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!Nie wieder

Am 27. Januar 2020 jährt sich zum 75. Mal der Tag, an dem die Überlebenden im Konzentrationslager Auschwitz aus ihrer Gefangenschaft befreit wurden. Rund um diesen Tag gedenken der deutsche Fußball und der DSC Arminia Bielefeld der Menschen, die von den Nazis verfolgt und ermordet wurden.

Seit 1933 wurden jüdische Vereinsmitglieder wie Julius Hesse, der als Präsident Arminia 1910 vor der Insolvenz rettete, ausgeschlossen. Hesse wurde 1875 in Borgholzhausen geboren und starb 1944 in Auschwitz. Hesse wurde 1909 als Nachfolger von Emil Schröder Vereinspräsident. Seinem juristischen und kaufmännischen Geschick war es zu verdanken, dass der damalige 1. BFC noch existierte – Hesse verhinderte die Insolvenz und schuf den “e.V.”, was der Grund war, weswegen die Mitglieder nicht mit ihrem Privatvermögen haften mussten.

Hintergrund war die Beschlagnahme des damaligen Sportgeländes durch die Stadt Bielefeld für eigene Zwecke. Des Weiteren war es dem gebürtigen Ostwestfalen zu verdanken, dass “An der Pottenau” 1910 ein neuer Sportplatz gefunden werden konnte. Kurz darauf ging es sportlich bergauf, ehe der Erste Weltkrieg dafür sorgte, dass der Fußball für einige Zeit von der Bildfläche verschwand. 1914 endete die erfolgreiche Präsidentschaft Hesses.

Julius Hesse war Inhaber des alt eingesessenen “Schuh- und Sporthauses Hesse & Co.” in der Bielefelder Altstadt am alten Markt. Das Geschäft wurde im Jahre 1935 “arisiert”, sein Wohnhaus an der Beethovenstraße, unterhalb der Sparrenburg, verkaufte er im selben Jahr weit unter Wert. Etwa in dieser Zeit konnte ein Suizidversuch des Ehepaars Hesse verhindert werden. Die drei Töchter schafften die Flucht ins Ausland. Noch heute liegen im Gehwegpflaster – vor dem ehemaligen Schuh- und Sportladen Hesses – zwei Stolpersteine, für die die Fan-AG des DSC die Patenschaft übernommen hat.

Die Geschichte hat uns gelehrt: Menschen dürfen in Deutschland nie wieder wegen ihres Glaubens, ihrer Herkunft oder ihrer sexuellen Orientierung diskriminiert werden. Das sind wir den Opfern, den Überlebenden von Auschwitz, uns selbst und Europa schuldig.

Mit freundlicher Unterstützung von “Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg 1933 – 1945”