DSC Arminia Bielefeld -

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Ausbildungsprinzipien

Die Ausbildungsprinzipien stellen grundlegende, inhaltliche Leitlinien dar, an denen sich ein DSC-Trainer in der täglichen Arbeit mit den Talenten orientieren soll. Die Qualität des Trainings ist dabei ein wesentlicher Faktor für die Umsetzung unseres Ausbildungskonzepts und von entscheidender Bedeutung für den Erfolg des NLZ’s.

Prinzipien zur individuellen Ausbildung

Individuell Trainieren!

Jeder Spieler hat Stärken und Schwächen sowie unterschiedliche körperliche sowie mentale Voraussetzungen. Darauf ist im Trainingsprozess im Detail zu achten:

  • Regelmäßige Spieler-Analysen als Basis der Trainingsvorbereitung
  • Standortgespräche mit konkreter Zielsetzung
  • Leistungsdiagnostik
  • Im Detail trainieren – konkrete und detaillierte Korrekturen / immer nur einen Schwerpunkt herausarbeiten! (Didaktische Reduktion)
  • Situationen einfrieren! Mental Replay – Mental Preplay(Herausarbeiten des Moment of excellence!)
  • Szenen nachstellen, einfrieren, spiegeln

Prinzipien zur mannschaftlichen Ausbildung

Schwerpunkte Trainieren!

Jeder Trainingsmonat hat Schwerpunkte bzw. Lernziele, die im Rahmen des Makrozyklus sukzessive aufeinander aufbauen. Der inhaltliche sowie methodisch-didaktische Aufbau im Rahmen der Vermittlung baut von der U10 bis zur U19 aufeinander auf. Eine Trainingsperiode hat eine Zyklusdauer von 4 Wochen. Die Talente bekommen ausreichend Zeit, um technische und taktische Vorgaben nach einer Einführung zu schulen sowie zu perfektionieren. Abläufe sollen sich „einschleifen“. Grundsätzlich gelten die Prinzipien:

  • Einführen – Schulen (Wiederholen) – Anwenden (Perfektionieren)!
  • Ort der Trainingsaktion = Ort der Wettkampfsituation
  • Trainingsziel nie aus den Augen verlieren
  • Roter Faden im Training
  • Plan ungleich Realität = Lösungsmöglichkeiten kennen
  • Alle Sinneskanäle bedienen
  • Visuell = sehen
  • Auditiv = hören
  • Kinästhetisch = empfinden

Prinzipien zum biologischen und kalendarischen Alter

Entwicklungsgemäß Trainieren!

Jedes Kind durchläuft sogenannte sensible Phasen, in denen es jeweils für unterschiedliche Dinge besonders lernfähig ist. Diese sensiblen Phasen sind inhaltlicher Bestandteil des Makrozyklus und finden im Trainingsalltag ihren Schwerpunkt – besonders in konditioneller Hinsicht! Sprachlich hat ein Trainer auf dem Altersniveau der Kinder zu arbeiten und sollte sie mit Fachtermini nicht überfordern! Ein DSC Trainer schreit keine Kinder an und verhält sich gemäß der Leitlinien als Vorbild! Klassische Identifikationsmerkmale wie Größe, Gewicht, BMI und Daten aus den leistungsdiagnostischen Testverfahren geben Aufschluss über retardierte und akzelerierte Kinder und Jugendliche. Auf Basis dieser Vielzahl an Werten und den subjektiven Eindrücken aus Training und Spiel lassen sich entwicklungsgemäße Ableitungen für die Praxis treffen, die sowohl dem biologischen als auch kalendarischen Alter des Spielers gerecht werden. So erhalten die Spieler beispielsweise unterschiedliche Athletiktrainingspläne zur individuellen Förderung.

Didaktisch-methodische Prinzipien

Für die entwicklungsgemäße Form der Vermittlung (Einführen-Schulen-Anwenden) von technischen oder taktischen Inhalten ist es wichtig, dass der Trainer über ein großes didaktisch-methodisches Repertoire verfügt, dass sich auf Training und Wettkampf verteilt. Dieses Repertoire soll helfen die Ausbildungsinhalte im Ausbildungsplan entsprechend umzusetzen.

Training

  • Imitationslernen
  • Lernen durch Lehren über die Rolle des Trainers
  • Stationstraining – Gruppenpuzzle
  • Kooperatives Lernen
  • Wechsel Übungsform-Spielform
  • Kinder-Jugendbereich: Immer das Tor als Ziel integrierenà Durch den Weg das Ziel verstärken!
  • Spielerisch Trainieren! Wettkampfgemäß spielen!
  • Freude und Begeisterung am Lernen durch Verstärker und Multiplikatoren wie Mut, Lob und Aufmunterung sowie Freiraum für eigene Entscheidungen der Kinder und Jugendliche durch deren aktive Beteiligung an Trainings- und Spielformen
  • Möglichkeit des Feedbacks, durch Nachfragen und Kommentieren der Spieler, einräumen, das unmittelbar im Trainingsgeschehen geäußert werden darf und soll
  • Frage- und Antwort-Spiel bzw. bidirektionale Kommunikation zwischen Trainer und Spielern als zielführende Methode die jeweiligen Inhalte zu erarbeiten
  • Differenzierung der Trainingsinhalte gegeben der jeweiligen Altersstufe durch beispielsweise höhere Leistungsorientierung im Leistungsbereich und dadurch Nutzung von Methoden um z.B. vermehrt Drucksituationen herzustellen
  • Interaktionsmethoden- und Inhalte wie Frage-Antwort, Demonstrationen, Visualisierungen, Verbalisierungen, Standbilder, Zeitlupen, Provokationsregeln und konstruktive Interventionen sollten im Repertoire eines jeden Trainers zu finden sein
  • Einsetzen von Hilfsmitteln zur technisch-taktischen Schulung unter der schrittweisen Vorgabe von Bewegungszielen wie beispielsweise Dribbling unter Raum-Zeit- und Gegnerdruck
  • Technik-Taktik-Korrekturen sollten mit hohen Wiederholungszahlen ausgeführt werden

Spezifischer Lernansatz

  • Vom Einfachen zum Schweren, vom Bekannten zum Unbekannten, vom Leichten zum Komplexen.

Praxisableitung

  • Das Training orientiert sich immer am Spiel – also am Wettkampf. Sukzessive sollen Zeit- Gegner- und Raum-Druck gesteigert werden. Besonders im Kinder- und Jugendbereich werden mit spielerischen Formen die jeweiligen Grundlagen gelegt.

Prinzipien zur Unterstützung der Persönlichkeitsentwicklung

Training

  • Enge Abstimmung mit den Schwerpunkten und Lernzielen im Ausbildungsplan
  • Begegnung auf Augenhöhe mit den Jugendlichen
  • Außendarstellung darlegen (äußere Erscheinungsbild und Handeln)-> Kritik äußeren, Fehler aufzeigen (Fehleranalysen)
  • Benennung von Zielen durch die Jugendlichen
  • Klare, deutliche Worte finden
  • Es gibt keine Fehler, sondern nur Ereignisse aus denen man lernen sollte (Feedback ist wichtig!!!)
  • Durchhaltevermögen vermitteln (nie aufgeben, egal wie steinig der Weg auch ist)
  • Eigenverantwortung -> eigene Meinung bilden und Entscheidungen treffen
  • Die Persönlichkeitsentwicklung braucht Zeit -> geduldig mit sich selbst sein (wenn Sachen beim ersten Mal nicht funktioniert, dranbleiben und Vorgehensweise solange verändern bis es funktioniert)
  • Ausprobieren und Fehler machen ist gewollt
  • Fehler erkennen und frühzeitig abstellen
  • Minimierte Fehler ausmerzen

Spezifischer Lernansatz

  • Selbstvertrauen ist der wichtigste Aspekt bei der eigenen Entwicklung!
  • Fehler werden immer positiv besetzt!
  • Lob und Aufmunterung überwiegen Kritik und Leistungsorientierung!

Praxisableitung

  • Viele Einzelgespräche führen -> wichtige Tipps geben, Verbesserungen vorschlagen
  • Verständlich ausdrücken, nichts vorgeben (Jugendliche sollen ihre Entscheidungen selber treffen)

Hilfsmittel

  • Material

Tore, Bälle, Leibchen, Hütchen, Stangen, Zauberschnüre, Augenbinden, Ballance Pads

  • Spieler

Gleichzahl, Ungleichzahl, Neutrale, Neuzusammenstellung, Sparringspartner, Halbaktive/Passive

  • Räume

Bestehende Räume, Variable Räume, Taburäume, Zielräume, Flügelräume, Zonen, Trichter

  • Zeitmanagement

Spieldauer, Pausengestaltung

Trainereinflussmöglichkeiten/Methodik

  • Position: Kürzester Weg zur Aktion, Blickkontakt zu allen (Halbkreis)
  • Korrekturformen: Einzel,- Gruppen,- Global,-Rein,-Einfrierkorrektur
  • Lehrverhalten: Induktiv/deduktiv
  • Wort-Coaching: Worthülse vs. Keywords
  • Erklärungsverhalten: Hilfsmittel (Leibchen etc.); selbst/Gruppe vormachen lassen; erst stellen, dann erklären!
  • Inhalt: Ansprache, wenn alle da; kein Moderator sein; nicht in die bewegte Gruppe sprechen

Altersdifferenzierung

Unterstützendes Coaching sollte im Grundlagenbereich die höchste Dichte haben und im Leistungsbereich die in Anführungsstrichen geringste Dichte. Diese Dichte sollte aber immer noch so hoch sein, dass sich die Spieler gewertschätzt, motiviert und gelobt fühlen.

Erziehungsinhalte und Entwicklungsaufgaben

  • Entwicklungsziele wie Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein, Mut, Überzeugung und Begeisterung sollen durch diese Dichte erreicht werden
  • Entwicklungsinhalte und Entwicklungsaufgaben wie ein eigenes Werte- und Normsystem sollten sich ausprägen
  • Verhaltenskodexe sollten spätestens ab dem Aufbaubereich akzeptiert werden

Wettkampf

  • Bezug zur Wettkampfsituation durch Anfeuern, motivieren und loben herstellen
  • Verweis auf bereits erlebte Wettkämpfe mit erfolgreichem Ausgang
  • Verknüpfung der Ziele, die im Wettkampf erreicht werden sollen mit den Ausbildungsinhalten des Ausbildungsplanes im Bereich Psyche/ Sozialverhalten/ Persönlichkeitsentwicklung entlang der Schwerpunkte und Lernziele
  • Abfrage von Wettkampfinhalten, die die Persönlichkeit entwickeln können
  • Rückmeldung über positive Entwicklungen im Bereich der Persönlichkeit durch Sieg und Niederlage

Spezifischer Lernansatz

  • Niederlage als wichtiges Element, um lernfähig zu bleiben
  • Nur durch Niederlagen weiß man seine Erfolge zu schätzen

Praxisableitung

  • Inhalte sollen bewertet werden und keine Niederlagen oder Siege
  • Inhalte bewerten, bedeutet Leistung bewerten
  • Erfolg bewerten, bedeutet Siege oder Niederlagen zu bewerten
  • Niederlage als Ausgangspunkt für die nächsten Trainingseinheiten

Trainereinflussmöglichkeiten/Methodik

  • Good-Cop/Bad-Cop
  • Nutzen von Statistiken
  • Auswertung der Inhalte und nicht der Siege oder Niederlagen
  • Fokussierung auf Werte und Normen anstatt auf Zahlen
  • Gespräche führen/ Face-to-Face-Ansprachen um Erwartungshaltungen zu klären
  • Hilfsmittel sind Video, Flipchart, Taktiktafel, Smartboard, Handy, Tablet, Workshop oder Vortrag
  • Je älter die Spieler, desto eher weitere Vermittlungsmedien einbeziehen, frühestens im Aufbaubereich, spätestens im Leistungsbereich
  • Verweis auf Fairplay über Medien wie Flyer, Internet, Poster, Newsletter etc.
  • Teilnahme an Aktionen zum Fair Play um Sinne dafür zu schärfen
  • Inhalte wie Aufmunterung des Gegenübers nach Niederlagen sensibilisieren
  • Individuelles Coaching/ Feedback auf Werte und Normen fixieren

Coaching und Feedback

  • Entwicklungs-, ausbildungs- und leistungsorientiert coachen
  • Methodik aber so anlegen, dass Gegenüber nicht den Leistungsgedanken verliert
  • Hilfsmittel sind Videoszenen oder Bilderserien
  • Altersgemäß Feedback einfordern, mindestens ab Aufbaubereich
  • Feedback und Rückmeldung an die Gruppe/ Mannschaft so steuern, dass andere Spieler nicht bloß gestellt werden
  • Kritik immer nur in kleinen Portionen ohne persönlich zu werden
  • Coaching immer in Verbindung zur Spielphilosophie insbesondere im Bereich Defensive und Offensive sowie Spiellösungen in bestimmten Situationen und gegen bestimmte Spielsysteme
  • Bezug zur Spielphilosophie mindestens ab Aufbaubereich einführen
  • Methoden wie Frage-Antwort, bidirektionale Kommunikation und Eigeninitiativen der Spieler mit einbeziehen
  • Individuelles Feedback ebenfalls immer in Bezug zur Spielphilosophie sowie anhand der Positionsaufgaben inklusive Interaktionen und Lösungen im Kollektiv
  • Individuelles Feedback spätestens zum Aufbaubereich einführen und Spieler in diesen Prozess mit einbeziehen
  • Selbstreflexion der Spieler einfordern und methodisch begleiten durch Aufmunterung, Wir-Gefühl und Motivation

Trainingswissenschaftliche Prinzipien

Prinzipien des Techniktrainings

  • Spielnah/wettkampforientiert trainieren
  • Immer mit Anschlussaktion trainieren (z.B. Finte und Torschuss oder Zielpass)
  • Jeder trainiert mit Ball
  • Keine Wartezeiten
  • Kleine Gruppen bilden
  • Spaß durch Variabilität
  • Unterschiedliches Ballmaterial
  • Technik immer in Bezug auf Taktik trainieren! Kein Mittel zum Zweck!
  • Hohe Anzahl konstruktiver Korrekturen/ Interventionen

Praxisbeispiel

Passspiel immer gekoppelt mit individualtaktischen Verhalten trainieren! Also Leistungsfaktoren kombinieren ebenso wie individual- und gruppentaktische Maßnahmen.

Prinzipien des Taktiktrainings

  • Bis zur U14 àSchwerpunkt Individualtaktik 1vs1, Partnertaktik
  • keine klaren Positionen, d.h. positionsunabhängig ausbilden!!!
  • Identische Spielzeiten U11,U12,U13, U14 / Beobachtungsaufgabe für Spieler, die nicht spielen
  • Kleine Spielformen 2 vs 2 bis 5 vs 5 (Wahrnehmung; peripheres Sehen beachten!!!)
  • Ab U15: Schwerpunkt Gruppen- und Mannschaftstaktik –> System 4-2-3-1/ 4-4-2
  • Ballorientiert!!
  • videogestützt arbeiten!
  • theoriegestützt arbeiten!

Schnelligkeitsorientiert Trainieren!

Das Spiel wird immer schneller. Neben zyklischer und besonders azyklischer Schnelligkeit ist die Handlungsschnelligkeit von entscheidender Bedeutung! Die Schulung der Verbesserung der Wahrnehmungsfähigkeit bzw. des peripheren Sehens sind wichtige Bestandteile in unserer Ausbildung!

 „Programmseite“ des Trainingssystems

  • Trainingsziele (Leitziele, Teilziele) sind psychomotorische, kognitive und affektive Lernziele, z.B. Koordinative Fähigkeiten, Taktik, Durchsetzungsvermögen. Sie sind bezogen auf einen bestimmten Leistungszustand oder auch auf einzelne Komponenten der Leistung.
  • Trainingsinhalte sind eine Übungsauswahl zur Erreichung eines best. Trainingsziels, z.B. Stretching zur Verbesserung der Beweglichkeit.
  • Trainingsplanung ist die Periodisierung des Trainings in Jahreszyklen bzw. in sog. Mikro- und Mesozyklen (kurz- und mittelfristige Planung).
  • Trainingsmethoden bezeichnen allg. Vorgehensweisen zur Leistungsverbesserung, z.B. Laufen entsprechend der Dauermethode zur Verbesserung der aeroben Leistungsfähigkeit.
  • Trainingsprinzipien betreffen den Trainingsvollzug und gelten allgemein, z.B. das Prinzip der Superkompensation, beinhalten aber auch pädagogische, didaktische und methodische Grundsätze.
  • Trainingsaufbau betrifft die Gliederung einer Trainingseinheit, z.B. warm-up und cool-down, Wechsel unterschiedlicher Belastungsarten, Lockern, Dehnen, Kräftigen.
  • Trainingsorganisation betrifft die Realisierung von konkretem Training, z.B. Organisationsformen sowie Trainingsmittel (Uhr, Hantel…).
  • Trainingsbelastung – Trainingsbeanspruchung: Belastung (Intensität, Dauer, Häufigkeit) betrifft Reizsetzung bei konkreten Trainingsinhalten. Beanspruchung betrifft psychophysische Reaktionen des Menschen darauf.

Klassische Trainingsprinzipien

  • Prinzip des trainingswirksamen Reizes: Trainingsreize müssen oberhalb einer best. Schwelle liegen, die notwendige Höhe ist individuelle sehr verschieden, z.B. beim Krafttraining bei Untrainierten ca. 30%, bei gut Trainierten ca. 70% der Maximalkraft.
  • Prinzip der individualisierten Belastung: Trainingsreize und -methoden müssen individuell dosiert werden bezüglich Bedürfnissen, Belastbarkeit, Akzeptanz, z.B. je nachdem ob Sprint-, Ausdauer oder Mischtyp.
  • Prinzip der optimalen Relation von Belastung und Erholung: Dies steht in enger Beziehung zu dem o.g. Prinzip der Superkompensation, d.h. Belastung und Erholung müssen als zusammengehörende Trainingseinheit geplant werden.
  • Prinzip der ansteigenden Belastung oder Progressive Belastung: entsprechend dem Superkompensationsprinzip müssen die Anforderungen (konditionell, technisch, taktisch, psychisch) systematisch ge-steigert werden, bei gleichbleibender Belastung ist bestenfalls der Erhalt der Leistung erreichbar. Erhöht werden im konditionellen Bereich erst Trainingshäufigkeit, dann Umfang, dann Intensität. Beim Techniktraining die Komplexität der Aufgaben. Man unterscheidet zwischen allmählicher, sprunghafter und variierender Belastungssteigerung.
  • Prinzip der wechselnden Belastung: Wird angewendet bei Sportarten mit komplexem Anforderungsprofil, z.B. Sportspiele, Zehnkampf, z.B. im Wechsel Ausdauer, Kraft, Koordination. Dabei ist zu beachten, dass sich der Körper nach unterschiedlicher Art der Belastung in unterschiedlicher Zeit wieder regeneriert (= Heterochronismus der Wiederherstellung). Wenn nach Ausdauertraining z.B. die Energiespeicher geleert sind, kann Krafttraining durchgeführt werden, was vor allem den Eiweißstoffwechsel anregt.
  • Prinzip der richtigen Belastungsfolge: B. innerhalb einer Trainingseinheit: zuerst Koordinationsübungen, dann Schnellkraft, dann Kraftübungen (= Übungen die eine vollständige Erholung benötigen), dann Übungen, die bei unvollständiger Erholung am effektivsten sind, das sind Schnelligkeitsausdauer und Kraftausdauer, zum Schluss Ausdauerschulung.
  • Prinzip der variierenden Belastung: Dieses Prinzip wird besonders bei höherem Leistungsniveau angewendet. Es soll die Homöostase stören und eine Anpassung auf höherem Niveau gewährleisten.

Prinzipien zum Einsatz von Medien

Video

  • Ein Bild, eine Zeichnung verhilft jedem Zuhörer zu einem besseren Verständnis und dient als Gedächtnisstütze.
  • Videos besitzen eine sehr hohe Informationsdichte, da sie alle Objekte aus einem bestimmten Blickwinkel erfassen und diese aufzeichnen. Das Video ist die beste Möglichkeit die realitätsnahen Vorgänge wiederzugeben.
  • Durch das Stoppen des Videos ist es dem Anwender möglich, über eben dargestellte Informationen nachzudenken. Des Weiteren kann er nicht verarbeitete Informationen leicht wiederholen, indem das Video zurückgespult wird.
  • Insgesamt betrachtet, erfolgt durch den Einsatz eines Videos eine intensivere Auseinandersetzung mit dem Lerngegenstand
  • Es ist unter Umständen sinnvoll mehrere Medien gleichzeitig zu verwenden. So kann man die Vortragsgliederung z.B. an die Tafel schreiben während man seinen Vortrag dann mit einer PowerPoint Präsentation unterstützt.

PowerPoint

  • Achte darauf, groß und in gut lesbarer Druckschrift zu schreiben. Auch die Zuhörer in der hintersten Reihe sollten dein deine Folie noch gut lesen und die Bilder erkennen können.
  • Schriftgröße für Folien: mindestens 18 pt bzw. 5 mm Schrifthöhe.
  • Lasse auf der Folie einen 2cm großen Rand. Begrenze die Informationen auf Kerngedanken, d.h. nur das Allerwichtigste kommt auf deine Folie (Notiere nur zentrale Begriffe und beschränke dich auf Stichworte; keine ganzen Sätzen!) Verdeutliche Zusammenhänge mit Hilfe von Pfeilen, Einrahmungen, Unterstreichungen und verschiedenen Farben (max. 4 verschiedene).
  • Lasse deine Medien wirken, d.h. deine Folien sollten längere Zeit sichtbar sein (mindestens 2 min. pro Folie). Zeige nie alle Informationen auf einmal, sondern decke die Inhalte deines Vortrages nach und nach auf. Achte bei der Benutzung von PowerPoint darauf nicht zu viele Bilder und Animationen, zu viele unterschiedliche Farben und Formen und kunstvollen ein- und ausfliegende Textstücke zu vereinen. Deine Zuhörer sollen sich auf den Inhalt deines Vortrages konzentrieren können und nicht durch bunte blinkende Schriften und hereinwirbelnde Bilder abgelenkt werden.

Taktiktafel und Flipchart

  • Taktische Anweisungen auf Taktiktafel oder Flipchart können visuell besser verarbeitet und gespeichert werden als das gesprochene Wort.
  • Unsere Trainer sind angehalten sowohl Taktiktafel als auch Flipchart regelmäßig einzusetzen, um andere Reize zu setzen, die über die „Ansage“ hinausgehen.
  • Mittels Taktiktafel und Flipchart lassen sich Argumentationen besser nachvollziehen und haben somit höhere Effekte als bei rein auditiver Vermittlung.
  • Spieler sollen aktiv in den Gestaltungsprozess vor einem Training und Spiel mit einbezogen werden.

Tablet-PC

  • Besonders beliebt im Training, um schnell gut oder schlechte Szenen nochmals Revue passieren zu lassen und ggfs. Spieler Defizite aufzuzeigen, aber auch um positiv verstärkt zu wirken.
  • Szenen erst nochmal vorspielen, dann nachfragen, ergänzen, korrigieren.