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David Ulm und Jörg Bode im Interview: “Wir sind Botschafter Arminias”

Seit ein paar Monaten ist der DSC wieder mit einer Traditionsmannschaft aktiv und nimmt an Turnieren und Veranstaltungen  in der Region teil. Wir haben mit den ehemaligen Arminen David Ulm und Jörg Bode gesprochen, die in der Traditionself kicken und ihre Aufgabe als “Repräsentant des Vereins” mit Freude wahrnehmen.

Schön, dass ihr euch Zeit genommen habt. Vorab: Wie geht’s Euch und was macht Ihr im Moment?

David Ulm: Danke, mir geht es sehr gut. Im Moment mache ich in Frankreich mein Masterstudium im Bereich Marketing und Sportmanagement, weswegen ich unter der Woche sehr häufig in meinem Heimatland bin. Für die nähere Zukunft ist zudem noch geplant, dass ich meinen DFB-Trainerschein im Bereich Jugend-Elite mache.

Jörg Bode: Mir geht es ebenfalls sehr gut. Ich bin bei einer Maschinenbaufirma als Assistent der Geschäftsführung tätig. Nach meiner Fußballkarriere bin ich ins normale Berufsleben zurückgekehrt.

Wie sehr vermisst Du den aktiven Profifußball, David? Lange ist es ja noch nicht her.

David: Komischerweise vermisse ich ihn gar nicht so sehr, da ich mittlerweile in einem Alter bin, in dem ich andere Ziele habe. Ich habe entschlossen, mich weiterzubilden und das macht mir sehr viel Spaß. Mein Sohn spielt in Arminias U10 und an den Wochenenden gucke ich mir seine Spiele gerne an. In solchen Momenten – oder auch wenn ich den Profis zusehe – kribbelt es aber schon in den Beinen, das ist klar.

Da trifft es sich doch gut, dass der DSC nun wieder eine altive Traditionsmannschaft hat, oder?

David: Absolut! Es ist schön, dass sich bei Arminia in diese Richtung wieder etwas tut. Wir haben eine richtig gute Truppe mit einer interessanten Altersstruktur. Es sind Jungs dabei, die erst vor ein paar Jahren ihre Karriere beendet haben, aber natürlich auch erfahrene Recken, die schon ein paar Jahre mehr auf dem Rücken haben. Ich fahre immer mit einer Vorfreude zu den Veranstaltungen, bei denen wir zusammen kicken. Auch, weil wir nach den Spielen oft noch zusammensitzen, uns nett unterhalten und ein Kaltgetränk zu uns nehmen.

Was zeichnet die Traditionsmannschaft aus?

Jörg: In erster Linie muss die Traditionsmannschaft den Verein repräsentieren. Es geht darum, dass wir auf unseren Touren Botschafter von Arminia sind. Die älteren Fans, die früher da waren, freuen sich natürlich ihre Idole zu sehen und mit uns über Fußball und den DSC zu reden.

Wie sah zu Deiner Zeit ein klassischer Profialltag aus?

Jörg: Nach dem Frühstück ging es immer zum Training. An zwei Tagen in der Woche haben wir doppelt trainiert. Wenn wir nachmittags frei hatten, bin ich meistens in die Stadt oder habe mich mit Freunden getroffen. Es ist natürlich eine feine Sache gewesen, sein Hobby zum Beruf machen zu können – das kann wohl jeder Fußballprofi bestätigen.

Was gehörte als Jungprofi zu deinen besonderen Aufgaben im Team?

Jörg: Natürlich gab es Aufgaben, die die jungen Spieler zu erledigen hatten. Ich glaube, das ist ganz anders als heute. Ein Jahr lang musste ich beim Training die Bälle tragen und zusehen, dass die Leibchen auf den Trainingsplatz kommen. Und wenn ich nicht alles auf einmal tragen konnte, dann musste ich eben mehrmals laufen. Das war damals gang und gäbe.

Bild: IMAGO

Haben sich diese Aufgaben im Laufe der Jahre verändert?

David: In den vergangenen Jahren hat sich schon einiges geändert, aber ich bin der Überzeugung, dass eine gute Hierarchie für eine funktionierende Mannschaft unabdingbar ist. Falls es da innerhalb des Teams Unstimmigkeiten gibt, färbt das sofort ab – da sollte man immer aufpassen. Ein großer Unterschied zu früher liegt heutzutage darin, dass man schon mit 25 Jahren zu den erfahrenen Spielern gehört und Verantwortung übernehmen muss. Früher warst du das mit 30 Jahren, aber in der heutigen Zeit geht alles viel früher los.

Wie weit waren Themen wie SocialMedia, Medientage und Öffentlichkeitsarbeit bei euch verbreitet? 

Jörg: Social Media gab es bei uns damals ja noch nicht, aber Medientage und Pressekonferenzen gehörten natürlich dazu. Bei Arminia haben wir jedes Jahr für die Kinderkrebshilfe in Bethel gespendet und die krebskranken Kinder auf der Station besucht. Das hat einen dann wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.

Lasst uns noch kurz in die Gegenwart schauen. Was sind die kurzfristigen Pläne der Traditionself?

Jörg: Ein paar Spiele sind für den Sommer schon vereinbart. Es kommt natürlich auch darauf an, dass wir alle Zeit haben. Die Traditionself wurde ja erst vor kurzem ins Leben gerufen und einige Dinge müssen sich langsam einpendeln. Super wäre es, wenn es irgendwann einen harten Kern gäbe, der immer dabei ist.

Und zum Abschluss noch folgende Frage: Wie bewertet ihr die aktuelle Situation und Wahrnehmung Arminias?

David: In den vergangenen Jahren hat es der DSC geschafft, sich in der zweiten Liga zu etablieren. Uwe Neuhaus ist es gelungen, in einer etwas schwierigen Phase wieder Konstanz und Stabilität in die Mannschaft zu kriegen, was sich in einer tollen Rückrunde wiedergespiegelt hat. Die zweite Liga ist sehr schwierig, da kann alles passieren. Arminia hat einen guten Kern und einen tollen Trainer. Darauf lässt sich auch in der kommenden Saison, auf die ich mich sehr freue, wieder aufbauen.

Jörg: Dem ist nichts hinzuzufügen!

Jörg Bode spielte in der Saison 1988/1989 für den DSC und dann nochmal von 1994 bis 2002. Insgesamt kommt der gebürtige Meller auf 247 Pflichtspiele für Arminia.

David Ulm spielte von 2014 bis 2018 beim DSC. In dieser Zeit bestritt der Franzose 81 Pflichtspiele für Arminia.