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Der Name steckt im Detail

Dass Hertha BSC, die „Alte Dame“, einmal mehr eine formidable Saison spielt, seit Jahren konstant gut arbeitet, in Pal Dardai einen erfahrenen Trainer hat und demnächst wieder international spielen möchte, sollte hinlänglich bekannt sein. Grund genug, unseren morgigen Testspielgegner mal auf eine andere Art und Weise vorzustellen.

Die Sache mit dem Vereinsnamen:
Jeder deutsche Fußballfan kennt die beiden Vereine in der Bundeshauptstadt. Da wäre zum einen der 1. FC Union Berlin, der zusammen mit dem DSC in der 2. Liga um Punkte kämpft. Und da wäre zum anderen natürlich Hertha BSC, das seit Jahren in der Bundesliga spielt. Wer nun denkt, dass beim Vereinsnamen von Hertha BSC das Wort Berlin fehlt, wird eines Besseren belehrt, denn Berlin steckt in Berliner Sport-Club. Dieser Kardinalsfehler dürfte schon vielen Fans passiert sein, denn oft ist fälschlicherweise von Hertha BSC Berlin die Rede. Wer diese Problematik umgehen möchte, kann natürlich den Spitznamen verwenden – “Alte Dame”.

Ältester Verein der Bundesliga:
Klar, über das Alter von Frauen spricht man nicht. In diesem Falle ist es aber etwas anders, denn ein Fußballclub darf durchaus stolz auf seine Historie und sein Alter sein. 2017 feierte die “Alte Dame” – wie der Hauptstadtclub liebevoll genannt wird – ihren 125-jährigen Geburtstag. Und auch im kürzlich abgelaufenen Jahr gab es wieder etwas zu feiern, denn zumindest in der Saison 2018/2019 darf sich Hertha BSC als ältester Verein der Bundesliga bezeichnen. Dieser Titel blieb den Berlinern lange Zeit verwehrt, spielte der Hamburger SV doch über Jahrzehnte hinweg ununterbrochen in der ersten Spielklasse Deutschlands. Der Hamburger SV wurde 1887 gegründet und ist damit fünf Jahre älter als die “Alte Dame”. Momentan sieht es ganz danach aus, als würde der HSV im Sommer wieder aufsteigen und der alten Dame den Titel des ältesten Bundesliga-Vereins abnehmen. Ein Verlust, mit dem die Berliner sicherlich leben können.

Erfahrung am Steuer:
Mit Michael Preetz und Pal Dardai hat Hertha zwei absolute Berliner Legenden in Führungspositionen. Während sich Preetz als Geschäftsführer Sport um Transfers, Vertragsmodalitäten und finanzielle Angelegenheiten des Clubs kümmert, ist der Ungar Dardai seit knapp vier Jahren Cheftrainer der ersten Mannschaft. Interessanterweise ist Michael Preetz Herthas Rekordtorschütze mit insgesamt 84 erzielten Treffern, während Dardai der Spieler mit den meisten Bundesliga-Einsätzen im Hertha-Trikot ist (286). Falls demnächst ein Posten auf der Berliner Geschäftsstelle frei werden sollte, dürfte man in der Hauptstadt eventuell über den Niederländer Dick van Burik nachdenken – der absolvierte zwar “nur” 245 Spiele für die Berliner, wurde in diesen Spielen aber insgesamt sechs Mal des Feldes verwiesen und ist damit Rekordhalter in Sachen Platzverweise bei Hertha BSC.

Der etwas andere Rekord:
In der Saison 2011/2012 – Fabian Klos und Tom Schütz bestritten damals ihre erste Saison als Arminen – entließen die Blau-Weißen so häufig den Cheftrainer wie kein anderer Verein der Bundesliga je zuvor. Ganze fünf Trainer (Markus Babbel, Rainer Widmayer, Michael Skibbe, René Tretschok, und Otto Rehhagel) gaben an der Seitenlinie ihr Bestes, um den Klassenerhalt zu erreichen. Doch all die Müh war vergebens – am Ende der Saison stieg Hertha in einer spannenden Relegation gegen Fortuna Düsseldorf ab und musste in den sauren Apfel beißen. Doch die Berliner kamen eindrucksvoll zurück – in der folgenden Zweitligasaison stellte der Verein aus der Hauptstadt einen anderen Rekord auf. Hertha wurde mit 74 Punkten Meister. So viele Punkte hatte bis dato keine Zweitligamannschaft in einer Saison holen können. Blöd, dass dieser Rekord nur zwei Jahre hielt. Gut, dass der Punkterekord abermals von Hertha aufgestellt wurde (76).

Auf die Kollegen ist Verlass:
In der abgelaufenen Saison landete Hertha auf einem ordentlichen 10. Platz. Mit zehn Siegen, 13 Unentschieden und elf Niederlagen kam die Mannschaft von Dardai am Ende auf 43 Punkte. Deutlich besser schnitt Hertha in der Kategorie “Feldspieler rettet” ab – sage und schreibe sechs Mal rettete ein Herthaner für seinen bereits geschlagenen Torwart auf der Linie oder in allerhöchster Not, um ein sicheres Gegentor zu verhindern. Zum Vergleich – bei RB Leipzig passierte dies in 34 Spielen lediglich ein Mal. Bei anderen Kategorien schnitt Hertha jedoch deutlich schlechter ab. So belegten die Herthaner bei “Torschüsse insgesamt”, “Tore nach Ballverlust des Gegners” und “Gegentore nach Flanken” einen Abstiegsplatz. Der Matchplan für morgen sollte also klar sein – schnelles Umschaltspiel bei Ballgewinn, über Flanken zum Torerfolg kommen und über das Tor freuen – es sei denn, ein Herthaner rettet auf der Linie für seinen bereits geschlagenen Keeper und verhindert einen sicheren Treffer.

Anstoß der Partie in der Hauptstadt ist am Mittwoch, den 9. Januar, um 14:00 Uhr. Ausgetragen wird das Spiel im Amateurstadion auf dem Berliner Olympiagelände.

Foto: imago