DSC Arminia Bielefeld -

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“Hätt der Hasse nicht getroffen…”

17. Juli 1949. Genau vor 70 Jahren gelang dem DSC Arminia Bielefeld ein großer sportlicher Coup. Die Blauen stiegen in die damals höchste Spielklasse, die Oberliga West, auf.  Die DSC-Gegner hießen fortan nicht mehr BV Brambauer, SC Oelde oder VfJ Paderborn. Vielmehr wurde nun gegen Schalke 04, Borussia Dortmund oder den 1. FC Köln gespielt. Diese Gegner hatten schon damals Akteure mit klangvollen Namen in ihren Reihen.


Bevor es allerdings mit dem großen Sprung nach oben soweit war, holten die Arminen als Neuling den Gruppensieg in der Landesliga Westfalen,  Gruppe 3. Die Schützlinge von DSC-Trainer Münstermann meisterten dann auch die fällig gewordene Aufstiegsrunde. In der bekamen sie es mit der SpVgg Herten (Bielefeld gewann 3:1 in Gladbeck) und dem VfL Witten zu tun.

Das alles entscheidende Match gegen Witten fand ausgerechnet auf der “neutralen” Platzanlage des Erzrivalen aus dem Münsterland statt. Über 2000 ostwestfälische Schlachtenbummler machten sich trotz seinerzeit noch recht problematischer Verkehrsbedingungen mit auf den Weg ins Preußenstadion. Sie sollten ihr Kommen (und den damit verbundenen Aufwand) nicht bereuen! Arminia Bielefeld gewann vor 12000 Zuschauern durch einen Treffer von “Kopfballungeheuer” Helmut Hasse mit 1:0 und kletterte eine Liga höher. Der bullige Torschütze hatte bei brütender Hitze in der 48. Minute eingenetzt. Fortan bestürmte Witten das Bielefelder Gehäuse quasi im Minutentakt. Die Arminen aber hatten längst “ostwestfälischen Beton angerührt”. Sie brachten so die knappe Führung über die Zeit. Am Ende kannte der schwarz-weiß-blaue Jubel dann keine Grenzen mehr!

Der tolle Erfolg wurde nicht nur in Münster selbst oder während der Rückfahrt, sondern natürlich auch in Bielefeld bejubelt. Sogar im heimischen Stadttheater am Niederwall standen am Abend die Zeichen ganz auf Arminias Aufstieg! Während einer Aufführung der Operette “Der Bettelstudent” schmetterte der bekannte Bassbariton Richard Capellmann (1904-1972) dem  verdutzten, erstaunten Publikum nämlich gesanglich entgegen: “Hätt der Hasse nicht getroffen…”. Spätestens jetzt  wussten auch die Freunde des kulturellen Genusses: Bielefeld spielt fortan  erstklassig!

Die sportliche Glückseligkeit dauerte allerdings nicht lange. Nach nur einer Spielzeit verabschiedeten sich die Blauen als Vorletzter schon wieder aus der Eliteliga.

Das Bild zeigt Richard Cappellmann als La Roche in „Capriccio“ (1960/61)