DSC Arminia Bielefeld -

Sie befinden sich hier: https://www.arminia-bielefeld.de/2016/07/06/die-karten-werden-neu-gemischt/

“Die Karten werden neu gemischt”

Auf den Trainingsplätzen der Profis in der Friedrich-Hagemann-Straße herrscht momentan Ruhe. Statt Mannschaftstraining stehen in dieser Woche individuelle Einheiten auf dem Plan. Nach den ersten zwei Vorbereitungswochen und drei Testspielen ist es Zeit, ein erstes Fazit zu ziehen. Sebastian Schuppan verrät im Interview, wie er die ersten beiden Wochen erlebt hat, was sich die Mannschaft für die neue Saison vorgenommen hat und ob er seinem 30. Geburtstag entgegenfiebert.

Schuppi, ihr seid schon vor zwei Wochen in die Vorbereitung gestartet, jetzt hat der Trainer euch vor dem Trainingslager nochmal eine Woche frei gegeben, in der ihr individuelle Trainingspläne abarbeiten müsst. Was stellst du mit deiner Freizeit an?
Einen Großteil der Tage bin ich zu Hause, weil ich schon im Urlaub war und einfach mal einen normalen Alltag brauche. Ich fahre nur am Wochenende für einen Kurztrip nach Hamburg, ansonsten bleibe ich hier in Bielefeld.

Wie haben dir die ersten Trainingseinheiten unter dem neuen Trainer Rüdiger Rehm gefallen?
Wie es bei jedem Trainerwechsel so ist, ändert sich natürlich relativ viel: Abläufe, Trainingsinhalte und vieles mehr. Es ist – wie bei jedem Trainerwechsel – anspruchsvoll. Man muss einiges ändern und sich auf neue Sachen einstellen, die der Trainer einfordert.

Auch neue Spieler sind zur Mannschaft gestoßen – Manuel Prietl, Florian Hartherz und Tomasz Holota haben euer Team ergänzt. Wie ist dein erster Eindruck von den Jungs?
Die sind alle super nett. Wir sind aber auch eine Mannschaft, in der es einem neuen Spieler nicht schwer fällt, reinzukommen. Wir sind alle offen und im Fußball geht das sowieso recht schnell: Zwischen den Trainingseinheiten wird zusammen Mittag gegessen und da lernt man sich dann relativ gut und schnell kennen. Ich glaube, dass die Neuzugänge alle dufte Jungs sind. Auch Tomasz, der am Anfang noch Sprachprobleme hatte, aber gutes Englisch spricht, hat sich schon sehr gut eingegliedert.

Schon in den letzten Wochen habt ihr drei Testspiele gegen BSC Blasheim, SpVgg Oelde und den VfB Fichte Bielefeld absolviert. Bist du mit den Leistungen zufrieden und kannst du etwas besonders hervorheben?
fichte-dsc-2016-4Es ging vor allem darum, offensive Abläufe einzustudieren. Das hat ordentlich geklappt, wir haben viele Tore geschossen. Aber diese Spiele darf man nicht überbewerten, die Gegner waren nicht gut genug, um konkrete Schlüsse ziehen zu können. Wir haben versucht die Vorgaben des Trainers umzusetzen, das hat mal gut und mal weniger gut geklappt, weil wir auch aus dem vollen Training kamen. In der Defensive werden wir sicher noch stärker geprüft werden, da kommen in der Vorbereitung noch Gegner, die uns mehr abverlangen werden. Wir wissen die Spiele einzuordnen, dennoch war es schön, ein paar Tore zu schießen und sich Selbstvertrauen zu holen.

Woran müsst ihr in deinen Augen noch arbeiten?
An den neuen Aufgaben des Trainers. Es ist eine etwas andere Art des Fußballs als in der letzten Saison, die wir jetzt spielen. Da muss sich jeder umstellen. Wenn man vorher zwei Jahre lang einen anderen Trainer hatte, gibt es natürlich viele Automatismen, die es aufzubrechen gilt. Da muss man sich immer wieder korrigieren, auch im Kopf. Es braucht alles seine Zeit, das ist aber auch in Ordnung so.

Zu Beginn einer Saison geht es, gerade auch unter einem neuen Trainer, oft bei null los. Was sind deine persönlichen Ziele für die neue Spielzeit?
Unabhängig vom neuen Trainer werden zur neuen Saison die Karten immer neu gemischt. Für mich ist Gleichstand Rückschritt, deshalb möchte ich natürlich wieder meine Spiele machen. Ich weiß, dass ich mich jedes Jahr wieder beweisen muss und das wird sich auch Flo Hartherz sagen, der ja auf meiner Position spielt. Das ist auch absolut in Ordnung und das soll ein super Konkurrenzkampf werden. Dem stelle ich mich ganz normal und will natürlich trotzdem meine Spiele machen. Das hängt natürlich zum Großteil von mir ab, deshalb versuche ich konzentriert zu sein und meine Aufgaben zu erledigen.

Was habt ihr euch als Mannschaft vorgenommen?
Offiziell haben wir noch nicht darüber gesprochen, aber der Trainer hat ja bereits gesagt, dass wir uns im Vergleich zur Vorsaison verbessern möchten  das ist dann auch eine gute Aufgabe. Die 42 Punkte aus der letzten Saison waren schon nicht ohne, aber wie gesagt: Gleichstand ist Rückschritt. Deshalb wollen wir uns immer weiterentwickeln. Wir wollen gut aus den Startlöchern kommen, dann ist einiges möglich.

Der Karlsruher SC und 1860 München sind eure ersten beiden Gegner in der neuen Saison. Bist du zufrieden mit dem Auftakt?
Das Auftaktprogramm ist ja insgesamt relativ stramm und beinhaltet auch viele gute Mannschaften. Ich finde das aber gut, denn ich denke, auch die guten Teams und vor allem die Favoriten brauchen immer ihre Zeit, bis sie sich ganz eingespielt haben. Deshalb finde ich es ganz gut, am Anfang gegen sie zu spielen. Im Endeffekt triffst du sowieso im Laufe der Saison auf jeden Gegner und musst es nehmen, wie es kommt.

Und was erwartest du von eurer ersten DFB-Pokalbegegnung bei Rot-Weiss Essen?
Ich habe mir sagen lassen, dass die Begegnung gegen Rot-Weiss Essen früher ein Spiel war, in dem es heiß herging – da habe ich mich sofort gefreut, denn solche Spiele mag ich. Ich habe früher öfter in Essen gespielt, da herrscht auch eine ordentliche Stimmung. Das wird sicher ein heißer Tanz, denn Regionalligisten schmeißen ja gerne mal höhere Mannschaften aus dem Wettbewerb. Dem Duell wollen wir uns stellen und natürlich weiterkommen.

Das Auftaktspiel findet nach drei Jahren in der Ferne jetzt endlich mal wieder im heimischen Stadion statt. Ist das ein Vorteil für euch?
Klar ist das schön! Ich mag es, mit einem Heimspiel zu starten. Da kannst  du direkt die Linie vorgeben, die du haben möchtest und die Zuschauer quasi von der ersten Sekunde der Saison an hinter dich bringen. Das wird eine schöne Aufgabe.

Das kommende Trainingslager ist dein erstes mit Arminia in Leogang, allerdings wart ihr im vergangenen Jahr schon in Österreich. Auch im Hinblick auf den neuen Trainer – was erwartest du von den zehn Tagen?
Wenn es so weitergeht wie bisher, erwarte ich harte Trainingseinheiten. Ansonsten wird es wie in jedem Trainingslager auch etwas Abwechslung und Überraschungen geben, wenn der Trainer z.B. teambildende Maßnahmen einstreut. Da jeder Trainer etwas anders an Trainingslager herangeht, haben wir da jetzt noch nicht so viel drüber gesprochen. Ich bin jetzt schon lange dabei und habe viel erlebt, deshalb lasse ich das entspannt auf mich zukommen.

Du feierst deinen 30. Geburtstag im Trainingslager. Welche Torte hast du dir von deinen Mitspielern gewünscht?
Ich mag Geburtstage gar nicht – vor allem meinen eigenen. Ich mag es nicht, den ganzen Tag im Mittelpunkt zu stehen und könnte gut darauf verzichten, dass mein Geburtstag dieses Jahr im Trainingslager stattfindet (lacht). Aber dadurch, dass ich in der Zeit Geburtstag habe, in der traditionell viele Trainingslager geplant werden, passiert das auch nicht zum ersten Mal. Ich bin es also schon gewohnt. Ich hoffe trotzdem, dass kein großes Tamtam gemacht wird, die Jungs morgens einmal singen und ich vielleicht abends an der Bar einen ausgeben darf, wenn es der Trainer erlaubt.

Zum Schluss eine kleine Prognose für die kommende Saison…
Ich hoffe natürlich, dass wir wie in der letzten Saison, in der wir nicht ein einziges Mal auf einem Abstiegsplatz standen, wieder nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Das würden sicher alle unterschreiben und dann hängt vieles davon ab, wie man aus den Startlöchern kommt und den Schwung aus der alten Saison mitnimmt. Wenn wir das schaffen, können wir sicher eine höhere Platzierung als in der letzten Saison schaffen. Aber ich denke, da sollten wir uns nicht zu viel Druck machen. Wir wollen erfolgreich Fußball spielen und so schnell wie möglich viele Punkte sammeln.