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Zum Weltgeschichtentag: Näher dran geht nicht

Jedes Jahr am 20. März wird in vielen Ländern dieser Welt der “Weltgeschichtentag” gefeiert. Da machen wir gerne mit! Wir erzählen die in der HALBVIER (Ausgabe 3) erschienene Geschichte von Sebastian Wiese, der seit über vier Jahren seine Stimme für Arminia opfert und aus der Funktion des Stadionmoderators nicht mehr wegzudenken ist. Bisher hat er mit den Blauen fast nur gute Erfahrungen gemacht – DFB-Pokal-Halbfinale und Jubelorgien auf dem Balkon des Rathauses inklusive. Das darf gerne so bleiben.

Noch bevor das Gespräch beginnt, warnt der gebürtige Rintelner: “Wenn ich einmal anfange zu reden, kann ich schwer aufhören.” Doch genau wegen dieser Eigenschaft sitzt er dort mit Basecap und lässigen Sneakern auf dem Sofa und erzählt für die HALBVIER von seiner Aufgabe bei Arminia. Der 34-Jährige weiß zu unterhalten, kommt bei den Menschen gut an und ist seit mittlerweile vier Jahren so nah am Spielgeschehen wie nur ganz wenige andere. Angefangen hat Sebastian Wiese beim DSC im Sommer 2014. Damals wollte der Verein das Stadionprogramm etwas ändern. Die Verantwortlichen mussten nicht lange überlegen und meldeten sich beim Moderator von Radio Bielefeld: “Ich habe mich wahnsinnig gefreut und sofort zugestimmt. Als Arminia-Fan gibt es doch keine bessere Möglichkeit so nah dran zu sein, oder?”

In seiner ersten Saison als Stadionmoderator auf dem Feld zieht der DSC gleich ins DFB-Pokal-Halbfinale ein und steigt nebenbei noch in die Zweite Bundesliga auf – einen besseren Einstieg hätte Wiese sich nicht ausmalen können: “Die Mannschaft auf dem Rathausbalkon vor zigtausenden Menschen mit dem Mikrofon rauszuholen, war definitiv ein Highlight.” Dass er die Feierlichkeiten in der SchücoArena nicht mehr mitbekam, weil er schnell zum Rathaus musste, bezeichnet er selbst als “Berufsrisiko”. Auch wenn Wiese mittlerweile fest zum Arminia-Inventar gehört und er die Abläufe an Spieltagen bestens kennt, ist jedes Heimspiel für ihn immer wieder etwas Besonderes: “Ich komme klassisch mit der Bahn ins Stadion und treffe dort bereits viele Fans. Da kriege ich automatisch Vorfreude.” Gut eine Stunde vor Anpfiff meldet sich Wiese das erste Mal vom Feld mit Interviews und Infos rund um den DSC. Kurz vor Spielbeginn erreicht sein Puls das Tagesmaximum – dann, wenn er die Aufstellungen durchgibt: “Da willst du keine Fehler machen, weil das ganze Stadion mitgeht.“ Mit seinem mittlerweile traditionellen “Niemand erobert den Teutoburger Wald”-Schlachtruf entlässt er die Fans endgültig Richtung Stadionhymne und Spiel. Dieses verfolgt Wiese direkt am Spielfeldrand – auf der Bank mit Betreuern und verletzten Spielern des DSC. Wenn die Partie begonnen hat, gehen auch für den Stadionmoderator äußerst intensive 90 Minuten los: “Ich fiebere wahnsinnig mit, weil ich mittlerweile viele Leute kenne und weiß, was alles an diesem Verein hängt. Ich arbeite, bin aber natürlich weiterhin ein großer Fan.”

Wenn er mal nicht am Spielfeldrand mitfiebert oder am Mikrofon in der SchücoArena oder bei Radio Bielefeld steht, dann schaut der sympathische Burger-Liebhaber gerne American Football – am liebsten mit Radiokollege Tim Donsbach, mit dem er sich auch gerne an der Konsole misst: “Nach einer anstrengenden Woche verbringe ich die Sonntage gerne zu Hause auf dem Sofa und lasse mich mit Football berieseln.” Seine Lieblingsmannschaft in der NFL sind die Dallas Cowboys. Wie es dazu gekommen ist, weiß er selber nicht mehr, nur, dass er sie “von Anfang an irgendwie sympathisch” fand. Dennoch, eine Niederlage der Cowboys sei bei weitem nicht so schlimm wie eine des DSC, auch wenn er dafür den einen oder anderen Spruch von seinem Kollegen Tim Donsbach in Kauf nehmen müsse. Kurz vor Ende des Gesprächs erzählt Wiese von seinem Traum, demnächst nach Afrika zu reisen: “Eine Reise dorthin war schon immer ein Traum von mir. Mich reizen die Landschaft und auch die Menschen, die total cool, freundlich und friedlich sein sollen.” Er würde dort mit seiner Art auf jeden Fall gut hinpassen. Gut, Afrika wäre ein ganzes Stück weit weg von der SchücoArena, aber er käme ja wieder. Schließlich hat er mit dem DSC noch einiges vor. Und wer einmal so nah dran ist, der möchte nicht mehr weg.

Update: Momentan befindet sich Sebastian Wiese tatsächlich in Afrika und macht in Gambia Urlaub. Wir wünschen viel Spaß dabei!