
0:1 (38.) Hemlein.

Gelbe Karten:
Güntner, Trettenbach/Strifler, Brinkmann, Mast

Zuschauer:
4.070