DSC Arminia Bielefeld -

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Fr., 25.04.2014 18:30 Uhr

VfL Bochum 1848(0)
DSC Arminia Bielefeld (3)

GegnerinfosPK-BerichtSpielberichtStimmenDatenBerichterstattung

Noch nicht ganz gerettet

Drei Spieltage vor Schluss rangiert der VfL Bochum mit sechs Punkten Vorsprung auf Rang 16 im Mittelfeld der Tabelle – doch Vorsicht ist geboten

„Die Unabsteigbaren“ – so tauften die eigenen Fans einst ihren Verein. Damals hielt sich der VfL Bochum 22 Jahre ununterbrochen in der Bundesliga, aktuell geht es um den Klassenerhalt in Liga zwei. Diesen hat die torungefährlichste Mannschaft der Liga (28 Tore in 31 Spielen) mit sechs Punkten Vorsprung auf Relegationsrang 16 zwar schon in greifbarer Nähe, aber eben rechnerisch noch nicht sicher.

Abgestiegen wären die Westfalen beinahe in der vergangenen Spielzeit, ehe am 29. Spieltag „Feuerwehrmann“ Peter Neururer übernahm und mit vier Siegen in Serie Platz 14 sicherte. Peter Neururer erinnert in Bochum noch an die erfolgreichste Spielzeit der Vereinsgeschichte: In der Spielzeit 2003/2004 erreichte der VfL unter seinem Kulttrainer Platz 5, qualifizierte sich für den UEFA-Cup und hält bis heute mit 911 Minuten am Stück ohne Gegentreffer vor heimischem Publikum einen Bundesligarekord. Doch auch das ist der VfL Bochum: Seit 1993 ist der Verein sechsmal abgestiegen, fünfmal gelang der direkte Wiederaufstieg, seit vier Spielzeiten befindet sich der VfL aber erstmals über einen längeren Zeitraum im Bundesliga-Unterhaus.

Bochum kann sich aktuell vor allem auf seine Defensivstärke verlassen, offensiv ist Richard Sukuta-Pasu mit sechs Saisontreffern der gefährlichste Schütze. Zudem stellt Bochum das zweitschlechteste Heimteam, zuletzt gelangen dem Team jedoch zwei Heimsiege in Serie.

„Es ist alles noch machbar“

Vor dem Auswärtsspiel am Freitag beim VfL Bochum äußerte sich Cheftrainer Norbert Meier auf der heutigen Pressekonferenz zur kommenden Aufgabe.

Neben den Langzeitverletzten Dennis Riemer, Johannes Rahn, Manuel Hornig, Oliver Petersch und Philipp Heithölter muss Meier noch auf den erkrankten Jan Fießer verzichten. Dafür gab Meier bereits bekannt, dass U23-Außenbahnspieler Bashkim Rennecke erstmals im Kader der Profis stehen wird: „Jeder hat hier die Gelegenheit sich Woche für Woche zu zeigen und das hat Bashkim gemacht, deshalb wird er mit uns nach Bochum fahren.“

Rückblickend auf das Spiel in München verlangt Meier in Bochum eine starke Leistung seiner Mannschaft über 90 Minuten: „Wir waren in der zweiten Hälfte wieder nicht präsent genug. Wenn du punkten willst, musst du über 90 Minuten stark auftreten.“ Auch zur Doppelspitze Fabian Klos und Kacper Przybylko äußerte sich Meier vor dem Spiel: „Ich kann mir die selben Namen durchaus vorstellen, vielleicht auch in einer anderen Ordnung als zuletzt. Wir sollten bei diesem Thema aber immer nicht vergessen, dass die Pflicht – Punkte holen zu müssen – nicht bedeutet, dass wir unsere defensive Ordnung aufgeben.“ Explizit beim zuletzt stark kritisierten Stürmer Fabian Klos bat Meier um etwas mehr Nachsicht: „Der Junge hatte eine unheimlich schwere Verletzung und musste sofort wieder bei 100 Prozent sein, das ist nicht leicht. Aber er ist gewillt für seinen Club alles zu geben!“ Zu den „Nachtschwärmern“ des vergangenen Wochenendes erklärte Meier, dass alle ihre Fehler eingestanden und ihre Strafe akzeptiert hätten und somit „die Sache vom Tisch“ sei.

Beim kommenden Gegner hob Meier vor allem die Erfahrung hervor: „Die haben Spieler in ihren Reihen, die alleine mehr Spiele in der ersten und zweiten Bundesliga absolviert haben als unser ganzer Kader.“ Als eine große Stärke der Bochumer machte er die Standards aus, bei denen vor allem die körperliche Überlegenheit ausschlaggebend sei: „Wir müssen da absolut auf der Hut sein, immer eng beim Mann stehen und unseren Gegner bearbeiten. Wenn wir morgen eine konzentrierte und organisierte Leistung abrufen und mit Spaß an die Sache herangehen, werden wir in Bochum punkten. Es ist alles noch machbar.“

Anstoß ist am Freitag um 18:30 Uhr im rewirpowerSTADION in Bochum. Es sind bereits über 12.000 Karten für die Begegnung verkauft, 1.800 Arminen werden mitreisen.

„Anlauf“ auf das Spiel beim VfL:

4:1-Triumph in Bochum

Arminia meldet sich im Abstiegskampf eindrucksvoll zurück und gewinnt verdient 4:1 (3:0) in Bochum.

DSC-Cheftrainer Norbert Meier nahm nach der 1:2-Niederlage bei 1860 München drei Veränderungen in seiner Startelf vor. Für Marcel Appiah und Felix Burmeister rückten Jonas Strifler und Thomas Hübener in die Viererkette und im Mittelfeld agierte Patrick Schönfeld statt Philipp Riese. Zudem ließ Meier in einem 4-1-4-1-System spielen.

Die Anfangsphase gehörte dennoch den Gastgebern. Nach vier Minuten scheiterte Piotr Cwielong aus kurzer Distanz an DSC-Torhüter Stefan Ortega Moreno und in der 12. Minute war Ortega Moreno bei einem Flachschuss von Sven Kreyer aus 18 Metern zur Stelle. Arminia dagegen nutzte seine erste Chance direkt zur Führung. Einen Freistoß legte Fabian Klos per Kopf auf Christian Müller ab, der das Spielgerät zu Ben Sahar in den Strafraum hob. Sahar drehte sich einmal um die eigene Achse und schoss aus acht Metern zum 1:0 für Arminia ein.

Nur vier Minuten später rettete Ortega Moreno die Führung, als er einen auf den langen Pfosten gezogenen Freistoß von Piotr Cwielong in letzter Sekunde zur Ecke lenkte. Arminia war nun jedoch voll im Spiel und setzte die Bochumer mit starkem Pressing unter Druck. In der 23. Minute schickte Patrick Schönfeld mit einem Traumpass auf die Reise, Klos legte sich den Ball am Bochumer Torhüter Andreas Luthe vorbei, der ihn anschließend von den Beinen holte – klare Sache: Elfmeter. Schönfeld trat an, schoss mittig, doch Luthe parierte mit den Füßen.

Arminia zeigte sich jedoch keineswegs geschockt, sondern spielte weiter munter nach vorne. In der 29. Minute setzte Patrick Schönfeld Christian Müller im Bochumer Strafraum aus Szene, doch Arminias Nummer 37 scheiterte aus spitzem Winkel am stark reagierenden Luthe. Nur drei Minuten später erhöhte der DSC dann jedoch auf 2:0. Am rechten Flügel setzte sich Fabian Klos durch und spielte den Ball flach vor das Bochumer Tor, wo Ben Sahar aus kurzer Distanz nur noch einschieben musste.

Von den Gastgebern war in dieser Phase nichts mehr zu sehen, es spielte nur noch der DSC. Die Bielefelder Spielfreude wurde in der 38. Minute mit dem dritten Tor belohnt. Patrick Schönfeld spielte einen Traumpass in den Rücken der Abwehr auf Fabian Klos, der den Ball aus 14 Metern per Linksschuss zum 3:0 in das Tor bugsierte. Auch die letzte Chance in den ersten 45 Minuten gehörte dem DSC, doch Andreas Luthe parierte den Versuch von Fabian Klos aus 20 Metern problemlos. So ging es mit einer verdienten 3:0-Führung für Arminia in die Halbzeitpause.

Auch nach dem Seitenwechsel hatte Arminia das Spiel im Griff und provozierte durch gutes Pressing im Mittelfeld immer wieder Ballgewinne. Allerdings blieben Chancen auf beiden Seiten erst einmal Mangelware. In der 63. Minute feierte U23-Spieler Bashkim Renneke sein Profidebüt beim DSC. Er wurde auf der linken Außenbahn für den zweifachen Torschützen Ben Sahar eingewechselt.

Die erste Chance im zweiten Durchgang hatten die Gastgeber dann in der 68. Minute, als Florian Jungwirth von der Strafraumgrenze wuchtig abzog, aber an Stefan Ortega Moreno scheiterte. Vier Minuten später kamen die Bochumer dann jedoch zum Anschlusstreffer. Sven Kreyer setzte sich in der Bielefelder Hälfte gegen mehrere Gegner durch und legte im Strafraum quer auf den links mitgelaufenen Heiko Butscher, der Ortega Moreno per Flachschuss zum 1:3 überwand.

In der 74. Minute dann beinahe der zweite Treffer für den VfL. Sven Kreyer zog aus 20 Metern ab und scheiterte an Ortega Moreno, der Glück hatte, dass Piotr Cwielong den Nachschuss aus zehn Metern über das leere Tor schoss. Von Arminia kam in dieser Phase offensiv zu wenig. Zwar probierten es Felix Burmeister, Tom Schütz und Bashkim Renneke aus der Distanz, doch beide Versuche gingen deutlich über das Bochumer Tor.

In der Schlussviertelstunde bekamen die Arminen das Spiel wieder besser unter Kontrolle und belohnten sich in der 87. Minute mit dem 4:1 für einen starken Auftritt. Eine zu kurz geratene Kopfballrückgabe von Patrick Fabian lenkte Christian Müller mit dem Kopf zum 4:1 in das Bochumer Tor. Die letzten Minuten überstand Arminia ohne Probleme und feierte anschließend einen hochverdienten und überlebenswichtigen Sieg im Abstiegskampf.

Stimmen zum Spiel

Wir haben ein eindrucksvolles Lebenszeichen von uns gegeben. Das ist umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt unter welchem Druck wir gestanden haben. Das spricht für den Charakter der Mannschaft. Heute haben wir es endlich mal geschafft in Führung zu gehen mit der ersten Torchance. Bochum hatte gut begonnen, aber wir machen eben das erste Tor. Dann verschießen wir leider den Elfmeter, aber die Mannschaft hat weitergemacht und zwei weitere Tore nachgelegt. In der zweiten Halbzeit wurden die Bochumer erst spät aktiv, da gingen etwas die Kräfte weg und daher war ich froh, dass das vierte Tor für uns noch gefallen ist. Endspiel 1 hat jetzt funktioniert, Kompliment an die Mannschaft, das war ein verdienter Sieg.

Norbert Meier

Wir sind natürlich sehr enttäuscht. Wir haben nicht das gespielt, was wir uns vorgenommen hatten. Die ersten zehn Minuten haben mir noch gefallen, aber wir haben die beiden Chancen liegen gelassen. Nach dem Gegentor war ein totaler Bruch in unserem Spiel. Nach dem gehaltenen Elfmeter hatte ich wieder Hoffnung, aber spätestens nach dem 0:2 haben wir die schlechte Leistung seit meinem Wiederkommen in Bochum abgeliefert. Wir müssen an unserer Chancenverwertung arbeiten und haben jetzt noch zwei ganz wichtige Spiele vor der Brust, die wir gewinnen möchten.

Peter Neururer

VfL Bochum:
Luthe – Freier, Maltritz, Fabian, Butscher (84. Holthaus) – Tasaka, Jungwirth, Latza (71. Klostermann), Cwielong (84. Eyjolfsson) – Kreyer, Sukuta-Pasu.

DSC Arminia Bielefeld:
Ortega Moreno – Strifler, Hübener, Salger, Feick – Schütz – Przybylko, Müller, Schönfeld (79, Appiah), Sahar(65. Renneke) – Klos (69. Burmeister).

Tore:
0:1 (14.) Sahar, 0:2 (32.) Sahar, 0:3 (38.) Klos, 1:3 (72.) Butscher, 1:4 (87.) Müller.

Gelbe Karten:
Luthe/Schönfeld, Appiah, Müller

Besonderes Vorkommnis:
Luthe pariert Foulelfmeter von Schönfeld (23.)

Zuschauer:
19.166