Der Kapitän zu Gast | DSC Arminia Bielefeld
 

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Der Kapitän zu Gast

Am Donnerstagnachmittag trafen 30 Arminis bei der Kinderpressekonferenz auf Kapitän Julian Börner. Ausgestattet mit Zetteln voller Fragen freuten sich die- 8 bis 14-Jährigen Kinder auf einen spannenden Nachmittag im Presseraum des Stadions.

Für Julian Börner war es ein kurzer Weg zu den Arminis, da die Mannschaft ihr Training kurzfristig ins Stadion verlegt hatte. So begrüßte “Börni”, wie er am liebsten genannt wird, gut gelaunt die Arminis und klatschte gleich mit allen ab als er den Presseraum betrat. Die Veranstaltung begann mit einer Vorstellung von Börners Werdegang. Zuerst erzählte der Kapitän wie er genau vor einem Monat seinen 27. Geburtstag feierte. Ausnahmsweise wurde der Geburtstagskuchen nicht im Trainingslager gegessen, sondern gemütlich mit Frau und Kind in Bielefeld, “eine große Party gibt es dann wohl erst wieder in drei Jahren.” Er komme immer gerne in seine Heimat Weimar, wenn die Zeit und der Familienzuwachs es zulasse. Viel Kultur gebe es in Weimar zu sehen, berichtete Börner, vielleicht haben die Arminis Glück und machen in einer paar Jahren mal einen Schulausflug in die Stadt von Göthe & Schiller. Seine Mutter arbeitet im Nationaltheater, sodass Börni mit Kultur schon aufgewachsen sei. Mit den Arminis würde er in Weimar aber erstmal ins Freibad und ein bisschen bolzen gehen. Und natürlich die “beste, leckerste und größte Bratwurst” essen, die Thüringer Bratwurst, die müssen die Arminis unbedingt probieren. Die typischen Thüringer Klöße waren das Sonntagsessen bei seiner Mutter, “Weltklasse” berichtete Börni und bekam gleich Hunger. Ganz bekannt ist der Weimarer Zwiebelmarkt, bei dem die ganze Stadt voll mit Touristen sei. Typisch sei auch der Dialekt, den unser Kapitän aber fast abgelegt hat: “Rede ich so schlimm? Ihr versteht mich doch, oder?” Die Arminis waren sich einig “Jaaa, wir verstehen dich super!” Der englische Fußballspieler John Terry sei nicht nur auf Grund seiner Spielweise ein Vorbild, sondern auch seine rustikale Art gefalle unserem Abwehrspieler. Bei der Frage, wer das Vorbild von den Arminis sei, war schnell klar: “Julian Börner!”

Weiter ging die Reise durch Börners Leben im Fußball. Gestartet in Fußballvereinen in Weimar, wechselte Börner mit zehn Jahren auf das Sportgymnasium nach Erfurt. Dort wollte er schon auf das Sportinternat, seine Eltern hielten dies aber noch für zu früh. So ging es sieben Jahre jeden Morgen um 6:27 Uhr mit dem Zug nach Erfurt und um 20:00 Uhr war er zurück in Weimar. Es zahlte sich aus, mit Rot-Weiß Erfurt durfte er 2009 ein paar Testspiele mit den Profis machen. Daher weiß er genau, wie besonders es für die vielen Jugendspieler wie Keanu Staude oder Nikolai Rehen ist, im eigenen Verein die Chance zu bekommen, bei den Profis mitzuspielen. Die tollen Erfahrungen rissen bei Börner nicht ab. Er wurde U-Nationalspieler: “Auf einmal spielt man gegen Frankreich und singt die Nationalhymne, das war der Wahnsinn.” Zu einigen seiner Teamkollegen habe er immer noch Kontakt und freue sich immer auf die Begegnungen auf und neben dem Platz. Auf die Jugendsünde seiner “Frisur” hätte er aber verzichten können.

Zur Saison 2009/2010 wechselte Börner von Erfurt zu Energie Cottbus und freute sich über die freie Nummer 13, die er auch bei uns auf dem Trikot trägt. Seinen Lieblingsspieler Michael Ballack aus der Nationalmannschaft war der entscheidene Faktor bei dieser Wahl. Der Sprung in den Profibereich war sehr schwer für unseren jetzigen Kapitän, da parallel noch das Abitur gemacht werden musste. Zu dieser Zeit war der Trainingsplatz ab und an attraktiver als die Schulbank. Das fand sein Trainer Pele Wollitz gar nicht gut und ermahnte ihn: “Du musst zur Schule gehen und dein Abi machen, sonst spielst du nicht” – daher durfte Börner auch nicht mit ins Trainingslager. Damals hatte Börni dafür nicht so viel Verständnis, ist heute aber sehr froh, dass Wollitz so entschied und er sein Abi schaffte, denn ewig könne man leider nicht Fußball spielen. Dann fragten die Arminis nach seinen Berufswünschen. Als Kind wollte er schon immer Fußballer werden, vielleicht mal Lehrer, aber der Wunsch auf großen Plätzen und vor vollen Tribünen zu spielen war immer größer. An die Zeit nach seiner Fußballkarriere denke er noch nicht korrekt. “Vielleicht werde ich dann Arminis-Betreuer und gucke mit euch die Spiele.” Damit waren natürlich alle Arminis gleich einverstanden.

Seine Zeit beim DSC folgte nun. Wie kam es zum Wechsel? Mit wem sprichst du dich ab? Börni erzählte vom Kontakt zwischen seinem Spielerberater und Samir Arabi sowie von seinem Wunsch vor seiner Hochzeit einen Verein zu finden. So kam es dann auch, zwischen Arminia und Julian Börner stimme alles und damit stand er ab der Saison 2014/2015 bei DSC unter Vertrag. Durch seine Verletzung aus der Cottbusser Zeit und der fehlenden Spielpraxis war der Start in OWL aber schwer. Die Zeitungen betitelten Börner schon als Fehleinkauf und so brauchte es länger bis er richtig in der Mannschaft angekommen war. Aber dann folgte eine Saison, “die manche Fußballer in ihrer ganzen Karriere nicht erleben.” Als Drittligist ins Halbfinale des DFB-Pokal mit fünf Heimspielen und Meister der 3. Liga inklusive entsprechendem Aufstieg. In der nächsten Saison folgten die meisten Unentschieden der Liga und der souveräne Klassenerhalt. Da war die Vertragsverlängerung eine einfache Entscheidung. Anders als geplant, startete die Saison 2016/2017 jedoch nicht mit Trainer Nobert Meier. Sehr schade, denn Börner schätzte ihn sehr und zählt ihn zu den besten Trainer, die er je hatte. Aber es musste weitergehen und für Börner stand ein neues Amt an: Vizekapitän. Eine turbulente Saison folgte. Und am Ende war doch alles gut. Beim Bild vom Klassenerhalt aus Dresden bekommt Börner noch heute Gästehaut. “Das war so eine verrückte Woche! Erst das 6:0 gegen Braunschweig, wo wir schon hätten absteigen können, dann entscheidet sich alles in Dresden.” Nach Abpfiff schaute Börner nicht nur aufs Handy, um zu gucken, wie die anderen spielten, sondern auch, weil seine Frau hochschwanger war und es in Bielefeld jeden Moment losgehen konnte. Börners Versprechen “Ich bekomme ein Zweitliga-Baby” hatte er ja dann gehalten.

Neue Saison, neues Amt. Julian Börner ist seit der Saison 2017/2018 unser Kapitän.  Fabian Klos bleibt dabei sein engster Vertrauter und er stimme alles mit ihm ab, so Börner. Im “hier und jetzt” beim Werdegang von Julian Börner angekommen, war noch Zeit für weitere Fragen. “Auf wen bist du stolz?”, fragte Armini Lena. Das war einfach für Börni: “Meine Familie, besonders auf meine Eltern. Sie haben mich immer unterstützt, zum Training gefahren, meine Spiele geguckt und an mich geglaubt. So geht es euch doch bestimmt auch?” fragte er die Arminis. “Sagt euren Eltern gleich, wenn ihr nach Hause kommt, wie schön es ist, dass es sie gibt”, gab unsere Nummer 13 den Arminis mit auf den Weg. Aber auch welche Spiele Börner auf der Playstation und dem Handy habe, wurde interessiert gefragt. Die Simpsons seien seine Lieblingsserie, Elfmeter schieße er gar nicht gerne und würde Torhüter Stefan Ortega Moreno noch vor sich selbst schießen lassen, bei Auswärtsfahrten teile er sich ein Zimmer mit Christoph Hemlein. Seine Lieblingssüßigkeit seien Kinderriegel. Seine Mutter schicke ihm vor jedem Spiel einen Riegel mit einem Foto zu, als Glücksbringer. “Börni” hatte viel zu erzählen!

Die Zeit verging wie im Flug, doch die Autogramme und Fotos mit unserem Kapitän durften nicht fehlen. Etwas ganz besonderes hatte Börni den Arminis auch mitgebracht: seine Kapitänsbinde, die durften alle Arminis angucken und anfassen.