DSC Arminia Bielefeld -

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Sa., 09.04.2016 13:00 Uhr

SV Sandhausen(1)
DSC Arminia Bielefeld (1)

GegnerinfosPK-BerichtBerichterstattungSpielberichtStimmenDaten

Sandhausen ist noch nicht durch

Nach einem fantastischen Saisonstart sah es lange Zeit danach aus, als habe der SV Sandhausen in dieser Saison mit dem Abstieg nichts zu tun. Doch nach sechs Niederlagen aus den letzten sieben Partien sind die Sorgen in der kleinsten Stadt der 1. und 2. Bundesliga noch einmal größer geworden. Zwar ist die Ausgangslage noch einigermaßen komfortabel – doch durch ist der SVS noch nicht.

Schuld daran ist auch der vor der Saison verhängte Punktabzug von drei Zählern aufgrund von Verstößen gegen die Lizenzierungsordnung. Vielerorts wurden die Sandhäuser gerade aufgrund dieser zusätzlichen Last als Abstiegskandidat Nummer Eins genannt, doch auch im vierten Zweitligajahr belehrt die Mannschaft von Alois Schwartz die Liga eines Besseren. Nach drei spektakulären Auftaktsiegen wäre der SVS sogar Tabellenführer gewesen – wenn denn nicht der Punktabzug gewesen wäre.

Die komplette Hinserie hielten sich die Kurpfälzer im oberen Drittel der Tabelle, doch in der Rückrunde läuft es einfach nicht mehr rund. Mit nur sieben Zählern aus elf Partien belegt Sandhausen in der Rückrundentabelle den letzten Tabellenplatz. Ein Grund dafür ist die fehlende Torgefahr: Es gelangen lediglich sieben Treffer in der zweiten Saisonhälfte, während es in der Hinrunde noch 27 waren. Die zu Saisonbeginn so gefährlichen Angreifer Aziz Bouhaddouz, Andrew Wooten und Ranisav Jovanovic haben Ladehemmung. Besonders bei Wooten, der früher für den 1. FC Kaiserslautern spielte, drückt der Schuh: Er erzielte zwar immerhin bereits sechs Saisontore, doch das letzte Erfolgserlebnis datiert vom sechsten Spieltag!

Acht Punkte beträgt der Vorsprung von Sandhausen noch zum Relegationsrang. Mit einem Auswärtssieg könnte Arminia also am Samstag am Kontrahenten vorbeiziehen und den SVS weiter in Richtung bedrohliche Zone rücken. Bei der 0:2-Niederlage in Kaiserslautern agierte Sandhausen zuletzt im 4-4-2-System und nicht wie sonst häufig in einem 4-2-3-1. Dabei musste der SVS allerdings auf Kapitän und Routinier Stefan Kulovits, der im defensiven Mittelfeld normalerweise die Fäden zieht, aufgrund der 10. Gelben Karte verzichten. Der Österreicher dürfte am Samstag zurück in die Startelf kehren. Eine weitere Option, die Trainer Schwartz zur Verfügung steht, ist der Pole Jakub Kosecki. Der Linksaußen zeigte in der Hinrunde starke Leistungen, fiel im Jahr 2016 bislang jedoch fast durchgehend aus. In Kaiserslautern kehrte er zurück in den Kader und absolvierte einen Kurzeinsatz.

Die bisherige Bilanz Arminias insbesondere im Sandhäuser Hardtwaldstadion ist allerdings eher durchwachsen. Klammert man die Erstrundenpartie im DFB-Pokal 1981, die der DSC in Sandhausen mit 6:3 gewann, aus, gelang den Bielefeldern in den beiden weiteren Duellen in Baden-Württemberg kein eigener Treffer. In der 3. Liga trennten sich beide Teams im August 2011 mit einem torlosen Remis und 2014 unterlag der DSC in Sandhausen mit 0:1 nach einem Treffer von Nicky Adler. Auch im Hinspiel traf die Mannschaft von Norbert Meier beim 0:0 nicht. Deutlich besser in Erinnerung geblieben ist dagegen der 4:1-Erfolg als Drittligist in der ersten Pokalrunde im August 2014. Es war der Startschuss für Arminias denkwürdige Pokalrunde, die erst im Halbfinale gestoppt wurde.

„Wir können an Sandhausen vorbeiziehen“

Auf der heutigen Pressekonferenz informierte Cheftrainer Norbert Meier die anwesenden Journalisten über die sportliche Situation der Mannschaft vor dem Duell beim SV Sandhausen am morgigen Samstag (13:00 Uhr) im Hardtwaldstadion. Auch Felix Burmeister stellte sich den Fragen der Presse.

Im Vergleich zur Vorwoche kann Meier in Sandhausen allerdings nicht aus dem Vollen schöpfen. Zwar stehen Manuel Hornig und Tom Schütz wieder zur Verfügung, Christopher Nöthe fällt aber aufgrund eines grippalen Infektes definitiv aus. Fraglich ist auch der Einsatz von Innenverteidiger Julian Börner, der sich im Abschlusstraining bei einem Zusammenstoß mit Torhüter Wolfgang Hesl verletzte. Hinter den Einsätzen von Stephan Salger und Fabian Klos stehen ebenfalls noch Fragezeichen.

Durch das torlose Remis gegen Fortuna Düsseldorf am vergangenen Wochenende hat der DSC auf die übrigen Konkurrenten im Abstiegskampf einen Zähler gutgemacht und die Düsseldorfer auf Abstand gehalten. „Dass der Punkt solch eine enorme Wichtigkeit besitzt, war zunächst nicht absehbar“, nahm Meier die Ergebnisse wohlwollend zur Kenntnis. Zugleich wies Arminias Cheftrainer darauf hin, dass die Mannschaft in der Rückrunde bislang genauso viele Punkte sammelte, wie zum gleichen Zeitpunkt der Hinrunde – nämlich elf an der Zahl. „Wir brauchen aber natürlich noch weitere Punkte“, stellte Meier im nächsten Satz unmissverständlich klar.

Am besten schon morgen im Hardtwaldstadion, doch vor der Aufgabe hat der Trainer Respekt: „Sandhausen ist immer unbequem zu bespielen. Sie machen oft aus wenig viel und haben eine hohe Effizienz im Nutzen von Chancen, auch wenn sie jetzt gewisse Schwierigkeiten haben“, spielte er auf die anhaltende Negativserie der Kurpfälzer an. Bielefelds Trainer erwartet im Hardtwaldstadion ein schwieriges Geläuf: „Der Platz ist kein Wembley-Rasen“, betont er. Deshalb geht er auch von einem kampfbetonten Spiel aus: „Wir werden dagegen halten müssen. Du kannst da nicht pausenlos spielerisch glänzen. Sandhausen ist nicht so einfach zu bespielen“, meinte Meier, der die Standardstärke der Mannschaft von Alois Schwartz hervorhob: „Das ist eine großgewachsene Mannschaft, die bei Standards sehr gefährlich ist.“

Auch Defensivallrounder Felix Burmeister hält das Spiel in Sandhausen für eine unangenehme Aufgabe: „Sie sind keine Blindentruppe und schwer zu schlagen. Aber das muss unsere Aufgabe sein“, sagte der 26-Jährige, der um die Chance, die sich am Samstag bietet, weiß: „Wir haben eine super Ausgangsposition. Wir haben letzte Woche einen Punkt gewonnen und können jetzt an Sandhausen vorbeiziehen.“ Dabei geht Burmeister nicht zwingend aufgrund der defensiven Ausrichtung beider Teams von einer torarmen Partie aus: „Das hat man vor dem Spiel gegen Heidenheim auch gedacht. So pauschal lässt sich das halt nicht sagen. Hauptsache wir entscheiden das Spiel am Ende für uns.“ Zufrieden hat Burmeister registriert, dass Arminias Defensive in den letzten beiden Partien in München und gegen Düsseldorf wieder stabil stand und wenig zugelassen hat: „Das war wichtig“, betonte er. „Wir wissen, was wir können. Das Verteidigen fängt vorne an und da müssen alle mitziehen. Es muss schwer sein, uns zu schlagen.“

Weitere Aussagen von Felix Burmeister und Norbert Meier gibt es auch im Radio Bielefeld-Podcast.

Außerdem äußert sich auch David Ulm in „Anlauf“ auf „ArminiaClubTV“ zum kommenden Spiel:

Berichterstattung Sandhausen – DSC

Wo kann ich Arminia unterwegs live verfolgen? Wann und wo sehe ich die Highlights des Spiels? Hier gibt es einen Überblick zur Berichterstattung gegen den SV Sandhausen.

Wer keine Chance hat, sich ein Ticket zu kaufen, um am Samstag um 13:00 Uhr das Spiel beim SV Sandhausen live im Hardtwaldstadion zu verfolgen, dem seien folgende Alternativen empfohlen:

  • In unserer Arminia-App bieten wir euch einen ausführlichen Liveticker an!
  • Auf unserem Twitter-Kanal halten wir Euch immer auf dem Laufenden.
  • Per ASC-Audio-Livestream werden alle Heim und Auswärts-Pflichtspiele übertragen.
  • Radio Bielefeld berichtet ebenfalls von der Begegnung. Reporter Ulrich Zwetz ist 90 Minuten vor Ort und meldet sich mehrmals live aus dem Hardtwaldstadion.
  • Sky zeigt das Spiel live und in der Konferenz.

Ihr wart beim entscheidenden Tor noch in der Schlange vor der Bratwurstbude oder ihr habt die Rudelbildung samt roter Karte dank eurer drückenden Blase verpasst? Hier findet ihr nach Schlusspfiff Bewegtbilder von der Partie:

  • Sky, „Alle Spiele, alle Tore“, nach Spielende
  • ARD, „Sportschau“, 18:30 Uhr bis 19:57 Uhr
  • ZDF, „Aktuelles Sportstudio“, 23:00 Uhr bis 00:25 Uhr

Wichtiger und verdienter 4:1-Sieg in Sandhausen

Der DSC zeigt eine starke Auswärtsleistung und siegt verdient mit 4:1 (1:1) beim SV Sandhausen.

DSC-Cheftrainer Norbert Meier musste gegenüber dem 0:0 im Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf gleich vier Veränderungen in seiner Startelf vornehmen. Für Julian Börner (verletzt), Christopher Nöthe (krank), Stephan Salger und Fabian Klos (beide angeschlagen zunächst auf der Bank) spielten Manuel Hornig, Michael Görlitz, Manuel Junglas und Andreas Voglsammer.

dsc-sandhausen-2016-aktuell (2)Zu Beginn der Partie zeigten sich beide Mannschaften taktisch gut organisiert. Echte Highlights ließen lange auf sich warten. So dauerte es bis zur 22. Minute, ehe Arminia mit der ersten Chance des Spiels in Führung ging. Florian Dick schoss einen Freistoß aus dem rechten Halbfeld scharf fünf Meter vor das Tor, wo Felix Burmeister zum 1:0 für den DSC einköpfte. Doch schon im direkten Gegenzug kamen die Gastgeber zum Ausgleich. Nach einem Einwurf legte Korbinian Vollmann quer zu Alexander Bieler, der aus 16 Metern flach rechts unten zum 1:1 einschoss.

In der Folge hatten die Gastgeber mehr Spielanteile und waren vor allem bei Standards gefährlich. Doch entweder war Wolfgang Hesl im Bielefelder Tor zur Stelle so wie bei einem Freistoß von Leart Paqarada in der 29. Minute oder die Arminen gewannen die Luftkämpfe in der Defensive. Offensiv trat der DSC in der 39. Minute wieder in Erscheinung: Andreas Voglsammer setzte sich auf der linken Seite durch, fand aber in der Mitte keinen Abnehmer für seinen Querpass. Mehr passierte im ersten Durchgang nicht mehr, mit dem 1:1 ging es in die Halbzeit.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit hatte Arminia wieder mehr Spielanteile und die besseren Torchancen. Seung-Woo Ryu zog in der 51. Minute von der linken Seite nach innen und schoss aus 20 Metern auf das Tor, doch sein Versuch ging haarscharf rechts am Pfosten vorbei. Zwei Minuten später bereitete Michael Görlitz für Manuel Junglas vor, doch die Nummer 20 des DSC wurde zur Ecke geblockt.

dsc-sandhausen-2016-aktuell (1)20 Minuten vor dem Spielende wechselte Norbert Meier dann Fabian Klos für Andreas Voglsammer ein. Und Klos war sofort an der nächsten gefährlichen Szene beteiligt: Im Strafraum legte er mit dem Rücken zum Tor für Rodriguez ab, dessen Schuss aber kurz vor knapp noch geblockt wurde. Im Gegenzug schoss Sandhausen in der 71. Minute zum ersten Mal in der zweiten Halbzeit auf das Tor, doch Felix Burmeister bekam gegen den Versuch von Aziz Bouhaddouz noch so eben den Fuß dazwischen.

Die Offensiv-Bemühungen der spielerisch überlegenen Arminen wurden dann in der 73. Minute endlich belohnt. Ryu setzte am Strafraumrand Klos in Szene, der aus 16 Metern abzog. Abgefälscht von Olajengbesi landete der Ball unhaltbar für Sandhausens Torhüter Marco Knaller zum 2:1 für den DSC im Netz. Die Bielefelder spielten sich jetzt in einen Rausch und entschieden mit einem Traumtor das Spiel. Florian Dick eroberte auf der rechten Seite das Leder und schickte Michael Görlitz auf die Reise. Arminias Nummer 7 zog von rechts nach innen und setzte den Ball per Linksschuss traumhaft zum 3:1 in den linken oberen Winkel. Endgültig den Deckel drauf machte dann David Ulm in der 81. Minute per Elfmeter, nachdem SVS-Kapitän Stefan Kulovits kurz vor der Torlinie einen Bielefelder Kopfball mit der Hand abgewehrt hatte.

Die letzte Chance des Spiels hatte dann nochmal der SVS: In der 87. Minute schoss Leart Paqarada einen Freistoß aus 20 Metern zentraler Position an die Latte. Kurz darauf war Schluss und der DSC hatte einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt erledigt. Weiter geht es für die Arminen am kommenden Sonntag (13:30 Uhr) in der SchücoArena gegen den 1.FC Kaiserslautern.

Die Pressekonferenz mit den Trainern Norbert Meier und Alois Schwartz nach dem Spiel:

Stimmen zum Spiel

Kompliment an die Mannschaft! Wir hatten vor dem Spiel unsere Probleme mit verletzten und nicht ganz fitten Spielern, aber es hat sich bewahrheitet, was wir immer sagen, nämlich, dass wir alle Spieler brauchen und heute haben sie geliefert. Dieser Sieg wird uns helfen, die Jungs haben sich unheimlich gefreut in der Kabine, da ist schon etwas von den Schultern abgefallen. Der SVS war bei Standards gefährlich, aber wir haben das über weite Strecken gut verteidigt. Wir freuen uns über den Sieg, weil wir sehr viel investiert haben. Wenn man die Ergebnisse an diesem Spieltag betrachtet, war das ein wichtiger Sieg.

Norbert Meier

Wir wollten die Art und Weise, wie wir zuletzt in Kaiserslautern gespielt haben, mitnehmen, aber wir sind nicht gut in das Spiel reingekommen. Dann waren wir bei einem Freistoß nicht wach genug und kassieren das 0:1. Wir sind dann schnell zurück gekommen und haben bis zur 70. Minute ein gutes Spiel gemacht. Dann bekommst du ein abgefälschtes 1:2, einen Sonntagssschuss zum 1:3 und einen Elfmeter zum 1:4. Das ist natürlich bitter, weil die Leistung besser war, als es das Ergebnis aussagt.

Alois Schwartz

Wir haben heute unseren Chancen genutzt, standen defensiv stabil und haben einen ganz wichtigen Auswärtssieg gelandet. Für mich läuft es auch sehr gut, ich spiele regelmäßig und habe heute mein erstes Saisontor erzielt. Alle anderen Teams haben gepatzt, das ist ein gutes Wochenende für uns.

Felix Burmeister

Die anderen Ergebnisse waren eine Steilvorlage für uns und wir sind heute einen wichtigen Schritt gegangen, das war aber noch nicht der entscheidende. Mein Treffer war abgefälscht, aber dieses Glück haben wir uns als Mannschaft auch einfach mal verdient. Was die Fans hier abgerissen haben, war Wahnsinn. Wir haben jetzt den Anspruch das nächste Heimspiel zu gewinnen, das haben sich die Fans auch einfach verdient.

Fabian Klos

Das war heute ein großer Schritt, aber wir müssen zuhause weiter machen. Wenn wir gegen Kaiserslautern drei Punkte holen, dann sieht es richtig gut aus. Wir waren gut im Spiel, hatten nach dem 1:1 aber einen kleinen Knick. Mein Tor werde ich mir sicherlich noch häufiger anschauen. Ich freue mich, dass ich der Mannschaft damit helfen konnte.

Michael Görlitz

SV Sandhausen:
Knaller – Klingmann, Kister, Hübner (46. Olajengbesi), Paqarada – Linsmayer (76. Vunguidica), Kulovits – Wooten, Vollmann (73. Kosecki), Bieler – Bouhaddouz.

DSC Arminia Bielefeld:
Hesl – Dick, Hornig, Burmeister, Schuppan – Behrendt, Junglas – Görlitz, Rodriguez (71. Ulm), Ryu (89. Hemlein) – Voglsammer (67. Klos).

Tore:
0:1 (22.) Burmeister, 1:1 (23.) Bieler, 1:2 (73.) Klos, 1:3 (77.) Görlitz, 1:4 (81., Handelfmeter) Ulm.

Gelbe Karten:
Hübner, Kulovits, Kister, Klingmann/Görlitz, Burmeister

Zuschauer:
4.427