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“Spanien hat einen enormen Entwicklungsschritt gemacht”

Die Fußballweltmeisterschaft der Frauen ist in vollem Gange. Heute Abend (18 Uhr) spielen die deutschen Damen gegen die spanische Auswahl. Im Interview schildert Maxine Birker ihre Sicht über die Entwicklung des Frauenfußballs, die WM und den Aufstieg von Arminias Frauen in die 2. Bundesliga.

Hallo Maxi, zurzeit findet die achte Frauen-WM statt. Bisher Weltmeister wurden die USA (3x), Deutschland (2x), sowie Norwegen und Japan. Wie siehst du die Chance, dass Deutschland den dritten Stern holt?

Wenn man sich anschaut wie der Frauenfußball mittlerweile in England und Frankreich gelebt wird, oder jetzt auch schon in Spanien, wo 30.000 bis 40.000 Zuschauer ins Stadion kommen, dann sieht man schon, dass es nicht den einen Favoriten gibt. Dennoch glaube ich, dass Deutschland eine gute Mannschaft, mit vielen guten und jüngeren Spielerinnen hat, die zwar noch teilweise auf der Bank sitzen, aber hoffentlich ihre Akzente setzen werden. Deutschland, Frankreich, Spanien und die USA sehe ich gleichauf.

Welche Entwicklungsschritte siehst du im deutschen Frauenfußball?

Ich finde beim Fußball gibt es Trends, die dann jeweils verfolgt werden. Eine Zeitlang ging es zum Beispiel bei den Männern um Sicherheit. Bedeutet; die Trainer wollten weniger riskante Dribblings und mehr sichere Pässe. Jetzt ist es so, dass weniger Spieler ihr Ding machen und versuchen ins Risiko zu gehen und es nun wieder angesagt ist, Spieler zu finden, die mal was anderes machen. Und das zieht sich bei den Frauen genauso durch.

Schaust du neben den deutschen auch die anderen Spiele wenn du Zeit hast?

Ja tatsächlich. Wenn der Fernseher an ist und WM läuft, genauso wie das bei den Männern immer der Fall ist, dann schaut man schon mal das ein oder andere Spiel.

Schaust du die Spiele denn als “Fan”?

Nein, gar nicht. Wenn ich Fußball schaue, bin ich generell kein klassischer “Fan”, sondern für mich ist das eher anstrengend, weil ich das Spiel, sowie jeden Spielzug und Pass analytisch und taktisch betrachte.

Heute Abend spielt nun Deutschland gegen Spanien. Wie lautet dein Tipp für das Spiel?

Es wird wohl das schwierigste Gruppenspiel, aber ich denke Deutschland gewinnt mit 2:1.

Du selbst hast in der U15-, U17- und U19-Nationalmannschaft gespielt, was ist das für ein Gefühl sich international messen zu können?

Es ist ganz unterschiedlich. Je nachdem, wer der Gegner war, hat man schon gemerkt, dass es ein anderes Niveau ist. Dann gab es aber auch Mannschaften, bei denen man gemerkt hat, dass diejenige Nation noch hinterherhinkt, was die Entwicklung des Frauenfußballs betrifft. Beispielsweise war Spanien früher keine der Top-Mannschaften, aber in den letzten Jahren haben sie einen enormen Entwicklungsschritt gemacht und gehören nun zu den Favoriten der WM.

In dieser Saison bist Du zusammen mit deiner Mannschaft in die 2.Bundesliga aufgestiegen. Wie hast du die Saison persönlich erlebt?

Es war natürlich wieder etwas anderes zu Beginn Regionalliga zu spielen, nachdem wir letzte Saison abgestiegen waren. Dort waren dann wieder andere Tugenden gefragt. Aber nach der Vorbereitung hatten wir schon ein gutes Gefühl und haben dann auch jedes Spiel gewonnen. Zwischenzeitlich gab es einen kleinen Durchhänger, doch schlussendlich hat es zu unserer Freude geklappt mit dem Aufstieg.

Was traust du deiner Mannschaft zur nächsten Saison in der 2. Bundesliga zu?

Das ist erstmal schwer zu sagen, da die zweite Liga neu formiert ist und viele U23-Mannschaften dabei sind. Unsere Mannschaft hat sich bisher mit vielen neuen, jüngeren Spielerinnen verstärkt und wenn der Mix passt, dann kann die Mannschaft schon im guten Mittelfeld landen.

Maxi, vielen Dank für das Gespräch!