DSC Arminia Bielefeld -

Sie befinden sich hier: https://www.arminia-bielefeld.de/2019/02/21/nie-die-hoffnung-aufgeben/

“Nie die Hoffnung aufgeben”

Arminias Kids Club hatte Cheftrainer Uwe Neuhaus zur Kinderpressekonferenz eingeladen. Pressesprecher Daniel Mucha moderierte den Rückblick auf Uwes Werdegang und 40 Arminis lauschten gespannt den Anekdoten des Fußballlehrers.

Als Sechsjähriger hatte DSC-Trainer Uwe Neuhaus mit dem Fußballspielen begonnen. Als Erwachsener spielte er unter anderem für Wattenscheid 09, hier sogar mehrere Jahre in der ersten Bundesliga und schoss 12 Tore. 30 Jahre später beendete er seine Karriere als aktiver Fußballspieler und arbeitet seit 1995 erfolgreich als Trainer. Das hätte dem kleinen Uwe am Anfang niemand zugetraut, aber sein Motto lautete immer „Nie die Hoffnung aufgeben!“. Das gab er auch seinen jungen Zuhörern mit, die eifrig nickten. “Aber man muss auch ehrlich sein, für die Nationalmannschaft war ich nicht gut genug”, gab Uwe offen zu, als ein Armini nachfragte.

Und die bestens vorbereiteten Arminis hatten viele Fragen: “Wie haben Sie sich nach dem 2:0 gegen den HSV gefühlt?” – “Wie ein Sieger!” “Duzen oder Siezen Sie die Schiedsrichter?” – “Wenn ich wüten bin, dann Duze ich eher.” “Wie schmeckt Ihnen die Stadionwurst in Bielefeld.” – “Leider hatte ich bisher noch gar keine Gelegenheit sie zu probieren. Aber du kannst mir beim nächsten Spiel ja mal eine vorbeibringen.” Die Arminis erfuhren außerdem, dass der Trainer sehr gerne Eintöpfe ist, wie Erbsen- oder Linseneintopf, “denn die bekommt man im Trainingslager nicht.” Und sein Lieblingsfilm ist “50 erste Dates” mit Adam Sandler. Die Arminis kannten den Streifen noch nicht, nach Uwes lustiger Zusammenfassung werden sie ihn aber bestimmt demnächst einmal anschauen. Tischtennis spielt Uwe gern und wurde in seiner Heimatstadt Hattingen sogar einmal “Stadtmeister der Vereinslosen, da habe ich sie alle abgezogen!”

“Eigentlich schaue ich ja nicht so gern in die Vergangenheit zurück und beschäftige mich nicht mit dem, was ich mal gemacht habe. Da war ich schon immer ein komischer Kauz”, bekannte Neuhaus. “Aber für euch mache ich mal eine Ausnahme”, sagte er und nahm die Arminis mit auf seine Zeitreise. So erfuhren sie, dass Uwe Neuhaus in Wattenscheid mit Souleymane Sané zusammengespielt hat, dem Vater von Manchester City Profi Leroy Sané. “Der war so schnell wie Leroy, aber vielleicht nicht ganz so gut”, erinnerte sich Uwe. Mit Wattenscheid 09 stiegen er und Sané dann in die 1. Bundesliga auf, “Ein ganz kleiner Verein. Da hieß es: wir gegen den Rest der Welt!”

Als Trainer stieg Neuhaus drei Mal in die zweite Bundesliga auf – mit Rot-Weiss Essen, mit Union Berlin und mit Dynamo Dresden. Und 2002 durfte er sogar die Deutsche Meisterschaft feiern, als Co-Trainer bei Borussia Dortmund. “Ein tolles Gefühl. Mein Sohn wollte die Meisterschale gar nicht mehr aus der Hand geben.” Seine siebenjährige Trainerzeit bei Union Berlin hat Uwe ebenfalls als eine ganz besondere in Erinnerung, da in dieser Zeit das Stadion “An der alten Försterei” umgebaut wurde. Der Umbau wurde zwar von professionellen Bauleitern überwacht, jedoch von 2000 Fans in Eigeninitiative umgesetzt. “Nach dem Training sind wir da zu den Fans und haben mit ihnen gegrillt und gequatscht, da gab es eine ganz enge Bindung”, erinnert sich Neuhaus.

Aber es gibt auch Schattenseiten im Profifußball. “Als Trainer entlassen zu werden ist ganz schön traurig”, berichtete Uwe den Arminis. Und besonders getroffen hat ihn, wenn seine Kinder in der Schule angefeindet wurden, wenn es sportlich bei ihm mal nicht so gut lief. Er sensibilisierte seine jungen Zuhörer für die Folgen von Mobbing und dass man auf seine Mitmenschen achtgeben sollte. Uwe helfen nach einem verlorenen Spiel immer seine beiden Hunde. “Denen ist egal, ob wir gewonnen oder verloren haben, die haben immer gute Laune und freuen sich, wenn ich da bin.” Mit den Vierbeinern und seiner Familie verbringt Uwe deshalb am liebsten seine Freizeit.

Im Hinblick auf die vielen Fotos, die seinen Werdegang der letzten Jahrzehnte auf großer Leinwand veranschaulichten, startete Uwe selbst eine Umfrage in die Runde: “Besser mit oder ohne Schnurbart?” wollte er von den Arminis wissen. Die Antwort war eindeutig – ohne Schnurbart gefällt der DSC-Trainer den Arminis viel besser. So gut, dass sie sich am Ende auch noch einige Autogrammkarte signieren ließen und Erinnerungsfotos mit Uwe schossen.

Im Anschluss nahmen Daniel und Uwe die Journalistengruppe auf eine Stippvisite mit in die Katakomben des Stadions. Hier lernten die Arminis nicht nur den versteckten Gang zwischen Presseraum und Mannschaftskabinen kennen, sondern auch Uwes Coaching-Zone am Spielfeldrand. “Die darf man eigentlich nicht verlassen. Da hält sich aber keiner dran”, gab er augenzwinkernd zu. Uwe verriet den Arminis außerdem, dass es vor dem Spiel im Kabinentrakt “wie in der Disco” zugeht, da “beide Mannschaften ihre Musik voll aufdrehen.” Er fliehe dann in den Raum zur Dopingkontrolle, um ein bisschen seine Ruhe zu haben. Aber generell sei er vor dem Spiel eher ruhig und nicht mehr so aufgeregt, wie am Anfang seiner Karriere.

Die Arminis wollten noch wissen, was sich Uwe für diese Saison mit dem DSC vorgenommen hat: “Ein einstelliger Tabellenplatz wäre schon schön.” Und in der nächsten Saison, was würde er da zum Aufstieg sagen? “Sehr gerne!” antwortet der Trainer wie aus der Pistole geschossen und mit Nachdruck. Da stimmten die Arminis natürlich begeistert mit ein. Spätestens dann möchten sie den Trainer noch einmal treffen und mit ihm gemeinsam feiern. Für eine ordentliche Bielefelder Stadionwurst ist dann sicherlich auch gesorgt.