DSC Arminia Bielefeld -

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Fr., 07.04.2017 18:30 Uhr

SV Sandhausen(0)
DSC Arminia Bielefeld (1)

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Beim „Dorfverein“ gelang der letzte DSC-Auswärtssieg

Am Freitagabend trifft der DSC Arminia Bielefeld auf den SV Sandhausen. Ein Verein, der auch nach fünfjähriger Zweitligazugehörigkeit immer noch als „Dorfverein“ bezeichnet wird. Doch nicht nur die Medien und die Gegner verwenden diesen Begriff, auch der Verein beschreibt sich selbst so: „Wir sind und bleiben ein Dorfverein“, sagte Präsident Jürgen Machmeier im Sommer 2015.

Doch die Bezeichnung darf man nicht mit der sportlichen Leistung des Clubs zusammen bringen: Der SVS zeigt in seinen Spielen deutlich mehr Klasse als ein ganz normaler „Dorfverein“. Seit dem Aufstieg 2012/13 in die zweite Liga hält sich der Verein gut im Bundesliga-Unterhaus. Aktuell liegen die Sandhäuser auf dem 10. Tabellenplatz. Der Begriff „Dorfverein“ resultiert tatsächlich aus den lokalen Gegebenheiten, gerade einmal 14.902 Einwohner leben in Sandhausen. Ironischerweise passen mehr Personen in das Stadion des Zweitligisten: 15.300 Zuschauer fasst das BWT-Stadion am Hardtwald. Alle seine Dorfbewohner scheint der SV Sandhausen nicht für seine Fußballspiele begeistern zu können: So weisen die Baden-Württemberger mit knapp über 6.500 Zuschauern den schlechtesten Zweitligazuschauerschnitt in dieser Saison auf.

Auch auswärts kann das Team von Trainer Kenan Kocak nicht auf großen Support hoffen. Ein Tag vor dem Hinspiel in der SchücoArena erreichte folgender DSC-Tweet mediale Aufmerksamkeit: „Wir erwarten bis zu 14.000 Zuschauer morgen in der SchücoArena. In Sandhausen haben sich bisher vier Fans angekündigt.“ Am Spieltag selber waren es dann doch um die zehn Gästefans, die einen 1:0-Sieg von Arminia Bielefeld dank eines Tores von Andreas Voglsammer in der 84. Minute, sahen. Die Bilanz gegen Sandhausen ist für den DSC in der zweiten Liga positiv: In fünf Spielen konnte man drei Mal als Sieger vom Platz gehen und kassierte nur eine Niederlage. Mut macht auch folgende Statistik für den DSC: Der letzte Arminia-Auswärtssieg gelang im Hardtwald. Mit 4:1 siegte der DSC vor gut einem Jahr am 9. April 2016. Unter den Torschützen befand sich auch David Ulm, für den der SV Sandhausen kein unbekannter Verein ist: 114 Spiele absolvierte der Offensivspieler zwischen 2010 und 2014 für Sandhausen und schoss dabei 17 Tore. Fast so viele Tore schoss der SV Sandhausen einst 1995 in einem einzigen Spiel. Beim längsten Elfmeterschießen der DFB-Pokal-Historie gewann Sandhausen mit 15:14 gegen den VfB Stuttgart. Treffsicher ist in dieser Saison besonders ein Spieler beim Sportverein: Von 32 Toren erzielte der Deutschamerikaner Andrew Wooten bereits neun Tore und ist damit der gefährlichste Angreifer seiner Mannschaft. Seinen letzten Treffer erzielte er allerdings am 19. Spieltag beim 2:0-Sieg gegen Erzgebirge Aue. Seitdem ist seine Mannschaft in der Liga auch ohne Sieg. Insgesamt konnten in der Rückrunde erst zwei Siege eingefahren werden und in zehn Spielen erst zehn Punkte gesammelt werden, nur vier Teams erzielten noch weniger Punkte.

„Es geht Schlag auf Schlag“

Am morgigen Freitagabend steht für den DSC das dritte Spiel innerhalb von sieben Tagen an. Dann geht es für Arminia zum Tabellenneunten nach Sandhausen. Es ist nicht nur das dritte Spiel innerhalb kürzester Zeit, sondern auch das dritte Spiel von Cheftrainer Jeff Saibene, der auf der Pressekonferenz zuvor Rede und Antwort stand.

In seinem zweiten Auswärtsspiel muss der DSC-Trainer auf einige Spieler verzichten: Christopher Nöthe fällt aufgrund seines Kreuzbandrisses, den er sich im Spiel gegen Düsseldorf zugezogen hat, längere Zeit aus. Zudem sind in Sandhausen Michael Görlitz (Knieprobleme) und Manuel Hornig (Muskelverletzung) nicht dabei. Das Spiel in Sandhausen kommt auch für Steffen Lang zu früh, der sich aktuell noch im Aufbautraining befindet. Sören Brandy ist dagegen zurück im Mannschaftstraining und eine Option für das Spiel im BWT-Stadion am Hardtwald.

dsc-fortuna-2017-1Saibene kündigte an, dass in Sandhausen nicht die gleiche Elf auf dem Platz stehen wird, wie beim 2:1-Erfolg gegen die Fortuna am Dienstag: „Ich bin schon aufgrund der Verletzung von Nöthe gezwungen, die Startformation zu verändern.“ Auch ob Kapitän Fabian Klos morgen von Beginn an spielen wird, nachdem er gegen Düsseldorf als Einwechselspieler zum Zug gekommen war, ließ der Trainer offen: „Fabian Klos ist immer ein Thema für die Startelf, er hat gestern allerdings nicht trainiert, weil er einen Schlag abbekommen hat.“ Saibene möchte sein Team gegen Sandhausen so auftreten lassen wie am Dienstag, weiß jedoch, dass seine Mannschaft Sandhausen nicht unterschätzen darf: „Sandhausen tritt sehr solide auf, sie sind nicht einfach zu bespielen, aber ich will mich gar nicht so sehr mit dem Gegner befassen. Das haben wir in Bezug auf Düsseldorf auch so gemacht. Mein Ziel ist es, eher auf uns zu gucken. Die Resultate sind letztlich das Ergebnis unseres Auftretens. Um in Sandhausen zu gewinnen, benötigen wir die gleiche Leidenschaft wie gegen Düsseldorf.“ Dass sein nächstes Spiel mit dem DSC nicht im eigenen Stadion stattfindet, interessiert Saibene wenig: „Ob wir jetzt auswärts oder zuhause spielen, das muss uns egal sein. Ein Auswärtssieg wäre allerdings sehr wichtig, denn das würde uns sicherlich nochmal einen Schub geben“, so der Coach.

Einen Schub erlebten Saibene und sein Team bereits am Dienstag, denn nach dem Spiel gegen Düsseldorf war die Freude beim Chefcoach und seinen Co-Trainern groß. Saibene weiß aber auch, wie er den Sieg einzuschätzen hat: „Die Freude nach dem Sieg war sehr groß, doch es war nur eine schöne Momentaufnahme, denn es geht Schlag auf Schlag.“ Recht hat er: Schon Freitagabend geht es weiter im Kampf um wichtige Punkte für den Klassenerhalt.

Weitere Aussagen von Saibene gibt es auch im Arminia-Podcast von Radio Bielefeld.

Auf ArminiaClubTV äußern sich Manuel Prietl und Andreas Voglsammer zum Spiel:

Berichterstattung Sandhausen – DSC

Wo kann ich Arminia unterwegs live verfolgen? Wann und wo sehe ich die Highlights des Spiels? Hier gibt es einen Überblick zur Berichterstattung gegen den SV Sandhausen.

Wer keine Chance hat, sich ein Ticket zu kaufen, um am Freitag um 18:30 Uhr das Spiel beim SV Sandhausen live im BWT-Stadion am Hardtwald zu verfolgen, dem seien folgende Alternativen empfohlen:

  • In unserer Arminia-App bieten wir euch einen ausführlichen Liveticker inkl. interessanter Statistiken an!
  • Auf unserem Twitter-Kanal halten wir Euch immer auf dem Laufenden.
  • Per ASC-Audio-Livestream werden alle Heim und Auswärts-Pflichtspiele übertragen.
  • Radio Bielefeld berichtet ebenfalls von der Begegnung. Reporter Ulrich Zwetz ist 90 Minuten vor Ort und meldet sich mehrmals live aus dem BWT-Stadion am Hardtwald.
  • Sky zeigt das Spiel live und in der Konferenz.

Ihr wart beim entscheidenden Tor noch in der Schlange vor der Bratwurstbude oder ihr habt die Rudelbildung samt roter Karte dank eurer drückenden Blase verpasst? Hier findet ihr nach Schlusspfiff Bewegtbilder von der Partie:

  • Sky, „Alle Spiele, alle Tore“, nach Spielende
  • Sport1, „Hattrick“, 22:15 Uhr bis 23:30 Uhr

Auswärtmisere gestoppt: DSC siegt 3:1!

Das dritte Spiel in sieben Tagen fand für den DSC heute beim SV Sandhausen statt. Nach fast einem Jahr Durststrecke beendete Arminia die Negativserie vor fremden Publikum und gewann nach Toren von Andreas Voglsammer (2) und Julian Börner mit 3:1 (1:0).

In seinem dritten Spiel als Cheftrainer des DSC Arminia musste Jeff Saibene seine Startelf aufgrund der schweren Verletzung von Christopher Nöthe auf einer Position verändern und holte Youngster Keanu Staude von Beginn an auf den Platz. Ansonsten vertraute der 48-Jährige zunächst auf dieselbe Mannschaft wie gegen Fortuna Düsseldorf. Nachdem Staude in der 6. Minute von einem Sandhäuser gelegt wurde, ergab sich für Arminias Freistoßschützen Tom Schütz eine wunderbare Position halblinks aus 18 Metern. Sein flacher Schussversuch landete jedoch in der Mauer. Für die Hausherren war es ebenfalls ein Standard, der zu einer ersten Torannäherung führte: Einen hoch hereingebrachter Standard konnte Daniel Davari jedoch zur Ecke  klären (11.).

sandhausen-dsc-2017-1Nach 14 Minuten kombinierte sich der DSC über Andreas Voglsammer und Reinhold Yabo im Doppelpass wunderschön nach vorne, sodass Yabo frei vorm SVS-Torhüter Marco Knaller stand. Dieser machte seine Arme lang und traf dabei Arminias Offensivmann, sodass Schiedsrichter Martin Thomsen auf Elfmeter entschied. Voglsammer nutzte die Chance und netzte zur 1:0-Führung ein. Der SVS kam nach einer Ecke ebenfalls zu einer sehr guten Gelegenheit, die Thomas Pledl per Kopf auch nutzte und einnetzte – sein Treffer wurde allerdings aufgrund einer Abseitsposition zurecht nicht gegeben (30.). Die Sandhäuser begannen in diesen Minuten, Druck auf die Abwehrreihe des DSC aufzubauen, brachten aber keinen weiteren zwingenden Abschluss auf den Kasten von Davari. Arminia konnte sich aus der Angriffswelle des SVS befreien und lauerte auf Kontergelegenheiten, die Yabo in einem wachen Moment auch bekam: Er luchste einem Sandhäuser die Kugel ab und ging mit Tempo über die rechte Seite bis zur Torauslinie – sein Passversuch fand jedoch nicht den mitgelaufenen Leandro Putaro (42.), der kurz zuvor für den gelb-rot-gefährdeten Keanu Staude eingewechselt worden war. In den letzten Minuten der ersten Hälfte gab es keine weiteren, nennenswerten Szenen, sodass sich die Teams mit der 1:0-Führung für den DSC vorläufig in die Kabinen verabschiedeten.

sandhausen-dsc-2017-2Unverändert ging es in die zweite Halbzeit. In den ersten zehn Minuten passierte zunächst nichts, jedoch kam Arminia dann mit voller Wucht in die gegnerische Hälfte: Voglsammer kam nach Yabo-Pass aus 18 Metern frei zum Abschluss, nahm sich ein Herz und zog ab – und das technisch einwandfrei: Aus der Drehung ging der Ball flach an Knaller rechts vorbei zum 2:0 ins Netz (55.). Ein schönes Tor! In der 67. Minute versuchte sich auch Sandhausen wieder in Form eines Standards aus 25 Metern in der Offensive: Den hohen Ball konnte Davari allerdings parieren. So entwickelte sich zunächst eine sehr ruhige zweite Hälfte ohne viele Highlights. Jedoch schaffte es Arminia immer wieder, Nadelstiche zu setzen – und wie: Julian Börner nutzte nach einer von Schütz getretenen Ecke die Kopfballweitergabe vom eingewechselten Sören Brandy und nickte dankend zum 3:0 für Arminia ein (75.). Die Entscheidung!

Ein Freistoß, den Florian Dick für sich beanspruchte, landete in 25 Metern Entfernung vom Tor bei Brian Behrendt, der den Ball flach und mit Tempo aufs Tor brachte, aber an Knaller scheiterte (78.). Auch Sandhausen kam nochmal zu einer dicken Doppelchance: Zunächst scheiterte Höler aus kürzester Distanz an Davari (85.). Auch den Nachschuss des dort stehenden Sandhäusers rettete Arminias Torhüter sensationell mit der Fußspitze und verhinderte somit ein Gegentor. Jedoch ließ der SVS nicht nach und erzielte am Ende doch noch den Anschlusstreffer durch Markus Karl, der einen von der Grundlinie zurückgespielten Ball von Kosecki im Kasten des DSC unterbrachte und somit den 1:3-Endstand besiegelte (90.).

Die Pressekonferenz nach dem Spiel auf ArminiaClubTV:

Stimmen zum Spiel

Nach einem glücklichen Punkt in Würzburg haben wir jetzt zwei überzeugende Siege eingefahren. Das war bei den Ergebnissen der Konkurrenz auch wichtig. Wir haben natürlich auch ein Stück weit für Christopher Nöthe gespielt und wollen ihm nächste Saison natürlich Zweitligafußball bieten.

Florian Dick

Wir haben das, was wir uns vorgenommen hatten, umgesetzt und ein super Spiel abgeliefert. Jetzt haben wir die 30-Punkte-Marke geknackt, das ist super und auch wichtig für den Kopf. Die Arbeit macht jeden Tag Spaß, wir haben immer an uns geglaubt. Wir müssen genauso weitermachen, dann schaffen wir den Klassenerhalt.

Julian Börner

Das war ein wichtiger Sieg und der gerechte Lohn für unsere Arbeit. In der ersten Halbzeit hatten wir eine Phase, wo es nicht so lief, aber wir standen defensiv gut. Wir wollten galliger und aggressiver auftreten, die Zweikämpfe haben wir heute gut angenommen. Ein Stück weit müssen wir auch für Christopher Nöthe in die Bresche springen und den Karren aus dem Dreck ziehen. Die anderen Ergebnisse interessieren mich nicht – wenn wir unsere Punkte holen, ist der Rest egal!

Andreas Voglsammer

Ich bin sehr froh, dass wir diese Englische Woche mit einem Sieg abschließen konnten. Wir haben jetzt sieben Punkte in sieben Tagen geholt, hatten das Momentum heute aber sicherlich auch auf unserer Seite, wenn man sieht, dass man unseren Elfer nicht unbedingt pfeifen muss. Wir erzwingen uns aber auch das Glück, sind diszipliniert und gut eingestellt. Die Mannschaft zieht gut mit, wir konnten uns heute ein bisschen Luft verschaffen, aber jetzt geht es auch sofort weiter. Wir müssen weiter punkten, denn es wird eng bleiben bis zum Schluss. Da ich die ersten 60 Minuten gegen Düsseldorf sehr gut fand, wollte ich der ersten Elf aus diesem Spiel – mit Ausnahme von Christopher Nöthe – die Möglichkeit geben, nochmal zu spielen.

Jeff Saibene

Wir haben die ersten 25 Minuten nicht ins Spiel gefunden, danach wurde es etwas besser. Wir bekommen in der zweiten Halbzeit das 0:2 aus dem Nichts, dann hat in der Mannschaft die Leichtigkeit gefehlt und wir konnten nicht das durchziehen, was wir uns vorgenommen hatten. Die Fehlentscheidungen des Schiris müssen wir hinnehmen, das ist nicht das erste Mal für uns in Sandhausen. Wir brauchen es nicht schönreden: Mit dem heutigen Spiel sind wir wieder mitten im Abstiegskampf drin. Wir müssen gucken, dass wir schnellstens die nötigen Punkte einfahren. Glückwunsch an Bielefeld zum Sieg.

Kenan Kocak

DSC Arminia Bielefeld:
Davari – Dick, Behrendt, Börner, Hartherz – Prietl, Schütz – Hemlein, Yabo (58. Klos), Staude (36. Putaro) – Voglsammer (68. Brandy).

SV Sandhausen:
Knaller – Klingmann, Karl, Kister, Paqarada – Pledl (61. Kuhn), Lukasik (71. Vollmann), Kulovits, Derstroff (77. Kosecki) – Höler, Wooten.

Gelbe Karten:
Knaller, Vollmann/Prietl, Staude, Dick, Schütz, Hartherz

Tore:
0:1 (17., Foulelfmeter) Voglsammer, 0:2 (55.) Voglsammer, 0:3 (75.) Börner, 1:3 (90.) Karl.

Zuschauer:
5.099