DSC-Mitglieder unterstützen das Sanierungskonzept | DSC Arminia Bielefeld
 

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DSC-Mitglieder unterstützen das Sanierungskonzept

Auf der heutigen Jahreshauptversammlung des DSC Arminia unterstützten die Vereinsmitglieder durch ihre Voten das Sanierungskonzept der Arminia-Gruppe und übten den Schulterschluss mit der ostwestfälischen Wirtschaft.

Die wichtigsten Entscheidungen des Tages vorab: Auf der ins Jahr 2018 verschobenen Jahreshauptversammlung 2017 stimmten die in der Spitze 478 anwesenden Mitglieder mit überwältigenden Mehrheiten für einen Stadionverkauf (87 %) und für einen Antrag des Präsidiums zur Kapitalerhöhung in der KGaA (90,5 %). Bei keiner Gegenstimme und 38 Enthaltungen wurde das dreiköpfige Präsidium um Hans-Jürgen Laufer, Bernard Kiezewski und Hermann Richter wiedergewählt und für drei weitere Jahre im Amt bestätigt. Auch der fünfköpfige Ehrenrat um Michael Fredebeul (Vorsitzender), Hans-Joachim Faber, Augustin Kwamo-Kamdem, Friedrich Straetmanns und Jörn Euscher-Klingenhagen (für den aus Altersgründen ausgeschiedenen Günter Eing) ist bei keiner Gegenstimme und neun Enthaltungen wiedergewählt worden.

Durch das Mitgliedervotum hat Arminia neue Kraft geschöpft, um die nächsten Schritte der Sanierung voranzutreiben. Der Weg für das “Bündnis Ostwestfalen”, Arminias Eigenkapital u.a. durch neue Beteiligungen zu stärken, ist geebnet. Bis zum 30.06.2018 soll zudem das Stadion unter der Bedingung einer Rückkaufoption an einen Dritten veräußert werden. “Ein Käufer darf nicht nur rein wirtschaftliche Interessen haben, sondern muss Arminia partnerschaftlich gegenüber stehen”, betonte DSC-Geschäftsführer Markus Rejek. Die Räumlichkeiten der Fans und Mitglieder oder der Abteilungen sollen auch nach einem Verkauf in ihrer jetzigen Form erhalten bleiben.

Mathias Gerner, Dr. August Oetker KG

Nachdem Herr Dr. David Frink als Wirtschaftsvertreter für das Haus Gerry Weber aus dem Wirtschafts- und Aufsichtsrat ausgeschieden ist, stand am heutigen Sonntag zudem eine Nachwahl für den Wirtschaftsrat auf der Tagesordnung. Als Vertreter für das “Bündnis Ostwestfalen” ist Mathias Gerner ohne Gegenstimme (sieben Enthaltungen) gewählt worden, um Frink zu ersetzen. Gerner ist gebürtiger Bielefelder und seit 1998 in verschiedenen Positionen für die Dr. August Oetker KG tätig, derzeit als Leiter der Hauptabteilung Finanzen und Steuern. Das Engagement von Dr. Oetker und den vielen weiteren Firmen aus der Region wurde von der Mitgliedschaft sowie in allen Wortbeiträgen mit großer Dankbarkeit und reichlich Applaus bedacht.

Den Wahlergebnissen ist während der rund sechsstündigen Versammlung eine intensive, aber zu jeder Zeit konstruktive Debatte vorausgegangen. Sowohl Präsident Hans-Jürgen Laufer, Schatzmeister Hermann Richter als auch die Geschäftsführer Samir Arabi und Markus Rejek ebneten in ihren Finanz- oder Abteilungsberichten und in der direkten Aussprache mit den Mitgliedern den Weg für dieses eindrucksvolle “Ja” zum erarbeiteten Sanierungsprojekt.

Sport-Geschäftsführer Samir Arabi

Das sportliche “Wechselbad der Gefühle” (Arabi) im vergangenen Jahr mit dem dramatischen Erfolg Klassenerhalt lässt sich dabei auch auf die gesamtwirtschaftliche Situation der Arminia-Gruppe übertragen. In der Aussprache ernteten Präsidium und Aufsichtsrat mitunter auch Kritik. Die dramatische Situation am Ende des vergangenen Jahres (“Der Dezember 2017 war der schlimmste Monat für den Verein”, so Laufer) hätte vermieden werden müssen. Präsident Laufer räumte erneut ein, im vergangenen Jahr teils zu euphorisch geplant zu haben. Daraus sollen Lehren gezogen werden, um künftig konservativer vorzugehen. Wenngleich der Präsident betonte, dass es “grundsätzlichen Optimismus braucht, um den Verein voranzubringen”. Auch zum Vorwurf der mangelnden Kommunikation während der kritischen Phase bezog Laufer Stellung: “Ich kann mich dafür gegenüber den Mitgliedern nur entschuldigen, diese Informationspolitik lag aber in der Sache begründet. Wir haben Tag und Nacht das Sanierungsprojekt abgearbeitet und wollten den Aufwand einer öffentlichen Diskussion unbedingt vermeiden.” Jetzt wage Arminia den Neustart – oder wie es DSC-Geschäftsführer Rejek sagte: “Wir standen immer an der Startlinie mit 17 Konkurrenten. Wenn wir losgelaufen sind, hatten wir Eisenketten an den Füßen. Jetzt besteht die Chance, ohne Eisenketten an den Start zu gehen, um mit unserer Power weiter vorne zu landen.”

DSC-Geschäftsführer Markus Rejek

Nachdem weder die Ergebnisse der Alm KG noch der KGaA als zufriedenstellend bewertet werden konnten, gab Rejek angesichts der Chance zur Sanierung für die Zukunft vier Maxime aus: “Wir dürfen nie wieder mehr Geld ausgeben, als uns zur Verfügung steht. Wir wollen Überschüsse erwirtschaften, um Risiken wie Trainer-Entlassungen oder Abstiege besser abfangen zu können. Wir wollen eine Identität entwickeln und daraus Strategien ableiten, um unternehmerisches Denken bei Arminia zu etablieren. Und wir möchten unsere Profis bei konservativen Etat-Berechnungen unter den Top 25 in Deutschland etablieren.”

Dabei spielt auch der Nachwuchs des DSC eine große Rolle. Sport-Geschäftsführer Samir Arabi zeigte auf, dass Arminia mit zuletzt sechs Spielern aus dem eigenen Nachwuchs im Profikader nun die Früchte seiner Arbeit ernte. “Das Profiteam bleibt unser Zugpferd. Wir wollen die Qualität der Mannschaft sukzessive erhöhen und unser Niveau insgesamt in allen Bereichen anheben. Aber wir legen großen Wert darauf, Talente zu finden, Spieler und Trainer auszubilden und weiterzuentwickeln. Ich möchte unsere Mitarbeiter im Nachwuchsleistungszentrum motivieren, so beharrlich und erfolgreich wie bisher weiterzuarbeiten.”

NLZ-Leiter Finn Holsing konnte diesen Pass von Arabi annehmen und direkt weiterleiten, in dem er verkündete, dass Arminia auch in diesem Jahr zu großer Freude der Mitglieder das viertätige Audit des DFB mit drei Sternen absolvieren konnte. Damit gehört Arminia trotz widriger und schlechter Bedingungen am Trainingsgelände (“Uns fehlen Trainingsplätze!”) konzeptionell weiterhin zu den besten Ausbildern im deutschen Profifußball.  Holsing stolz: “Wir beweisen, dass man bei Arminia seinen Traum vom Profifußball verwirklichen kann!”

Arminia-Präsident Laufer

Um 17:10 Uhr beendete ein sichtlich zufriedener Präsident Laufer eine Jahreshauptversammlung, die nach den turbulenten Wochen, in denen Dritte aus der Region Arminias Existenz sicherstellen mussten, ein starkes Signal zurücksendete. Arminia Bielefeld trägt das Sanierungskonzept samt der verbundenen Bedingungen mit. “Ich freue mich und bin überglücklich, wie diese Jahreshauptversammlung verlaufen ist und versichere, dass wir alles tun werden um Arminia weiter voranzubringen.”