DSC Arminia Bielefeld -

Sie befinden sich hier: http://www.arminia-bielefeld.de/schedule/sv-sandhausen-dsc-arminia-bielefeld-3/

So., 10.12.2017 13:30 Uhr

SV Sandhausen(1)
DSC Arminia Bielefeld (0)

GegnerinfosPK-BerichtBerichterstattungSpielberichtStimmenDaten

Stabilität am Hardtwald

Nach den Punktabzügen in den vergangenen zwei Spielzeiten konnte der SV Sandhausen dieses Mal wieder ohne Vorbelastung in eine Saison starten. Trainer Kenan Kocak arbeitet bereits in seinem zweiten Jahr bei den Kurpfälzern, die sich mittlerweile als feste Größe im gesicherten Mittelfeld der Liga etabliert haben.

Die Sandhäuser legten einen äußerst erfolgreichen Saisonstart hin und hatten zwischenzeitlich mehr Punkte auf dem Konto als der DSC oder auch der aktuelle Tabellenführer Holstein Kiel – nach dem siebten Spieltag grüßte der SVS bei bis dato nur einer Niederlage von Platz zwei. Danach folgten zwar aus neun Partien nur noch zwei Siege und insgesamt lediglich sieben Punkte, dennoch stehen die Baden-Württemberger in der Tabelle mit derzeit 21 Zählern ordentlich da. Im letzten Jahr erreichte der SV Sandhausen mit dem zehnten Rang seine bislang beste Platzierung im deutschen Fußball-Unterhaus und die Chancen auf einen noch besseren und damit einstelligen Zieleinlauf in diesem Jahr stehen gar nicht schlecht. Mittlerweile gehört Sandhausen zum festen Kreis der Zweitligisten und gibt als Verein ein sehr stabiles Gesamtbild ab.

Mit vier Niederlagen aus den letzten fünf Spielen hat der SVS allerdings alles andere als einen guten Lauf, wenn Arminia am Sonntag im BWT-Stadion am Hardtwald zu Gast ist. Deshalb werden die Schützlinge von Trainer Kocak alles daran setzen, ihren Anhängern mit dem anstehenden Heimspiel-Doppelpack (danach wird Holstein Kiel zu Gast sein) einen versöhnlichen Jahresabschluss zu bescheren. Dabei soll vor allem wieder eine starke Abwehrleistung helfen, hat der SVS mit nur 16 Gegentreffern doch immerhin die beste Defensive der gesamten Liga. Einen großen Anteil daran hat auch der Keeper. Marcel Schuhen kam aus Rostock und ersetzte den zum FC Ingolstadt abgewanderten Marco Knaller zwischen den Pfosten – mit Erfolg: Nur Ingolstadts Nyland und der Duisburger Flekken spielten noch häufiger zu Null. Den Verlust von Leistungsträgern hatten die Sandhäuser zwar nicht zu beklagen. Allerdings nimmt die Liste der Langzeitverletzten fast kein Ende. Unter anderem kann Kenan Kocak nicht auf das wichtige Defensiv-Duo Markus Karl und Stefan Kulovits zurückgreifen. Neuzugang Nejmeddin Daghfous kam im Sommer von den Würzburger Kickers und spielte sich auf der Außenbahn gleich in die Stammelf, weil die ebenfalls neu verpflichteten Mirco Born und Robert Herrmann mit Kreuz- beziehungsweise Außenbandriss langfristig ausfallen. Auch offensiv machen sich die Ausfälle bemerkbar, dort fällt Topstürmer Andrew Wooten aus, der beste Torschütze ist aktuell Lucas Höler mit fünf Treffern. Dementsprechend fällt auch das Fazit des Trainers aus: „Unsere Defensive gehört zu den besten im gesamten deutschen Profifußball. Vorne hapert es dagegen noch etwas“, so Kocak. Wenn es nach ihm geht, soll dieser nächste Schritt in der Entwicklung schon am Wochenende gegen den DSC erfolgen.

Mit „viel Selbstvertrauen“ nach Sandhausen

Zwei Tage vor dem Auswärtsspiel beim SV Sandhausen stellten sich Arminias Trainer Jeff Saibene und anschließend Stürmer Andreas Voglsammer den Fragen der Journalisten. Auf der Pressekonferenz vor der letzten Hinrundenpartie wurde vorrangig über neu gewonnenes Selbstvertrauen sowie die mögliche Aufstellung des DSC in Sandhausen gesprochen.

Florian Dick hat sich unter der Woche im Training einen Muskelfaserriss zugezogen und fällt dementsprechend vorerst aus, Roberto Massimo laboriert an einem Infekt und wird deshalb ebenfalls nicht mitfahren. Daneben muss Jeff Saibene weiterhin auf Andraz Sporar (Aufbautraining nach Zahn-OP), Nils Quaschner (Knieprobleme) und Keanu Staude (Zehenprellung) verzichten. Auf der langen Fahrt in die Kurpfalz wird der DSC von 400 Anhängern begleitet, Schiedsrichter der Begegnung ist Christoph Günsch.

Die Profis des DSC hatten nach dem furiosen Spiel gegen den FC St. Pauli erst einmal zwei Tage trainingsfrei, ansonsten war es laut Saibene „eine ganz normale Woche.“ Man wolle das Selbstvertrauen aus den vergangenen beiden Spielen mitnehmen, müsse sich aber alles andere am Sonntag wieder neu erkämpfen, ist sich der DSC-Coach bewusst. „Die Siege haben uns natürlich gut getan und wir wollen jetzt noch einmal Selbstvertrauen für die Rückrunde tanken“, so Saibene. Unterschätzen wird den SVS bei Arminia sicherlich niemand. „Was das angeht, habe ich null Befürchtungen“, ist sich Andreas Voglsammer sicher. „Wir hatten ja schon eine kleine Durststrecke in dieser Spielzeit und sind uns bewusst, dass wir für den Klassenerhalt 100 Prozent an den Tag legen müssen.“

Jeff Saibene erwartet einen „unangenehmen“ Gegner. Auch auf die positive Bilanz in den bisherigen Spielen in Sandhausen will sich beim DSC niemand verlassen. „Natürlich wollen wir etwas Zählbares mitnehmen und am besten gewinnen, aber sie werden sich mit allem wehren, was sie zur Verfügung haben. Es ist immer hart, in Sandhausen zu spielen“, sagte Voglsammer. Generell hebt beim DSC angesichts des momentanen Laufs niemand ab. Sowohl Voglsammer als auch sein Trainer wissen, dass alle Klubs in der Liga sehr eng beieinander sind. „Die Spieler sind ja nicht dumm, sie können alle die Tabelle lesen“, bekräftigte Saibene. Die weniger gute Form des Gegners sowie die Ausfälle der Sandhäuser interessieren ihn dagegen weniger: „Wir haben gemeinsam den Gegner analysiert, man nimmt gewisse Umstände zur Kenntnis. Doch den größten Wert legen wir immer auf unsere eigenen Prinzipien. Wichtig ist, dass wir weiter arbeiten und den Ball flach halten. Aber es sieht jetzt schon alles viel besser aus als noch vor ein paar Wochen.“

Nach dem Ausfall von Rechtsverteidiger Florian Dick ließ Saibene bislang noch offen, wer am Sonntag auf der Position zum Zuge kommt. „Egal, wer hinten rechts spielt: Ich habe volles Vertrauen in Nils Teixeira und Patrick Weihrauch“, so der Coach. Sicher ist, dass Henri Weigelt auf Grund der Personalsituation im Kader stehen wird. Ob auch Christopher Nöthe seit langer Zeit das erste Mal wieder dabei sein wird, will der Luxemburger erst kurzfristig entscheiden. Eigentlich möchte er dem Offensivakteur wegen der langen Pause eine normale Vorbereitung im Winter gönnen. „Wir müssen die beste Lösung finden“, gab sich der Trainer bedeckt.

Sehr angetan ist er dagegen von den Entwicklungen auf der linken Seite. „Konstantin Kerschbaumer auf Linksaußen, das passt sehr gut. Er ist kreativ und bildet den perfekten Mix mit Hartherz, der eher defensiv denkt. Wenn jetzt beide wie gegen St. Pauli Tore schießen, ist das sehr gut. Es gibt keinen Grund, dort etwas zu verändern“, lobte Saibene. Auch mit Fabian Klos sei er sehr zufrieden und freue sich für seinen Stürmer, der sich gegen St. Pauli endlich wieder mit einem Tor für seine harte Arbeit belohnte. Dessen Sturmpartner Andreas Voglsammer setzt sich zwar grundsätzlich kein Ziel bezüglich seiner Trefferanzahl pro Saison, die Marke von acht Toren aus der Vorsaison wolle er jedoch überbieten. „Zweistellig wäre als Stürmer natürlich super“, so der 25-Jährige abschließend.

Weitere Aussagen von Saibene und Voglsammer gibt es auch im Arminia-Podcast bei Radio Bielefeld.

Auf ArminiaClubTV äußert sich zudem Leandro Putaro zum Spiel:

Berichterstattung Sandhausen – DSC

Wo kann ich Arminia unterwegs live verfolgen? Wann und wo sehe ich die Highlights des Spiels? Hier gibt es einen Überblick zur Berichterstattung gegen den SV Sandhausen.

Wer keine Chance hat, sich ein Ticket zu kaufen, um am Sonntag um 13:30 Uhr das Spiel beim SV Sandhausen live im BWT-Stadion am Hardtwald zu verfolgen, dem seien folgende Alternativen empfohlen:

  • In unserer Arminia-App bieten wir euch einen ausführlichen Liveticker inkl. interessanter Statistiken an!
  • Auf unserem Twitter-Kanal halten wir euch immer auf dem Laufenden.
  • Per ASC-Audio-Livestream werden alle Heim und Auswärts-Pflichtspiele übertragen.
  • Radio Bielefeld berichtet ebenfalls von der Begegnung. Reporter Ulrich Zwetz ist 90 Minuten vor Ort und meldet sich mehrmals live aus dem BWT-Stadion am Hardtwald.
  • Sky zeigt das Spiel live und in der Konferenz.

Ihr wart beim entscheidenden Tor noch in der Schlange vor der Bratwurstbude oder ihr habt die Rudelbildung samt roter Karte dank eurer drückenden Blase verpasst? Hier findet ihr nach Schlusspfiff Bewegtbilder von der Partie:

  • Sky, „Alle Spiele, alle Tore“, nach Spielende (Sonntag)
  • Sky Sport News, „Die 2. Bundesliga“, 19:30 bis 20:45 Uhr (Sonntag)
  • RTL Nitro, „100 % Bundesliga“, 22:10 bis 00:15 Uhr (Montag)

Arminia verliert Sandhäuser Schneelotterie

Zum Hinrundenabschluss ging es für den DSC Arminia am Sonntag zum SV Sandhausen. Die Gastgeber entschieden die Partie, die unter fragwürdigen Bedingungen stattfand, mit 3:1 (1:0) für sich.

Die 4.354 Zuschauer im BWT-Stadion sahen eine Partie, die man gut und gerne auch kurzfristig hätte absagen können. Am Vormittag hatte es in Sandhausen angefangen stark zu schneien, dementsprechend befand sich eine Schneedecke auf dem Spielfeld, die das Spiel zu einer Lotterie werden ließ. DSC-Trainer Jeff Saibene änderte die Mannschaft nach dem Spiel gegen St. Pauli auf einer Position: Für den verletzten Florian Dick lief Nils Teixeira rechts hinten auf. Nach auskuriertem Kreuzbandriss stand zudem Christopher Nöthe zum ersten Mal im 18er-Kader.

Beide Mannschaften versuchten es erst gar nicht mit Kurzpassspiel, sondern setzten in erster Linie auf lange und zweite Bälle. Eine Passquote von zwischenzeitlich 33 Prozent (Sandhausen) zu 43 Prozent (Bielefeld) sprach Bände. Vor allem in der ersten Halbzeit schneite es zudem unentwegt weiter, entsprechend niveau- und chancenarm war die Begegnung. Den ersten Torschuss gab Sandhausen nach elf Minuten durch Philipp Förster ab, doch der Ball aus 20 Metern stellte kein Problem für DSC-Torhüter Stefan Ortega Moreno dar. Arminia kam erstmals nach 17 Minuten zum Abschluss: Leandro Putaro legte ab für Fabian Klos, der das Spielgerät aber nicht richtig traf und damit ohne Druck Richtung Tor beförderte. Auf der Gegenseite hatte Ortega Moreno in der 27. Minute keine Probleme, als es Lucas Höler mit einer Kopfball-Bogenlampe probierte.

Vor der Pause erkämpfte sich Arminia ein leichtes Übergewicht und hatte zwei gute Chancen zur Führung. Erst köpfte Fabian Klos einen Freistoß von Tom Schütz knapp über das Tor (35.), dann probierte es Schütz selber aus der Distanz, fand aber in SVS-Torhüter Marcel Schuhen seinen Meister (42.). Mit der letzten Aktion der ersten 45 Minuten gingen die Gastgeber dann überraschend in Führung. Förster verlängerte eine Daghfous-Ecke zu Höler, der aus kurzer Distanz zum 1:0 einschob. Danach pfiff Schiedsrichter Christof Günsch zum Pausentee.

Nach der Halbzeit erspielte sich Sandhausen innerhalb von drei Minuten drei Eckbälle, die allesamt nichts einbrachten. Stattdessen war Arminia nun am Drücker: In der 52. Minute bediente Andreas Voglsammer im Strafraum Manuel Prietl, dem in aussichtsreicher Position jedoch der Ball versprang. Doch zwei Minuten später fiel dann das verdiente 1:1. Tom Schütz schickte Volgsammer in die Spitze, der legte quer auf Fabian Klos, der an Schuhen scheiterte. Der Abpraller landete aber wieder bei Voglsammer, der das Leder in das Tor schoss.

Nur fünf Minuten später (59.) ging der SVS aber erneut in Führung. Einen Ball in die Spitze erlief Richard Sukuta-Pasu und tunnelte den machtlosen Stefan Ortega Moreno zur 2:1-Führung. Saibene reagierte sofort und wechselte mit Sören Brandy für Konstantin Kerschbaumer eine zusätzliche Offensivkraft ein. Brandy trat auch sofort in Aktion als er eine Minute nach seiner Einwechslung eine Schütz-Ecke aufs Tor köpfte, jedoch am starken Schuhen scheiterte. Auch Leandro Putaro scheiterte kurz darauf mit einem Distanzschuss an Schuhen.

In der Folgezeit brachte Saibene mit Christoph Hemlein und Patrick Weihrauch zwei weitere Offensivspieler in die Partie, doch die erhoffte Wirkung hatten die Wechsel nicht. Sandhausen verteidigte nun gut und hielt die Arminen vom eigenen Tor fern. Drei Minuten vor dem Spielende gelang dem SVS dann die Entscheidung: Ein langer Ball aus der DSC-Abwehr kam postwendend zurück und rutschte durch zum eingewechselten Julian Derstroff, der frei vor Ortega Moreno zum 3:1 einschob. In der vierminütigen Nachspielzeit hatte Arminia noch drei gute Chancen durch Brandy (kurz vor der Torlinie geblockt), Hemlein (Flanke auf die Latte) und Teixeira (Distanzschuss von Schuhen pariert), dann war Schluss und Arminia musste sich in der Sandhäuser Schneelotterie geschlagen geben.

Zum Jahresabschluss geht es für die Bielefelder am Samstag noch zum SSV Jahn Regensburg, ehe die Winterpause beginnt.

 

Stimmen zum Spiel

Gratulation zum Sieg an die Sandhäuser. Es waren irreguläre Bedingungen, aber das soll keine Ausrede sein. Es war extrem schwer auf dem Platz zu spielen, im Prinzip war es eine Lotterie. Das Spiel an sich war ausgeglichen, in einigen Situationen hat uns die letzte Konsequenz gefehlt und das hat dann zu den Gegentoren geführt. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Es war einfach ein schweres Spiel unter schweren Bedingungen und das ist schade.

Jeff Saibene

Vielen Dank für die Glückwünsche. Es stimmt schon, die Bedingungen waren nicht schön. Auch für die Zuschauer war es kein schönes Spiel. Wir hatten uns intensiv mit Arminia beschäftigt, mussten aber angesichts des Wetters unseren Matchplan über den Haufen werfen. Wir wollten natürlich auf zweite Bälle gehen, das hat die Mannschaft sofort angenommen und umgesetzt. Wir haben den Bedingungen getrotzt, ich bin stolz auf unsere Mentalität und freue mich über drei Punkte gegen einen starken Gegner.

Kenan Kocak

Uns hat die letzte Konsequenz gefehlt, Sandhausen hat das eiskalt ausgenutzt und letztlich verdient gewonnen. Es war klar, dass das Team, das in Führung geht, bei diesen Bedingungen einen klaren Vorteil hat. Das Ergebnis ist sehr schade, aber mit 25 Punkten ist die Hinrunde trotzdem gelungen.

Julian Börner

Wir haben uns selbst geschlagen. Wir waren bei den Gegentoren nicht konsequent genug und das Quäntchen Glück hat uns heute auch gefehlt. Der Platz darf keine Ausrede sein, das gilt für beide Mannschaften. Ich ärgere mich, weil heute definitiv mehr drin war. Wir müssen uns an die eigene Nase fassen.

Andreas Voglsammer

Es war schwer, hier zu spielen und es war auch kein schönes Fußballspiel, aber das darf keine Ausrede sein. Die Gegentore waren allesamt unnötig, weil wir nicht konsequent genug geklärt haben. Sandhausen war in den entscheidenden Momenten einfach giftiger und hat daher verdient gewonnen.

Stefan Ortega Moreno

SV Sandhausen:
Schuhen – Gipson, Kister, Knipping, Paqarada – Daghfous, Linsmayer, Förster (67. Jansen), Höler – Zejnullahu (76. Derstroff), Sukuta-Pasu (89. Vunguidica).

DSC Arminia Bielefeld:
Ortega Moreno – Teixeira, Börner, Salger, Hartherz – Putaro (72. Hemlein), Prietl, Schütz (78. Weihrauch), Kerschbaumer (62. Brandy) – Voglsammer, Klos.

Tore:
1:0 (45.+1) Höler, 1:1 (54.) Voglsammer, 2:1 (59.) Sukuta-Pasu, 3:1 (87.) Derstroff.

Gelbe Karten:
Sukuta-Pasu/Hartherz, Salger

Zuschauer:
4.354