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“Der schönste Job der Welt”

Manuel Hornig bleibt Armine – und das langfristig. Nach seiner aktiven Profikarriere wird er ab der Saison 2017/2018 eine Aufgabe im Nachwuchsleistungszentrum übernehmen. Was ihm für die Zukunft im NLZ vorschwebt, wie er das Trainingslager empfindet, wie er Arminias Entwicklung der letzten Jahre beurteilt und vieles mehr hat er uns im Trainingslager-Interview verraten.

Manuel, wie schon im letzten Jahr seid ihr zum Trainingslager wieder nach Österreich geflogen, allerdings ist Leogang neu für euch. Wie gefällt es dir hier?
Es gefällt mir gut. Wir können als Spieler letztendlich zwar nur das Hotel und den Trainingsplatz beurteilen, denn außerhalb der Anlage sehen wir nicht allzu viel, aber wir fühlen uns hier richtig wohl. Das Hotel macht einen tollen Eindruck, das Essen ist super. Die Rahmenbedingungen sind also perfekt, um ein gutes Trainingslager zu absolvieren. Leider ist nur das Wetter momentan schlecht, es regnet sehr viel. Ich persönlich habe damit keine Probleme, denn dann ist es nicht so warm. Blöd ist es allerdings, wenn der Trainingsplatz nicht bespielbar ist.

Ihr absolviert gerade zehn Tage Trainingslager unter eurem neuen Trainer Rüdiger Rehm. Wie waren die ersten Tage und Einheiten?
Die ersten Wochen unter dem neuen Trainer waren definitiv sehr intensiv, denn es gibt mit jedem Trainerwechsel neue Impulse und Reize. Die Art, wie wir Fußball spielen, ist beispielsweise etwas offensiver ausgerichtet – das konnte man auch in den Testspielen sehen. Insgesamt würde ich sagen, dass wir sehr hart trainieren und alle gut mitziehen. Es macht natürlich auch Spaß, wenn man eine Einheit geschafft und sie gut überstanden hat. Das ist immer ein gutes Gefühl.

Bleibt zwischendurch auch etwas Zeit, um mit der Familie zu telefonieren?
Auf jeden Fall. Meistens haben wir zwei Einheiten am Tag und es bleibt trotzdem immer Zeit, um mit der Familie zu sprechen oder zu regenerieren. Da haben wir schon gewisse Freiheiten. Meistens ist es nach dem Training so, dass man sich gerne hinlegt und ausruht, um für die nächste Einheit wieder ein gutes Körpergefühl zu haben. Gestern haben wir zum Beispiel morgens normal trainiert, nach dem Mittagsessen sind wir dann für eine Massage zu unserer medizinischen Abteilung gegangen und hatten etwas Freizeit. Das war auch wichtig, denn die nächsten Tage werden sicher nicht weniger anstrengend.

Unter uns: Gibt es eigentlich geheime Rituale im Trainingslager, bei denen beispielsweise die Neuzugänge einen ausgeben, eine Stunde in der Eistonne liegen oder ein Lied singen müssen?
Ja, es gibt immer einen Einstand für neue Spieler – das variiert aber von Mal zu Mal. Wir denken uns etwas aus, da muss der Neuzugang dann durch. Bis jetzt habe ich für dieses Trainingslager noch keine Planungen mitbekommen, aber ich kann mir gut vorstellen, dass da noch etwas passiert.

Mittwoch habt ihr mit 4:0 souverän gegen den 1. FK Pribram gewonnen. Wie schätzt du eure Leistung ein?
Die Vorgabe war, defensiv gut und kompakt zu stehen. Das ist uns in beiden Hälften über weite Strecken richtig gut gelungen. Darüber hinaus haben wir wirklich ein paar schöne Spielzüge und Offensivaktionen gehabt, das Testspiel war also absolut zufriedenstellend. Trotzdem glaube ich, dass der Gegner noch einen Stück hätte stärker sein können – dementsprechend darf man das also auch nicht überbewerten.

Du bleibst Arminia ein weiteres, letztes Jahr als Spieler bei den Profis erhalten. Auf was freust du dich in der neuen Saison besonders?
Ich freue mich, einfach nochmal das Jahr als Profi zu genießen – das versuche ich zumindest. Denn natürlich will ich volles Engagement und Ehrgeiz mitbringen und es nicht nur einfach gemütlich ausklingen lassen. Ich will wieder angreifen und an meine Grenzen gehen – ich kann mir keinen schöneren Job auf der Welt vorstellen! Zumal ich zwischen den Trainingseinheiten viel Zeit für meine Kinder habe. In der Hinsicht ist es ein sehr familienfreundlicher Beruf, auch wenn man an den Wochenenden natürlich oft unterwegs ist.

Nach dieser Spielzeit wirst du eine Aufgabe im NLZ übernehmen. Was interessiert dich an der Arbeit im Nachwuchsbereich?
Grundsätzlich interessiert mich die Arbeit im Fußball, denn das ist einfach meine größte Leidenschaft. Ich bin nicht auf etwas Besonderes festgelegt und relativ flexibel. Mit meinen Trainerscheinen habe ich natürlich die Qualifikation für das Trainer-Dasein, aber die Manager-Ebene interessiert mich auch. So oder so habe ich einfach Lust, den Verein auch außerhalb des Spielerdaseins weiterzuentwickeln und bin gespannt, welche Aufgaben auf mich zukommen. Ich freue mich sehr darauf!

Von der dritten in die zweite Liga und wieder zurück – Arminia hatte in den letzten Jahren sowohl Höhen, als auch Tiefen. Wie würdest du die Entwicklung der letzten fünf Jahre beschreiben?
Ich finde, dass sich Arminia bis auf das eine Jahr, in dem der Verein abgestiegen ist, kontinuierlich weiterentwickelt und stabilisiert hat – vor allem, was die Kaderstruktur angeht. Hier wurde die Mannschaft jedes Jahr optimiert, verstärkt und in der Breite besser aufgestellt.

Und deine persönliche Entwicklung?
Ich bin 2011 als Führungsspieler gekommen und denke, dass ich diese Position bis zu meiner Verletzung 2014 auch gut ausgeführt habe. Ich habe alle Spiele gemacht, war immer Stammspieler und es war eine tolle Zeit, bis ich diesen Rückschlag hatte und ein Jahr pausieren musste. Das war natürlich nicht einfach: Ich hatte einen Stammplatz, habe einen hohen Stellenwert genossen und musste auf einmal von vorne anfangen. Trotzdem bin ich stolz, dass ich die Verletzung auch in  meinem Alter so gut überstanden habe. So konnte ich mir und denen, die mich schon abgeschrieben hatten, beweisen, dass ich noch etwas draufhabe.

Was erwartest du – sowohl für dich, als auch für den Verein – von der nächsten Saison?
Ich hoffe, dass wir das letzte Jahr nochmal toppen können, denn das zweite Jahr ist ja oft schwieriger als das erste – da ist die Euphorie etwas abgeebbt. Das sollte man nicht unterschätzen. Wir haben aber einen richtig guten Kader und ich traue uns zu, dass wir unsere Ziele erreichen. Ich persönlich versuche mich in jeder Einheit voll reinzuhauen. Ich möchte alles geben und wenn ich meine Chance bekomme, will ich da sein und sie nutzen. Außerdem möchte ich mich mit meiner Erfahrung auch außerhalb vom Platz einbringen – das ist das, was ich mir vorgenommen habe.