DSC Arminia Bielefeld -

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“Wir müssen zu Haien werden!”

Fische in einem Pool voller gieriger Raubfische, ein eigener Kabinenblog und Siege gegen Borussia Dortmund – die abgelaufene Hinrunde der Arminia-Junioren hatte einiges zu bieten. Alles Wissenswerte über den Saisonverlauf der DSC-Jugend gibt es im Arminia-Stenogramm.

U16: Im Fußball existiert ja nun das ein oder andere Sprichwort, das von komischen Zufällen und Gegebenheiten handelt. Hin und wieder findet sich allerdings auch die ein oder andere Konstante. Vor allem dann, wenn die U16 der Blauen auf den SC Paderborn trifft. In einem turbulenten Vorbereitungsspiel im vergangenen Sommer trennten sich beide Teams mit 3:3. Vor wenigen Tagen traf Arminia schon wieder auf die klassenhöheren Paderborner. Der wenig überraschende Endstand: 3:3! Auch in der Halle verkauften sich die Arminen in diesem Winter teuer. Beim Freeway-Cup in Lübbecke scheiterte der DSC erst in den K.O.-Spielen am FC Schalke 04.

Während Coach Marcel Drobe über den Eifer seiner Jungs in der Vorbereitung somit nicht klagen kann, besteht in den Landesliga-Pflichtspielen noch Luft nach oben. Zur Halbzeit rangiert der DSC auf einem etwas unbefriedigenden achten Tabellenplatz. Der Trainer versprüht dennoch Vorfreude auf die Rückrunde: “Wir sind mit der Entwicklung der Jungs zufrieden. In einigen Spielen wäre sicher mehr möglich gewesen. Das ganze Team hat richtig Bock, dass es wieder los geht!”

U15: Fußballtrainer sein – das bedeutet eben doch viel mehr als der Mannschaft taktische Kniffe auf den Weg zu geben und im Spiel die richtigen Auswechslungen vorzunehmen. Davon kann auch Coach Petar Slavov ein Lied singen. Nach einer unrunden Hinrunde in der Regionalliga West, die die Ostwestfalen auf Rang acht abschlossen, ist er mehr denn je als Mentaltrainer gefordert: “Unsere Punktausbeute könnte besser sein. Wir haben uns für gute Leistungen oft nicht belohnt. Da müssen wir jetzt gemeinsam die Köpfe freimachen”, erklärt Slavov. Vor allem offensiv drückt bei den Blauen mächtig der Schuh. Erst 14 Treffer gelangen dem DSC bisher in genauso vielen Spielen. Zu wenig, um am Ende nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben.

U14: Ein Sieg gegen Borussia Dortmund ist immer ein besonderer Grund zum Feiern. Umso mehr dann, wenn man in der Vergangenheit noch nie in der Altersklasse gegen den Riesen aus dem Ruhrpott gewinnen konnte. Nicht verwunderlich also, dass die Blauen die Party nach dem 3:1-Erfolg gegen den BVB mit der eigenen Kamera festhielten. Mittlerweile hat sich die Filmidee der U14 geradezu verselbstständigt, wichtige Momente werden von der Imran-Elf in einem mannschaftsinternen Blog festgehalten. Der Trainer steht voll hinter der Idee seiner Spieler: “Gemeinschaft ist ganz wichtig. Die Jungs müssen gegenseitig für sich durchs Feuer gehen und das tun sie”, sagt Imran. Er hat seinem Team für die Rückrunde ein neues Spielsystem verordnet, um künftig noch weniger ausrechenbar zu sein: “Wir probieren ein 4-3-3. Das wird jedem Spieler auf dem Platz neue Freiheiten ermöglichen und die Eigeninitiative fördern”, betont der Trainer.

U13: Höhen und Tiefen – Simon Breuckmann, Trainer von Arminias U13, muss sich dieser Tage wie ein Kapitän auf dem Atlantik gefühlt haben, der einen schweren Sturm durchfährt. Am Himmel in der Ferne wartet auf die Blauen aber eitler Sonnenschein, denn mit Platz vier und 20 Punkten im Rücken liegen die Almbuben voll auf Kurs. “Wir hatten unsere Leistungsschwankungen, aber die Richtung der Mannschaft stimmt auf jeden Fall”, betont er. Mit Beginn der Rückrunde steht für die U13 nun ein neuer fußballerischer Abschnitt an: Vom Kleinfeld wechseln die Arminen auf das Großfeld und zum Duell 11 gegen 11. Den sturmerprobten Arminen sollte das aber keine Bange machen.

U12: Spielintelligenz und eine schnelle Auffassungsgabe besitzt sie ja, die U12 der Arminen. Am besten beweist das eine Anekdote aus der vergangenen Hinrunde. Während die Nachwuchs-Arminen eine Trainingsübung von Trainer Tom Rerucha sofort verstanden, hatte Profi-Pate Cedric Brunner so seine Problemchen – und wähnte sich glatt im falschen Team. Rerucha gerät immer noch ins Lachen, wenn er an die Episode zurückdenkt: “Cedric dachte, er spielt in einem anderen Team und hat sich gewundert, warum er keinen Ball von seinen Mitspielern bekommt. Als er die Übung dann verstanden hat, war er der beste Spieler auf dem Platz”, lobt der Coach.

U11: Junioren-Trainer Jonas Bastian setzt immer noch zum Schwärmen an, wenn er über den Sparkassen-Cup im westfälischen Herdecke im vergangenen Sommer redet. Bei dem international besetzten Turnier mit Teams wie dem FC Kopenhagen oder den Wolverhampton Wanderers landeten die Blauen mit “aggressivem Tempofußball” ganz oben auf dem Treppchen. “So ein Turnier gewinnt man nicht mal im Vorbeigehen. Wir haben den Teams keine Schnitte gelassen”, konstatiert Bastian. Der Erfolg in Herdecke war der Beginn für eine bislang vollauf überzeugende Spielzeit der U11. Zur Halbzeit rangiert das Team auf dem vierten Platz im Reviercup. “Das ist unfassbar gut”, meint Bastian. Schon jetzt ist abzusehen, dass dem Coach am Ende der Saison ein schwerer Abschied bevorsteht. Während die Mannschaft eine Altersklasse nach oben rutscht, geht es für Bastian zurück in die U10.

U10: Sie können ihn schon selbst erzählen, so einprägsam ist der Spruch, den Trainer Marco Rieke den kleinsten Arminen im Club-Unterbau bei ihrem Einstand im blauen Trikot mit auf den Weg gab. Er handelt von kleinen und mittleren Fischen, die sich in einem Schwimmbad voller Haie behaupten müssen. So ein mittlerer Fisch, genau das sei Arminia, betont Rieke, und die Haie, dass seien die Nachwuchsleistungszentren mit deutlich finanzstärkerem Hintergrund. Riekes Forderung an sein Team ist daher genauso verständlich wie prägnant: “Wenn wir nicht gefressen werden wollen, müssen wir eben selbst zu Haien werden!” Dieses Mantra hat die U10 schon erstaunlich gut verinnerlicht und bietet der großen Konkurrenz vor allem auf Parkett in der Halle immer wieder Paroli. Trainer Rieke wird seine Jungs noch eine Weile beim “Hai-Werden” begleiten dürfen. Er rückt mit dem Team in die U11 auf.