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Der Magdeburg-Spielfilm: 8 Blickwinkel

“8 Blickwinkel” ist ein Thriller aus dem Jahr 2008, bei dem die packende Geschichte aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird und so am Ende erst richtig rund wird. Dass auch ein Fußballspiel in der SchücoArena aus ganz unterschiedlichen Sichtweisen besteht und sehr spannend sein kann, zeigen wir Euch mit den 8 DSC-Blickwinkeln.

13:15 Uhr: Wolf und seine Freunde lassen es sich kurz vor dem Anpfiff bei einem Getränk gut gehen. Viel Zeit haben sie nicht, denn sie wollen passend zur Hymne auf ihrem Stammplatz sein. Der befindet sich für die vier Bielefelder Fans schon seit langer Zeit auf Block I. “Wir haben seit vielen Jahren eine Dauerkarte. Auf Block I haben wir eine super Sicht und sind gleichzeitig nah an unseren Fans”, weiß Wolf zu berichten. Während Wolf mit dem letzten Schluck seines Bieres kämpft, prophezeien die drei Freunde im Bunde einen DSC-Sieg: “Die letzten Spiele waren super, warum sollte es nicht so weitergehen?”

 

13:29 Uhr: Im Block J angekommen, treffen wir Florian (31). Während die Spieler das satte Grün betreten, erklärt uns der sympathische Bielefelder, was für ihn das Besondere an seinem Platz ist: “Der Blick ist top, denn ich bin umgeben von DSC-Fans, bekomme die ganze Stimmung mit und sehe gleichzeitig, was im Gästeblock passiert. Die Stimmung macht für mich den Fußball aus”, erzählt Florian, während die Partie längst begonnen hat. Sein Lieblingsspieler? “Sibusiso Zuma!” Der Südafrikaner spielte von 2005 bis 2008 beim DSC. Damals stand Florian noch auf der “Süd”, doch mittlerweile fühlt er sich im Block J bestens aufgehoben.

 

13:59 Uhr: Auf dem Feld geht es hoch her, doch beide Teams schaffen es bisher nicht, ihre Chancen in Tore umzumünzen. So ähnlich lautet auch das Fazit von “Aki”, den wir auf der “Süd”, genauer gesagt in Block 4, antreffen. Der 49-Jährige geht seit über 30 Jahren ins Stadion und hat mit Arminia schon vieles erlebt. Von daher lässt er sich auch von dem Platzverweis Börners in der 31. Minute nicht unterkriegen: “Das heißt doch noch lange nicht, dass wir verloren haben”, lautet die Devise Akis, der kurz darauf mit ansehen muss, wie der FCM durch einen Freistoßtreffer mit 1:0 in Führung geht. Doch auch das hält Aki nicht davon ab, weiter an den DSC zu glauben. Schließlich hat er in seinem Block 4 schon das eine oder andere schwarz-weiß-blaue Wunder erlebt.

 

14:07 Uhr: Bei Milad (29) und seiner Kollegin laufen die Halbzeit-Vorbereitungen auf Hochtouren. Die beiden verkaufen an jedem Heimspieltag des DSC Fischbrötchen und erleben die Spiele damit auf eine ganz spezielle Art und Weise. Während im Hintergrund die Fritteuse ihre Dienste verrichtet, erzählt Milad von seinem DSC-Blickwinkel: “Wir sehen zwar nichts vom Spiel, merken aber anhand der Menschen und der Akustik, wie das Spiel läuft. Am schönsten ist es, wenn Arminias Torjingle ertönt – dann haben wir hier in unserem Stand immer die besten Momente.” Während Milad davon berichtet, hört man im Hintergrund die Arminia-Fans singen. Obwohl es 0:1 steht, peitschen die Zuschauer den DSC nach vorne. “Das machen die immer”, so Milad weiter. Er und seine Kollegin kennen die Sprache der singenden Fans wohl wie kaum jemand anders. Fritteusengeräusch hin oder her.

 

14:15 Uhr: Gerade ist das 2:0 für den 1. FC Magdeburg gefallen, leichte Enttäuschung macht sich breit. Nicht ganz so bei Savvas (16), der beim DSC seit mittlerweile drei Jahren als Balljunge jeden Heim-Spieltag hautnah dabei ist: “Die erste Halbzeit ist leider nicht so optimal verlaufen, aber das kann sich ja noch ändern. Schließlich ist Arminia immer für eine Überraschung gut.” Savvas steht direkt hinter dem Tor, vor der prall gefüllten Südtribüne – einen Platz, den er jedes Mal wieder aufs Neue genießt: “Die Stimmung ist einzigartig. Näher dran ist eigentlich kaum möglich.” Kurz darauf ist Halbzeit und es ist die einzige Phase, in der Savvas seinen geliebten Platz verlässt. Doch wenn der Schiedsrichter zur zweiten Hälfte wieder anpfeift, ist Savvas wieder da – er will und darf schließlich keine Sekunde des Spiels verpassen.

 

14:40 Uhr: Arminia kämpft, aber Arminia liegt mit 0:2 hinten. Wir treffen am höchsten Punkt des Stadions Kristina (29), die den Blick vom Balkon der Osttribüne trotz des Rückstandes genießt: “Man kann sowohl das Spielgeschehen als auch alles andere optimal beobachten. Es ist schade, dass wir hinten liegen, aber der Anfang der zweiten Hälfte macht Mut. Vielleicht geht ja noch etwas. Einen Punkt würde ich gerne noch mitnehmen”, berichtet Kristina, während der DSC sich weiter stark darum bemüht, den Anschlusstreffer zu erzielen. Doch noch bleibt es dabei: Magdeburg befindet sich auf der Sonnenseite, ein sich tapfer wehrender DSC ungewollt auf der Schattenseite. Das kann man von hier oben gut erkennen.

 

15:12 Uhr: Mittlerweile führen die Gäste mit 3:1, die erste Niederlage des Jahres 2019 steht unmittelbar bevor. Björn (32) ist zusammen mit seinen beiden kleinen Söhnen und seiner Frau auf dem Dr. Oetker Familienblock, wo wir ihn antreffen. Der 32-Jährige, Sohn auf dem Schoß, macht keinen Hehl daraus, dass er sich und seiner kleinen Familie “bei dem schönen Wetter und der tollen Kulisse einen Sieg gewünscht hätte.” Trotzdem ist sich der Bielefelder sicher, dass er auch in den kommenden Wochen wieder den Weg in die SchücoArena finden wird: “Wir lassen uns von einer Niederlage nicht so leicht aus der Bahn werfen. Das Gute ist, dass wir heute hier im Block gut Sonne getankt haben und beim Tor von Fabian Klos sehr nah dran gewesen sind.” Ein Blickwinkel, der zumindest ein bisschen entschädigt.

 

16:07 Uhr: Tanja und ihre Freundinnen haben das Spiel im Block J verfolgt, stehen nun – um kurz nach 16 Uhr – vor dem Stadionausgang: “Krone aufrichten, aufstehen und weitermachen”, lautet die Devise der vier Frauen, die seit mehreren Jahren treue Dauerkartenbesitzerinnen sind. Warum ihr Blickwinkel von Block J so besonders ist? “Wir haben zwar Sitzplatzdauerkarten, können aber auch immer mal wieder stehen – eine gute Mischung!” Die Niederlage tue zwar kurz weh, so Tanja weiter, aber “Arminia wäre ja nicht Arminia, wenn wir uns davon beirren lassen!”