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Arminis löchern Lucoqui und Seufert

Viele Fragen gab es bei der Kinderpressekonferenz mit den Neuzugängen Anderson Lucoqui und Nils Seufert. Die DSC-Profis stellten sich den Arminis vor, lachten über Fotos aus der Jugend und gaben ihren jungen Fans zahlreiche Autogramme.

Der Presseraum war gut gefüllt und die Arminis warteten gespannt auf ihre Gäste, war es doch das erste Kennenlernen von Arminias Neuzugängen Anderson Lucoqui und Nils Seufert. Ihre Arminis-Premiere meisterten die beiden mit Bravour und bescherten den 8- bis 14-jährigen Vereinsmitgliedern einen kurzweiligen Nachmittag. Trotz ihrer jungen Jahre hatten Andy und Nils viele spannende und witzige Anekdoten aus ihrer bisherigen Spielerlaufbahn zu berichten – die Arminis lauschten gespannt.

Beide hatten schon in ganz jungen Jahren angefangen Fußball zu spielen. “Und irgendwann kommt dann der Punkt, so ab der U15, wo man sich ernsthaft Hoffnungen macht, dass es vielleicht noch höher gehen könnte und man wirklich den Sprung zu den Profis schafft” erinnert sich Nils. Überrascht ist er dann, als Andy anhand seines U14-Mannschaftsfotos, gespielt hat er damals für Bayer Leverkusen, berichten kann, dass es aus dieser Mannschaft viele in den Profibereich geschafft haben. Aber so viel Glück haben natürlich nicht alle, das wissen auch die beiden und sind dankbar und froh über die tollen Möglichkeiten, die sich ihnen bisher schon geboten haben.

So durfte Lucoqui für die deutsche U20 Nationalmannschaft spielen – “Ein ganz großer Traum für mich!” Und als absoluten Höhepunkt absolvierte er mit seinem Team im Sommer 2018 auch noch zwei Testspiele gegen die erste Mannschaft. Als Übung für die Nationalmannschaften sollte die U20 die Formation der Gruppengegner Schweden und Südkorea simulieren. “Beim ersten Spiel waren wir aber so aufgeregt und haben uns gar nicht getraut, richtig in die Zweikämpfe zu gehen. Wir hatten Angst jemand zu verletzen und haben das Spiel 1:7 verloren.” Nachdem Jogi Löw ihnen jedoch vergewissert hatte, dass sie nicht so vorsichtig spielen müssen, konnten sie im zweiten Spiel gut dagegen halten. Besonders freute Andy, dass sich die Nationalspieler richtig Zeit genommen haben und er sein Idol Marco Reus kennenlernen konnte. “Die waren total nett und bodenständig. Zum Abschluss haben wir noch gegrillt und Playstation gezockt. Das werde ich niemals vergessen!”

Auch ihr Profi-Debüt werden Seufert und Lucoqui niemals vergessen. Seufert erzählt, dass er bei Kaiserslautern zuvor schon viele Male im Kader war, aber immer ohne Einwechslung. Doch beim Pokalspiel 2017 gegen den VFB Stuttgart war es dann endlich soweit. Hier wurde er nicht nur eingewechselt, sondern wusste schon zwei Tage vor dem Spiel, dass er in der Startelf steht. “Ich war brutal nervös!” Auf einmal achtete er in der Vorbereitung auf jede Kleinigkeit – “Was esse ich, wie stehe ich auf, was für Musik höre ich.” Nach 65 Minuten musste er ausgewechselt werden. “Mein Körper hat komplett zu gemacht, ich hatte überall Krämpfe und musste nach dem Spiel erst Mal in den Whirlpool.” Auch Lucoqui berichtet von seiner großen Aufregung beim Profi-Debüt. Beim Auswärtsspiel gegen Union Berlin hatte er sich schon gar keine Hoffnung mehr gemacht, denn es waren nur noch wenige Minuten zu spielen und nach einer Gelb-Roten Karte für Düsseldorf war er sich sicher, dass der Trainer einen erfahreneren Spieler einwechselt. Als er beim Warmmachen sieht, dass sein Trikot als Zeichen nach oben gehalten wird, hätte er sich fast übergeben. “Die Auswechselbank schien kilometerweit weg zu sein und mir gingen so viele Gedanken durch den Kopf.”, erinnert sich Lucoqui.

Nils und Andy erzählten auch ausführlich von ihren Erfahrungen aus der letzten Saison. Diese war für beide Profis sehr emotional und lehrreich, jedoch aus ganz unterschiedlichen Gründen. Nils Seufert machte mit dem 1. FC Kaiserslautern die “brutale Erfahrung”, abzusteigen. “Eigentlich waren wir eine geile Mannschaft mit Top-Typen und mit vielen bin ich immer noch befreundet.” Aber am Ende hat es nicht gereicht. Die Fans des Traditionsvereins waren extrem enttäuscht: “Wir wurden beschimpft, beworfen und bespuckt von den eigenen Fans.” Eine schwierige Situation für den jungen Spieler, die ihn am Ende jedoch reifer gemacht hat – “Ich kann aus der Erfahrung auch Kraft ziehen.”

Andy dagegen konnte in Saison 17/18 mit Fortuna Düsseldorf den Aufstieg in die erste Bundesliga feiern. “Wir hatten den Aufstieg gar nicht erwartet, da wir in der Saison davor eher gegen den Abstieg gespielt haben.” Aber dann kam das Pokalspiel, ausgerechnet gegen Arminia Bielefeld, dass sie nach einer harten Partie in der Verlängerung noch für sich entscheiden konnten. “Den Schwung haben wir mitgenommen und waren danach irgendwie im Flow.” Auf dem Rathausbalkon mit Tausenden von Fans zu feiern war ein großartiges Gefühl, berichtet Andy den Arminis – “Die Meisterschale wollte ich gar nicht mehr loslassen.” Peinlich war dann nur, als Campino von den Toten Hosen Andy in den Arm nahm und zusammen mit ihm singen wollte. “Ich kannte den Text gar nicht und habe versucht, die Lippen einigermaßen richtig zu bewegen.” Die Arminis lachten und freuten sich über Andys Offenheit.

Die Arminis erfragten von den beiden Neuzugängen außerdem noch viele persönliche Information. Dass Lasagne ihre Lieblingsspeise ist, sie am liebsten HipHop hören und gerne FIFA zocken. In Bielefeld finden sie die Altstadt besonders schön und freuen sich schon auf den Weihnachtsmarkt dort. In der Schule mochten sie natürlich am liebsten den Sportunterricht. Aber Lucoqui konnte sich auch für Kunst begeistern. “Ich stehe total auf Comics und habe dann auch selbst Comicfiguren gezeichnet.” Für das Heimspiel gegen den MSV Duisburg am Freitag haben beide ein gutes Gefühl. “Wenn die Zuschauer sich die Mühe machen, ein Ticket zu kaufen und ins Stadion zu kommen, dann muss man ihnen auch was bieten”, fasst Lucoqui seine Motivation zusammen.

Die Arminis freuten sich, werden sie das Heimspiel doch selbst wieder live im Stadion verfolgen. Zuvor machten sie mit den Profis aber noch jede Menge Fotos und holten sich Autogramme. Simon freute sich besonders über die Unterschrift von Nils, trug er doch stolz ein Seufert Trikot. Und für Geburtstagskind Konrad stand nach der Pressekonferenz fest: “Auf das nächste Trikot kommt Lucoqui!”.