DSC Arminia Bielefeld -

Sie befinden sich hier: http://www.arminia-bielefeld.de/schedule/vfr-aalen-arminia-bielefeld/

Fr., 18.10.2013 18:30 Uhr

VfR Aalen(0)
DSC Arminia Bielefeld (0)

GegnerinfosPK-BerichtSpielberichtStimmenDatenBerichterstattung

Der nächste Gegner: VfR Aalen

Für viele Experten war der VfR Aalen ein heißer Kandidat für den Abstiegskampf – wie bereits zu Beginn der letzten Saison.

Doch allen Expertenmeinungen zum Trotz bewies die Mannschaft unter dem damaligen Trainer Ralph Hasenhüttl das komplette Gegenteil und landete zum Abschluss der Saison 2012/2013 auf dem 9. Tabellenplatz – eine beachtliche Leistung für den damaligen Liganeuling als somit bester Aufsteiger. Trotz des Achtungserfolges bat Hasenhüttl zum Entsetzen vieler Anhänger am Ende der Saison um eine vorzeitige Vertragsauflösung – mittlerweile trainiert er den Ligakonkurrenten FC Ingolstadt 04. Als Nachfolger bevorzugten die Verantwortlichen des Vereins eine interne Lösung und präsentierten Stefan Ruthenbeck, der zuvor das neu strukturierte Nachwuchsleistungszentrum des Zweitligisten leitete und nebenbei die U23 trainierte.

Bis zum Erhalt der Zweiligalizenz musste der Klub allerdings gehörig bangen, denn der bisherige Trikotsponsor verkündete nach der Saison überraschend seinen Abschied, was die angeschlagene finanzielle Situation der Aalener nicht gerade verbesserte. Schließlich kam es dennoch zum vorläufigen Happyend: Vereinschef Berndt-Ulrich Scholz übernahm eine von der DFL geforderte Bürgschaft in Höhe von 6,155 Millionen Euro und sicherte seinem Verein dadurch den sportlich hochverdienten Ligaverbleib. Auch aktuell plagen den Zweitligisten erneut finanzielle Sorgen durch ein sich androhendes Millionenloch: Aaalens früherer und nun wirtschaftlich angeschlagener Sponsor Imtech weigert sich, eine eigentlich zugesicherte Übernahme der Altlasten des Vereins im Wert von 1,7 Millionen Euro zu zahlen.

In dieser Saison stand Aalen nach zehn Spieltagen bisher nicht ein Mal auf einem Abstiegsrang, musste sich zuletzt jedoch gegen das bis dato noch sieglose Dynamo Dresden auswärts mit 0:2 geschlagen geben. Seitdem herrscht etwas Katerstimmung in Aalen, Sportdirektor Markus Schupp nimmt die Mannschaft in die Pflicht und beklagte nach dem Spiel in Dresden die mangelnde Einsatzbereitschaft der Ersatzspieler. Auch zuhause hatten die Schwarz-Weißen bislang wenig zu jubeln, mit einer Ausnahme. Am 5. Spieltag war Arminias letzter Gegner, der 1.FC Kaiserslautern, zu Gast in Aalen und wurde mit einem 4:0 aus der Scholz-Arena zurück in die Pfalz bugsiert – das sofortige Aus für den damaligen FCK-Trainer Franco Foda.

Bisher waren mit der SpVg. Fürth (0:2), 1860 München (0:0) und dem 1.FC Köln (0:1) allerdings nur Mannschaften aus der oberen Tabellenregion in Aalen vertreten, weswegen Aalen sein Punktekontingent mit zwei Siegen (Aue, Bochum) und zwei Unentschieden (Sandhausen, Karlsruhe) größtenteils auswärts aufstockte – auch aufgrund der Mehrheit an bisher absolvierten Auswärtsspielen.

Beide Teams trafen bislang nur in der Saison 2011/2012 in Pflichtspielen aufeinander, damals in der 3. Liga: Aalen gewann beide Spiele gegen die Arminia (1:0 auswärts, 3:1 daheim). Insbesondere Robert Lechleiter sollte den Arminen noch ein Begriff sein: Er erzielte in den beiden Spielen jeweils einen Treffer und ist auch aktuell in guter Form.

 

Pressekonferenz mit Krämer und Klos

Am Mittwoch gab Trainer Stefan Krämer in Anwesenheit von Fabian Klos auf der Pressekonferenz vor dem kommenden Auswärtsspiel am Freitagabend beim VfR Aalen Auskunft über den aktuellen Stand der Dinge.

Personell gibt es bis auf die Langzeitverletzten Dennis Riemer, Oliver Petersch und Fabian Klos keine Ausfälle auf Seiten der Blauen zu beklagen. Anass Achahbar kam in der vergangenen Nacht mit einem persönlichen Erfolgserlebnis von seiner Länderspielreise mit der niederländischen U20 nach Bielefeld zurück. Beim Länderspiel gegen die Türkei gelang ihm am Montag das Führungstor zum 1:0 in der 17. Spielminute – das Spiel ging dennoch mit 2:3 verloren.

In den vergangenen Trainingseinheiten habe laut Krämer besonders die Arbeit gegen den Ball im Vordergrund gestanden, um dem Trend der hohen Anzahl an Gegentoren entgegenzuwirken: „Natürlich hatten die Überlegungen, weniger Gegentore zu kassieren, hohe Priorität. Dennoch werden wir sicherlich nicht mit elf Abwehrspielern auflaufen und uns vor dem eigenen Sechzehner verbarrikadieren. Wir haben durch unseren Spielstil auch viele Tore geschossen und wurden nicht zuletzt deswegen als Überraschungsmannschaft tituliert.“

Ob aufgrund der vielen Gegentore auch mit Änderungen im Defensivverbund zu rechnen sei, verneinte der Coach ausdrücklich: „Das wäre auch zu kurz gedacht, die Anzahl der Gegentore an der Kette festzumachen. Die Arbeit gegen den Ball beginnt an vorderster Front und ist im Kollektiv umzusetzen.“ Für das Ligaspiel am Freitag in Aalen könne es laut Krämer personelle sowie taktische Änderungen geben: „Momentan gibt es zwei Überlegungen: Entweder wir bleiben in unserer Grundformation, beim 4-2-3-1 mit verändertem Personal, oder wir ändern die Formation.“ Ob Neuzugang Jan Fießer gegen Aalen sein Startelfdebüt geben könnte, wusste Krämer noch nicht zu beantworten: „Natürlich ist Fießer ein absoluter Kandidat. Eines kann ich jedoch sagen: Francky Sembolo wird spielen.“

Den kommenden Gegner des DSC schätzt der Trainer als gestandene und spielstarke Zweitligamannschaft, der „man keine Räume lassen darf. Ansonsten spielen sie dich auseinander.“ Mit Aalens Trainer Stefan Ruthenbeck trifft Krämer auf einen alten Weggefährten seiner früheren Laufbahn: „Stefan war bei meiner ersten Trainerstation ein Jahr lang mein Spieler. Wir haben auch heute noch einen guten Draht und Kontakt zueinander, der diese Woche jedoch auf Eis gelegt worden ist.“ Trotz der vergangenen Niederlagen verspüre Krämer vor dem Spiel keinen besonderen Druck: „Dieses Spiel ist nicht wichtiger als andere. Unser großes Ziel bleibt der Klassenerhalt. Gegen wen und wann wir unsere Punkte holen, ist letzten Endes egal. Unser bisheriger Weg, jedes Spiel wie ein Pokalendspiel zu sehen, hat uns vom Tabellenplatz 20 in der 3. Liga bis zum Aufstieg in die 2. Bundesliga geführt. Wir haben in jedem Spiel unsere Chance.“

Erstmals nach seiner schweren Kopfverletzung stand auch Fabian Klos den Journalisten wieder Rede und Antwort. Seit letzter Woche Donnerstag ist Arminias Torjäger wieder zuhause und nutzte die Pressekonferenz, um Auskunft über seinen aktuellen Gesundheitsstand und die Geschehnisse der letzten Tage zu geben: „Mir geht es mittlerweile schon wieder ganz gut. Ich hatte heftige Schmerzen und die, dich mich an diesem Tag noch im Krankenhaus besucht haben, waren wohl ziemlich geschockt, als sie mich gesehen haben. Ich kann die Dauer des Heilungsprozesses noch nicht einschätzen, weil ich auch niemanden kenne, der so eine Verletzung in irgendeiner Form schon mal erlitten hat. Falls es gehen sollte, werde ich nach den nächsten zwei bis drei Wochen antesten, ob Joggen oder Fahrrad fahren bereits möglich sein sollte. Ich habe heute Morgen schon zu Stefan gesagt, dass ich mir am liebsten jetzt schon wieder die Schuhe anziehen würde. Natürlich habe ich mich gefragt, was beim nächsten Kopfball sein würde. Nur für mich ist klar, dass ich dann keine Angst haben und auch an meiner Spielweise nichts ändern werde. Ich würde den nächsten Zweikampf wieder so bestreiten, das gehört für mich nun mal zum Berufsrisiko dazu.“

Auf die Reaktion aus Kaiserslautern angesprochen, zeigte sich Klos von den Fans der Roten Teufel angetan: „Ich habe viele Genesungswünsche der Lauterer Fans auf Facebook erhalten, was mich wirklich sehr gefreut hat. Auch Lauterns Trainer Kosta Runjaic hat mir während des Spiels noch eine gute und schnelle Genesung gewünscht. Idrissou mache ich bis heute keinen Vorwurf, dennoch hätte es ihn nicht unsympathischer gemacht, wenn er mir wenigstens eine SMS geschrieben hätte. Das ist jedoch jedem selbst überlassen.“

0:3-Niederlage in Aalen

Nach einer guten ersten Halbzeit verliert Arminia im zweiten Durchgang die Spielkontrolle und verliert in Aalen mit 0:3 (0:0).

Gegenüber dem 0:3 gegen den 1.FC Kaiserslautern veränderte Stefan Krämer sein Team auf drei Positionen. Für Fabian Klos, Marc Lorenz und Patrick Schönfeld spielten Francky Sembolo, Sebastian Hille und Tim Jerat von Beginn an. Zudem agierte Arminia in einem 4-3-3-System. Stefan Krämer versuchte die Mitte dicht zu machen und beorderte drei offensive Mittelfeldspieler vor die drei Sechser.

Die erste halbe Stunde verlief insgesamt ausgeglichen. Nach einer zehnminütigen Abtastphase hatten die Gastgeber die erste Torchance. Ein Befreiungsschlag von Arne Feick wurde abgefälscht und landete in Arminias Strafraum bei Michael Klauß, doch dessen Schuss aus spitzem Winkel landete am Außennetz. Das sollte für lange Zeit jedoch die einzige nennenswerte Offensivaktion der Aalener bleiben, die zwingendere Mannschaft war fortan der DSC.

In der 12. Minute setzte Christian Müller einen Schuss nach Doppelpass mit Tim Jerat an das Außennetz und in der 18. Minute verfehlte Sebastian Hille mit einem Kopfball nach Flanke von Marcel Appiah das Aalener Tor. Die größte Chance der ersten Halbzeit hatte Arminia in der 21. Minute. Einen langen Ball des neuen DSC-Kapitäns Manuel Hornig legte Sebastian Hille zentral vor dem Tor auf Christian Müller ab, dessen Linkschuss VfR-Torwart Jasmin Fejzic gerade noch zur Ecke abwehren konnte. In der letzten Viertelstunde hatten die Gastgeber dann mehr Ballbesitz, scheiterten jedoch immer wieder an der sattelfesten Arminia-Defensive.

Aus der Kabine kamen beide Mannschaften ohne Wechsel. Die Gastgeber agierten nun weiter dominant und verlagerten das Spiel mehr in die Bielefelder Hälfte. In der 54. Minute hatte Robert Lechleiter die erste Chance der zweiten Halbzeit, als er mit einem Kopfball nache Ecke von Klauß das Tor von Patrick Platins verfehlte. In der 60. Minute zog Michael Klauß aus 18 Metern ab und verfehlte nur knapp das DSC-Gehäuse. Zwei Minuten später fiel dann doch die Führung des VfR. Manuel Junglas steckte am Strafraum auf Andreas Hofmann durch, der aus der Drehung abzog und mit Hilfe des Innenpfostens den Ball im Tor versenkte.

Arminia versuchte sofort zurückzuschlagen: Eine Minute nach der Führung klärte Fejzic im Strafraum vor Christian Müller, der Nachschuss von Arne Feick landete jedoch knapp neben dem Tor. Tim Jerat versuchte es in der 65. Minute mit einem Schuss aus der Distanz, wurde dabei jedoch entscheidend gestört und verfehlte so das Aalener Tor. Die Gastgeber hingegen waren im Angriff effektiv und erhöhten in der 70. Minute auf 2:0. Einen Eckball von Michael Klauß köpfte Manuel Junglas aus acht Metern unbedrängt in das Bielefelder Tor ein.

Stefan Krämer versuchte in der Schlussviertelstunde mit Patrick Schönfeld, Johannes Rahn und Anass Achahbar frischen Wind in das Offensivspiel zu bringen, doch die Gastgeber hatten die Partie fest im Griff und entschieden in der 81. Minute mit dem 3:0 durch Robert Lechleiter nach Vorarbeit von Marcel Reichwein die Partie endgültig. Die letzten Minuten spielten die Gastgeber souverän runter, bis auf einen Schuss von Anass Achahbar aus 18 Metern, der knapp über das Tor ging, gab es keine nennenswerten Aktionen mehr.

aalen1

Stimmen zum Spiel

Glückwunsch an den VfR Aalen zum Sieg. Mit der ersten Halbzeit war ich sehr zufrieden. Wir hatten eine gute Ordnung und haben wenig zugelassen. Offensiv hatten wir ansatzweise gute Möglichkeiten. Ab der 60. Minute haben wir den Zugriff verloren und gehen nach einem individuellen Fehler und einem Zuordnungsproblem bei einer Ecke in Rückstand. Trotzdem ist es sehr bitter, so ein Spiel 0:3 verlieren. Fußball ist ein Fehlerspiel und Aalen hat unsere Fehler ausgenutzt und am Ende verdient gewonnen.

Stefan Krämer

Ich habe es genau so gesehen wie Stefan Krämer. Mit der ersten Halbzeit war ich nicht zufrieden, Bielefeld war die bessere Mannschaft und hatte ein gutes Umschaltverhalten. Offensiv hatten wir keine Räume und haben nicht schnell genug kombiniert. Wenn wir hinten liegen, dürfen wir uns nicht beschweren. Mit Beginn der zweiten Halbzeit haben wir uns verbessert, vor allem im Passspiel. Unsere Stürmer haben sich auch besser verhalten, damit hatte Bielefeld Probleme. Nach der Führung waren wir viel befreiter und haben es gut zu Ende gespielt. 3:0 war mit Sicherheit ein bis zwei Tore zu hoch, aber wir brauchen noch viele Punkte um die Klasse zu halten.

Stefan Ruthenbeck

VfR Aalen:
Fejzic – Traut, Barth (25. Hainault), Hübner, Valentini – Hofmann, Mössmer, Junglas, Leandro – Lechleiter (84. Pohjanpalo), Klauß (77. Reichwein).

DSC Arminia Bielefeld:
Platins – Appiah, Hübener, Hornig, Feick – Jerat (72. Schönfeld), Schütz, Riese – Hille (77. Achahbar), Müller, Sembolo (77. Rahn).

Tore:
1:0 (62.) Hofmann, 2:0 (70.) Junglas, 3:0 (81.) Lechleiter.

Gelbe Karten:
Lechleiter/Hornig, Riese, Schütz

Zuschauer:
5.904